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  1. #11
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    Standard AW: Der wahre Preis für unseren Geiz

    Der Tante-Emma-Laden ist nur die Verkaufsform, man muss nicht zwingend darin einkaufen, damit alle Beteiligten der Lieferkette fair entlohnt werden. Und genau die Denkweise ist ja das der Punkt, an dem sich die Katze in den Schwanz beißt: Wenn die Nachfrage nach Billigprodukten steigt, wird mehr davon produziert. Im Gegenzug werden weniger hochwertige Lebensmittel produziert. Der Verbraucher, der die billigen Tomaten kauft, der kauft ja eben nicht zeitgleich auch die teureren. Langfristig ermuntert man die Produzenten damit, den Preis niedrig zu halte, koste es was es wolle. Das bedeutet dann nicht nur Unterbezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen, sondern kann dich sogar als Konsument schädigen. Beispielsweise wenn Gentechnik oder giftige Pflanzenschutzmittel verwendet werden, um die Produktion zu steigern und damit noch billiger zu machen.

  2. #12
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    Standard AW: Der wahre Preis für unseren Geiz

    Unternehmen brauchen Wachstum um Gewinne zu erwirtschaften. In der Vergangenheit hoben die Unternehmen jährlich die Preise für ihre Waren und Dienstleistungen an. Da dies heute, durch die Billigprodukte, die druck auf den Preis ausüben, nicht mehr möglich ist und die Unternehmen dennoch Umsatzwachstum brauchen, drücken sie die Kosten. Der größte Kostenfaktor in der Buchführung sind die Lohnkosten. Um die Lohnkosten möglichst gering zu halten, sind die Unternehmer sehr kreativ geworden. Ansporn für die Unternehmer ist dabei der steigende Gewinn durch gesenkte Kosten.

    Bisher umgingen die Unternehmen mit der Leiharbeit den in Deutschland starken Kündigungsschutz und ersparten sich auf diese Weise z.B. Abfindungszahlungen. Gleichzeitig war es möglich die Leiharbeiter Löhne zu drücken, denn für den Leiharbeiter gilt der Betriebliche Kündigungsschutz nicht. Leiharbeiter sind, im Vergleich zur Stammbelegschaft eines Betriebes, nicht Gewerkschaftlich organisiert.

    Für die Verbraucher ist die Entwicklung, geringer Produktionskosten durch geringe Löhne, erfreulich. Ihre Onlinebestellung enthält geringe Versandkosten, da die Lagerarbeiter beim Onlinehändler und der Paketbote wenig verdienen.
    Die sinkende Lohnspirale ist nicht endlos. Hat der Lohn das Existenzminimum von 8.820,-€/ Jahr und Person erreicht, greift das Soziale Netz des Staates und unterstützt. Findige Unternehmer haben das auch erkannt. Die Unternehmer bezahlen geringe Löhne, was dem Menschen zum Leben fehlt, soll er sich vom Staat aufstocken lassen. Das sind die Aufstocker. Von diesem System profitiert beispielsweise der Einzelhandel.Der Staat hat das Geld aus Steuern von den Bürgern die der Staat unterstützt bei geringem Einkommen. Das bedeutet, dass die Freude über geringe Preise für Waren und Dienstleistungen nur von kurzer Dauer ist, wenn man weis, dass man mit seinen Steuerzahlungen zur Finanzierung beigetragen hat.

    Was wir am Preis gespart haben, bezahlen wir über Steuern an den Staat, damit der Staat die unterbezahlten Mitarbeiter zum Existenzminimum unterstützen kann und die Unternehmer von den gedrückten Löhnen Gewinne machen können. Die Aufstocker bezahlen nur von ihrem Lohnanteil in die Rentenversicherung ein. Von dem "aufgestockten" Lohnanteil fließt nichts in die Rentenversicherung ein. Folglich werden diese Menschen in Altersarmut geraten. Dann sind sie wieder auf den Staat angewiesen.

