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  1. #11
    Avatar von DMW007
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    Standard AW: Geht unsere Konsumgesellschaft zu Ende?

    Derzeit sind 63% der Bevölkerung geimpft. Die Frage ist, was die restlichen 37% zuvor mit ihrem Geld gemacht haben und wofür sie es nun ausgeben. Manche Veranstalter von z.B. Vorträgen haben mit hybriden Veranstaltungen beide Gruppen bedient - und damit auch jene, die unabhängig von der Impfung ansonsten gar nicht dort hingegangen wären, weil es ihnen beispielsweise zu weit weg ist. Ähnliches gilt auch für Händler, die durch Corona in den Onlinehandel (richtig) eingestiegen sind. Hat eine Metzgerei hier in der Nähe gemacht und verkauft nun diverse Produkte an eine neue Zielgruppe.

    Unabhängig davon ist eine Konsumgesellschaft in der bisherigen Form, wo alles immer in unbegrenzter Menge verfügbar ist, sowieso nicht dauerhaft möglich. Die Menschheit verbraucht 1 3/4 so viele Ressourcen, wie die Natur erneuern kann. In Deutschland steht es um die Nachhaltigkeit noch deutlich schlechter, wenn alle Länder so leben würden bräuchte die Menschheit drei Planeten. Und das wird seit Jahren schlimmer statt besser. Kann man am Erdüberlastungstag sehen: Das ist der Tag im Jahr, ab dem wir mehr Ressourcen verbrauchen als regenerierbar sind. Derzeit ist der wieder bei Ende Juli, weil die positive Zwangspause durch die Pandemie zunehmend endet. 2020 ist er durch den Lockdown auf den 22. August nach vorne gerutscht. Und da waren weltweit Lockdowns. Die haben spürbar was gebracht, klar. Aber am Ende ist das wie wenn du 10.000€ Schulden hast und es sind noch 8.000€ übrig: Ein großer Fortschritt, dennoch bist du längst nicht am Ziel.

    Wenn wir trotz so einer Sonderlage bei der vieles auf nahezu 0 runter gefahren wurde derart massiv im Defizit sind, zeigt das finde ich sehr eindrucksvoll, wie schlimm die Lage ist. Seit 1970 verbraucht die Welt mehr Ressourcen als nachwachsen. Das sind 50 Jahre, in denen die Mehrheit nur an Wachstum gedacht hat und eine Vielzahl an Warnungen diverser Wissenschaftler ignorierte. Weniger Urlaub zu machen oder wenigstens nicht deswegen um den halben Globus zu reisen ist ein vernünftiger erster Schritt, den jeder leisten kann. Aber wie will man bitte 50 Jahre globales Vollgas alleine damit rückgängig machen? Das reicht bei weitem nicht. Da muss es in nahezu allen Bereichen massive Veränderungen geben. Das fängt beim 1€ T-Shirt von Läden die sich auf Wegwerf-Mode fokusiert haben wie z.B. H&M an, geht über den Billigdrucker, der nach ein paar tausend Seiten plötzlich mit einem unbekannten Fehler kaputt geht. Und reicht bis hin zu Laptops, Handys & co. die mit fest eingebauten Komponenten oder sogar Verschleißteilen billig auf den Markt gebracht werden, wohlwissend, dass die so nur einen Bruchteil der Zeit halten, wie sie könnten.

    Ich bin kein Fan vom Papst, aber mit der Aussage hat er leider voll ins Schwarze getroffen. Genau das muss sich prinzipiell ändern, um einer wirklich nachhaltigen Lösung näher zu kommen. Ich bin ja schon seit längerem der Meinung, dass der ökologische Fußabdruck sich viel stärker im Preis eines Produktes abbilden muss. Stattdessen haben wir einen künstlichen Markt geschaffen, der seit Massenproduktion & Globalisierung kaum mehr Bezug dazu hat. Umweltschädliche Herstellungsprozesse werden überwiegend im Ausland von Sklaven für einen Spottpreis produziert, damit (überwiegend) in Industrieländern verschwenderisch damit umgegangen werden kann. Oder teils subventioniert. Das schafft absolut kein Bewusstsein. Im Gegenteil: Viele Menschen scheinen im falschen Glaube, funktionierende Dinge zu ersetzen ist kein Problem, wenn sie das alte danach nur in die richtige Tonne werfen.

