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  1. #21
    Avatar von Hase
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    Man sollte das gesundheitswesen nicht in den Abgrund stoßen. Aber das hat unsere Bundesregierung nicht verstanden aus diesem Grund sparen sie es ja so kaputt. Aber durch die Ampel regierung wird sich vllt. was bessern. Den sie wollen 2,8 % mehr Geld für Pflegekräfte auszahlen. Sie wollen eine Corona sonderzahlung im August 22 machen für Pfleger 1033€ und für Auszubildende 650€. Was sie noch umsetzten wollen ist eine Zulagenerhöhung für Intensiv und Isolationsbereiche. Ich hoffe da bessert sich was in den Nächsten Jahren.

  2. #22
    Avatar von DMW007
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    Standard AW: Mehr Wertschätzung für Pfleger nach Corona?

    Seit dem 04.05.2022 streiken zehntausende Beschäftigte an den Uni-Kliniken in NRW. Obwohl der Berufsstand nicht für hohe Bezahlung bekannt ist, protestieren sie nicht dagegen: Sie verlangen Arbeitsbedingungen, die sie nicht in den Burnout führen. Weniger Personal soll immer mehr leisten. An der Uni-Klinik in Hessen beträgt der Krankenstand 20%, das ist mehr als doppelt so hoch als der Durchschnitt unter allen Berufen. Eine weitere Forderung ist, die Qualität der Behandlung sicher zu stellen. Die Gegenseite beklagt, welche Folgen der Streik für die Patienten hat. Die Streikenden versichern, dass akute Patienten versorgt werden - allerdings sei die Anzahl angeblicher Not-OPs von privaten Patienten seit Beginn des Streikes auffällig angestiegen. Ein erstes, aus Sicht des Pflegepersonals enttäuschendes Angebot wurde erst 36 Tage nach Beginn des Streikes vorgelegt.

    Der junge Pfleger Alexander Jorde kritisiert mangelndes Medieninteresse: In Philippinien wird über den Streik berichtet, große Häuser wie Tagesschau oder ZDF scheinen sich wenig dafür zu interessieren. Er sieht die Medien in der Mitverantwortung für den Pflegenotstand. Unberechtigt scheint das nicht: Dieses Thema wurde im Sommer 2022 vor fast genau 2 Jahren eröffnet. Selbst in den einzelnen Wellen, als zeitweise über die Pflege berichtet wurde, hat sich nicht viel getan. Seit einiger Zeit ist Corona kaum mehr spürbar, es gibt auch keine Schutzmaßnahmen oder Einschränkungen mehr. Damit scheint sich das Thema in der breiten Masse wieder erledigt zu haben. Nicht mal mehr geklatscht wird am Fenster.

    Kaum jemand scheint sich die Frage zu stellen, wie man unter diesen Umständen alleine die noch verbleibenden in der Pflege halten möchte. Bereits Anfang 2021 haben tausende Pflegekräfte den Beruf gewechselt, mittlerweile dürften noch einige dazu gekommen sein. Auf die nächste Pandemie sind wir schlechter vorbereitet als bisher. Meiner Ansicht nach wäre hier Handeln schon alleine aus Solidarität mit den Pflegekräften angemessen. Aber selbst wer das nicht hat, sollte alleine schon aus Eigennutz an einer Verbesserung interessiert sein. Schließlich kann es sein, dass man auch ohne Pandemie einmal medizinisch behandelt werden muss. Stattdessen wurden 100 Milliarden in die Bundeswehr investiert, ohne zumindest zu reformieren. Weitere Milliarden sind v.a. dank der FDP in den "Tankrabatt" geflossen - und damit mindestens Großteils in die Taschen der Mineralölkonzerne, die zuvor bereits Rekordgewinne verzeichnet haben.


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    Darkfield (13.06.2022)

  4. #23
    Avatar von DMW007
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    Standard AW: Mehr Wertschätzung für Pfleger nach Corona?

