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  1. #1
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    Standard Anti-Corona App wird mitte Juni vorgestellt: Fluch oder Segen?

    In der kommenden Woche soll die Corona-Warn-App erscheinen. Sie speichert Kontaktpersonen dezentral und soll diese warnen, wenn jemand positiv auf Covid 19 getestet wurde. Die App wurde vergleichsweise transparent entwickelt. Seit wenigen Tagen kann jeder den Quellcode auf GitHub einsehen. Über 65.000 einzigartige Besucher haben es aufgerufen. Eine vollständige, professionelle Analyse steht noch aus. Laut ersten Schnellprüfungen von Heise online wurden keine Hintertüren, Sicherheitslücken oder andere Probleme gefunden. Der Code scheint ordentlich nach gängigen Best Practices entwickelt worden zu sein. Es mangle nur an automatisierten Tests zur Qualitätssicherung.

    Ist die App unbedenklich?
    Auch wenn die App technisch auf den ersten Blick in Ordnung scheint, birgt sie Risiken: Die Menschen könnten sich an die Überwachung gewöhnen. Eine spätere Deaktivierung könnte schwierig werden. Bereits bei der Datenspende-App des Robert-Koch Institutes gab es keine Möglichkeit, die Datenweitergabe von Fitnessarmbändern im Nachhinein wieder zu deaktivieren. Ähnliche Methoden könnten bei der nächsten Grippewelle wieder eingesetzt werden. Oder aber zu "Buzzword-Rechtfertigungen" wie der Bekämpfung von Terroristen oder Kinderpornografie. Auch nach Corona könnte das die staatliche Überwachung noch stärker ausweiten als ohnehin schon.

    Freiwilliger App-Zwang
    Offiziell ist die Nutzung der App freiwillig. Doch es gibt kein Gesetz, dass hier Diskriminierung verbietet. Im Gegenteil: Selbst die Politik forderte bereits, wer die App hat, soll auch bevorzugt öffentliche Orte wie Schwimmbäder, Kinos etc. besuchen dürfen. Arbeitgeber könnten ein negatives Ergebnis für die Beschäftigung verlangen. Damit würde eine Nutzung implizit erzwungen, trotz angeblicher "Freiwilligkeit".

    Was bringt die App?
    Zudem ist bislang unklar, ob und wie weit die App bei der Eindämmung des Virus hilft. Viele Fragen bleiben offen: Wie viele nutzen die App? Wie genau ist die Standorterkennung in der Praxis? Wie sieht es mit Sonderfällen aus, z.B. den Nachbarn in Hochhäusern oder Kassierern hinter Plexiglas? Funktioniert sie auf allen Geräten gleich gut? Dies sind nur einige Beispiele.

    Kritiker entgegnen, die Politik würde den Menschen zu viel versprechen. Etwa in dem sie behauptet, durch die App kann es weitere Lockerungen geben.

    Nutzungsbereitschaft
    Einer aktuellen Umfrage der ARD unter 1005 wahlberechtigten würden etwa jeweils gleich viele die App nutzen wie verweigern. Unter denen die das ablehnen nannte fast die Hälfte Datenschutzbedenken, Sorgen vor Überwachung und Persönlichkeitsrechten als Grund. Nur 13% denken, die App würde zu wenig bzw. gar nichts nutzen.

    Was denkst du?
    Ist die App grundsätzlich eine gute Idee? Oder nutzt die Bundesregierung nur die aktuelle Lage, um schleichend weitere Überwachungsmaßnahmen einzuführen?
    Hast du Bedenken, wenn ja welche?
    Gibt es Veränderungen, die durchgeführt werden müssten, damit du die App verwendest?
    Was wird passieren, wenn die Corona-Pandenmie überwunden ist?

    Quellen und weiterführende Informationen


  2. #2
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    Avatar von Darkfield
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    Standard AW: Anti-Corona App wird mitte Juni vorgestellt: Fluch oder Segen?

