1. #1
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    Standard Wie sichtbar und hörber darf bzw. soll Religion sein?

    In Köln gibt es seit einigen Monaten ein Pilotprojekt: Moscheen dürfen Freitags per Lautsprecher zum Gebet aufrufen. Die Aufregung war groß. Bis heute allerdings gab es noch keinen einzigen Aufruf, da die Moscheen ein Lärmgutachten vorlegen müssen. Zwei Gemeinden hatten dies beantragt, von beiden fehlt bisher das Gutachten und es ist derzeit unbekannt, wann dies nachgeholt werden soll. Ein solches Gutachten ist notwendig, um den Lärmschutz sicherzustellen. Für das auf zwei Jahre befristete Modellprojekt gibt es Auflagen: Der Gebetsruf darf beispielsweise maximal 5 Minuten lang sein und ein Grenzwert ist bei der Lautstärke einzuhalten.

    Daran gibt es Kritik von verschiedener Seite: Einmal inhaltlich, was vor allem daran liegen dürfte, dass Muslime mit dem sogenannten "Muezzin-Ruf" zum Gebet aufrufen. Dabei wird nicht nur zum Gebet aufgerufen, sondern er enthält auch eine Art Glaubensbekenntnis. Mehrfach wird bekundet, dass Allah der größte und einzigste Gott sei. Hierbei kann man mMn. zu Recht hinterfragen, in wie weit das der Toleranz und Akzeptanz dienen soll. Eines der Hauptprobleme bei den ganzen Religionen ist ja, dass einige davon behaupten, den einzig wahren Gott zu haben. Manche gehen sogar noch weiter und diskreditieren die Götter anderer Religionen als falsch. Der Christ hört nun, dass er an den falschen Gott glaubt und wer mit Religionen nichts zutun hat, dass er dringend an einen glauben sollte?

    Finde ich beides falsch und bin daher der Meinung, dass man solche lautstarken Symbole alle abschaffen sollte. Gerne auch die Kirchenglocken. Die vermitteln zwar keine direkte religiöse Botschaft, aber trotzdem braucht das einer mehr. Nicht mal rein praktisch, wir haben alle Uhren im Haus, Radio, Fernsehen, Computer, Internet, Handys. Im Jahre 2022 ist doch wohl kaum jemand ernsthaft mehr darauf angewiesen, dass irgendwo eine Glocke läutet, wenn er denn unbedingt den Gottesdienst einer Kirche besuchen möchte. Die Diskussion ist übrigens nicht neu.

    Generell ist das eine hitzige Debatte. Das sieht man schon alleine daran, dass eine Moschee die besagten Antrag eingereicht hat, kurz danach angezündet wurde. Dass so was hierzulande definitiv weit unter der Gürtellinie ist, sollte denke ich klar sein. Es zeigt aber, wie extrem gespalten die Leute bei dem Thema sind, wenn man deswegen derartigen Groll hegt, dass man mal eben einen Brandanschlag verübt. Gilt natürlich eben so für jene, die andere Einrichtungen wie z.B. Flüchtlingsheime anzünden/angreifen. Das Thema ist an sich nicht neu, aber da sollten wir uns mal ernsthaft die Frage stellen, wie wir diese riesigen Gräben wieder schließen können.

    Die Ausweitung von religiösem Kram bewirkt meiner Meinung nach eher das Gegenteil, und zwar egal für welchen Verein. Viele Menschen merken: Es ist wenig rationell, nach irgendwelchen uralten Büchern zu leben und wenden sich davon ab. Sei es durch Kirchenaustritt oder in dem sie schlichtweg nur noch auf dem Papier religiös sind. Und das schon seit längerem. Bereits vor Jahren hatten alleine fast 1/3 der evangelischen Kirchenmitglieder in der Praxis nichts mehr mit der Religion zu tun. Dazu kommen jene, die aus der Kirche ausgetreten sind oder nie eine Konfektion hatten. Das werden immer mehr, was die Frage verstärkt: Wie sichtbar sollen solche Organisationen sein? So einfach wie im 18. Jahrhundert ist diese Frage halt unter den Umständen nicht mehr zu beantworten.


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    Darkfield (10.08.2022)

  3. #2
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    Standard AW: Wie sichtbar und hörber darf bzw. soll Religion sein?

    Jau, schaffen wir endlich mal diesen bescheuerten Glocken-Krach ab - der Nervt total!
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