    Am Ende müssen wir doch für unseren Geiz über Steuern bezahlen. Die in den Unternehmen gemachten Gewinne fließen in Steueroase, in Deutschland wird in den seltensten Fällen versteuert. Beispielsweise Amazon bezahlt seinen Mitarbeitern wenig Lohn, so ist es möglich die Waren mit einem günstigen Versand anzubieten. Zum Versand wird auch die Lagerarbeit gezählt. Aus dem erzielten Gewinn wird allerdings nur sehr wenig an Steuern in Deutschland bezahlt. Nach diesem Prinziep verfahren sehr viele Unternehmen. Z.B. Daimler Benz, Tönjes-billiges Fleisch und viele andere.

    Die Politik hat offenbar ihre guten Vorsätze aufgegeben. "Mindestlohn und „gute Arbeit“ für alle, mehr Geld für die Arbeitsmarktpolitik, Überprüfung der Rente mit 67." Klaus Wiesehügel, SPD
    Die Unternehmer machen sich keine Gedanken: Schließlich stehe es jedem Mitarbeiter frei, sich bei einem anderen Unternehmen zu bewerben. Jeff Bezos, Chef Amazon

  3. #13
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    Standard AW: Der wahre Preis für unseren Geiz

    Kunden profitieren von den niedrigen Lebensmittelpreisen in Discountern. Leider stellt sich niemand die Frage, wie ein solcher niedriger Preis zu Stande kommt. Würden Kunden beispielsweise sich Gedanken machen, warum mancher Schokoladenpudding so billig ist, stellten sie fest, dass weder Schokolade noch Sahne oder Milch darin enthalten sind. Stattdessen enthält der billige Schokopudding etwas Kakaopulver, den Zuckerersatz Glukose viele Zusatzstoffe und schlussendlich wird er mit Stickstoff aufgeschlagen um an Volumen zuzunehmen. Quelle:wiso

    Den Preis für den Geiz bezahlen die Kunden mit ihrer Gesundheit. Beispielsweise durch starke Gewichtszunahme oder Diabetes durch übermäßigen Zuckerkonsum. Kinder, die einen solchen Pudding zum verzehr erhalten, bekommen Probleme mit Karies an ihren Zähnen. So bezahlen Kunden in ihrer blinden Geizwut am ende doppelt. Einmal bezahlen sie um das billige Produkt zu kaufen und ein zweites mal um die Folgen zu beseitigen. Genutzt hat der Geiz nur der Profitgier des Einzelhandels und der Erzeuger. Dabei ist es nicht sehr schwer Schokoladenpudding selbst herzustellen. Anleitung

  4. #14
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    Standard AW: Der wahre Preis für unseren Geiz

    Nicht zu vergessen: insbesondere China hat in den letzten Jahren enorm von diesem Preisduck profitiert. Damit ist ihre Wirtschaftsleistung gewachsen und sie sind nun hinter den USA Wirtschaftsmacht. Die Produktion in den Ursprungsländern wurde dichtgemacht und könnte oft nur mit hohem Aufwand wieder aufgebaut werden. In diesen Ländern geht's jetzt eben vielen einfachen Arbeitern dreckig und Leute wie Trump bedienen deren Wut auf Länder wie China oder Mexiko. Vieles an der Globalisierung ist fragwürdig und die Langzeiteffekte könnten viele Probleme nach sich ziehen.
    Aber manche Dinge kann man nicht oder nur schwer zurückdrehen. Mal sehen welchen Erfolg Trump mit den USA haben wird.

  5. #15
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    Standard AW: Der wahre Preis für unseren Geiz

    Unser Wohlstand basiert auf Ausbeutung. Dadurch dass Menschen für uns für einen geringen Lohn arbeiten, bekommen wir Dienstleistungen günstig. Da wir weniger Geld für Waren und Dienstleistungen ausgeben müssen können wir uns selbst mit dem übrigen Geld mehr Konsumgueter kaufen. So steigt unser Wohlstand.

