1. #1
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    Standard Aufruf zum Wiederstand - Milch und Käse werden billiger

    Die Diescounter haben angekündigt, dass Milch und Käse billiger werden. Quelle Grund dafür ist das Ende der Milchquote. Quelle

    Der Nachfolgende Text ist für Leser, die Ironie nicht verstehen ungeeignet. Diese sollten nicht weiter lesen, da die Folgen nicht absehbar sind. Die Leser, die weiter lesen sollten sich ihre Gedanken machen.

    Die grossen Discounter haben eine große Umsatzsteigernde offensive gestartet, die zu lasten der Qualität der Lebensmittel ausgehen wird.
    Milch und Käse werden günstiger. Von den gesenkten Preisen kann nur der Handel profitieren. Durch den niedrigen Preis wird auf den Erzeuger zusätzlich Druck ausgeübt. Der Erzeuger wird, um mit dem Preis auf dem Markt mithalten zu können, die Qualität senken. Der Verbraucher wird, weil das Produkt günstig ist, mehr kaufen, was dem Handel eine Umsatzsteigerung bringen wird.

    Viva la Revolution

    Aufruf an die Enkel der großen Revolution! Erhebt euren Euro und lasst euch nicht vom Einzelhandel zum willenlosen "Geiz ist Geil" Konsumenten degradieren. Gebt euren Euro Bio-Bauern und Direktvermarktern und nehmt an der großen Revolution mit eurem Geld teil. Lasst euch von gierigen Händlern mit findigen Werbestrategen nicht länger an der Nase herumführen. Sie versuchen euch mindere Qualität für teures Geld zu verkaufen.

    Wer billig kauft, kauft zweimal und bezahlt teuer!

    Kauft eure Milch und Käse bei örtlichen Molkereien. Geht zum Bauern einkaufen. Nur so werden die findigen Händler merken, dass Konsumenten sich nicht alles gefallen lassen. Sollte euch der Weg zur Molkerei oder Bauer zu weit sein, fragt euren Nachbarn ob er euch etwas mitbringen kann. So werdet ihr merken, dass euer Nachbar bereits an der großen Konsumenten Revolution teilnimmt. Gleichzeitig fördert das umdenken den Nachbarschaftlichen zusammen halt gegen die kapitalistischen Großhändler.

    Alles hat einen bestimmten Wert. Wehrt sich der Verbraucher nicht gegen die Preisdrückerei, wird er überrascht beim nächsten Lebensmittelskandal erfahren, mit was seine Lebensmittel gestreckt wurden.

    Hat der günstigere Lebensmittelpreis eure Kaufgewohnheit verändert?
    Geht ihr zukünftig auf den Wochenmark oder zur Molkerei einkaufen?
    Oder Interessiert euch der Wirbel nicht und ihr kauft Lebensmittel wie gewohnt ein?

  2. The Following User Says Thank You to Fritz For This Useful Post:

    Gameboy9 (10.04.2016)

  3. #2
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    Standard AW: Aufruf zum Wiederstand - Milch und Käse werden billiger

    Meine Nachbarin ist seit kurzem Rentnerin und geht seit dem regelmäßig auf den Markt. Dort bringt sie mir das mit was ich brauche, immer frisch. Wie sieht es da eigentlich mit der Handelskette aus? Ehrlich gesagt bin ich da ein wenig überfragt, wie es dort aussieht. Ich würde vermuten, dass sie dort direkter ist, weil die Supermärkte wegfallen. Verkaufen dort Händler die von den Bauern kaufen oder gar die Bauern selbst? Einen Bauer haben wir nämlich nicht in der Nähe, zumindest nicht dass ich wüsste. Der Wochenmarkt ist dagegen in der Stadt, fand das daher auch umwelttechnisch immer gut, da man ihn zu Fuß erreichen kann.