    Wie wenig das mit der Realität zutun hat, zeigt eine Studie aus dem vergangenen Jahr, die ich im "Schmeiß mich weg" Thread schon einmal zitiert habe. Ein Handy müsste mindestens 25 Jahre halten um halbwegs nachhaltig zu sein, ein Laptop 20. Wohlgemerkt MINDESTENS! Das ist der absolut unterste Wert, kein Optimum. Man braucht kein Experte zu sein, dass wir von beidem WEIT weg sind. Selbst mit Wechselakku ist es derzeit absolut unrealistisch, ein Smartphone 25 Jahre zu nutzen. Und die durchschnittliche Praxis liegt bei etwa 3 Jahren. Ein weiteres Beispiel, wie radikal sich Dinge die derzeit selbstverständlicher Alltag sind ändern müssten, damit wir überhaupt mal nur in die Nähe von Nachhaltigkeit kommen.

    Und was ich an der Stelle auch wichtig finde zu erwähnen: Je länger wir damit warten, um so radikaler wird das ganze. Wer über seinen Verhältnissen lebt, macht Schulden. Gebe ich jeden Monat 200€ mehr aus als ich habe, sind meine Schulden in 5 Jahren natürlich wesentlich höher, wie wenn ich in 6 Monaten damit aufhöre. Anfangs könnte ich das mit kleinen Raten auf absehbare Zeit in den Griff bekommen. Jahre später muss ich mehr und länger bezahlen. Jedes Jahr merkeln macht es hinten raus also nur schlimmer.


  2. #12
    Avatar von Fritz
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    Standard AW: Geht unsere Konsumgesellschaft zu Ende?

    Vorbei sind die Rabattschlachten der Auto- und Möbelhändler! Vorbei ist die Zeit für Taschengeld um die Welt zu fliegen.

    Menschen haben Geld und können nichts kaufen, da die Unternehmen wegen fehlender Teile nicht produzieren können. Corona bedingt wollen weniger Nenschen fliegen. Flugfesellschaften bauen Flugzeuge ab. Das Geld in den Taschen der Menschen wird durch die Inflation weniger Wert.

    Wenn die Unternehmen wieder liefern können und viele Menschen die Produkte haben wollen wird der Preis steigen. Wollen alle wieder fliegen, wird es zu wenige Flugzeuge und Piloten geben. Wer dann Fliegen will muss viel Geld bezahlen.

    Die Menschen werden geplant verarmen. Einmal durch die Inflation und zum anderen durch gestiegene Preise.

    Zur Zeit kann man beobachten dass die Preise für Gebrauchtwagen steigen, da Neuwagen nicht lieferbar sind oder lediglich ohne Rabatte verkauft werden.

    Wie bereitest du dich auf das Ende der Konsumgesellschaft vor?

  3. #13
    Avatar von Darkfield
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    Standard AW: Geht unsere Konsumgesellschaft zu Ende?

    - Haus gekauft - Check
    - Auto gekauft - Check
    - Möbel gekauft - Check
    - im Urlaub gewesen - Check

    Ich brauch mich nicht vor zu bereiten, alles vorher erledigt!
    Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)
    Die zwei häufigsten Elemente im Universum sind Wasserstoff und Blödheit. (Yonathan Simcha Bamberger)
    Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren. (Albert Einstein)
    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. (Dante)
    Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, dass man recht haben und ein Idiot sein kann. (Martin Kessel)
    Doofheit ist keine Entschuldigung.

  4. The Following User Says Thank You to Darkfield For This Useful Post:

    Fritz (01.10.2021)

  5. #14
    Avatar von Fritz
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    Standard

    Fachkräftemangel weist auf zukünftig sinkenden Sozialstandart in Deutschland hin: Bisher konnte man in Deutschland die fehlenden Fachkräfte durch ausländische Kräfte ersetzen. Immer weniger Ausländische Kräfte sind bereit ihr zu Hause und Familie für einen geringen Lohn zu verlassen. Das bedeutet, dass es zukünftig in Restaurants keine Kellner, in Pflegeheimen keine Pfleger, keine Friseusen/ Friseure oder Versorgungsmangel durch fehlende ausländische LKW Fahrer gibt.

