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  1. #1
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    Vor einem Jahr hat YouTube angekündigt, keine Videos mit "Verschwörungstheoretischem oder irreführendem Inhalt" zu empfehlen. Dies betrifft nicht die Sucheregebnisse, aber die Empfehlungen am seitlichen Rand der Videos. Wörtlich heißt es in dem Blogeintrag des Unternehmens
    Zu diesem Zweck werden wir damit beginnen, Empfehlungen von grenzwertigen Inhalten und Inhalten zu reduzieren, die die Nutzer auf schädliche Weise falsch informieren könnten - wie z.B. Videos, die für ein falsches Wundermittel für eine schwere Krankheit werben, die behaupten, die Erde sei flach, oder offensichtlich falsche Behauptungen über historische Ereignisse wie 9/11 aufstellen.
    Dies ist aus mehreren Gründen problematisch. Zunächst bleibt die Frage, wer festlegt, wann eine Behauptung "offensichtlich falsch" ist. Dies hängt stark vom Auge des Betrachters ab, wie man am genannten Anschlages vom 11. September 2001 mit wenig Recherche herausfinden kann: Laut US-Regierung hat Osama Bin Laden im Name der Terrororganisation Al Qaida die Anschläge organisiert. In den Jahren nach 9/11 wurde dies zunehmend wiederlegt. Selbst der US-Geheimdienst FBI erklärte 2006, dass keine Beweise vorliegen, die Bin Laden mit 9/11 verknüpfen. Deswegen wurde er vor Gericht auch nie für den 11. September 2001 angeklagt.

    Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Abu Subai ist eine weitere wichtige Quelle, die vom damaligen US-Präsident Bush als "Al Qaidas Operationschef" bezeichnet worden war. 2009 musste die US-Regierung jedoch zugeben: Abu Subai hatte mit Al Qaida überhaupt nichts zutun. Er war nicht einmal Mitglied der Terrororganisation, geschweige denn in einer höheren Position. Subai wurde zusammen mit weiteren "verdächtigen" in Geheimgefängnissen gefoltert, um das gewünschte Geständnis zu erreichen.

    8 Jahre lang wäre diese Information als Verschwörungstheorie gewertet worden, da sie der offiziellen Geschichtsschreibung widerspricht. Auch außerhalb von 9/11 finden sich genug Beispiele von Verschwörungstheorien, die sich als Wahr herausstellten. Etwa der globale Überwachungs- und Spionageskandal. Erst 2013 wurde durch Whistleblower Edward Snowden bekannt, dass die Massenüberwachung sogar weit massiver ist, als von sogenannten Verschwörungstheoretikern vermutet. Bis 2013 hätte YouTube laut neuer Regelung solche Videos nicht empfohlen und damit den Filterblasen-Effekt verstärkt.

    Das wirft mehrere Fragen auf: Soll YouTube festlegen, was "falsch" oder "irreführend" ist und damit die freie Meinungsäußerung und das Weltbild ein Stück weit einschränken?
    Ist es nicht jedem selbst überlassen, welche Informationen er konsumiert, so lange diese nicht gegen geltendes Recht verstoßen?
    Warum soll so eine Entscheidung überhaupt von einem privaten Unternehmen getroffen werden?
    Ist die Bevölkerung zu inkompetent, um selbst entscheiden zu können, welche Informationen glaubhaft sind und welche nicht? Dies sollte hinterfragt werden, wenn die Menschen vor Aussagen wie "Die Erde ist flach" geschützt werden müssen.
    Wären Schulungen für Medienkompetenz hier nicht die bessere Wahl, statt den Menschen dieses Material zunehmend durch Filter und andere Mechanismen vorzuenthalten?
    Regierungen wurden bereits dutzendfach dabei erwischt, das Volk zu belügen und ihre Rechte unter oft falschen Vorwänden einzuschränken. Ist hier von Firmen mit kommerziellem Interesse mehr zu erwarten?

    Welchen Risiken setzen wir uns damit als Gesellschaft aus?

  2. #2
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    Standard AW: YouTube schränkt Empfehlungen ein: Vorstufe zur privaten Zensur?