    Zeitarbeit (AüG §1) ist eine Methode der Ausbeutung. Der Zeitarbeiter hat einen Zeitlich befristeten Arbeitsvertrag. Läuft der Arbeitsvertrag aus, kann die Stelle wieder mit einem Zeitlich befristet besetzt werden. Dabei ist es möglich, die Stelle mit dem gleichen Lohn zu vergüten. Durch den nicht steigenden Lohn, kann das Unternehmen seine Dienstleistungen günstig anbieten. Durch die Zeitliche Befristung wurde der Kündigungsschutz ausgehebelt. Um Zeitarbeiter nicht übernehmen zu müssen, werden die Zeitarbeiter bei einem Arbeitgeber spätestens nach 18 Monaten ausgetauscht. Da der Zeitarbeiter nicht zu der Stammbelegschaft des Betriebes gehört, hat er auf die Betrieblichen Sozialleistungen keinen Anspruch.

    "In allen diesen Beschäftigungsfeldern reduzieren Arbeitgeber mit Hilfe der Leiharbeit ihre Stammbelegschaft. So senken sie Lohnkosten und maximieren ihre Gewinne." verdi.de

    Beispielsweise erhielten Daimler-Benz Mitarbeiter 5650,- € Jahresprämie, Leih- oder Zeitarbeiter haben auf die Prämie keinen Anspruch obwohl sie durch ihren Einsatz und Lohnverzicht zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben. Durch die billigen Zeit- u. Leiharbeiter stieg das Einkommen der Stammbelegschaft. Das gestiegene Einkommen führte dazu dass die Menschen es in ein Mercedes-Benz Auto investieren. Die erhöhte Nachfrage nach MB C-Klasse führte zu Überkapazität im Wer Bremen, das dieses Modell Baut. Nun führte die Überkapazität nicht zu längeren Wartezeiten auf einen Neuwagen sondern zu einer Auslagerung der Produktion nach Südafrika. Das in Südafrika hergestellte Produkt wird in Europa zum gleichen Preis verkauft, allerdings sind die Lohn- und Lohnnebenkosten geringer. Genauso sind Deutsche Sozialgesetze in Südafrika keine Anwendung.

    Andererseits benötigen wir in Deutschland neue Billiglöhner um unseren Wohlstand, steigende Dividende und die Gewinne der Unternehmen halten zu können. Europa öffnete kurz die Außengrenzen Europas und es kamen viele Menschen die eine goldene Zukunft suchten. Die Regierungen sortierten diese Menschen aus und schickten viele die nicht gebraucht werden zurück. Die anderen, die hier bleiben wurden von der Zeit- und Leiharbeit entdeckt.

    "Zeitarbeit beziehungsweise eine Beschäftigung als Leiharbeitnehmer ist für Personen, die eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung besitzen, grundsätzlich möglich." Quelle: BAMF

    „Zeitarbeitsunternehmen haben sehr viel Erfahrung darin, Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren“ ... „Wir freuen uns sehr, dass die Bundesregierung unserem Angebot gefolgt ist, ... ig-zeitarbeit

    "Zur Unterstützung bei der beruflichen Integration in den deutschen Arbeitsmarkt bieten wir seit 2015 sogenannte Brückenpraktika für Flüchtlinge mit einer guten Bleibeperspektive an. Die Auswahl läuft in enger Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit und den lokalen Jobcentern." daimler.com

    Da die Bundesregierung, die Unternehmen und die arge offensichtlich zusammenarbeiten, werden wir auch zukünftig Arbeitssklaven in der Wirtschaft zu Verfügung haben die unseren Wohlstand sichern. Wander Arbeitssklaven in China stellen für uns billige Konsumprodukte her. Ausgebeutete Menschen bei amazonl suchen uns preisgünstig die Waren zusammen, die dann mit Arbeitssklaven der Paketdienste uns bequem an die Haustür bringen. Dabei haben wir kein schlechtes Gewissen wenn Menschen für uns gequält und ausgebeutet werden da es uns den Wohlstand brachte. Oder hat schon jemand was von der Selbstmordserie bei Foxconn gehört?

    "Sklaven waren Humankapital, geldwerte Leistungsträger" Quelle
    So wie die schwarzen Sklaven ihren Herren Wohlstand brachten, da sie billig arbeiteten bringen uns heute die Leih- und Zeitarbeiter den Wohlstand.

    Wann werden wir für unsre Ausbeutung und Unterdrückung zur Rechenschaft herangezogen oder trifft uns Verbraucher keine Schuld?

