1. #1
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    Standard Gemüseernte in Deutschland ohne Erntehelfer gefährdet?

    Wie man mit der Angst der Verbraucher Preiserhöhungen rechtfertigen kann.
    Die deutschen Gemüse Landwirte benötigen um den Gemüseanbau zu betreiben Erntehelfer. Um wettbewerbsfähig zu sein und billiges Gemüse auf dem Markt anbieten zu können, stellten die Landwirte bisher ausländische Erntehelfer ein. Für alle Beteiligten war das von großem Vorteil. Die Landwirte hatten billige und willige Arbeitskräfte die ihnen Gewinn brachten. Die Erntehelfer hatten Beschäftigung und damit ein Einkommen während in ihren Heimatländern gar keine Möglichkeit gibt Geld zu verdienen. Die deutschen Verbraucher profitierten von der Situation mit billigem Gemüse. Nun hat sich durch die Coronakriese eine neue Situation ergeben. Die Erntehelfer mussten in ihre Heimatländer zurück und dürfen bis auf weiteres nicht mehr nach Deutschland einreisen, da die Landesgrenzen geschlossen sind. Nun rächt es sich, dass die Gemüsebauern Jahre lang auf ausländische Billiglöhner gesetzt haben anstatt einheimische Helfer auszubilden.

    Was tun in der Erntezeit ohne Erntehelfer? Jammern und nörgeln hilft den Gemüsebauern vor der Spargelernte nicht. Der Spargel ist reif und muss geerntet werden. Die ausländischen Erntehelfer können nach Deutschland nicht einreisen da die Grenzen geschlossen sind. Nun stellt sich die Frage, wie wird der Spargel geerntet? Sollte man das Problem der Spargelernte gelöst haben, muss man sich darüber Gedanken machen, wer die anderen Feldfrüchte einsät und erntet. Ein blick in einen Aussaatkalender zeigt, dass das ganze Jahr über Gemüse gepflanzt oder geerntet wird.

    Medienwirksamer Populismus der Politik: Bundesagrarministerin Julia Klöckner schlägt den Einsatz von Asylbewerbern in der Landwirtschaft vor, um Engpässe bei Saisonkräften zu vermeiden. RP-online.de. Dabei wird das sonnst immer zwingend geforderte Fachwissen bei dieser Aussage der Bundesagrarministerin und den Bürgern die das hören völlig ignoriert.

    "Wir beschäftigen im Schnitt rund 300.000 ausländische Saisonarbeitskräfte pro Jahr in Deutschland in unseren Betrieben. Schwerpunktmäßig werden diese Arbeitnehmer im Gemüse-, im Obst- und Weinbau, in den Sonderkulturen beschäftigt, aber sie finden auch Arbeit in den Ställen, beispielsweise beim Füttern, beim Melken. .. Wir befürchten dann Engpässe bei Obst und Gemüse. " Deutschlandfunk.de

    Hast du nun Befürchtungen, dass es ohne Erntehelfer bald kein Gemüse mehr gibt?
    Oder werden die Bauern Erntehelfer finden und das Gemüse wird teurer?
    Vielleicht betrifft dich die Diskussion gar nicht, da du kein Gemüse isst?

  2. #2
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    Avatar von Darkfield
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    Standard AW: Gemüseernte in Deutschland ohne Erntehelfer gefährdet?

    Tja, die Landwirte kaufen die Setzlinge für ca. 11-15 Cent ein,
    bringen diese in die Erde und pflegen diese hin und wieder,
    ernten dann ca. 0,5-1Kg und verkaufen diese dann für ~5-9€.

    Zieht man jetzt die Kosten ab, bleibt ungefähr ein Reingewinn von 100-250% (je nach Saison).

    Das gleiche bei den Erdbeeren!

    Woher ich diese Weisheit habe?
    Ein Arbeitskollege von mir betreibt Nebengewerblich eine Erdbeer-Plantage in Hydro-Kultur,
    und der hat sich mit dem Thema mehr als ausgiebig beschäftigt.