    Das Thema der Qualität ist für mich wichtiger geworden, seit ich mich damit in den letzten Wochen etwas näher beschäftigt habe. Bin mit einigen Produkten auch wieder aufs Handwerk umgestiegen. Brötchen etwa, die kaufe ich nur noch frisch beim Bäcker.

    Im Krieg gibt es keine Gewinner, nur Verlierer!

  4. #3
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    Standard AW: Aufruf zum Wiederstand - Milch und Käse werden billiger

    Das Ende der Milchquote war am 1.4.2015. Diese Preissenkungen jetzt finden also ein Jahr später statt... aber schon vorher gab es ja Preissenkungen und Gejammere der Bauern.

    Es ist mal wieder nicht alles so einfach, wie Fritz das darstellt. Das Problem ist die Überproduktion der Bauern. Durch hohe Preise kann man die nicht verhindern, sondern ganz im Gegenteil, die Bauern würden noch mehr produzieren. Wer also zum Bauern geht und dem 2 Euro für den Liter bezahlen würde, der würde das Problem noch verschärfen, denn der Bauer würde sagen: Toll, wenn ich soviel dafür kriege, stell ich mir gleich noch ein paar zusätzliche Kühe hin.

    Bei einer Überproduktion (von egal was... Überproduktion = es wird mehr produziert als verkauft werden kann) müssen die Preise sinken... damit mehr verkauft wird. Die Alternative wäre hohe Preise zwar behalten, aber den Rest der Milch, den man nicht verkaufen kann, wegkippen. Es hilft aber Bauern nicht, wenn sie statt 100 Liter für 40 Cent den Liter zu verkaufen, 50 Liter für 80 Cent verkaufen und 50 Liter wegkippen müssen... sie verdienen in beiden Fällen das gleiche. Es hilft den Bauern auch nicht, wenn der Milch-Einkaufspreis für die Discounter um 10 Cent sinkt, wegen der Konkurrenz der (Über)Produzenten, aber die Discounter sagen: Toll, diese Preissenkung geben wir nicht an die Kunden weiter, sondern lassen die Milch gleich teuer, und verdienen dann halt einfach nur 10 Cent mehr. Bei der Weitergabe der sinkenden Einkaufspreise an die Kunden wird nämlich der Verbrauch steigen, wohingegen er bei gleichen Preisen gleich bleiben wird. Steigender Verbrauch nützt aber den Bauern, denn einen Liter Milch zu verkaufen ist immer noch besser für sie als einen Liter Milch wegzukippen.

    Egal wie man es dreht und wendet... das Problem ist die Milch-Überproduktion. Die kam ja gerade durch die Abschaffung der begrenzenden Milchquote zustande. Somit sind die Milchproduzenten auch für das Sinken der Qualität verantwortlich. Das Futter muß immer billiger werden, eine einzelen Kuh muß immer mehr Milch geben usw.

    Überproduktionen regeln sich üblicherweise am Markt dadurch, daß einzelne Produzenten ihre Produktion aufgeben, wenn die Preise zu niedrig werden, weil die Herstellung sich nicht mehr lohnt. Wenn Produzenten wegfallen, normalisieren sich die Preise bei gleichbleibender Nachfrage. Warum das scheinbar nicht bei den Milchproduzenten passiert, muß wohl daran liegen, daß trotz aller Jammerei die Preise scheinbar noch so sind, daß sich eine Fortführung der Produktion für die meisten Produzenten weiterhin lohnt.