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    snakesplane (22.08.2017)

  7. #16
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    Standard AW: Der wahre Preis für unseren Geiz

    @Fritz, daß betriebliche Sozialleistungen für Zeitarbeiter generell nicht gezahlt werden stimmt so nicht. Die betrieblichen Sozialleistungen, die der Arbeitgeber zu zahlen gesetzlich verpflichtet ist, werden selbstverständlich auch gezahlt. Arbeitgeber beteiligen sich daher an den Beiträgen zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung in genau demselben Ausmaß wie bei Festangestellten. Zeitarbeiter werden ebenso bei der Unfallversicherung angemeldet, haben denselben Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlten Erholungsurlaub, und was Arbeits-, Schwerbehinderten- und Mutterschutz sowie Kündigungsfristen angeht, gelten auch dieselben gesetzlichen Bestimmungen, die für Festangestellte gelten. Beim Kündigungsschutz gibt es naturgemäß Abstriche, das ist natürlich klar, sonst wäre es keine Zeitarbeit.

    Darüber hinaus gibt es in manchen Unternehmen freiwillige betriebliche Sozialleistungen, und auch freiwillige Lohnprämien in besonderen Erfolgsfällen... hier kann das Unternehmen jeweils selber entscheiden, ob es solche Zahlungen auch für Zeitarbeiter vornimmt oder nicht.

    Unternehmen bräuchten die totale Flexibilität, was ihre Beschäftigten angeht... d.h. die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt immer nur so viele Arbeitnehmer zu beschäftigen, wie sie gerade brauchen. Arbeitnehmer hingegen brauchen in der Regel Beschäftigungssicherheit, jedenfalls so lange, wie sie im jeweiligen Unternehmen arbeiten wollen. Zwischen diesen beiden Extremen, der totalen Beschäftigungsflexibilität und der totalen Beschäftigungssicherheit muß ein Mittelweg gefunden werden. Es ist keine Lösung, zu sagen: Jeder Arbeitnehmer darf, wenn er erstmal in einem Unternehmen angestellt ist, solange dort arbeiten wie er will... und wenn er es will, bis zur Rente. Das mag zwar schön für den Arbeitgeber sein, führt aber zu großen Problemen in den Unternehmen, die bis zur Pleite führen können... etwa wenn man von 100 Mitarbeitern aufgrund von Marktveränderungen eigentlich nur noch 50 bräuchte, aber die anderen 50 sitzen halt herum, drehen Däumchen, und müssen trotzdem bezahlt werden. Wenn also Zeitarbeit abgeschafft würde und ein totaler Kündigungsschutz eingeführt würde, würden Unternehmen kaum mehr das Risiko eingehen, jemanden einzustellen. Dann gälte: Lieber jetzt mögliche Absatzvolumen verlieren, als später in Absatz-Flautesituationen derart zu Lohnzahlungen für untätige MA verpflichtet zu sein (oder auf Halde zu produzieren, wenn die MA weiterarbeiten), daß die Pleite droht. Das will auch keiner, weil es für Arbeitnehmer auch nicht gut ist.

    Stell Dir vor, Du beschäftigst zuhause eine Putzkraft. Nehmen wir weiter an, die hätte einen totalen Kündigungsschutz, wie Du ihn hier zu befürworten scheinst. Plötzlich aber bist Du arbeitslos, und hast a) viel Zeit, selber zu putzen, und b) kein Geld mehr, die Putzkraft zu bezahlen. Du mußt aber die Putzkraft weiter beschäftigen, weil Du sie nicht kündigen kannst. Für die Putzkraft sicher ganz toll, aber für Dich auch? Übrigens: Wenn Du dann irgendwann total pleite bist, nachdem Du alle deine Ersparnisse für die Putzkraft ausgegeben hast, die Du nicht brauchst aber auch nicht kündigen kannst, wird auch die Putzkraft irgendwann ihre Arbeit bei Dir verlieren. Denn wer völlig pleite ist, der kann auch keinen Lohn mehr zahlen, da kann der Kündigungsschutz noch so toll sein. Es ist also absehbar, daß die Putzkraft in diesem Fall auch nicht besonders lange etwas von ihrer tollen Unkündbarkeit hat.
    Geändert von freulein (22.08.2017 um 15:39 Uhr)