    Grund für den Fachkräftemangel ist, dass man in diesen berufen wenig Geld verdient. Will man mehr Menschen in diesen Berufen haben, müssen sie attraktiver werden. Beispielsweise durch bessere Bezahlung. Eine bessere Bezahlung verteuert die Dienstleistung. Das bedeutet, wer zukünftig in einem Restaurant von einem Kellner bedient werden will oder in ein Pflege- oder Altenheim möchte wird mehr bezahlen müssen oder kann die Dienstleistung nicht in Anspruch nehmen.

    Ursachen des Fachkräftemangels: Der demografische Wandel schlägt zu:Ein großer Faktor, der insbesondere in der Zukunft einen entscheidenden Einfluss auf den herrschenden Fachkräftemangel haben wird, ist die alternde Gesellschaft in Deutschland. Die Alterung verstärkt als Teil des demografischen Wandels die Engpässe im Fachkräftebereich. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
    *













  6. #15
    Avatar von Baum
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    Standard AW: Geht unsere Konsumgesellschaft zu Ende?

    Im Jahr 2022 wird Energie knapp: Strom, Kraftstoff, Heizöl und Gas werden immer teurer. Das bedeutet, der Lohn bleibt gleich während die Heizkosten immer weiter steigen. Für die Menschen in Deutschland stellt sich nun die Frage was sie streichen können um die steigenden Energiekosten zu bezahlen. Vor allem droht ca. Februar 2023 die Jahresabrechnung 2022, wo viele Menschen einerseits Nachzahlen müssen und zum anderen werden die Abschlagzahlungen steigen.

    Konsumrückgang: Bei gleichbleibenden Lohneinnahmen und gestiegenen Energiekosten werden viele sich überlegen, welche Kosten sie langfristig streichen. Zuerst einmal wird jeder versuchen seinen Keller aufzuräumen und Dinge die nicht mehr benötigt zu verkaufen. Die Verkäufe geben jedem die Möglichkeit den gewohnten Lebensstandard trotz gestiegener Energiepreise beizubehalten. Allerdings wird irgendwann der Keller aufgeräumt sein und die Menschen müssen sich der Realität stellen und Ausgaben streichen um die hohen Energiekosten bezahlen zu können. Die Menschen werden anfangen auf Dinge zu verzichten die sie nicht unbedingt benötigen, auf Konsum verzichten.

    »Fast Fashion ist nur möglich, wenn Frauen in Kambodscha weiter so arbeiten wie bisher«. In Kambodscha wird die Kleidung großer Modemarken produziert, zu oft katastrophalen Bedingungen. Spiegel.de. Diese Menschen in Kambodscha wollen auch auf der Sonnenseite des Lebens, wie die deutschen Konsumenten stehen. Deshalb wollen Kambodschaner entweder mehr Lohn oder sie versuchen nach Europa/Deutschland zu kommen. Beides müssen die Europäer teer bezahlen, was ihren Wohlstand schmälert.

    Konsum: Die Inanspruchnahme von Gütern und Dienstleistungen zur unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung durch private oder öffentliche Haushalte. In der Wirtschaftsstatistik wird auch von privatem Verbrauch (privatem Konsum) und Staatsverbrauch gesprochen. Grundsätzlich hat der Haushalt bei der Verwendung seines Einkommens die Wahl zwischen Konsum und Sparen (Konsumverzicht). Dabei gibt die durchschnittliche Konsumquote das Verhältnis zwischen Einkommen und Konsum an. www.bpb.de

    Konsumverzicht werden viele Menschen als Verarmung empfinden. Wenn die Menschen nicht mehr zum essen in ein Restaurant gehen können, am Wochenende nicht mehr einen Ausflug machen können oder auf den Jahresurlaub verzichten müssen werden die Menschen immer depressiver und fühlen sich arm zu werden. Manche Menschen werden auf das Auto verzichten müssen.

