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  1. #1
    U-Labs Routinier
    Avatar von Jokuu
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    Standard Wie viel ist unser Essen wert?



    Sehr interessante Doku zur Preispolitik und der Nachhaltigkeit unserer Lebensmittel in Deutschland
    Wer keine Zeit hat die Doku anzuschauen oder jetzt schon mitdiskutieren möchte, für die fasse ich im folgenden die meiner Ansicht nach wichtigsten Fakten der Doku heraus.

    Was sind Lebensmittelsubventionen?

    Für den Verbraucher sind Lebensmittel in Deutschland vergleichsweise günstig, da die EU Lebensmittel subventioniert. Der Produzenz (z.B. ein Milchbauer) kann seine Produkte so unter Wert verkaufen und macht rein rechnerisch Minus. Er verdient sein Geld durch die Subventionen, welche er von der EU bekommt. Pro Hektar wird eine pauschale gezahlt, egal für was die Fläche genutzt wird. Ohne Subventionen wären die Lebensmittel im Schnitt um mindestens 30% "teurer". Viele Milchbetriebe könnten daher ohne Subventionen gar nicht mehr existieren, da der Milchpreis seit 30 Jahren gleich geblieben ist - trotz 1,5% Inflation jedes Jahr.
    Insgesamt zahlt die EU jährlich 58 Milliarden Euro für Subventionen. Davon sind 6 Milliarden nur für Deutschland.

    Ungerechte Verteilung

    Der Ursprüngliche Sinn der Lebensmittelsubventionen bestand darin, kleine Bauern zu unterstützen. Durch die oben erklärte Pauschale pro Hektar Land passiert das aber nicht: Wer mehr Land hat bekommt auch mehr Geld von der EU. 1,5% der EU-Betriebe erhalten 30% der Subventionen. Nachhaltiger (Bio) Anbau wird auch nicht gefördert. Das wurde schon mehrfach kritisiert und deswegen gab es eine Reform. Die bewirkte jedoch genau das Gegenteil: Effektivität durch Massenproduktion lautet nun die Devise, anstatt Nachhaltigkeit durch vernünftigen Anbau.

    Hoher Druck durch Bedingungen und Konzerne

    Subventionen sind besonders für Bio-Betriebe an hohe Bedingungen geknüpft, die sich ständig ändern. Manche sind z.B. abhängig von der Anzahl der Tiere und gilt nur bis z.B. 200 Kühe. Ab Kuh Nummer 201 gibt es wieder neue Bedingungen, die erfüllt werden müssen. Teilweise sind die richtig teuer und kosten den Bauer mehrere hunderttausend Euro. Auch gibt es für jeden Fehler Sanktionen, die zu Kürzungen führen (wie beim Arbeitslosengeld).

    Aber auch die großen Konzerne können großen Druck ausüben: In Deutschland gibt es ein Oligopol im Lebensmittelmarkt. Das heißt: Es beherrschen nur wenige Firmen den gesamten Markt. Wenn die sich wie im Moment einig sind auf Billig statt Qualität zu setzen, stehen die Bauern unter hohem Druck und haben keine Chance sich dagegen zu wehren.

    Kritik: Versteckte Folgekosten und Verschwendung

    Viele Experten halten die Subventionen für Unsinn, da sie den Konsum fördern auf Kosten der Qualität. Außerdem zahlt der Verbraucher versteckt viel höhere Preise für diese Politik ohne es zu merken: Jeder EU-Bürger zahlt 33 Cent pro Tag für die EU-Subventionen und weitere 83 Cent täglich um Folgeschäden der nicht nachhaltigen Billigproduktion (z.B. Wasserverschmutzung) zu reparieren! Der Preis im Laden entspricht also nicht dem realen Preis den wir alle über Steuern etc. bezahlen und verführt so zu Verschwendung. Verbraucher würden nicht mehr sondern sogar etwas weniger bezahlen, wenn die EU-Subventionen abgeschafft und der Milchpreis auf seinen tatsächlichen Wert angepasst werden würde.

    Durch die Subventionen entsteht ein Teufelskreis: Die Menschen müssen mehr Steuern zahlen und haben weniger Geld. So können sie sich nur billige Lebensmittel leisten, die von der EU subventioniert werden. Würde man die Subventionen abschaffen, könnten die Steuern sinken. Die Menschen könnten sich selbst qualitativ hochwertige Lebensmittel leisten, weil sie mehr Geld in der Tasche haben!

    Billig-Bio Mogelpackungen

    Da manche Leute langsam aufwachen und nicht nur auf den Preis sondern auch wieder auf Qualität achten, gibt es einen Bio-Boom. Daran wollen REWE & co natürlich mitverdienen und bieten daher ihre Hausmarken auch als Bio-Produkte an. Bio ist aber nicht gleich Bio: Die Discounter beachten meist nur die deutlich laxeren EU-Regelungen für Bioprodukte. Ein solches Bio-Produkt kann z.B. sehr lange Strecken zurückgelegt und so unnötig die Umwelt verschmutzt haben - trotz Bio Logo. Eigenmarken von Bauern in der Umgebung sind meist deutlich besser und strenger als die EU-Verordnungen.