  8. #17
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    Standard AW: Der wahre Preis für unseren Geiz

    Ein sehr großes Unternehmen begann vor vielen Jahren den Versand outsourcen. Die Stammbelegschaft wurde teilweise mit Abfindung in den Vorruhestand geschickt. Der andere Teil wurde an anderen Stellen im Unternehmen weiter beschäftigt. Das bedeutet, der Jahreserfolg des Unternehmens wird durch weniger Köpfe geteilt. Folglich ist der pro Kopf Anteil höher. Was hier Logisch erscheint wurde vom Management als Erfolg gefeiert und als Grund angesehen die Bezüge des Managements zu erhöhen.

    Der Versand wird seid dieser Zeit von einer Zeitarbeitsfirma belegt. Die nun eingestellten Personen haben einen Jahresvertrag und ihr Einkommen ist seit der Der Zeit der Umstrukturierung nur unwesentlich gestiegen. Im Vergleich zu dem Einkommen der Stammbelegschaft, verdienen die Zeitarbeiter ca 60%. Die Zeitarbeiter bekommen die Vergünstigungen der Stammbelegschaft nicht. Z.B. Kantine, Weihnachtsgeld oder im Betrieb günstiger einkaufen. Das bedeutet, die Zeitarbeiter müssen sich im 9. Beschäftigungsmonat arbeits- suchend melden. Am Ende des Jahresvertrages verlängert ihnen die Zeitarbeitsfirma den Jahresvertrag erneut um ein Jahr. Nach 18 monaten wird der Zeitarbeiter von der Versandabteilung abgezogen. Mittlerweile haben sogar die Zeitarbeitsfirmen gewechselt, die dann die im Versand beschäftigten Mitarbeiter übernahmen.

    Die Zeitarbeiter können mit einem Jahresvertrag keine Lebensplanung machen. Mit einem Jahresvertrag ist es unmöglich eine Familie zu gründen oder bei der Bank einen Kredit zu bekommen.

    Das Unternehmen feiert Jährlich Outsourcing als Erfolg. Da die Umstrukturierung mit dieser Abteilung so gut verlief, wurden andere Abteilungen auf die gleiche Weise outgesourced. Auf diese Weise geschah am Geschäftsjahresende das wundersame. Bei gleichbleibender Stückzahl stiegen die Gewinne. Die Manager feierten den Erfolg. Ihre Erfolgsprämien stiegen. die Dividenden der Anleger stiegen. Selbst die Presse berichtete von dieser wundersamen Erfolgsgeschichte. Die Gewerkschaft schaut diese Entwicklung zu, da sich die Gewerkschaft nur um ihre Mitglieder kümmert. Die Zeitarbeiter können sich von ihrem geringen Lohn keine Gewerkschaftsmitgliedschaft leisten.

    Alle vergaßen die Zeitarbeiter. Sie sind die Mitarbeiter, die gleiche Arbeit wie früher die Stammbelegschaft verrichten. Nur für einen geringeren Lohn und keinen anspruch auf Zusatz Sozialleistungen. Sie sind es auch die durch ein geringes Einkommen wenig in die Gesetzliche Rentenversicherung ein bezahlen und später geringere Rentenansprüche als beispielsweise die Stammbelegschaft haben.

    Hungerlohn am Fließband ist ein ARD Reportage zu diesem Thema. Kollegen dritter Klasse. Natürlich muss das Unternehmen den Schein bewahren und hat den Vorwürfen widersprochen

    Da klingen die Worte des Personalchefs wie Hohn: "Personalchef Wilfried Porth hält die aktuelle Debatte um Lohndumping durch Werkverträge für übertrieben und warnt vor hohen Mindestlöhnen" Quelle.
    "Fast 15 Millionen Euro bekam Daimler-Chef Dieter Zetsche im vergangenen Jahr. 13 mal so viel wie Commerzbank-Vorstand Martin Blessing." Quelle

    Hier soll nicht ein einzelnes Unternehmen das sich an Marktwirtschaftlichen Grundsätzen orientiert verurteilt werden, da alle Betriebe in der Kapital orientierten Welt so vorgehen um rentabel zu sein. Viel interessanter ist die frage nach der Stärke, der Organisation der Mitarbeiter. Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still. Wenn dein starker Arm es will. Quelle. Was ist mit der Gewerkschaft?