    Wirst du deine Strom-/ Gasabrechnung nächstes Jahr bezahlen können?
    Was machst du um die Energierechnung bezahlen zu können?
    Geändert von Baum (25.09.2022 um 15:47 Uhr)

  7. #16
    Avatar von Fritz
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    Standard AW: Geht unsere Konsumgesellschaft zu Ende?

    Die Menschen werden anspruchsloser. Beispiel Autokauf. Vor Corona waren die Autokäufer es gewohnt intensiv vom Autoverkäufer beraten zu werden, hohe Nachlässe zu bekommen und der Neuwagen wurde binnen 6 Wochen geliefert oder stand bereits vorbestellt beim Händler auf dem Hof. Heute rufen die Kunden beim Autohändler an, fragen was er sofort lieferbar hat und welche Staatlichen Zuschüsse es gibt und nehmen das Auto.

    Immer mehr Lebensmittelläden werfen Lebensmittel nicht mehr weg sondern bieten die Lebensmittel mit sehr hohen Rabatten an: Brot das abends nicht verkauft wurde landete im Abfall, da lediglich frisches Brot gekauft wurde. Heute bieten Bäckereien oder Tankstellen über eine App wie z.B. toogoodtogo.at abends Lebensmittel die tagsüber nicht verkauft wurden mit hohen Rabatten an.

    Protest gegen sich selbst.Krise ist eben ein Konjunkturmotor, sie treibt zu höherer Produktivität an, was ja auch gegen das Frieren helfen könnte. Wir glauben auch in der Krise hingebungsvoll an die grüne Lüge, wonach wir nicht weniger, sondern nur anders einkaufen sollen, dann werde alles gut. Verzicht üben allenfalls die, die es müssen; die anderen fliegen dann eben über sie im Winter hinweg in wärmere Regionen und verbrauchen dabei ein Vielfaches der Energie, als die unten jemals durch den Verzicht aufs Heizen einsparen könnten.
    Dies alles überrascht nicht weiter, denn es folgt der marktwirtschaftlichen Logik, die seit jeher lautet: Du hast ein Problem? Dann brauchst Du ein Produkt!
    Was also tun? In andinen Lehmhütten leben? Nun, dort wissen die Menschen immerhin, wie man auf 3.500 Metern Höhe ohne Heizung und fließend Wasser überlebt, könnte man zynisch hinzufügen. Vielleicht aber gibt es ja ein paar Dinge, auf die man leichter verzichten kann als auf warme Füße im Winter. Kurzfristig könnte eine Rückbesinnung auf einen kulturell auch bei uns verankerten Produkt-Konservatismus helfen, den die Nachkriegsgeneration noch beherrschte: Man muss ja nicht gleich die Hemdkragen flicken. Aber vielleicht könnte man auf ein bis zwei Smartphone-Generationen verzichten, weniger streamen, heimische Äpfel statt die aus Neuseeland kaufen. Man könnte das alte, analoge Fahrrad benutzen anstatt als Add-on im Fuhrpark ein E-Bike zu kaufen, das den Stromverbrauch weiter in die Höhe treibt. Man könnte in der Heimat Urlaub machen anstatt wegzufliegen und Wandern gehen anstatt wie der eigene Avatar aufs Smartphone zu starren, wo die perfekte Landschaft simuliert wird, die draußen längst durch Energieerzeugungsmaschinen zugestellt ist. Oder vielleicht sogar die alte Gasheizung reparieren, anstatt pseudo-ökologisch auf Stromheizung umzustellen. Vor allem aber: man könnte darauf verzichten, sich vorzumachen, dass ein Problem, welches durch Maßlosigkeit entstanden ist, sich durch Maßlosigkeit beheben ließe. Overton-Magazin.de

    Ja, die Illusion des Konsums von unbegrenzter Umsatzsteigerung und Umweltverbrauch mit unbegrenzter Umweltverschmutzung ist zu Ende. Ein neues Zeitalter beginnt und du bist live dabei!

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