    Die FDP will die katastrophale Lage nicht nur nicht verbessern, sondern sogar noch verschlechtern: Sie will Einsparungen im sozialen Bereich vornehmen, um die schwarze Null zu erreichen. Beim "ausufernden Sozialstaat" müsse man sparen. Darunter zählt die Partei auch Gesundheit und Pflege, da die Kosten ihrer Ansicht nach sehr hoch seien. Stattdessen will man die Eigenverantwortung fördern und belohnen. Wer z.B. gesünder lebt, soll positive Anreize haben. Wer das nicht tut, muss entsprechend mehr bezahlen, um die anderen zu finanzieren.

    Oder anders gesagt: Der Markt regelt das!!111einself
    Wie der Markt das regelt, kann seit Corona keiner mehr übersehen: Pflegekräfte arbeiten sich für kleines Geld kaputt, um das ganze halbwegs am laufen zu halten. Mittlerweile haben selbst jene die ihren Beruf gerne machen keinen Bock mehr. Und das ist kein Einzelfall: Beim zweitgrößten Pflegeanbieter mit über 240 Heimen wurden beispielsweise erst jüngst schwere Missstände aufgedeckt. Dort arbeitende Pflegekräfte wurden zu Whistleblowern, da sie die Zustände nicht mehr verantworten wollten/konnten. Daraufhin arbeitet ein Journalist undercover für 6 Tage in einer Einrichtung, bei denen er selbst sah, wie die Bewohner u.a. unmenschlich von überforderten Pflegekräften behandelt werden. Der Betreiber gesteht Teile der Vorwürfe ein, behauptet aber, es seien nur wenige Einzelfälle - und die Dokumentation würde mit manipulativen Schnitten die Situation verzerren.

    Sei also gar nicht so schlimm. Dass das doch eher fragwürdig ist, zeigen frühere Recherchen. Bereits 2014 klagten Pflegekräfte über eine Verschlechterung: Immer mehr Patienten/Bewohner sollen von weniger Personal betreut werden, um Kosten zu sparen. Zeit um mit Ihnen zu sprechen oder Aktivitäten durchzuführen, gab es schon damals nicht mehr. Stattdessen führt der starke Druck zu einem hohen Krankenstand. Durch den hohen Krankenstand müssen Kollegen einspringen, deren Druck sich dadurch noch weiter erhöht - eine Art Teufelskreis. Der Markt will also maximale Rendite. Ob das auf Kosten der Mitarbeiter und alten, kranken Menschen geht? Spielt offensichtlich keine große Rolle.

    Wenn da noch mehr gespart werden soll, will die FDP also nicht nur die katastrophalen Ist-Zustände behalten, sondern noch verschlimmern? Oder wie soll man das anders deuten? Denn nach "Geld von großen Unternehmen hin zu Staat und Pflegekräften umverteilen" klingt der Plan für mich eher nicht...


  5. #24
    Avatar von Baum
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    Standard AW: Mehr Wertschätzung für Pfleger nach Corona?

    Pflegekräfte sollen ab September deutlich mehr Geld erhalten: Die Mindestlöhne für Pflegekräfte in Deutschland sollen ab 1. September in mehreren Schritten deutlich steigen. Darauf hat sich die zuständige Pflegekommission einstimmig geeinigt, wie am Dienstag bekannt wurde. Demnach sollen die Mindestlöhne für Hilfskräfte bis Ende 2023 schrittweise von aktuell 12 auf 14,15 Euro steigen, für qualifizierte Hilfskräfte von 12,50 auf 15,25 Euro und für Pflegefachkräfte von 15 Euro auf 18,25 Euro. www.rnd.del

    Es ist traurig zu beobachten, dass die Arbeitgeber erst auf Druck der Bundesregierung mit der Anhebung des Mindestlohnes mehr bezahlen. Da die Arbeitgeber die Löhne nicht von sich aus anheben kann man sehr leicht erkennen wie ihre Mitarbeiter wertgeschätzt werden. Unverständlich ist, dass die Gewerkschaften es nicht schaffen druck auf die Arbeitgeber auszuüben um mehr Lohn für die Pflegeberufe zu erzielen.