    Es ist übrigens auffallend, daß sich die Milchpreise eigentlich trotz aller Jammerei kaum verändern, auch jetzt haben Aldi & Co. eine Senkung der Milchpreise NICHT angekündigt. Dies liegt wohl daran, daß versucht wird, soviel Milch wie möglich zu einigermaßen teuren Preisen zu verkaufen, und dann bleibt aber ebenMilch übrig, die nicht verkauft werden kann... die wird dann zu Butter und Käse gemacht. Da scheinbar immer mehr Milch nicht als Milch verkauft werden kann, entsteht eine Überproduktion bei sekundären Milchprodukten wie Butter und Käse. Da können nur die Preise fallen, anders kann man dieses Problem der Überproduktion nicht lösen, wie ich oben beschrieb.
    Geändert von freulein (09.04.2016 um 21:24 Uhr)

  5. #4
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    Avatar von Cherry Lou
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    Standard AW: Aufruf zum Wiederstand - Milch und Käse werden billiger

    Kennt ihr eigentlich den Supermarktblog? Den lese ich echt voll gerne und die Infos, die man dort aus dem Supermarkt- und Discounter-Handel bekommt, sind super verpackt und fundiert: http://www.supermarktblog.com/ - klare Leseempfehlung von mir, auch weil der sich mit genau solchen konsumkritischen Themen immer wieder auseinandersetzt.

  6. The Following User Says Thank You to Cherry Lou For This Useful Post:

    Fitty (01.05.2016)

  7. #5
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    Standard AW: Aufruf zum Wiederstand - Milch und Käse werden billiger

    Grundsätzlich bin ich ja für eine faire Bezahlung, aber in dem Fall muss ich @freulein ausnahmsweise Recht geben. Langfristig hat jede Variante ihre Probleme. Wenn die Preise hoch gehen wird noch mehr produziert. Und das ist letztendlich alles andere als gut für die Umwelt, wenn viel Exportiert oder sogar weggeworfen werden muss. Da gehen eine Menge Ressourcen drauf. Auf der anderen Seite sollten wir dennoch darauf achten, dass die Preise nicht zu stark sinken, um die Händler nicht zu gesundheitsgefährdenden Schritten zu drängen. Im der Fleischproduktion haben wir das ja schon: Dort gibt es regelmäßig Gammelfleischskandale, weil der Preis extrem niedrig ist. Oder falsch etikettierte Lebensmittel, siehe etwa die Pferdefleisch-Lassagne vor wenigen Jahren.

  8. #6
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    Standard AW: Aufruf zum Wiederstand - Milch und Käse werden billiger

    Dabei gab es bis zum 31. März noch die Milchquote in Europa. Eingeführt worden war sie 1984, um die Milchproduktion zu deckeln. So sollte sichergestellt werden, dass die Preise einigermaßen stabil blieben und die Produktion von Milch ein Geschäft ist, von dem die Bauern leben konnten. Das Höfe-Sterben sollte so verlangsamt und eine Konzentration auf immer weniger, immer größere Höfe verhindert werden. Seit Mitte der Achtzigerjahre ist die Zahl der Milcherzeuger aber trotz Quote von 369.000 auf 77.000 zusammengeschmolzen. Quelle
    Die Regelung der Milchmenge wird zukünftig der Nachfrage des Marktes überlassen. Zur Zeit wird mehr Milch erzeugt, als der Markt nachfragt. Die zu viel erzeugte Milch wird weiterverarbeitet zu Käse. Da es nun zu viel Käse gibt, sinkt der Preis. An diesem Beispiel kann man sehr gut die verfehlte Subventionspolitik die auf Lobbyismus basiert erkennen.

    Nun hat der Kunde die Möglichkeit, für gleiches Geld qualitativ hochwertigere Ware zu erhalten, denn bisher wurde immer bemängelt, dass Bio-Produkte so teuer seien.
    Wird sich der Kunde zukünftig für Qualitativ hochwertigere aber Preislich günstiger gewordenen Bio-Produkte entscheiden? Werden die Billigmarken vom Markt verdrängt?

  9. #7
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    Standard AW: Aufruf zum Wiederstand - Milch und Käse werden billiger

    Extra3 hat dazu in der letzten Sendung einen satirischen Beitrag gebracht, der den Nagel aber genau auf den Kopf trifft. Milch ist billiger als Mineralwasser, so weit sind wir davon also gar nicht mehr entfernt...