    Die Gier nach Geld ist in den Kapital geführten Unternehmen unersättlich. Sie grasen die gesamte Wertschöpfungskette ab. Nach den Personalkosten kamen die Zulieferer dran. Nun haben diese Unternehmen die Transportlogistik als neues Opfer entdeckt. Ist der Folgende Satz Hohn oder die Zukunft? Weg von Privatisierungen, Sozialabbau und Kaputtsparpolitik, hin zu einem Staat, der stark ist für die Schwachen, und in dem die breiten Schultern ihren gerechten Beitrag leisten für eine am Gemeinwohl orientierte Politik." Quelle
    Geändert von Fritz (23.08.2017 um 10:36 Uhr)

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    Darkfield (24.08.2017), snakesplane (23.08.2017)

  10. #18
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    Standard AW: Der wahre Preis für unseren Geiz

    Für die Textilindustrie wird Malaisia zu teuer.Die Textilindustrie hat Äthopien entdeckt und will zukünftig in dem Afrikanischen Land ihre Textilien herstellen. www.deutschlandfunknova.de

    Die Europäischen Konsumenten müssen sich zukünftig nicht sorgen, wie sie ihre neue Saison Modekleidung bezahlen, da ihr Vermögen augenblicklich 0% Zinsen bringt. Dieses Problem hat die Textilindustrie für ihre Kunden gelöst, indem sie in einen noch günstigeren Produktionsstandort wechseln. In Äthiopien betrug das Durchschnittseinkommen im Jahr 2014 ganze 400,-$. Das entspricht einem Tageseinkommen von 1,38$/ 1,17€.

    Einerseits lässt Europa im Armenhaus Afrika seine Kleidung zu Sklaven Billiglöhnen nähen, andererseits schickt Europa Entwicklungshilfe in Millionenhöhe.

    Die EU stellt zusätzliche Mittel in Höhe von 15 Mio. EUR bereit, damit die humanitäre Hilfe für das von einer Dürre heimgesuchte Land angesichts des wachsenden Bedarfs ausgeweitet werden kann.
    Die Europäische Kommission hat eine neue Soforthilfe in Höhe von 15 Mio. EUR zur Unterstützung der Menschen in Äthiopien angekündigt, wo die durch die Dürre verursachte Ernährungsunsicherheit ein gefährliches Ausmaß erreicht hat. Damit steigt die von der EU im Jahr 2017 geleistete humanitären Hilfe auf über 91 Mio. EUR.
    europa.eu

    Müssen wir uns wundern, wenn in den unterbezahlten Arbeitern, die für Nobelmarken billig Textilien nähen, der Wunsch entsteht in das Paradiesische Land in dem man all die schönen Kleider trägt zu gehen?

    Bezahlen wir unsere günstige Kleidung über Steuern und abgaben an die Eu?
    Solange man die Kleidung im Discounter billig bekommt, muss man sich über die Herstellung und Arbeitsbedingungen von Textilien keine Gedanken machen. Die Arbeiter sind selbst schuld, wenn sie mit so wenig Geld zufrieden sind. Schließlich muss man ja selbst eine Möglichkeit finden wenig Geld auszugeben, um mehr Geld für noch mehr unnütze Dinge (Konsumgüter) übrig zu haben.

  11. The Following User Says Thank You to Fritz For This Useful Post:

    Darkfield (17.12.2017)

  12. #19
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    Standard AW: Der wahre Preis für unseren Geiz

    Perversion im Sozialstaat?!
    Geld geführte Unternehmen, wie z.B. Aktiengesellschaften haben den Zwang eine Rendite für die Aktionäre auszuschütten. Dieser Druck wird in der Unternehmens Hierarchie nach unten an die Mitarbeiter weitergegeben. Mitarbeiter in grossen Unternehmen werden nicht mehr im Unternehmen selbst angestellt sondern nur noch über Dienstleistungsunternehmen beschäftigt. In den Dienstleistungsunternehmen werden die Mitarbeiter als Zeit- oder Leiharbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen beschäftigt.