    Da immer mehr Menschen allein leben, wird die Pflege immer wichtiger. Deshalb müssen Pflegeberufe so gut bezahlt sein, dass Personal von dem guten verdienst angezogen wird. Damit könnte man den Pflegenotstand beheben und die Pflege der alleinlebenden alten Menschen wäre gewährleistet. Natürlich müssen die allein lebende alte deutsche Bürger auch bereit sein die gestiegenen Pflegekosten zu bezahlen.

    In der Autowerkstatt sind alle bereit Stundenlöhne bis zu 240,-€ zu bezahlen und protestieren nicht. Wenn es darum geht Pflegern mindestens 20,-€/Stunde zu bezahlen wird das von den Lobbyisten des Gesundheitswesens ausgebremst!

    In der Gesundheitspolitik gibt es eine große Anzahl von Interessengruppen und Netzwerken. www.bpb.de

  6. #25
    Avatar von Fritz
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    Standard AW: Mehr Wertschätzung für Pfleger nach Corona?

    Interessenvertretung für die Pflege: VERDI
    Pflegekräfte müssen sich organisieren um ihre Interessen durchzusetzen. Mit dem Beifall aus der Bevölkerung und der Politik können sie ihre Rechnungen nicht bezahlen.

    Arbeitgeber dagegen sind in Verbänden organisiert und setzen ihre Interessen durch. Beispielsweise im Bundesverband deutscher Privatkliniken.

    Da Mitarbeiter im Pflegebereich nicht Gewerkschaftlich organisiert sind haben sie niemanden der beispielsweise eine Lohnerhöhung für sie durchsetzt. Das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter seine Lohnerhöhung oder bessere Arbeitszeiten mit seinem Chef aushandeln muss. Da das aber kein Krankenpfleger macht, wird bezahlt wie der Arbeitgeber möchte und der Mitarbeiter nimmt es hin.

    Es gehört nicht viel Phantasie dazu, dass Chefs nicht viel bezahlen wollen. Solange sich die Mitarbeiter in der Pflege nicht Gewerkschaftlich organisieren wird sich an der Situation nichts ändern.

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    Darkfield (15.07.2022), DMW007 (16.07.2022)

  8. #26
    Avatar von DMW007
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    Standard AW: Mehr Wertschätzung für Pfleger nach Corona?

    Mittlerweile wird seit 70 Tagen an den Unikliniken in NRW gestreikt, um Pflegekräfte zumindest durch bessere Arbeitsbedingungen zu entlasten. Ein Ende scheint nicht in Sicht.



    Im gleichen Bundesland konnte Verdi in einer kurzen Verhandlung 18% mehr Lohn für Flughafenpersonal erzielen. Es geht hierbei vor allem um die Abwicklung der Checkins bei Passagieren und der Gepäckabfertigung. Es kam nicht einmal zu einem Streik, weil die Arbeitgeber selbst eingesehen haben: Die Berufe waren nicht übermäßig gut bezahlt, eine deutliche Lohnerhöhung ist daher vor allem in der Teils selbst verursachten Personalkrise unabdingbar. Die sind ja jetzt schon überlastet, wenn weitere kündigen, ist Schluss mit überraschend hohen Gewinnen bei z.B. der Lufthansa.

    Nicht falsch verstehen, auch das Flughafenpersonal hat durchaus schwierige Arbeitsbedingungen. Es ist vollkommen richtig, dass die dafür mal eine vernünftige Gehaltserhöhung bekommen. Gerade wenn Personal Mangelware ist, sollte das der Markt ausnahmsweise wirklich mal regeln. Es stellt sich nur die Frage: An den Flughäfen ist es möglich, vernünftig zu verhandeln und in kurzer Zeit zu einer ordentlichen Gehaltserhöhung zu kommen. Pflegekräfte dagegen müssen fast 2,5 Monate Streiken und denen kam man bisher nicht entgegen, sodass die zumindest mit dem Streik aufhören? Sollte das bei gesundheitlichen Themen nicht NOCH schneller möglich sein? Ich zumindest finde das wesentlich bedenklicher, als wie wenn ein paar Urlauber verspätet oder gar nicht nach Malle kommen.


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    Darkfield (17.07.2022)

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