1. #1
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    Standard Welche Auswirkungen haben Kohlenhydrate auf das Bauchfett?

    Manche schwören auf Diäten bzw. Ernährungspläne ohne Kohlenhydrate, andere halten das für Unsinn. Ich habe mich ein wenig eingelesen und weiß nun, dass Kohlenhydrate ein Überbegriff für alle Arten von Zucker ist. Es gibt Einfach, Zweifach und Mehrfachzucker, die sich in der Länge ihrer Moleküle unterscheiden. Längere Ketten sättigen mehr, weil der Körper sie erst aufspalten muss. Tendenziell wird als Faustregel gesagt, dass die Kette meist um so kürzer ist, je süßer etwas schmeckt. Unter den Einfachzuckern findet man daher viel Obst. Milch zählt zu den Zweifachzuckern und die Mehrfachzucker sind eher salzige Lebensmittel wie Brot oder Kartoffeln.

    Das wirft mir Fragen auf:
    • Der Logik nach kann man Kohlenhydrate in gute und weniger gute aufteilen - Weshalb gibt es dann Ernährungsformen, die Kohlenhydrate grundsätzlich meiden? Es wäre doch viel sinnvoller, nur auf die weniger guten zu verzichten
    • Salzige Kohlenhydrate wie Kartoffeln oder Brot wären demnach ja gut um das Bauchfett zu reduzieren
    • Süße Kohlenhydrate nicht, also sollte man eher wenig Obst essen - Warum wird dann für eine gesunde und kalorienarme Ernährung empfohlen, viel Gemüse und Obst zu essen?

  2. #2
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    Standard AW: Welche Auswirkungen haben Kohlenhydrate auf das Bauchfett?

    Zitat Zitat von ABP
    Der Logik nach kann man Kohlenhydrate in gute und weniger gute aufteilen - Weshalb gibt es dann Ernährungsformen, die Kohlenhydrate grundsätzlich meiden? Es wäre doch viel sinnvoller, nur auf die weniger guten zu verzichten
    Vollkommen richtig.

    Zitat Zitat von ABP
    Salzige Kohlenhydrate wie Kartoffeln oder Brot wären demnach ja gut um das Bauchfett zu reduzieren
    Bei Brot kommt es ganz darauf an, was für ein Brot es ist. Sobald Weizenmehl drin ist, wird dein Körper mit einem hohen Insulinausstoß reagieren, was nicht förderlich für die Fettreduktion ist.

    Zitat Zitat von ABP
    Süße Kohlenhydrate nicht, also sollte man eher wenig Obst essen - Warum wird dann für eine gesunde und kalorienarme Ernährung empfohlen, viel Gemüse und Obst zu essen?
    Obst wird empfohlen, weil es eine natürliche Alternative zu krankmachendem raffinierten Zucker ist. Aber ja, zu viel Obst kann einen ebenfalls fett machen. Weil Obst einen aber ziemlich schnell ein Völlegefühl verschafft, wird man nicht so viel davon essen, dass der Zuckerkonsum überhand nimmt.

    Wie ich in einem anderen Beitrag bereits erwähnt habe, nimmt man nur dann ab, wenn die zugeführte Energiemenge unter dem Tagesbedarf liegt. Diese Low/No-Carb Diäten sind populär, weil man Kohlenhydrate als eine Art Stellschraube ansehen kann, an der man dreht, um auf die gewünschte Anzahl kcal zu kommen.

    Ein Gramm der jeweiligen Makronährstoffe liefern unterschiedlich viel Energie:
    • 1g Fett = 9kcal
    • 1g Protein = 4kcal
    • 1g Kohlenhydrate = 4kcal

    (Das sind ungefähre Werte)

    Jetzt kommt es natürlich auf das angestrebte Ziel der Diät an. Diät bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass man abnehmen möchte. Nehmen wir einen durchschnittlichen jungen Mann mit 80kg Körpergewicht auf 185cm, der Muskeln aufbauen möchte. In seinem Job sitzt er überwiegend und bewegt sich, abgesehen vom Krafttraining, nicht viel. Sein ungefährer Tagesbedarf liegt bei 2400kcal. Um sein Ziel zu erreichen, muss er allerdings etwas mehr zuführen, sodass wir ungefähr bei 2800kcal am Tag liegen. Für den Muskelaufbau (und -erhalt) sind vor allem zwei Makronährstoffe sehr wichtig: Proteine und Fette. Es haben sich zwei grobe Richtwerte als effektivsten herausgestellt: 2g Protein und 1g Fett pro Kilogramm Körpergewicht. Das bedeutet in unserem fiktiven Fall von 80kg Körpergewicht:
    • 160g Protein = 640kcal
    • 80g Fett = 720kcal

    Das ergibt insgesamt 1360kcal. Unser Ziel sind allerdings 2800kcal. Das macht eine Differenz von 1440kcal, die wir durch Kohlenhydrate zuführen müssten. Das entsprechen 360g Kohlenhydrate.

