Zitat Zitat von Darkfield Beitrag anzeigen
Wie wäre es denn mal mit der ÄPP BRAIN?
Die funktioniert bei einer Sucht leider oft unzuverlässig oder gar nicht. Wir haben in Deutschland Millionen an Menschen mit Abhängigkeit von legalen Drogen, allen voran Alkohol. Oft ist das den Betroffenen nicht richtig bewusst, weil es sich schleichend entwickelt. Viele schaffen es nicht aus eigener Kraft, den Konsum zumindest auf ein vernünftiges Niveau zu reduzieren. Daher gibt es über 1000 Suchtkliniken in Deutschland (Stand 2023), die hunderttausende Betreuungen durchgeführt haben. Und das sind "nur" jene, die sich Hilfe holen. Ein erheblicher der Drogenabhängigen verzichtet darauf.

Ich halte eine App um weniger Apps zu benutzen für suboptimal. Menschen sollten lernen, auf sich zu achten & Disziplin aufzubauen. Doch die Realität sieht oft anders aus. Hinzu kommt: Mediensucht ist noch weitgehend unbekannt. Obwohl Spiele, Kommerzielle Soziale Netzwerke & co. schon lange gezielt für maximale Bildschirmzeit optimiert sind, fehlt das Bewusstsein für die Gefahr von Facebook & co. Während so ziemlich jedem Kind klar ist, dass z.B. Zigaretten schädlich sind. Auch das war ein weiter Weg über viele Jahrzehnte voller PR-Kampagnen mit Relativierung, Desinformation und anderen Manipulationstechniken.

Möglicherweise können solche Apps - vorausgesetzt, die Qualität passt - ein niedrigschwelliger Einstieg sein. Der Weg zu einem Arzt oder gar einer Suchtklinik besitzt eine weitaus größere Hemmschwelle. Jemand, der solche Plattformen nutzt, hat das Problem zumindest erkannt & möchte etwas unternehmen. Das ist ein solider Anfang & der richtige Weg. Wir sind an einem Punkt, an dem zunächst Bewusstsein geschafft werden muss. Vielen Eltern ist offensichtlich nicht bewusst, dass sie ihren Kindern eine der gefährlichsten Drogen freiwillig in die Hand geben. Kaum jemand würde auf die Idee kommen, einen 10-Jährigen Zigaretten rauchen oder Alkohol trinken zu lassen. Früher war es anscheinend üblich, Babys mit einem Schluck Alkohol zu beruhigen, damit sie besser schlafen. Heute schüttelt man darüber den Kopf. Das werden wir hoffentlich bald auch über die Sorglosigkeit im Bereich Medienkompetenz tun.