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  1. #31
    Avatar von DMW007
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    Öllager in Russland brennen, die anscheinend von der Ukraine angegriffen wurden. London macht kein Geheimnis daraus, dass sie das als völlig akzeptabel ansehen, auch wenn ihre Waffen dafür verwendet werden. Kann man so sehen, deeskalierend ist das aber sicher nicht. Putin ist nun sauer, dass GB die Ukraine zu solchen Angriffen ermutige und kündigt an: Man könnte Vergeltungsschläge auf die Entscheidungszentren in Kiew zu starten. Für sie wäre es kein Problem, wenn dabei bestimmte westliche Politiker in diesen Gebäuden anwesend wären und sozusagen als Kollateralschaden getötet werden. Das könnte passieren, wenn ausländische Regierungschefs z.B. für Gespräche nach Kiew reisen.

    Wie gut, dass sämtliche Parteien - inklusive den Grünen - stetig Druck machen, damit Deutschland seine Lieferungen um schwere Waffen erleichtert. Und wenn Putin die Billigung eines Angriffs auf Russland schon als Bedrohung ansieht, wird er die Lieferung von schweren Waffen bestimmt nicht problematisch finden. Bei allem Recht zur Selbstverteidigung, dass die Ukraine besitzt: Gibt es gerade unter nahezu allen Parteien einen Wettlauf, wie man die Lage weiter eskaliert? Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber ich bin nicht so kriegsgeil, dass ich testen möchte, ab wann wir mit diesen Feuerspielen den dritten Weltkrieg auslösen und wann nur fast.

  2. #32
    Avatar von Fritz
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    Gerhard Schröder: Ukraine-Krieg : Diplomatie Konsequenz politischen Versagens. Stern

    Politiker haben nicht das gemacht wofür sie von ihrem Volk gewählt und bezahlt wurden. Leider können Politiker nicht zur Verantwortung für ihr tun gezogen werden. Genauso wenig kann man Politiker nicht in Regress für ihr tun nehmen. Politiker spüren keine Folge des Krieges. Alle Politiker weltweit merken weder dass der Preis für Kraftstoff, Sonnenblumenöl oder Lebensmittel angestiegen sind da sie nicht selbst bezahlen müssen.

    Politiker outsourcen? Kosten für Landespolitik optimieren.

    Im Fall der Ukraine Krise wäre es den Bürgern möglich der alten Regierung zu kündigen und den Regierungsauftrag einem anderen Regierungsunternehmen zu geben. Durch die fristlose Kündigung der alten Regierung würden für den Bürger und Steuerzahler keine Folgekosten entstehen, da der Vertraglich vereinbarte "Schutz zum Wohle des Volkes" nicht erfüllt wurde.

    Papst twittert auf Russisch und Ukrainisch: „Krieg ist Versagen der Politik“ Vaticannews


  3. #33
    Avatar von DotNet
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    Ich hätte nie gedacht, dass ich dem Papst mal zustimmen werde. Nachdem die USA weitere 33 Milliarden [!!!] Dollar in die Ukraine investieren, fand ich es interessant mal zu sehen, wofür dieses Geld ausgegeben wird:

    • 20 Milliarden sind für das Militär (Waffen, Munition etc)
    • 8,5 Milliarden Wirtschaftshilfe für Kiew
    • 3 Milliarden Humanitäre Hilfsgüter



    Gerade mal 9% sind somit humanitäre Hilfsgüter. Ich finde das krass. Den Menschen dort fehlt es an grundlegenden Dingen und das meiste Geld fließt in den Krieg? Ob damit der Bevölkerung wirklich geholfen ist?

  4. The Following User Says Thank You to DotNet For This Useful Post:

    Fritz (03.05.2022)

  5. #34
    Avatar von DMW007
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    Meiner Meinung nach gibt es in beide Richtungen valide Argumente: Die Ukraine hat legal das Recht, sich zu verteidigen und unabhängig zu sein. Andererseits kommt es durch das Hochrüsten auf beiden Seiten wohl auch nicht zu einem Sieg, sondern eher zu mehr Tot und Leid. Was die USA angeht, kann man sich ja die Frage stellen, ob sie das überhaupt interessiert. Russland ist massiv sanktioniert und hat durch den Angriffskrieg Reputation eingebüßt. Es ist erst 3 Jahre her, da hatte die USA diesen Ruf als die weltweit größte Gefahr für den Weltfrieden. Den USA ist Russland schon lange ein Dorn im Auge. Insbesondere in Verbindung mit Deutschland könnte eine Partnerschaft entstehen, die das Potenzial hat, sich auf Augenhöhe der USA zu entwickeln. Dazu rüstet Deutschland massiv auf, bekennt sich nicht nur zum 2% Ziel (was ca 70-80 Milliarden Euro pro Jahr bedeutet), sondern Scholz sprach sogar von "mindestens 2%". Und das ist nur DE. Weltweit steigen die Rüstungsausgaben stark an auf einem neuen Rekord von zwei Billionen US-Dollar pro Jahr.