    Zitat Zitat von DMW007
    Soll YouTube festlegen, was "falsch" oder "irreführend" ist und damit die freie Meinungsäußerung und das Weltbild ein Stück weit einschränken?
    YouTube ist weder ein öffentliches Organ, noch eine Non-Profit Organisation. YouTube ist ein privates Unternehmen, das von Werbeeinnahmen lebt. Wie bei Facebook gilt auch hier: ist das Produkt kostenlos, dann bist du das Produkt. YouTube muss beiden Seiten gefallen, dem Benutzer und den Werbetreibenden. Werbetreibende würden keine Werbungsanzeigen bei YouTube mehr schalten, wenn sie feststellten, dass ihre Werbung in kontroversen Videos auftaucht, was Videos, die Verschwörungstheorien enthalten, nunmal sind.
    Mit dem zensorischen Verhalten, dass solche Videos nicht mehr in den Empfehlungen auftauchen, bei den normalen Suchergebnissen aber schon, versucht YouTube - wirtschaftlich handelnd - den Spagat zwischen Nutzern und Werbetreibende zu schaffen.

    Zitat Zitat von DMW007
    Ist es nicht jedem selbst überlassen, welche Informationen er konsumiert, so lange diese nicht gegen geltendes Recht verstoßen?
    Ist nicht jedem auch dann selbst überlassen, welche Informationen er konsumiert, wenn diese gegen geltendes Recht verstoßen? Sich vollständig geltendem Recht zu unterwerfen zeugt von Aufgabe jeglicher Individualität.
    Nordkoreaner dürfen keine ausländische Zeitungen lesen. Diese verstoßen gegen dort geltendes Recht. Für uns nicht vorstellbar. Dort und an einigen anderen Orten auch ist das aber Realität. Aus diesem Grund ist es für mich nicht eine Frage der Legalität sondern der Legitimität. Etwas kann illegal, also gegen geltendes Recht verstoßen, aber durchaus legitim sein, weil sich die Legitimität auf moralische und sittliche "Gesetze" bezieht und nicht auf staatliche.

    Zitat Zitat von DMW007
    Warum soll so eine Entscheidung überhaupt von einem privaten Unternehmen getroffen werden?
    Wie in der Antwort auf die erste Frage bereits gesagt, ist YouTube ein privates Unternehmen. Private Unternehmen haben Rechte. In diesem Fall ist auch eine Zensur der Inhalte, den sie auf ihrer Website zur Verfügung stellen, mit diesen Rechten eingeschlossen.

    Zitat Zitat von DMW007
    Ist die Bevölkerung zu inkompetent, um selbst entscheiden zu können, welche Informationen glaubhaft sind und welche nicht? Dies sollte hinterfragt werden, wenn die Menschen vor Aussagen wie "Die Erde ist flach" geschützt werden müssen.
    Man kann einen Theisten nicht zu einem Atheisten machen, selbst wenn alle Fakten gegen ihn sprechen. Der Glaube hat seit jeher einen höheren Stellenwert als Fakten, weil der Glaube etwas ins Boot holt, das bei Fakten außen vor bleiben muss: Emotionen.
    Im Zeitalter des Fortschritts und der Aufklärung kann man schnell naiverweise den Eindruck bekommen, dass Rationalität das Endziel ist oder sein muss oder sein sollte. Diese Rechnung hat man aber ohne die Menschen gemacht. Zum Glück.
    Es ist also keine Frage der Kompetenz, sondern eine des Glaubens. In die Glaubensbildung fließen so viele Faktoren ein, dass es einfach unmöglich ist, dagegen etwas zu unternehmen.

    Zitat Zitat von DMW007
    Wären Schulungen für Medienkompetenz hier nicht die bessere Wahl, statt den Menschen dieses Material zunehmend durch Filter und andere Mechanismen vorzuenthalten?
    Wer würde diese Schulungen durchführen und wie kann die Neutralität dieser Institution oder Organisation sichergestellt werden? Das funktioniert nicht. Im besten Fall werden einfach nur Steuergelder verplempert. Im schlimmsten Fall wird der Akteur, der die Zensur betreibt, ausgetauscht. Jetzt würde YouTube nicht mehr zensieren, sondern die Schulungsdurchführer, in dem sie bei der Vermittlung der "Medienkompetenz" ihren eigenen Glauben einfließen lassen. Dadurch ist nichts gewonnen. Wir haben bereits Schulen. Und jeder, der das deutsche Schulsystem durchlaufen hat, weiß, dass Neutralität nur auf dem Papier existiert.

    Zitat Zitat von DMW007
    Regierungen wurden bereits dutzendfach dabei erwischt, das Volk zu belügen und ihre Rechte unter oft falschen Vorwänden einzuschränken. Ist hier von Firmen mit kommerziellem Interesse mehr zu erwarten?
    Im Fall von YouTube nicht. Aber ich denke, dass es durchaus Unternehmen gibt, die trotz wirtschaftlichem Interesse, ganz in Ordnung sind.

