1. #1
    Avatar von DMW007
    Registriert seit
    15.11.2011
    Beiträge
    8.816
    Thanked 9.590 Times in 3.398 Posts
    Blog Entries
    5

    Standard Schweiz in der Microsoft Cloud Falle: Das dreiste "BOSS" Open Source Washing

    Es ließt sich wie ein schlechter Scherz oder das per "KI" generierte Drehbuch eines schlechten Katastrophenfilms: Die Bundesverwaltung in der Schweiz hat ihren umstrittenen Plan wahr gemacht und zehntausende PCs mit Microsoft 365 ausgestattet. Damit ist das Land, welches auf seine Neutralität & Souveränität stolz war, hochgradig von öffentlichen Clouddiensten aus dem Ausland abhängig. Die Folgen sind immens: Gefahren für die Souveränität, Daten, Überwachung und explodierende Kosten kommen auf die Bevölkerung zu. Doch der Skandal ist weitaus größer. Die verantwortlichen Entscheider versuchen, die fragwürdige Umstellung mit Open Source Washing weniger gravierend erscheinen lassen.

    Die Fakten sprechen jedoch eine klare Sprache: Von den Verantwortlichen wurde die Schweiz weitaus extremer von Microsoft und damit ausländischen Unternehmen in unsicheren Drittstaaten abhängig gemacht, als sie das bereits war. Zuvor haben sie On-Prem Software von Microsoft eingesetzt. Zumindest die Daten der Regierung & Bürger speicherte man in eigenen Rechenzentren. Damit verblieb ein Rest an Kontrolle & Hoheit. Vieles davon ist nun Geschichte: Der neue Standard sind die Microsoft 365 Clouddienste. Lediglich für besonders sensible Daten haben sie es nicht geschafft, diese in M365 speichern zu dürfen. Sie bleiben in lokalen Rechenzentren.

    Während so ziemlich alle, die bei den Snowden-Enthüllungen (globaler Überwachungs- und Spionageskandal) über 10 Jahre lang geschlafen haben, spätestens nach den fortlaufenden Eskalationen der Trump-Regierung aufgewacht sind, verschließt man in der Schweiz beide Augen vor der brutalen Realität. Mit massiven Folgen für die Unabhängigkeit sowie Sicherheit der Daten.

    Zum kompletten Beitrag im U-Labs Portal, in dem du alle Infos erhältst.


  2. #2
    Avatar von U-Labs YouTube
    Registriert seit
    30.09.2021
    Beiträge
    7.574
    Thanked 122 Times in 118 Posts

    Standard Antwort von @blubberflutsch

    Antwort von @blubberflutsch:
    Da hat MS ja wieder exzellente Lobbyarbeit geleistet.

  3. #3
    Avatar von U-Labs YouTube
    Registriert seit
    30.09.2021
    Beiträge
    7.574
    Thanked 122 Times in 118 Posts

    Standard Antwort von @agentidle734

    Antwort von @agentidle734:
    Einfach eine Schande für unser Land so eine Entscheidung. Und all das nur weil die Leute zu faul sind die Bedienung anderer Software zu erlernen und man sich halt Microsoft gewohnt ist seit Ewigkeiten. Grobfahrlässig so ein Verhalten.

  4. #4
    Avatar von DMW007
    Registriert seit
    15.11.2011
    Beiträge
    8.816
    Thanked 9.590 Times in 3.398 Posts
    Blog Entries
    5

    Standard AW: Schweiz in der Microsoft Cloud Falle: Das dreiste "BOSS" Open Source Washing

    Ich denke nicht, dass das nur eine Frage der Umgewöhnung ist. Solche Entscheidungen werden ja gar nicht von Anwendern oder Gruppenleitern getroffen, sondern auf viel höheren Ebenen. Ähnlich geht es in Unternehmen zu. Ich habe es selbst live erlebt, wie MS Berater der Unternehmensleitung PR-Bullshit erzählen: Alles viel schneller, einfacher, besser, günstiger, wenn ihr komplett zu uns geht. Ist natürlich Unsinn, aber damit war die Migration gesetzt. Selbst die IT wurde nur gefragt, ob es technisch funktioniert. Der Endnutzer hatte überhaupt kein Mitspracherecht.

    Von Seiten der IT gab es wenig Widerspruch. Die Führungskräfte sind alle ziemlich alt (50 und älter). Denen geht es nicht um die beste Lösung. Sondern um möglichst wenig Verantwortung & Stress. Genau hier sehe ich das Hauptproblem: Cloud ist super, um Verantwortung abzuschieben. Als wir On-Prem waren, musste für jede Kleinigkeit eine Rechtfertigung her. Und wehe, das hätte mit Microsoft auch nur theoretisch irgendwie funktioniert. Mit MS gibt es keine Diskussionen. Da müssten Führungskräfte ja im Zweifel zugeben, sich für eine schlechte Software entschieden zu haben - ein deutscher CEO irrt sich nie.

