1. #1
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    Negativzinsen sind bei den Banken ein boomender Trend: 2019 waren sie noch die Ausnahme. Lediglich 13 Banken verlangten solche Strafzinsen. Und selbst dort waren die Hürden hoch. Bei kaum einer Bank musste man sie für unter 100.000? Guthaben bezahlen. Teils waren die Limits deutlich darüber. Ein Jahr später hat sich die Zahl der betroffenen Banken fast verzehnfacht.  Dies gab eine Analyse des Vergleichsportals Verivox. Dazu sinken auch noch die Limits immer weiter. Bei 27 Instituten beträgt die Grenze weniger als 100.000 Euro. Drei Banken verlangen sogar pauschal ab dem ersten Euro Strafzinsen.

    Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind damit nicht mehr nur Sparer mit größerem Vermögen betroffen. Sondern zunehmend auch Menschen mit weniger Geld. Noch extremer wird es, wenn gar keine Limits mehr vorhanden sind. Sollte sich das durchsetzen, zahlen wir bald alle zwangsweise Strafzinsen. Die Strafzahlungen bewegen sich derzeit im Rahmen von 0,6 Prozent - mehr als die EZB verlangt (0,5%).

    Es könnte damit lukrativer werden, sein Gehalt zum Monatsbeginn vom Konto abzuheben. Auf Bargeld kann eine Bank nicht ohne weiteres Wild Strafzinsen erheben. Damit wird ein Nachteil der bargeldlosen Zahlmittel deutlich, vor denen Kritiker bereits seit Anfang an warnen: Die Abhängigkeit. Für die Banken ist die Abschaffung des Bargeldes ein Traum. Auf der einen Seite sparen Sie Kosten durch Druck und Ausgabe der Scheine. Zusätzlich haben Sie das gesamte Geld unter Kontrolle, da es nicht mehr physisch vorliegt, sondern nur noch als Zahl in einer Datenbank.

    Seid ihr Kunde bei einer Bank, die bereits Negativzinsen eingeführt und diese vielleicht sogar verschärft habt? Betreffen euch die zusätzlichen Kosten?
    Falls nicht: Habt ihr Angst davor, dass sich dies in Zukunft ändern könnte?
    Welche Maßnahmen trefft ihr, um dies zu verhindern? Wäre es nicht ein guter Zeitpunkt, um einen Kredit für eine Immobilie aufzunehmen?

    Schließlich steigen Häuser und Wohnungen nahezu konstant im Wert. Und das Geld, welches zu Beginn des Monats in die Rate fließt, kann keine Kosten in Form von Negativzinsen auf dem Konto verursachen.

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    Darkfield (14.09.2020)

  3. #2
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    Das Landgericht in Leipzig hat entschieden, dass Negativzinsen zulässig sind. Geklagt hatte eine Verbraucherzentrale gegen eine Sparkasse. Die Sparkasse wollte ab 5.000€ Guthaben Strafzinsen erheben. Laut Verivox müssen Kunden derzeit bei 365 Banken Strafzinsen bezahlen. Diese bewegen sich zwischen -0,5 und -1,0%. Manche Banken bieten Freibeträge zwischen 25.000 und 100.000 Euro, die ausgenommen sind. Die Verbraucherzentrale hält für falsch und möchte bis vor den Bundesgerichtshof ziehen.

    Ich finde das ja eine gute Gelegenheit, mal auf die Vorstellung einer bargeldlosen Gesellschaft zu schauen, wie sie sich manche wünschen. Aktuell könnte man das Geld noch einfach abheben. Es bleibt zwar die Inflation, doch zumindest ist man damit nicht ganz schutzlos der Gier der Bank ausgeliefert. Wenn wir Bargeld aber wirklich abschaffen, bist du dem ganzen schutzlos ausgeliefert - außer (zwangsweise) investieren bleibt dann nicht mehr viel. Und mit Abschaffen meine ich nicht nur einen 100%tigen Wechsel. Es reicht ja bereits aus, Bargeld immer weiter zu reduzieren und mit Einschränkungen zu versehen. Das Grundsatzproblem bleibt eben: Wenn mein Geld nur eine Zahl in einer fremden Datenbank ist, sitzt der Inhaber dieser Datenbank am längeren Hebel. Alles auf eine einzelne Strategie zu setzen ohne Alternativen ist daher in der Regel keine gute Idee.

  4. #3
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    Standard AW: 10x mehr Banken verlangen Strafzinsen als noch 2019

    "Strafzinsen" / Negativzinsen (von den Banken gerne euphemistisch "Verwahrentgeld" o.Ä. genannt) = bodenlose Frechheit.

    Ich will einen Kredit? Zahl Zinsen.
    Ich habe Geld bei der Bank? Zahl Zinsen.

    Wäre lustig, wenn jeder zur Bank rennen würde und das Geld abheben möchte.

    Bargeld abschaffen? Es ist ja wohl klar, wer sowas möchte (und warum).

    Geändert von Brainy (09.07.2021 um 01:41 Uhr)

  5. The Following User Says Thank You to Brainy For This Useful Post:

    DMW007 (10.07.2021)

  6. #4
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    Geldpolitik betrifft jene Entscheidungen von Zentralbanken, mit denen sie versuchen, die Kosten und die Verfügbarkeit von Geld in einer Volkswirtschaft zu beeinflussen. ... Folglich versucht sie, die Preissteigerungsrate mittelfristig unter, aber nahe 2 % zu halten. Dies dient der Unterstützung der allgemeinen Wirtschaftspolitik der EU, die auf Vollbeschäftigung und Wirtschaftswachstum abzielt. EZB

    Viele merken nun wie sie mit dem Geld in Abhängikeit gebracht wurden. Wer frei und unabhängig leben möchte, muss von der Stadt auf das Land ziehen und seine Lebensmittel selbst anbauen. Alle anderen die ihren Lebensunterhalt mit Geld bezahlen sind von der EZB ahängig welchen Wert sie für das Geld bestimmt.

    In der Niedrigzins Phase muss man Geld investieren. Wer Geld stehen lässt, wird endtäuscht feststellen dass das Geld wie "Butter in der Sonne" schmilzt. genau das ist auch die Absicht der EZB. Früher war das kuriosum möglich, dass man Geld mit Geld vermehrt. Niemand investierte Geld in Unternehmungen. nun da der Leitzins sogar negativ ist, meidet es jeder Geld bei der Zentralbank zu parken. Jeder versucht Geld in Projekte, Unternehmungen zu investieren.

    Des einen freud ist des anderen Leid. Was gut für die Wirtschaft ist, ist schlecht für die Rentenkassen und Altersvorsorge.

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