1. #1
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    Standard Kümmert sich Deutschland zu wenig um Obdachlose?

    Galileo hat vor ein paar Monaten ein Video online gestellt, bei dem 10 Fragen an eine Gruppe von 5 Obdachlosen gestellt wurden. Alle 5 hatten ein Tief in ihrem Leben, dass sie in die Obdachlosigkeit gebracht hat. Vom klischeehaften drogenabhängigen Bettler der sich mit kriminellen Kleingeschäften über Wasser hält, kann bei keinem der fünf Personen die Rede sein.

    Der Beitrag regt zum Nachdenken an und ich habe mir die Kommentare durchgelesen. Zusammengefasst vertreten die Meisten folgende Meinungen:

    1. Die Flüchtlinge werden mit Geld überschüttet, aber Arme Deutsche auf der Straße bekommen nichts => Man müsste das ändern
    2. Solidarität mit den Menschen auf der Straße
    3. Man regt sich darüber auf, dass der Sozialstaat diesen Obdachlosen anscheinend nicht hilft

    Mich hat erschreckt, dass einige gegen Flüchtlinge hetzen, als gäbe es keine Menschen. Von denen kam meist diese entweder-oder Vergleiche, bei denen die Bettler alles und die Flüchtlinge nichts bekommen sollten. Dieser Vergleich erscheint mir aber sehr undifferenziert. Sicher gibt es schwarze Schafe unter den Flüchtlingen - aber wo gibt es die nicht? Auch Obdachlose sind sicher nicht alle wie in dem Video. Dort sind auch Kriminelle dabei, die keine Lust haben sich um ihre Zukunft zu kümmern, und stattdessen mit kleinen Verbrechen sich Geld für Drogen, Waffen etc. aneignen.

    Auch wenn ich diese Vergleiche mit Asylanten ungerne ziehe, stellt sich mir doch die Frage: Wird sich tatsächlich besser um Flüchtlinge gekümmert, als um Obdachlose? Wenn ja warum? Verspricht sich die Politik dadurch minderwertige Arbeiter, die jene schlecht bezahlte Jobs machen, wozu immer weniger Deutsche bereit sind? Wäre dieses Ziel nicht auch mit zumindest einem Teil der Obdachlosen realisierbar?

    Und warum kann es überhaupt sein, dass Menschen auf der Straße leben (müssen)?
    In einem Sozialstaat wie Deutschland müsste der Staat doch entsprechende Hilfeeinrichtungen bereitstellen, sodass Obdachlose zumindest vorübergehend ein Dach über dem Kopf bekommen, bis ihre Probleme geklärt sind.
    Es scheint mir schwer vorstellbar, dass es da keinen anderen Weg gibt, als monatelang auf der Straße zu leben, bis das Sozialamt sich bequemt einem die Sozialhilfe zu gewähren

    Wer den Beitrag anschauen möchte findet ihn hier:


    Im Krieg gibt es keine Gewinner, nur Verlierer!

  2. #2
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    Standard AW: Kümmert sich Deutschland zu wenig um Obdachlose?

    Im Gegensatz zu den "Flüchtlingen" haben Obdachlose nur eine schwache Lobby - zudem wollen sich Politiker nicht mit abgerissenen Menschen ablichten lassen,
    da ist es populistisch wirksamer neben traurig blickende Flüchtlingskinder zu Posen!
    Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)
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    Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren. (Albert Einstein)
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    Doofheit ist keine Entschuldigung.

  3. #3
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    Standard AW: Kümmert sich Deutschland zu wenig um Obdachlose?

    "Personen, bei denen besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten verbunden sind, sind Leistungen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten zu erbringen, wenn sie aus eigener Kraft hierzu nicht fähig sind." § 67 SGB XII

    "...die Unfähigkeit zur Veränderung führe zum Verlust der Handlungsfähigkeit." www.brandeins.de

    Oftmals sind es Menschen die von Veränderung im Leben buchstäblich überrannt werden und anstatt auf die Veränderung zu reagieren, ziehen sich diese Menschen zurück und zeigen keinerlei Reaktion. Oftmals trauen sich die Menschen nicht Leistungen des Staates oder Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    In Deutschland sind Hilfsorganisationen da, der Staat stellt Geld für die Obdachlosen bereit. Einigen Menschen fällt das allerdings schwer, sich aufzuraffen um Hilfe bei einer Hilfsorganisation oder Behörde zu bitten und an der eigenen Situation etwas verändern.

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    Darkfield (16.07.2018)

  5. #4
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    Standard AW: Kümmert sich Deutschland zu wenig um Obdachlose?

    Deutschland ist ein Sozialstaat. Das Netzwerk der Sozialfürsorge über staatliche, lokale und kirchliche Stellen ist dichter verflochten als in den meisten vergleichbaren Wohlstandsgesellschaften. Die Wirtschaft brummt weiter, die Arbeitslosigkeit liegt auf einem historischen Tiefpunkt von unter sechs Prozent, die Energie- und Lebensmittelpreise sind niedriger als in vielen anderen europäischen Ländern.

    Aber Armut gibt es in Deutschland, wenn auch ohne Slums - denn fließendes Wasser, Strom, Kanalisation und Müllabfuhr sind schon in den einfachsten Unterkünften selbstverständlich. Derzeit sind in Deutschland rund 860.000 Menschen obdachlos, nach Schätzungen des Bundesverbandes zur Unterstützung der Obdachlosen (BAG W.) Einige leben auf der Straße, aber mehr als 800.000 bleiben bei Freunden oder übernachten in Notunterkünften. Etwa 52.000 Menschen in Deutschland leben auf der Straße, ohne ein Dach über dem Kopf - das sind insgesamt sechs Prozent der als obdachlos geltenden Menschen.

    Rund 440.000 Flüchtlinge haben einen Rechtsanspruch auf eine Wohnung. Derzeit sind sie noch in Massenunterkünften untergebracht. Frauen, Familien und Migranten sind am stärksten betroffen. Sie laufen häufiger Gefahr, das Dach über dem Kopf zu verlieren, auch wenn es sich um gemietete Wohnungen handelt. Der Rückzug des Staates aus dem geförderten Wohnen ist einer der Gründe. Allein in Westdeutschland gab es vor dreißig Jahren vier Millionen mietkontrollierte Wohnungen. Heute ist diese Zahl in einem viel größer gewordenen Deutschland auf 1,3 Millionen gesunken. Erschwingliche Wohnungen sind selten; der Markt bestimmt die Preise.

    Genau hier finde ich kümmert sich Deutschland zu wenig um Leute, die sich eine Wohnung zu "normalen" Preisen zwar noch leisten könnten, aber es aufgrund der explodierenden Mietpreise eben nicht mehr können. Auch das ist ein zunehmender Grund für Obdachlosigkeit! Wenn es so weiter geht, werden wir in einigen Jahren sicher ähnliche Verhältnisse wie in US-Amerikanischen Großstädten bekommen. In NYC z.B. sind viele arbeitende Menschen obdachlos, weil die Preise dort völlig unbezahlbar geworden sind.

    Im Krieg gibt es keine Gewinner, nur Verlierer!

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    Darkfield (04.09.2019)

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