Ab Oktober wird das Unternehmen den Machern verbieten, Material mit sexuell eindeutigem Verhalten auf seiner Website zu veröffentlichen, die viele Sexarbeiter nutzen, um Fans eindeutige Inhalte zu verkaufen. Nacktfotos und -videos dürfen weiterhin eingestellt werden, sofern sie mit den Richtlinien von OnlyFans übereinstimmen. Die Popularität des Social-Media-Dienstes explodierte während der Pandemie, da Sexarbeiterinnen, Musiker und Online-Influencer ihn nutzten, um Fans für exklusiven Zugang zu Fotos, Videos und anderem Material zu bezahlen. OnlyFans hat mehr als 130 Millionen Nutzer angezogen.

Die Änderungen sind nach Angaben des Unternehmens aufgrund des zunehmenden Drucks von Bankpartnern und Zahlungsanbietern erforderlich. Bereits in der Vergangenheit wurden durch diesen Druck bestimmte Fetishthemen entfernt. OnlyFans versucht, Geld von externen Investoren mit einer Bewertung von mehr als 1 Milliarde Dollar zu erhalten. Zwar bieten die Inhaltsersteller dort auch Kunst und andere Inhalte an. Der Fokus liegt aber klar auf zumindest erotischen bis pornografischen Inhalten, womit die Platform bekannt wurde.

Das Unternehmen wurde dafür gelobt, Sexarbeitern einen sichereren Ort für ihre Arbeit zu bieten. Doch Sexarbeit ist immer noch mit einem Stigma behaftet. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 2 Milliarden Dollar erzielt und wird seinen Wert in diesem Jahr voraussichtlich mehr als verdoppeln. Die Ersteller(innen) von Inhalten sind unzufrieden: So führte OnlyFans Anfang 2021 eine App ein, in der sämtliche Profile mit nackter Haut jedoch entfernt wurden.

Wieder einmal mehr bestimmen die Banken, Kreditkartenunternehmen & co, welche Inhalte legitim sind - und welche vermeintlich böse. Solche Geschichten hatten wir ja schon öfter: Damals z.B. für WikiLeaks spenden, nachdem Assange dort brutale Kriegsverbrechen der US-Regierung enthüllt? Nicht mit Mastercard, PayPal & co - die haben Entschieden, dass investigative Journalisten zu den "falschen Guten" gehören. Damit das auch keiner von euch "verwechselt", wurde denen der Geldhahn abgedreht.

Hier geht es zwar "nur" um Pornographie, was man sicher nicht mit von WikiLeaks vergleichen kann. Aber es geht wieder in die gleiche Richtung: Großkonzerne mit marktbeherrschender Stellung legen fest, wofür die große Mehrheit der Menschen ihr Geld ausgeben können soll - und zwar deutlich über gesetzliche Beschränkungen hinaus.