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    Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)
    Die zwei häufigsten Elemente im Universum sind Wasserstoff und Blödheit. (Yonathan Simcha Bamberger)
    Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren. (Albert Einstein)
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  3. #3
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    Die App ist seit der Nacht zum Dienstag im App-Store verfügbar. Sie wird im Namen des Robert Koch Institutes bereitgestellt. Hunderte Bewertungen wurden bereits geschrieben. Viele scheinen der App positiv gegenüber zu stehen. Einige wundern sich, wieso die App Zugriff auf Standort und Kamera benötigt. Laut Google Play Berechtigungsliste wird zwar kein Standort abgefragt, aber auf die Kamera zugegriffen.

    Teils wird auf Warnungen von Edward Snowden hingewiesen, dass sich damit eine Überwachungskultur etablieren könnte. Bei uns im Unternehmen wurde bereits gestern verkündet, dass die App auf Dienstgeräten verpflichtend zu installieren sei. Damit scheinen die Warnungen von Snowden nicht unbegründet. Je nachdem wie sich die Mehrheit verhält, könnte ein impliziter Zwang entstehen.

  4. #4
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    Avatar von watermeloN
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    Standard AW: Anti-Corona App wird mitte Juni vorgestellt: Fluch oder Segen?

    So lange kein Zwang entsteht, werde ich mir die App auch nicht runterladen. Klar - Dummer Gedanke. Im Endeffekt werden wir auch schon so kontrolliert, ob man dann eine App mehr oder weniger hat, ändert dann auch nichts mehr an der Situation.

    Aber ich finde, dass ich mich bisher nicht groß über das Thema informiert, geschweige denn mich ausgetauscht habe mit anderen. Für mich hätte die App keinen Zweck und deshalb bleibt sie auch erstmal fern von meinem iPhone.

  5. #5
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    Zitat Zitat von watermeloN Beitrag anzeigen
    Im Endeffekt werden wir auch schon so kontrolliert, ob man dann eine App mehr oder weniger hat, ändert dann auch nichts mehr an der Situation.
    Wie kommst du da drauf? (Noch) leben wir in einem relativ freien Land, in dem man als Bürger einige Wahlmöglichkeiten hat. Keiner zwingt dich, bestimmte Apps zu verwenden/nutzen. Das gleiche gilt für so ziemlich alle Dienste und Geräte. Natürlich ist das etwas Aufwand und auch keine perfekte Lösung.


    Nur wo ist das im Leben anders? Du kannst beispielsweise von einer viel befahrenen Straße weiter an den Stadtrand ziehen, um die gesundheitliche Belastung durch Abgase/Lärm zu reduzieren. Dort herrscht keine Abgasfreiheit, aber es gibt wesentlich weniger davon. Und es ist ruhiger. Also hat man doch eine Verbesserung erzielt.

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    Darkfield (21.06.2020), Pizzabäcker (23.06.2020)

  7. #6
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    Avatar von Stehsegler
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    Mit der Entscheidung ein Apple-Gerät zu nutzen, hat man bereits entschieden, einen Teil seiner Freiheit aufzugeben und an Apple weiterzugeben. Apple ist ein geschlossenes System, ein Wallet Garden. Der Hersteller bestimmt die Spielregeln. Alles ist proprietär.

    Bei Google trifft das nur auf einen Teil zu. Android ist quelloffen, Google-Dienste wie Play sind proprietär und einige Apps. Man muss sie aber nicht nutzen. Es gibt Google freie Android-Versionen wie /e/, mit denen man Privatsphäre und Sicherheit ohne Kompromisse hat. Gibt es bei Apple nicht, weil Transparenz fehlt und man den Nutzern vorschreibt, wie viel Überwachung für sie "gut" sei. Wegen dieser fehlenden Freiheit bin ich von iOS damals zu Android gewechselt.

    Leider hat man dies bei der Corona-App nicht bedacht. Die App nutzt eine proprietäre Schnittstelle von Google/Apple. Da liegt die Schwachstelle. So lange es keine freie, offene Implementierung gibt, werde ich die App daher nicht nutzen. Erste Projekte sind auf dem Weg: https://github.com/CoraLibre/CoraLibre-android-sdk
    Mal schauen, wie es damit weiter geht. Ich würde das begrüßen. Das könnte auch als Grundlage genommen werden, um die App auf älteren Smartphones zu portieren.