    Meine Meinung

    Ich halte das für eine Sauerei. Wir drücken den Preis und unterstützen Billigproduktionen. Und anschließend wundern wir uns, wenn es Ekel-Skandale gibt, weil jemand ein paar Cent mehr einsparen wollte um nicht am Hungertuch nagen zu müssen. Ich kann es ja verstehen, dass ein günstigerer Preis verführerisch ist. Hier und da ein paar Cent sparen und schon kostet der Einkaufswagen 5 oder 10€ weniger, für die man sich was anderes kaufen kann.
    Aber ich habe schon mehrfach feststellen müssen, dass alles einen gewissen Preis hat. Unterschreitet man den, bekommt man meist in irgend einer Art etwas minderwertiges. Entweder schlechte Ware oder jemand anders wird abgezockt. Mit den EU-Subventionen ist es sogar so, dass unsere Lebensmittel eigentlich versteckt teuer sind. Ich bin daher dafür diese Subventionen abzuschaffen. Wenn der im Supermarkt angegebene Preis höher ist, denkt man auch darüber nach ob man wirklich so viel braucht und vermeidet so unnötige Verschwendung!

    Eure Meinung?

    So jetzt seid ihr dran! Was haltet ihr davon? Wie kauft ihr ein? Achtet ihr auf Regionalität und Qualität, oder ist euch das alles egal und ihr habt so die 'yolo' Einstellung hauptsache billig?
    Meine Tochter neulich im Zoo in der Arktisabteilung: "Guck mal Papi, da sind Linuxe!"

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    !lkay (09.08.2014), DMW007 (14.08.2014), milchbubix (05.08.2014), Roxithro (27.05.2015)

  3. #2
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    Avatar von manuela2
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    Standard AW: Wie viel ist unser Essen wert?

    Ich wohnte füher in einem anderen Land, dort aß ich gerne, viel war aber nie dick - es war ein genuss - hier esse ich eigentlich nur aus hunger. die supermarkt ware kann man fast komplett knicken, an der frischetheke gibts selten etwas besseres, nur eben teuerer und optisch ansprechender. so oft es geht lasse ich mir essen aus der heimat bringen oder kaufe auf dem wochenmarkt ein, bei einem der noch gebliebenen schlachter, ist zwar teurer jedoch noch geniessbar. gute bäcker gibts auch nur noch wenig. das ist eine sauerei, ich war zwar noch nicht in den usa, bin aber der meinung, dass deutschland in europa eine sehr schlechte nahrungsmittelqualität hat, vor allem in den supermärkten.

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    StarWarsFan (26.07.2014)

  5. #3
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    Avatar von Jokuu
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    Standard AW: Wie viel ist unser Essen wert?

    Naja also verglichen mit den USA stehen wir wohl noch ziemlich gut da. Vor allem was das Thema Zusatzstoffe angeht. Hier muss ein Lebensmittelproduzent nämlich beweisen, dass seine verwendeten Stoffe ungefährlich sind. In den Staaten ist es leider genau anders herum: Jeder Stoff darf verwendet werden, bis jemand seine Schädlichkeit beweist. Das finde ich schon bedenklich. So kann es passieren, dass ein giftiger Stoff Jahre oder Jahrzehnte lang auf dem Markt ist, bis jemand feststellt, dass er gefährlich ist.
    Deswegen ist das Freihandelsabkommen auch keine gute Idee. Dadurch würde die Qualität der Lebensmittel hier deutlich sinken!
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  6. #4
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    Avatar von campkudd
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    Standard AW: Wie viel ist unser Essen wert?

    Eigentlich schlimm. Man beachte man die Milchbauern. Diese demonstrieren für mehr Geld, weil sie davon nicht leben können. Der Handel freut sich und kann die Preise mal wieder erhöhen. Und da wundern wir uns dann über Gammelfleisch und co.? Sollte man mal drüber nachdenken.

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    John Gotti (05.08.2014)

  8. #5
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    Standard AW: Wie viel ist unser Essen wert?

    Ich habe über das Thema ein Referat gehalten und als Zusatzmaterial genau diese Doku verwendet. Aber die ging den Cheffe wohl zu lange

    Ich selber denke darüber eigentlich nicht so nach, obwohl sich eigentlich jeder dazu Gedanken machen müsste. Ich denke mir, Junge, sei froh das du das nicht bist. Ich sehe das nämlich genauso wie campkudd. Die verdienen doch viel zu wenig Geld. Naja, eine Hand wäscht die andere, aber so wenig. Das ist absolut nicht akzeptabel. Aber da kann man nun mal nichts gegen unternehmen. Wer sich so einer Firma anschließt, hat auch irgendwie selber schuld. Aber was soll man als Milchbauer denn machen. Alles hinwerfen ist sicher auch nicht die richtige Lösung. Es gibt ja zahlreiche solcher Dokus, aber alle unterschiedlich und es wird immer ungerechter.