    Zitat Zitat von DMW007
    Welchen Risiken setzen wir uns damit als Gesellschaft aus?
    Wenn Staaten zu groß werden, kann man meiner Meinung nach nicht mehr von einer Gesellschaft sprechen. Insbesondere wenn die Vergrößerung durch Migration stattfindet. Kulturelle Homogenität ist eine notwendige Bedingung für das Entstehen einer Gesellschaft. Hinzugezogene anderer Kulturen sorgen für eine Disruption dieser Homogenität. Nicht nur weil sie eine andere Kultur einbringen, sondern auch für Strömungen in der Leitkultur sorgen. Die Leitkultur wird dann nicht mehr nur durch regionale Nuancen (z.B: Berliner vs Schwaben) in ihrem Zusammenhalt gestört, sondern auch durch politisch-ideologische (z.B. rechts vs links).
    Hinzu kommt der Einfluss des Fortschritts: die Abkehr von Religionen ist größer als nie zuvor und Soziale Medien befeuern einen narzisstischen Hyperindividualismus.
    Die "Gesellschaft" ist letztendlich die Person, die du im Alltag triffst. Wenn du heute die nette Nena triffst, hast du ein anderes Bild von der "Gesellschaft" als wenn du den aggressiven Anton triffst.
    Man kann einfach nicht mehr von einer Gesellschaft sprechen. Jedenfalls nicht im Großen, also z.B. Deutschland. Es nicht mehr als eine bloße Koexistenz vieler Menschen geworden. Bei dem Schachverein für Senioren in Buxtehude kann man von einer Gesellschaft sprechen.
    Viele gesellschaft-ähnliche Gruppen benutzen YouTube. In diesen Gruppen gibt es Untergruppen. Und diese Untergruppen werden zu unterschiedlichen Verhalten tendieren. Welche Risiken dann für das große Ganze ausgeht, kann niemand sagen.
    Man kann sich allerdings Szenarien wünschen. Mir würde es gefallen, die Gelbwestenbewegung im großen Stil auch in Deutschland zu sehen.

  3. The Following User Says Thank You to Nuebel For This Useful Post:

    DMW007 (08.06.2020)

  4. #3
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    Was ist mit den Auswirkungen auf die Gesellschaft bei einem so verbreitetem Medium? Natürlich hat YouTube als privates Unternehmen grundsätzlich das Recht, solche Einschränkungen vorzunehmen. Durch ihre Monopolstellung im Video-Bereich können sie de facto Inhalte für die Masse verschwinden lassen. Das gleiche gilt analog für Google in der klassischen Textsuche. Das bietet natürlich ein enormes Missbrauchspotenzial. Unabhängig davon, ob YouToube solche Entscheidungen selbst trifft - beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen. Oder wenn das Unternehmen unter Druck steht und freiwillig Zensiert, um Regulierung vorzubeugen. Gerade letzteres scheint zuzunehmen, da immer wieder mit Gesetzen gegen "Fake-News" und andere unerwünschte Inhalte gedroht wird.

    Die Frage sollte in meinen Augen eher lauten: Ist das richtig? Wollen wir, dass einige wenige Unternehmen bestimmen, welche Inhalte wir sehen?

    Zitat Zitat von Nuebel Beitrag anzeigen
    Aus diesem Grund ist es für mich nicht eine Frage der Legalität sondern der Legitimität. Etwas kann illegal, also gegen geltendes Recht verstoßen, aber durchaus legitim sein, weil sich die Legitimität auf moralische und sittliche "Gesetze" bezieht und nicht auf staatliche.
    Ich verstehe deine Motivation und den Gedankengang, sehe aber das Problem des Maßstab. Gerade weil Moral und Sitten etwas sehr individuelles sind. Da wir in Deutschland eine relativ gut funktionierende Pressefreiheit haben, schien mir das Gesetz ein guter Ausgangspunkt. Eine Verschwörungstheorie zu verbreiten ist bei uns nämlich noch nicht illegal.


    Wenn ich z.B. der Meinung bin, dass 9/11 eine Sprengung ist, darf ich das frei äußern. Mache ich das auf YouTube, sorgt die Plattform möglicherweise dafür, dass diese kein Gehör findet. Das nimmt Einfluss auf die Gesellschaft. YouTube schränkt hier eigenmächtig ein.