    Auf dieses Messen mit zweierlei Maß haben viele keine Lust, die nur eine Tätigkeit ausüben wollen, um davon zu leben. Also gehen sie den einfachsten Weg: Ab in fremde Clouds. Weniger Verantwortung, mehr zum Schuld verschieben. Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits aber eben nicht im Sinne der Sache. Die sollte im Vordergrund stehen. Insbesondere, wenn es - wie hier - um Staatsorgane geht, die eine besondere Verantwortung haben. Wenn sich eine Brauerei mit ihrem Cloudzeug hacken lässt, gibt es eine Biersorte weniger - damit können wir gut leben. Beim Staat ist im Zweifel das funktionieren unserer Gesellschaft in Gefahr.

    Die große Frage ist nun, wie man das Problem löst. Herr Markwalder gehört offensichtlich zur beschriebenen Sorte von Menschen, die den leichtesten Weg für sich persönlich suchen. Wenn wir solche Katastrophen nicht wollen, muss der Staat a) aufräumen und b) klare Vorgaben machen. Das scheitert bislang krachend. Es fängt ja schon damit an, dass die 179 Millionen für die MS Cloudmigration in der Schweiz komplett unter dem Tisch ohne Ausschreibung vergeben wurden. Begründung: Man ist schon komplett von MS abhängig, es gebe keine Alternativen.

    Aus diesem Sumpf der Abhängigkeit muss ausgebrochen werden. Dafür braucht es jemanden, der sich der Sache verpflichtet fühlt & mutig den Anfang macht. Jemanden wie der damalige Oberbürgermeister von München, Christian Ude. Für ihn war Souveränität nicht verhandelbar. Daher stand er immer hinter dem Projekt - statt direkt einzuknicken, wenn es Widerstand oder andere Schwierigkeiten gibt. Die sind natürlich absehbar. Immerhin muss einmalig eine riesige Abhängigkeit aufgelöst werden, die ohne nachzudenken über Jahrzehnte angelegt wurde.

    Das geht in die Richtung, wie wenn jemand stark übergewichtig ist. Der muss erst mal Monatelang auf Diät und langsam steigend regelmäßig Sport machen, um aus dem schlimmsten heraus zu kommen. So was ist machbar, aber a) hart und b) nur mit eisernem Wille zu schaffen. Fehlt der Wille, wird die Person schon beim diskutieren eines möglichen Trainingsplans den Wandel abbrechen. So ist es hier auch: Es braucht einen, der durchzieht, bis alles geschafft ist.


  5. #5
    Avatar von U-Labs YouTube
    Registriert seit
    30.09.2021
    Beiträge
    7.574
    Thanked 122 Times in 118 Posts

    Standard Antwort von @bitsurface5654

    Antwort von @bitsurface5654:
    Selbst wenn jeder Schweizer privat auf Linux wechelt, werden die wohl noch das Gegenteil behaupten, da war sehr viel Geld im Spiel.

  6. #6
    Avatar von DMW007
    Registriert seit
    15.11.2011
    Beiträge
    8.816
    Thanked 9.590 Times in 3.398 Posts
    Blog Entries
    5

    Standard AW: Schweiz in der Microsoft Cloud Falle: Das dreiste "BOSS" Open Source Washing

    Für den Textbeitrag, auf dem das Video aufbaut, habe ich die Zahl recherchiert: Alleine Anfang 2025 flossen 179 Millionen für die Cloudabos und Support-Leistungen direkt an MS. Es gab nicht einmal Ausschreibungen. Sondern man hat direkt bei MS bestellt - mit der Begründung, dass man abhängig ist und sowieso niemand das bieten könne. Ist natürlich in der Form Bullshit. Man macht es sich schlicht am einfachsten. Wie ein seit 30 Jahre rauchender Kettenraucher, der sagt, für ihn ist eine Schachtel Marboro am Tag alternativlos. Mit starkem Wille & Durchhaltevermögen wäre es möglich, den Zigarettenkonsum zumindest deutlich zu reduzieren. Oder gar komplett aufzuhören.