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  10. #8
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    Avatar von Garrix
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    Standard AW: Aufruf zum Wiederstand - Milch und Käse werden billiger

    Indien hat sich seine Märkte für amerikanische Milchprodukte geöffnet - eine Einladung in den Vereinigten Staaten hergestellten Käse, um den Markt zu überschwemmen. Dieser Käse wird billiger sein als das, was jetzt verfügbar ist, was sich auf die Milcherzeuger auswirken kann. Für die Verbraucher bedeutet dies billigere, aber weniger nahrhafte Produkte. Für den US-amerikanischen Milchsektor ist dies natürlich eine willkommene Nachricht.

    Tiefere internationale Preise, steigende Produktionskosten und die Handelskriege mit China und Mexiko haben zu einem Anstieg der Reserven an US-Käse geführt. China und Mexiko - darunter die größten Verbraucher von US-Milchprodukten - haben die Zölle um 20 Prozent bzw. 28 Prozent erhöht. Dieser Handelskrieg hat die US-Bauern getroffen und zu einem deutlichen Rückgang der Käseausfuhren geführt.

    Eine Analyse von USDEC, einem Handelslobbyistengremium für US-amerikanische Milcherzeuger, besagt, dass die Zölle auf einige Milcherzeugnisse bis zu 45 Prozent erreichten, was die US-Milchprodukte im Vergleich zur Europäischen Union (EU), Australien und Neuseeland im Wettbewerb benachteiligt. Es heißt weiter, dass, wenn die Zölle bis 2023 in Kraft bleiben, die US-Milchviehhalter bis zu 12,2 Milliarden Dollar verlieren könnten.

    Laut dem Milchberatungsunternehmen CLAL betrug der Lagerbestand an US-Käse, der in Kühlhäusern und Lagern gelagert wird, im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Pfund. Dies ist der größte Käsevorrat seit mehr als einem Jahrhundert. Käse hat eine geringe Haltbarkeit, und seine Qualität nimmt ab, wenn er über mehrere Wochen gelagert wird, was zu einer Wertminderung des Preises und der Qualität des Produkts führt.

  11. #9
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    Standard AW: Aufruf zum Wiederstand - Milch und Käse werden billiger

    "In den 1980er Jahren produzierten die Bauern immer mehr Milch und Butter. Der Grund dafür war, dass die Europäische Gemeinschaft (EG) die Mengen, die die Bauern auf dem freien Markt nicht verkaufen konnten, zum Garantiepreis aufkaufte. Die EG lagerte die Überschüsse ein, um sie später verkaufen zu können. Diese enormen Lagerbestände bezeichnete man als "Milchseen" und "Butterberge".[URL="https://www.meine-milch.de/milkipedia/milchquote"]www.meine-milch.de/URL]

    Mit dem Ende der Milchquote endeten die Staatlichen eingriffe in die Kräfte des Marktes. Viele Bauern befürchteten das Ende für ihre Betriebe ohne Staatliche Regulierung. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass auch ohne Staatliche Regulierung der Milchmenge weder die Bauern ihre Betriebe aufgeben mussten noch die Preise für Milchprodukte in das bodenlose fielen. Offensichtlich ist es in Europa so wie in der restlichen Welt, dass Angebot und nachfrage den preis regeln.

    Beobachtet man den Preis in € pro Kg., stellt man fest dass der Preis für Käse sich nicht verändert hat. Der günstigste Käse kostet immer noch ca. 4,50€-6,50€/Kg. Dagegen sind die Preise für die Markenkäse bei ca. 12,-€ - 20,-€/ Kg sogar gestiegen. Die Befürchtung dass Käse zu billig wird ist nicht eingetreten.

    Die Statistik der milchwirtschaft.de bestätigt den Eindruck dass die Preise für Milchprodukte eher Stabil geblieben sind.

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