    Die Landwirte für diese "Luxus-Lebensmittel" sollen mal nicht so die Fresse aufreissen,
    zahlen die doch den Erntehelfert NUR DEN MINDESLOHN, und dafür müssen die ganz schön malochen!

    Zugegeben, dafür das wir bei den Gemüsen als Kunden günstige Preise erwarten, werden wir
    in diesem Jahr ganz sicher andere Zahlen auf dem Preis-Etikett zu sehen bekommen.
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  3. #3
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    Standard AW: Gemüseernte in Deutschland ohne Erntehelfer gefährdet?

    @Darkfield
    Aslo zumindest was den ERntehelfern an Mindestlohn ausgezahlt wird, und das ist defintiv für diese schwere Arbeit nicht viel. Da stimme ich dir voll und ganz zu. Es ist echt eine sehr harte, lörperliche Arbeit.

    - - - Aktualisiert - - -

    @Fritz
    :-) Gemüse esse ich sehr viel. ICh kenne sogar eine Frau, die tasächlich kein Gemüse und kein Obst mag und auch komplett drauf verzichtet. Weiß gar nicht woher die ihre Vitamine bekommt. Ich jedenfalls mag Gemüse und auch Obst sehr gerne. Aber Befürchtungen, dass es keine Ernte mehr gibt, habe ich tasächlich nicht. Es lassen sich auch innerhalb eines Landes Leute finden. Ein paar meiner Freunde haben schon mit dem Gedanken gespielt es für eine Periode zu machen. Es gibt ja einige, die ihren jetzigen Job nicht mehr ausüben können.
    Geändert von Darkfield (31.03.2020 um 04:37 Uhr) Grund: Vollzitate entfernt

  4. #4
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    Corona zeigt hier auf, dass die Ernte von Obst und Gemüse wohl nicht unerheblich durch Sasionsarbeiter aus dem Ausland (z.B. Rumänien oder Polen) erfolgt. Ein gutes Gehalt ist dementsprechend wohl nicht zu erwarten. Bereits 2015 berichtete der NDR über Ausbeutung der Erntehelfer durch deutsche Bauern. Im gleichen Jahr wurde ein Mindestlohn in Höhe von 7,40€ eingeführt. In der Praxis werden die Erntehelfer jedoch anscheinend oft nach geernteter Menge bezahlt.

    Diese Menschen finden scheinbar besser bezahlte Tätigkeiten. Oder bleiben gleich zuhause in ihren Heimatländern, da die dortige Wirtschaft gewachsen ist. Bereits vergangenes Jahr wurde daher über fehlende Erntehelfer geklagt. Beispielsweise beim Spargel. Durch den Virus wird dieses Problem noch verstärkt, da auch die verbleibenden Helfer nun nicht kommen wollen bzw. dürfen.

    Derzeit wird darüber diskutiert, Schüler und Studenten anzuwerben. Grundsätzlich finde ich das eine gute Idee. Wenn man am Schluss ein paar Cent mehr zahlen soll, weil Schüler/Studenten dadurch einen Nebenverdienst erhalten, habe ich damit kein Problem. Sofern das Geld dann wirklich bei denen ankommt.

    Körperlich anspruchsvolle Arbeiten werden in Zukunft zwangsweise besser bezahlt werden müssen. Das betrifft nicht nur die Erntehelfer. Immer weniger wollen in solchen Jobs arbeiten. Sie schauen welche anderen Tätigkeiten es gibt. Oft wird festgestellt, dass diese weniger anstrengend erscheinen und zudem ein besseres Gehalt zu erwarten ist. Setzt sich dieser Trend ohne Gegenmaßnahmen vor, wird es uns bald u.a. an Bäckern, Handwerkern, Pflegern und eben auch Erntehelfern mangeln.

  5. #5
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    Standard AW: Gemüseernte in Deutschland ohne Erntehelfer gefährdet?

    Seltsam ist, dass immer das Klagen der Unternehmen aufschlägt für Arbeiten die von gerade Jenen so beschissen bezahlt wird!