    Zitat Zitat von Nuebel Beitrag anzeigen
    Wer würde diese Schulungen durchführen und wie kann die Neutralität dieser Institution oder Organisation sichergestellt werden?
    Durch Kontrollgremien und das Lehren von Methodik statt Abschreibhilfe. Wer die beherrscht erkennt Propaganda - egal ob diese vom Spiegel, dem Geschichtslehrer oder auch mal von KenFM kommt. Ich bin offen für eine Diskussion, ob das Teil der Lösung oder selbst Teil des Problemes ist. Mir stellt sich die Frage, was die Alternative ist. Aktuell besitzt der Großteil der Gesellschaft wenig bis gar keine Medienkompetenz. Dementsprechend schnell verbreiten sich (oft offensichtliche) Falschmeldungen. Oder fragwürdige Themen werden einseitig dargestellt bzw. sogar in den Hintergrund gedrängt.

    Der Schulunterricht lehrt bislang oft nicht mal in anderen Bereichen die Methodik - sondern Gehorsam. Wer mitdenkt, aber nicht zum Lehrplan/der Meinung des Lehrers passt, wird als Quertreiber dafür keine guten Noten erhalten. Wenn wir diese Dinge nicht ändern, wird sich am aktuellen Zustand nur sehr langsam und schwierig etwas ändern. Alternative Medien erleben zwar einen Zulauf. Aber auch das sehe ich skeptisch, weil das nicht zwingend eine Verbesserung bedeutet. Auch dort wird Unsinn verzapft. Wenn die Leute nun blind Medium B statt A vertrauen mag das zwar im Moment besser sein. Löst aber nicht das grundsätzliche Problem dahinter.

    Ich rede hier wohlgemerkt nicht von allen, sondern von der Mehrheit. Dem Durchschnittsbürger, der teils heute noch den Spiegel liest und denkt, das wäre für eine neutrale, kritische Berichterstattung über alles "wichtige" ausreichend.

  5. #4
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    YouTube kündigt an, Videos mit "schädlichen Verschwörungstheorien" ab dem 15. Oktober zu löschen. Dieser "Spagat" scheint also nur sehr kurz gehalten zu haben. Das Google-eigene Streaming-Unternehmen wird nun Inhalte verbieten, die auf eine Person oder Gruppe mit "Verschwörungstheorien abzielen, die zur Rechtfertigung von Gewalt in der realen Welt benutzt wurden", sagte YouTube.

    "Um diese Art von Inhalten effektiv anzugehen, ist es entscheidend, dass unsere Teams unsere Richtlinien und Systeme ständig überprüfen und aktualisieren, um den häufigen Änderungen Rechnung zu tragen", sagte YouTube in einem Blog-Post. Die Nachricht kommt einen Tag nach der Meldung der Plattform, dass Fehlinformationen über COVID-19-Impfstoffe entfernt werden.

    Gemeint sind Inhalte wie Pizzagate 2016: Hillary Clinton wurde beschuldigt, an einem Kindersexhandel aus einer Pizzeria beteiligt worden zu sein. In Selbstjustiz eröffnete ein bewaffneter Bürger später das Feuer auf das Restaurant, in dem Clinton angeblich diesen Geschäften nachging.

    Während diese Geschichte fragwürdig ist, gibt es durchaus Handel mit minderjährigen Mädchen unter Prominenten. Jeffrey Epstein ist bekannt dafür, über Jahrzehnte sexuelle Handlungen mit minderjährigen Mädchen durchgeführt zu haben. Es gab eine Art Referal-System, bei dem die Mädchen eine Provision erhalten, wenn sie Freundinnen zu ihm brachten. Epstein stand mit zahlreichen einflussreichen Prominenten in Verbindung. Darunter beispielsweise Prince Andrew, Barack Obama oder Bill Clinton. Sie waren auch oft auf Epsteins Insel zu Gast, die er sich offenbar nur dafür gekauft hatte, damit die Mädchen nicht abhauen können, wenn er sie missbraucht.


    Auf der einen Seite scheint es verständlich, dass YouTube solche Vorfälle wie 2016 mit Pizzagate verhindern möchte. Doch andererseits ist diese Aussage erneut vage und bietet Missbrauchspotenzial. Stellt jemand eine plausible Verschwörungstheorie auf, genügt also ein Verrückter, damit diese nicht mehr diskutiert werden darf?

    Ein aktuelles Beispiel in Deutschland: Es kam kürzlich zu einem Brandanschlag auf ein Gebäude des RKI in Berlin. Wenn sich jemand dazu bekannt, der Corona skeptisch sieht, könnte man nach der Logik von YouTube damit jegliche kritische Videos löschen. Und zwar nicht nur diejenigen, die das Thema in irgend einer Form unangemessen diskutieren.