    Aus Sicht der USA hat man also seine Interessen umgesetzt, egal wer gewinnt. Wenn man den Krieg jetzt lang zieht, schlagen sich beide die Köpfe ein und sind am Ende geschwächt. Warum ist das geostrategisch eine gute Idee? Wenn Putin (schnell) gewinnt, könnte er auf die Idee kommen, weitere Länder anzugreifen. Das wäre wohl das Hauptargument. Die Ukraine möchte man vielleicht aber auch nicht unbedingt gewinnen lassen. Die haben ja schön länger durchaus Probleme mit Korruption und teils auch Nationalsozialismus. Auch wenn das den USA egal ist, hat die Ukraine wenig, woran die USA Interesse hätten.

    Klingt surreal und asozial? Moralisch verwerflich ist es definitiv, interessierte die USA im ersten Golfkrieg allerdings wenig: Dort hat man Irak und Iran (also beide Kriegsgegner) mit Waffen versorgt. Dementsprechend wurde es ein langer Krieg mit hunderttausenden Todesopfern. Und als Bonus oben drauf hat die CIA den Aufständigen (oder Terroristen, je nach Sichtweise) geholfen, Tonnenweise Kokain in die USA zu schmuggeln. Der Erlös diente zur verdeckten Finanzierung.

    Nun kann man sagen: Okay, das waren die 1980er Jahre. Früher haben alle Regierungen mal schwere Verfehlungen und Verbrechen begangen, auch Deutschland. Aber heute kommt so was sicher nicht mehr vor. George Friedman sieht das anders. Der führende Geostratege und Sicherheitsexperte in den USA sagte 2015, dass diese Stategie klug sei, weil sie ja funktioniert habe. Gerade in Europa sei das für die USA der einzige Weg, weil sie dort zahlenmäßig unterlegen sind. Ob ein langer 8-Jähriger Krieg mit mindestens rund 360.000 Todesopfern (je nach Schätzung bis fast einer 3/4 Million) so gut war, bezweifle ich doch stark.*Der Krieg endete durch einen Waffelstillstand. Nach der langen Mensch- und Materialschlacht waren beide Seiten stark geschwächt. Für die USA hat sich das vielleicht gelohnt, aber für die betroffenen Menschen vor Ort?

  6. #35
    Avatar von Rnb
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    Nun äußert sich selbst der Papst*zum Ukraine-Krieg: Er ist der Meinung, dass die NATO Russland bedrängt hat und den Einmarsch in die Ukraine erleichtert habe. Er würde aber nicht so weit gehen zu sagen, dass die NATO den Krieg provoziert habe. Nun möchte der Papst nach Moskau reisen um mit Putin zu sprechen.

  7. #36
    Avatar von Fritz
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    Standard AW: Ukraine-Russland Konflikt: Was passiert und warum? Wieso droht Eskalation?

    Das Engagement Deutschlands im Ukraine Krieg kommt, da Deutschland green Wasserstoff für die Klimawende braucht.

    „Zentrale Rolle“: Merkel setzt sich für grünen Wasserstoff ein. www.wiwo.de 19. Mai 2021

    Deutschlands „Wasserstoffdiplomatie“. ... die Absicht Deutschlands große Mengen Wasserstoff aus der Ukraine zu importieren. ... Um die notwendigen Mengen an „grünem“ Wasserstoff zu produzieren, werden jedoch riesige Mengen an erneuerbarem Strom benötigt. Deutschland erwägt daher schon länger den eigenen Bedarf aus dem Import zu decken. ..„Wir werden als deutsche Bundesregierung sehr bald in Kiew ein Büro für Wasserstoff-Diplomatie eröffnen“, sagte Baerbock am 17. Januar bei ihrem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt. ...„Langfristig werden wir große Mengen klimaneutralen Wasserstoffs importieren“, schrieb die Wirtschaftsweise Veronika Grimm, ...Hier kommt die Ukraine ins Spiel. „Die Ukraine hat ein großes Potenzial für grünen Wasserstoff, auch als Alternative zu fossilem Gas“, twitterte das deutsche Außenministerium und fügte hinzu, dass Baerbock den ukrainischen Wasserstoffrat besucht habe. „Unsere Energiepartnerschaft mit der Ukraine unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien, der Energieeffizienz und den Ausbau von grünem Wasserstoff“, erklärte die Außenministerin auf ihrem Instagram-Account. Für Deutschland ist der Import von grünem Wasserstoff aus der Ukraine durchaus sinnvoll. Die Pipeline-Infrastruktur ist mehr oder weniger bereits vorhanden, auch wenn sie noch umgerüstet werden muss. Deutschland sagte somit eine erste Spende von 175 Millionen Dollar (153,45 Millionen Euro ab Januar 2022) für einen „Grünen Fonds“ sowie die Ernennung eines Sonderbeauftragten zu, der die Ukraine mit 70 Millionen Dollar (61,38 Millionen Euro) beim Kohleausstieg unterstützen soll. Der Grüne Fonds hat das erklärte Ziel, die Energiewende, die Energieeffizienz und die Energiesicherheit der Ukraine zu unterstützen. euractiv.de Jan. 2022