    In einem Video "Merkels Arbeitssklaven - Harte Arbeit, mieser Lohn" oder "Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon" wird über Lohndrückerei berichtet.

    Für das Unternehme sind Zeit- oder Leiharbeiter günstiger als eigene Mitarbeiter mit unbefristeten Arbeitsverträgen. Während beispielsweise Daimler-Benz die Mitarbeiter an dem Jahreserfolg von 2017 mit 5700,-€ beteiligt wurden, erhalten Zeit- oder Leiharbeiter von dem Unternehmensgewinn nichts. Auch Zusatzleistungen wie z.B. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Mittagessen in der Kantine oder Vermögenswirksame Leistungen oder Betriebliche Altersvorsorge erhalten die Zeit-oder Leiharbeiter nicht. Durch diese Umstrukturierung des Arbeitsmarktes, mit Zustimmung der Politik und der Gewerkschaften wird ein Heer von billigen Arbeitssklaven für die Industrie geschaffen. Diese Arbeitssklaven schaffen Gewinne für die Wirtschaft, die wiederum Manager und Geldanleger überbezahlt.

    Die Billigarbeiter haben auch an den Schulen Einzug gehalten. Die Solo selbständigen. Mit diesen Billig Lehrkräften versucht der Staat zu sparen und Druck auf die Angestellten Lehrkräfte auszuüben. Die Honorarlehrkräfte haben keine Arbeitslosenversicherung,müssen selbst für ihre Krankenversicherung aufkommen und bekommen keine Zusatz Sozialleistungen. Von diesen unterbezahlten Lehrkräften wird erwartet, dass sie Kinder ausbilden die später Karriere machen sollen. Das trügerische dabei ist, dass die Billigarbeiter teilweise so wenig eigenes Einkommen haben, dass sie auf Zuzahlungen des Staates angewiesen sind. Das bedeutet, dass Unternehmen Lohnkosten sparen, dafür aber der Staat - die Gesellschaft - mit Zuzahlungen wie z.B. aufstocken mit Hartz IV oder Wohngeld ausgleichen.

    Durch die billigen Arbeitssklaven haben wir günstige Dienstleistungen. Gleichzeitig müssen wir Steuern an den Staat abführen, damit Arbeitssklaven unterstützt werden.
    Interessanterweise hört man weder von den Politiker die von sich behaupten Volkes Stimme zu sein, noch von den Gewerkschaften die behaupten die Interessen der Arbeiter zu vertreten.

    Welche Erfahrungen hast du im Erwerbsleben, bei der Arbeit gemacht?
    Gibt es den Sozialstaat noch oder ist diese Ära schon beendet?

  13. #20
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    Standard AW: Der wahre Preis für unseren Geiz

    Die Geldgier der Industrie und Konsumenten!

    Um den Preis für die Kunden gering und den Gewinn für die Investoren hoch zu halten wird hinter den Kulissen alles unternommen. Verbraucher und Konsumenten, die sich dafür nicht interessieren, müssen ihr Gewissen mit dem Anblick von Arbeitssklaven nicht belästigen.
    "Seit bis zu 18 Monaten leben und arbeiten sie in ihren Fahrzeugen. Ihre Wochenenden verbringen sie auf dem Betriebsgelände der Firma in Ense, hausen in ihren LKWs. In dieser Zeit scheint der Betrieb abgeschlossen zu sein. Es stehen keine Duschen zur Verfügung, lediglich ein Dixi-Klo für 16 Fahrer." www.dgb.de
    "Die Filipinos mussten nach eigenen Aussagen für ein bis zwei Euro Stundenlohn als Fahrer arbeiten. Sie seien genötigt worden, gegen Lenk- und Ruhezeiten zu verstoßen. Ihre letzten Fahrten erledigten sie für eine Spedition in Ense, die sie über die dänische Firma gebucht hatte.
    www1.wdr.de

    Warum müssen wir uns mit solchen Situationen beschäftigen, die wir nicht selbst verursacht haben und nichts angehen?
    Sind die Philippinischen Arbeiter nicht selbst schuld, wenn sie für 1,-€/ Stunde arbeiten?

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