  8. The Following User Says Thank You to Stehsegler For This Useful Post:

    DMW007 (06.08.2020)

  9. #7
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    Kann man der Regierung vertrauen? Diese Frage wird zunehmend im Zusammenhang mit Corona-Maßnahmen gestellt. Es wurden bereits einige Fälle bekannt, in denen Kontaktlisten missbraucht wurden. Sie sind ursprünglich dafür gedacht gewesen, um Kontakte nachvollziehen zu können. Wer möglicherweise in einem Restaurant neben infizierten saß, kann benachrichtigt werden. Allerdings missbrauchen Polizisten diese Listen zunehmend für Ermittlungen. Teilweise geht es nicht mal um schwere Verbrechen, sondern Bagatelldelikte. Hier stellen sich einige Menschen die Frage: Wenn solche Kontaktlisten bereits nach wenigen Wochen zweckentfremdet werden, wie sicher können dann andere Maßnahmen wie die App sein? Zumal es nach wie vor keine reproduzierbaren Builds gibt.

    Die App selbst enthielt zudem einige Fehler. Teils beruhten diese auf Problemen mit dem mobilen Betriebssystem, wie etwa iOS von Apple. Umfragen zufolge schränkt auch dies das Vertrauen der Bevölkerung in das System ein.

  10. #8
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    Die Corona-App "Luca" ist bekannt durch "Smudo" von der Band "Die fantastischen Vier". Im Vergleich zur vom Staat entwickelten Corona-App ist sie weniger datenschutzfreundlich. Es gibt zudem eine Reihe andere Kritikpunkte, wie die Finanzierungsstruktur. Mit dem Urheberrecht scheinen es die Entwickler auch nicht so genau zu nehmen: Offensichtlich wurde Open Source Code geklaut. Bei der Luca-App wurde die Lizenz unter der diese fremde Code steht nicht nur missachtet, sondern schlichtweg entfernt.

    Das niedersächsische Innenministerium hat drei Millionen Euro für die Luca-App bezahlt.. Weitere Bundesländer haben angekündigt, die App kaufen zu wollen. Es geht um ein kommerzielles Unternehmen mit Millioneneinnahmen.

    Millionen Euro für zusammenkopierten Code und Lizenzverstößen. Soll das nun besser sein als die vorherige, staatliche Lösung? Die war gewiss auch nicht perfekt, aber der Ansatz gefiel mir doch deutlich besser. Und da gab es auch keine halb quelloffene Lösungen. Die Luca-App war erst halb quelloffen, nach dem Motto: Jeder darf nur anschauen. Auch das geschah offenbar nicht ganz freiwillig. Erst dadurch kam raus, wie dort offensichtlich bewusst Urheberrechtsverletzungen begangen wurden. Bei einem kommerziellen Unternehmen ist das schon noch mal eine andere Hausnummer wie bei einem OS Entwickler, der ein Hobby-Projekt ins Netz stellt (wobei das natürlich grundsätzlich nicht in Ordnung ist, das sollte klar sein).

    In Berlin sind sie mittlerweile auch so weit, dass man drei verschiedene Apps inkl. Luca nutzen muss, nur um in einem Restaurant etwas zu essen. Völlig absurd, statt die noch fehlenden Funktionen in der staatlichen App einzubauen...

  11. #9
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    Avatar von Fritz
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    Standard AW: Smalltalk ChatBox

    Werden sich die corona App und die Gesundheits- App gegenseitig ausspionieren?

  12. #10
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    Avatar von Darkfield
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    Standard AW: Smalltalk Bereich

    Einfach in beiden Apps den Bundestrojaner rein pappen und gut is!

    Da ich BEIDE Apps niemals instellieren werde ist es mir Wumpe ob sich die User ausspionieren lassen.
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    Dr. Bastardo (21.05.2021)

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