    Eröffnungsbilanz Klimaschutz. Der Aufbau einer Wasserstoffnetzinfrastruktur ist eine zentrale Voraussetzung für eine verlässliche und insgesamt effiziente Versorgung mit Wasserstoff, denn sie vernetzt die Abnehmer (insbesondere in den industriellen Verbrauchszentren) mit den günstigen Standorten für die Erzeugung von grünem Wasserstoff (z. B. Windstandorte in Norddeutschland) und kann Wasserstoffspeicher als Flexibilitäts- und Back-up-Komponente einbinden. Wichtig ist auch eine gute Vernetzung mit unseren europäischen Nachbarn, da wir aufgrund der begrenzten Flächenpotenziale bei Erneuerbaren Energien den überwiegenden Teil des Wasserstoffs importieren werden. www.bmwk.de

    Klimawende ist eine Kriegsansage an alle Länder die Fossile Energie Fördern und verkaufen: Umso mehr Deutschland und die westlichen Staaten Klima neutrale Energie verwenden umso weniger Fossile Energie wird benötigt. Das bedeutet, dass Länder die ihre Wirtschaft auf den Handel Fossiler Energie ausgelegt haben immer ärmer werden.

  8. #37
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    Standard AW: Ukraine-Russland Konflikt: Was passiert und warum? Wieso droht Eskalation?

    Erdogan fordert Entmilitarisierung griechischer Inseln. Sollte Griechenland dem nicht nachkommen, gibt es eine Kriegsdrohung. Hat sich die Türkei von Russland inspirieren lassen?

    Und die größere Frage: Wie geht der Westen damit um? Der EU Beitritt der Türkei wurde ja schon vor Jahren wegen mangelndem Rechtsstaat, Menschenrechtsverletzungen und anderen fragwürdigen Dingen ausgesetzt.
    Wird Deutschland nun die Türkei boykottieren? Konsequenterweise müsste das die Lehre aus Russland sein. Ich spiele auf die Kritik an, dass man bislang zu eng mit Russland zusammengearbeitet hat. Insbesondere der SPD wird das vorgeworfen.

    Im Krieg gibt es keine Gewinner, nur Verlierer!

  9. #38
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    Standard AW: Ukraine-Russland Konflikt: Was passiert und warum? Wieso droht Eskalation?

    Der Krieg in der Ukraine könnte noch Jahre dauern, sagt der Generalsekretär der NATO. Die Sanktionen haben Russland bisher nicht geschadet, sondern eher genutzt: Durch die Sanktionen sind die Preise für fossile Energie wie Öl und Gas stark angestiegen. Zwar ist die reine Menge der russischen Exporte gesunken. Der höhere Preis gleicht dies jedoch aus, dass im Endeffekt sogar mehr Geld verdient wird.

    Dabei unterstützen auch EU-Länder wie Griechenland: Die Lobby der Reedereien konnte sich durchsetzen und sorgte für eine starke Aufweichung des von der EU angekündigten "zerstörenden" Ölembargos. Die Sanktionen greifen erst nach einer Übergangszeit von 6 Monaten - dank dem Druck der Lobbyisten kann auch danach weiter russisches Öl verschifft werden. Griechenland ist hier kein Nebenschauplatz: Deren Redereien halten etwa 1/4 aller Tanker weltweit, es geht also um einen großen Marktteilnehmer.

    Am Ende ist es eine Umverteilung der Importeure. Putin und Griechenland werden von diesen Geschäften profitieren. Die Bevölkerung in Deutschland dagegen bekommt als Folge teurere Preise zu spüren. Und das wohl noch über etliche Jahre, nachdem ein Ende des Krieges nicht in Sicht ist. Außerdem ist keineswegs klar, wie sich die Lage nach einem solchen Kriegsende entwickelt und ob die Preise zurückgehen.


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