  6. #5
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    Avatar von Darkfield
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    Standard AW: YouTube schränkt Empfehlungen ein: Vorstufe zur privaten Zensur?

    Solche Unternehmen dulden halt nur das was denen Geld einbringt,
    und das sind eben keine brennende Gebäude - sondern nur irgend welche Blogger/Youtuber die Corona verleugnen und dann selbst dran krepieren.
    Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)
    Die zwei häufigsten Elemente im Universum sind Wasserstoff und Blödheit. (Yonathan Simcha Bamberger)
    Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren. (Albert Einstein)
    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. (Dante)
    Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, dass man recht haben und ein Idiot sein kann. (Martin Kessel)
    Doofheit ist keine Entschuldigung.

  7. #6
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    Avatar von Manjaro
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    Das Problem ist kritisch, weil YouTube & co aufgrund ihrer derart hohen Verbreitung massiven Einfluss auf die Meinungsbildung haben. Das gilt selbstverständlich auch für vergleichbare Plattformen wie Facebook, Twitter usw. Aber mir fällt ehrlich gesagt auch keine wirklich gute Lösung ein. Die große Schwierigkeit ist: Es sind private Unternehmen. Hier sollte der Staat nicht zu viele Vorschriften machen.

    In unserem derzeitigen System erscheint mir der einzig praktikable Weg darin, eine staatliche Alternative zu YT aufzubauen. Dort betreibt man keine Zensur sondern erlaubt alles, was rechtlich möglich ist. Das scheint mir aber nicht praktikabel. Die Politik sieht keine Notwendigkeit. Sehen wir ja daran, dass nicht mal die Infrastruktur ausgebaut wird (obwohl es seit bald 20 Jahren versprochen wird!)

  8. #7
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    Auch Kanäle aus Deutschland sind mittlerweile betroffen. In der Nacht zum Dienstag wurde ein zweites Video auf dem YouTube-Kanal von KenFM gelöscht. Dadurch darf dort für 14 Tage lang kein Video mehr hochgeladen werden. Ferner wurden sämtliche Videos heruntergenommen. Hintergrund ist das 3-Strike System von YouTube: Löscht YouTube 3 Videos von einem Kanal, wird dieser laut Nutzungsbedingungen permanent gelöscht. Zwar könnte ein neuer Kanal gelöscht werden. Doch dadurch sind sämtliche Abonnenten verloren, in diesem Fall waren es 512.000 Stück.

    Kennt ihr KenFM?*Wie bewertet ihr die von YouTube getroffenen Maßnahmen? Sind euch andere Kanäle oder Videos bekannt, gegen die YouTube vorgegangen ist?

  9. #8
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    Standard AW: YouTube schränkt Empfehlungen ein: Vorstufe zur privaten Zensur?

    Das schränkt uns als Menschen schon ein. In Polen zB sind die Medien nicht mehr unabhängig, sodass das Volk irregeführt wird.

  10. #9
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    Das Entfernen kritischer Inhalte geht weiter: Ein Beispiel von vielen ist SemperVideo. Dort werden Schulungsvideos aus dem Bereich IT und Technik entfernt. Dort spricht man von "Whitewashing": YouTube strebe ein weißes Kinder-Image an, wie man es von Disney-Filmen kennt. Daher müssen alle Inhalte weichen, die in irgend einer Art und Weise kontrovers sind. Tarnkappe berichtet. Der Technikblog ist ebenfalls betroffen: YouTube setzte ihm ein Video auf ab 18 Altersbeschränkung, welches zeigt, wie man RAR-Archive unter Linux über den Downloadmanager JDownloader entpacken kann.

    Welche Folgen hat es, wenn eine Platform wie YouTube mit ihrer starken Monopolstellung die Sehgewohnheiten von so vielen Menschen weltweit beeinflusst?
    Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene dürften betroffen sein. Dort beziehen viele ihre Informationen nicht aus dem freien Internet, sondern aus Silos wie YouTube sowie Sozialen Netzwerken.

  11. #10
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    Vom Konzept finde ich Alternativen wie DTube viel interessanter. Sie basieren auf P2P/Blockchain Technik. Das schützt vor Zensur und anderen Problemem, die entstehen, wenn ein einzelnes Unternehmen zu mächtig wird. Auch wenn ich kein Fan davon bin Buzzwords wie Blockchain mit Zwang überall einbauen zu wollen, nur weil es modern ist: Bei solchen Inhalten macht es Sinn. Eine Zensur wie Youtube es aktuell durchführt wäre mit dieser Technik nicht möglich, weil Fälschungssicher.

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