  9. #6
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    Avatar von Jokuu
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    Standard AW: Wie viel ist unser Essen wert?

    Zitat Zitat von TheFan88 Beitrag anzeigen
    Ich selber denke darüber eigentlich nicht so nach, obwohl sich eigentlich jeder dazu Gedanken machen müsste.
    Du weißt das aber machst es trotzdem nicht? Kann ich nicht so richtig nachvollziehen...
    Und es ist falsch, dass man nichts dagegen tun kann. Jeder kann sich dagegen wehren in dem man halt nicht die billigste Milch kauft sondern die von Molkereien in der Umgebung. Oder vielleicht auch mal Bio Produkte. Da muss man aber wie gesagt aufpassen, da die Bio Artikel der Supermärkte (Rewe Bio als Bsp) oft nicht viel mit Bio zutun haben.
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  10. #7
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    Avatar von Fritz
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    Standard AW: Wie viel ist unser Essen wert?

    Wer nicht damitt einverstanden ist sollte sein Konsumverhalten ändern.
    Auf Wochenmarkt direkt vom Erzeuger kaufen.
    Bei Landwirten im Hofladen kaufen.
    Weil das aber unbequemer und teurer ist ändern sehr wenige Konsumenten ihr verhalten.
    Viele haben auch nicht viel Zeit zum einkaufen und gehen schnell zum Supermarkt.

  11. #8
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    Avatar von qmiq
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    Standard AW: Wie viel ist unser Essen wert?

    Bio Produkte betrifft das doch genauso, das hilft also nicht. Und die Qualität der Lebensmittel ist schon sehr gut in Deutschland, allerdings nicht überragend. Es wird immer mehr standardisiert, industrialisiert und da bleibt es dann auf der Strecke. Mal nen Lebensmittelskandal... naja. Da gabs früher schon schlimmeres und da wurde das mangels Testverfahren vermutlich nicht mal aufgedeckt.

    Mein Kaufverhalten ist da recht wahllos. Wenn ich mit der Qualität zufrieden bin, dann reicht mir auch das billige. Es gibt aber Produkte, wo es ne bestimmte Marke sein muss. Bei vielen Sachen habe ich auch gemerkt, dass das nen guten Unterschied macht. Bei Marmelade weniger wie bei Rinderfilet.

    Wenn die Bauern geschlossen darunter leiden, sollen sie was dagegen machen. Thema Milch. Dann sollen die eben keine Milch mehr an Lidl liefern und sich lieber aufn Markt hinstellen und das so unter die Leute bringen. Dann sollte denen aber auch klar sein, dass die nicht mehr die Mengen los werden wie mit nem Discounter. Das nennt man halt Marktwirtschaft. Es ist Nachfrage UND Angebot, die den Preis entscheiden. Daher halte ich auch nix von Subventionen. Entweder es lohnt sich Kartoffeln anzubauen oder nicht. Wenn nicht, müssen halt die Preise steigen.

    Und wenn ich dann in der Doku höre: "Ich erwarte dass die Bio Milch gesünder, gehaltreicher, nahrhafter" - Das ist auch nur Milch und wird nicht direkt zum Energy-Drink, nur weil da Bio drauf steht.
    Geändert von qmiq (10.08.2014 um 00:39 Uhr)
    - But shit, it was 99 cents! -

  12. The Following User Says Thank You to qmiq For This Useful Post:

    Fritz (10.08.2014)

  13. #9
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    Standard AW: Wie viel ist unser Essen wert?

    Jedes Essen ist sehr viel Wert aber vieles sehr ungesund.
    Hunger draußen in anderer Stadt 1 Woche und lauf 3 Tage dazu 30 km weit. Geh zurück nach Hause und während des Weges nach Hause spürst du den immer höher steigenden Wert.
    Das hatte ich schon an nur einem Tag sehr stark gespürt, als ich seit dem weg nach draußen 26 km in andere Stadt hin und das selbe zurück nichts vorher gegessen und getrunken habe und dazu nichtmal einen einzigen Cent dabei. Ich war noch sogar shoppen hin und her den ganzen Tag. Bin von Dormagen nach Köln hin und zurück gegangen mit einem schweren Rucksack. Ich kippte auch mehr um als ein besoffener. Hatte fast bis zum letzten Tropfen meine ganze Energie verloren.
    Geändert von Kaito (10.08.2014 um 01:48 Uhr)

  14. #10
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    Standard AW: Wie viel ist unser Essen wert?

    Es ist traurig was wir mit unserem Essen anstellen. Jedes Jahr schmeißen wir Tonnen von Lebensmitteln in den Müll. Und diese sind auch noch verzehrbar, das ist ja das Problem. Die Leute in Afrika kämpfen gegen den Hungertod und wir schmeißen es weg.

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