    Dieser Wille fehlt leider offensichtlich bei den Entscheidern für die Schweizer IT. Niemand dort möchte sich das riesige Projekt ans Bein binden, eine über Jahrzehnte gewachsene MS-Umgebung anzufassen. Da brauchst du Überzeugung, Geduld, Durchsetzungskraft und ein dickes Fell. Jahre an Arbeit stehen bevor, in denen viel Investiert werden muss und einiges erst mal nicht 100% funktioniert. Also sagt man lieber, es sei Alternativlos und macht weiter wie bisher. Die Verantwortlichen bekommen gleich viel Geld, wie wenn sie das große Projekt einer GNU/Linux-Migration angehen würden.

    Und das Problem ist noch viel größer. Auch auf EU-Ebene argumentiert man ähnlich. Wir haben uns da in was festgefahren. Wie der Kettenraucher, der weiter raucht und hofft, nicht zu sterben. So bleibt man auf breiter Front von MS abhängig und hofft, von allen Risiken verschont zu bleiben. Oder sich herum tricksen zu können. Preiserhöhungen beispielsweise treffen die Entscheider ja nicht selbst. Das zahlt hier der Steuerzahler, bei privaten Unternehmen wird es als Kosten den Kunden in Rechnung gestellt.


  7. #7
    Avatar von U-Labs YouTube
    Registriert seit
    30.09.2021
    Beiträge
    7.574
    Thanked 122 Times in 118 Posts

    Standard Antwort von @stevenwinderlich2891

    Antwort von @stevenwinderlich2891:
    Die Schweiz ist zum totalen Überwachungsstaat geworden.......

  8. #8
    Avatar von U-Labs YouTube
    Registriert seit
    30.09.2021
    Beiträge
    7.574
    Thanked 122 Times in 118 Posts

    Standard Antwort von @andreuckel

    Antwort von @andreuckel:
    Schau dir mal DE richtig an, völlige Unsicherheit aber Kontrolle der Einheimischen selbst in den eigenen 4 Wänden

  9. #9
    Avatar von DMW007
    Registriert seit
    15.11.2011
    Beiträge
    8.816
    Thanked 9.590 Times in 3.398 Posts
    Blog Entries
    5

    Standard AW: Schweiz in der Microsoft Cloud Falle: Das dreiste "BOSS" Open Source Washing

    In DE sind auf dem Wege in diese Richtung. Insbesondere mit der amtierenden CDU-Regierung, die wieder mit z.B. Vorratsdatenspeicherung, Erweiterung von Befugnissen für Geheimdienste und weiteren Überwachungsmaßnahmen trommelt. Das ist bei weitem (noch) kein Überwachungsstaat. Wenngleich der Trend in diese Richtung geht, sofern derartige Fantasien nicht in die Schranken gewiesen werden. Da haben wir aktuell vieles in der Hand. Dazu kommt teilweise die Verankerung im Grundgesetz sowie ein relativ gutes Bewusstsein für Datenschutz. Wir sollten uns daher nicht zu sehr darauf ausruhen. Es muss klar sein: Datenschutz & Freiheit sind keine Dinge, die immer bedingungslos vorhanden sind. Sondern stehen unter Beschuss und müssen daher verteidigt werden, um sie mindestens zu erhalten.

    Dagegen ist die Lage in der Schweiz schon länger ein gutes Stück extremer. Die haben bereits 2017 weitreichende Befugnisse für ihren Nachrichtendienst ermöglicht, teils sogar pauschal ohne Tatverdacht. Dazu plant die Schweizer Regierung derzeit eine massive Verschärfung: Anbieter mit mindestens 5.000 Nutzern sollen demnach eine Vorratsdatenspeicherung einführen. Sowie Polizei und Geheimdiensten beim Entschlüsseln von geschützten Nachrichten helfen. Eine solche Form der Massenüberwachung wäre in der EU nicht legal.

    Aus diesen Gründen investiert z.B. der Schweizer Anbieter Proton nicht mehr in der Schweiz, wo er bisher seine Infrastruktur betrieben hat. Sondern zieht damit nach Deutschland um.


  10. The Following User Says Thank You to DMW007 For This Useful Post:

    Darkfield (Heute)

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 66
    Letzter Beitrag: 20.04.2025, 06:49
  2. Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 29.01.2024, 12:50
  3. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 26.06.2021, 17:41
  4. Droge: "Cloud Nine" macht Menschen zu Zombies!
    Von Rabbit im Forum RealLife News
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 12.06.2012, 16:47
  5. Microsoft aktiviert "Do Not Track" in Internet Explorer 10
    Von rVs14 im Forum IT & Technik News
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 01.06.2012, 20:21
Diese Seite nutzt Cookies, um das Nutzererlebnis zu verbessern. Klicken Sie hier, um das Cookie-Tracking zu deaktivieren.