    Haben die den Schuss immer noch nicht gehört?
    - Reinigungskräfte, werden nach Akkord bezahlt - nat. Mindestlohn
    - Erntehelfer, werden meist nach Akkord bezahlt - nat. Mindestlohn
    - Pflegekräfte, mit qualifizierter Ausbildung - Bezahlung gaaaanz am unteren Ende der Skala
    - Mini-Jobber, die gleichwertige Arbeiten verrichten wie fest Angestellte, müssen für Mindestlohn mehr Stunden kloppen

    Diese Ausbeutung wurde regelrecht kultiviert, und durch Lobbyarbeit manifestiert.

    Jetzt Schüler und Studenten für diese oft körperlich fordernde Arbeiten heran zu ziehen halte ich für mehr als Fragwürdig!
    Und die Einschränkungen, was Schüler und Stundeten verdienen dürfen ohne das denen ein Nachteil daraus entsteht (BAFÖG etc.), sind dann auch immens.

    Da haben wieder begnadete Schwätzer mit Null-Plan-Mentalität etwas in den Raum geworfen, nur um etwas gesagt zu haben!

    - Mindestlohn rauf setzen, wenigstens auf 15€
    - Mindestlohn NICHT in Kombination mit Akkordarbeit
    - Mindestlohn überprüft auf die geltenden Arbeitsplatz-Schutzgesetze (Ergonomie am Arbeitsplatz, nicht schwerer heben als XY usw.)
    - Gleichstellung der Mini-Jobber gegenüber den fest angestellten, und Überprüfung dessen durch Ordnungsamt, Zoll und ARGE

    Ja, das wird Kosten!
    Ja, das wird die Gewinne der Unternehmen schmälern
    Aber, das wird die Arbeiter motivieren und die Qualität/Quantität steigern!

    Manchmal muss man eben NICHT BWL oder VWL studiert haben um den gesunden Verstand zu benutzen.
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    Fritz (05.04.2020)

  7. #6
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    Zitat Zitat von Darkfield Beitrag anzeigen
    Jetzt Schüler und Studenten für diese oft körperlich fordernde Arbeiten heran zu ziehen halte ich für mehr als Fragwürdig!
    Ich finde es besser, wenn dafür Deutsche herangezogen werden. Ökonomisch ist es nicht sinnvoll, dass Wanderarbeiter tausende Kilometer hin- und her pendeln. Unsere Wirtschaft profitiert auch nicht wirklich davon, wenn die das Geld anschließend großteils wieder mit nach hause nehmen. Außerdem frage ich mich, ob diese Menschen nicht in ihren Heimatländern fehlen? Wir machen schon an anderer Stelle die lokale Wirtschaft fremder Länder kaputt, z.B. durch billiges Exportfleisch.


    Ansonsten würde ich als Student eine körperliche Arbeit gut finden als Ausgleich. Ich habe auch schon in anderen Berufen gearbeitet, bei denen man viel auf den Beinen ist. Natürlich sollte es dann auch eine faire Bezahlung geben. Das sollte es sowieso, egal wer die Arbeit verrichtet.

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  9. #7
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    Standard AW: Gemüseernte in Deutschland ohne Erntehelfer gefährdet?

    OK, wenn man es so sieht!
    Ist was dran.
    Fragen wir mal bei den Schülern und Studenten nach was die allgemein so drüber denken.
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    DMW007 (12.04.2020)

  11. #8
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    Junge Menschen revolutionieren die Erntemethoden in der Landwirtschaft.
    Studenten vernetzen Bauern und Erntehelfer Nordkurier .Moderne Studenten beteiligen sich an der Gemüseernte indem sie ein Computerprogramm schreiben das Erntehelfer und Bauern zusammenbringt anstatt sich auf das Feld zu stellen um die Möhren herauszuziehen. Da kann man gespannt abwarten, ob die neue Erntemethode auch erfolgreich sein wird und Möhren auf den Esstisch bringen wird.

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