    Jetzt kann man auch sehen, wieso diese Low/No-Carb Diäten scheinbar funktionieren. Ließe man die Kohlenhydrate weg oder reduziert sie stark, entsteht ein relativ großes Energiedefizit und man nimmt ab. Früher ging man fälschlicher Weise davon aus, dass Fett fett mache. Also wurden Low-Fat Diäten probiert. Fett ist aber nun mal sehr wichtig. Eine unmittelbare Auswirkung einer solchen Low-Fat-Diät merkt man an seiner Libido und dem allgemeinen Wohlbefinden. Anders gesagt: lass das Fett weg und du kriegst keinen mehr hoch. Das ist bei wenig Kohlenhydraten nicht der Fall; man leidet unter Antriebslosigkeit und dergleichen, aber das liegt vor allem an dem Kaloriendefizit.

    Das "scheinbar" im vorigen Absatz wurde absichtlich unterstrichen. Denn treibt man die Low-Carb-Geschichte zu weit, wird die ganze Sache kontraproduktiv. Man braucht Kohlenhydrate tatsächlich zum Abbau von Fettzellen. Nur nicht in einer solchen Anzahl, wie sie in einer durchschnittlichen Ernährung der westlichen Gesellschaft vorkommen.

    Möchte der Mann in unserem Beispiel jetzt abnehmen, behält das Krafttraining aber bei, und möchte möglichst viel Fett verlieren und wenig Muskeln, liegt sein ungefährer Tagesbedarf bei 2100kcal. Sein Proteinbedarf erhöht sich leicht auf 2,5g pro Kilogramm Körpergewicht, als "Muskelschutz":
    • 200g Protein = 800kcal
    • 80g Fett = 720kcal

    In der Summe ergibt das 1520kcal. Es fehlen jetzt nur noch 580kcal zur Deckung des Tagesbedarfs, also 145g Kohlenhydrate. Das ist ziemlich wenig, wenn man sich die Etiketten einzelner Lebensmittel anschaut. 145g Kohlenhydrate sind sehr schnell erreicht. Und ein Defizit von 300kcal ist ziemlich klein. Das Problem ist, dass der Körper erst so ziemlich am Schluss ans Fett geht. Zu erst verliert man Wasser und Glykogen, dann versucht er, seinen Ruhebedarf herunterzuschrauben und versucht, die Nährstoffe, die zugeführt werden, besser zu verwerten. Dann geht es an die Muskulatur, wovor man sich aber zu einem gewissen Grad schützen kann. Und erst dann, wenn diese ganzen Tricks des Körpers immer noch nicht ausreichen, fängt er an, gespeichertes Fett zu verbrennen.
    Und: So wie es ein Muskelgedächtnis gibt, gibt es auch ein Fettgedächtnis. Das heißt, wenn du einmal Fett warst, dann viel abnimmst und du deine Ernährung wieder schleifen lässt, wirst du auch sehr schnell wieder fett werden. Deswegen mag ich es nicht, von "Diäten" zu sprechen. Entweder man ändert seine Lebensweise für immer, oder man lässt es eben sein.

    Edit: Da du im Titel des Threads "Bauchfett" verwendet hast: Man kann nicht gezielt Fett abbauen, also zum Beispiel nur Bauchfett. Wenn man abnimmt, dann verliert man am ganzen Körper fett und nicht nur in einer Region. Wo und wie schnell Fett gespeichert (und wieder abgebaut) wird, ist genetisch und hormonell bedingt. Stimmt zum Beispiel dein Testosteron-Östrogen-Verhältnis nicht, bekommst du dieselben Problemzonen wie Frauen.
    Geändert von Nuebel (30.10.2016 um 23:32 Uhr)

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  4. #3
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    Standard AW: Welche Auswirkungen haben Kohlenhydrate auf das Bauchfett?

    Kohlenhydrate haben auf das Bauchfett derartig Einfluss, dass wenn sie gespeichert werden (da sie in zu großen Mengen zugeführt werden) das Bauchfett mehr wird. Wenn man sich normal ernährt und auch bewegt, dann können sie als neutral angesehen werden.
    Für Das Hirn zählen Kohlenhydrate zum Hauptbrennstoff, daher kann eine KH Reduktion zu Müdigkeit und Depressionen führen.
    Stoffwechselmäßig sind Kohlenhydrate wichtig für den FettABBAU das Fett nur effektiv Verbrand wird zusammen mit KH, wie ich mal in einem Bericht gelesen hab (Weis nicht mehr wo es war) - Hab mit aber das Schlagwort gemerkt: Fat only burns in the fire of carbs.

    Zum Abnehmen sollte man KH am Abend, am besten bereits ab 15:00 meiden, da KH den Insulinspiegel ansteigen lassen und dadurch die Speicherung von Energie in Form von Fett begünstigen.

  5. #4
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    Standard AW: Welche Auswirkungen haben Kohlenhydrate auf das Bauchfett?

    Wie verhält es sich dann mit Reis? Der ist ja eine Kohlenhydratbombe mit 80g Kohlenhydrate auf 100g Reis. Schon mit einem Gericht nimmt man da eine sehr große Menge auf. Gerade im asiatischen Raum wird Reis als eine Art Grundnahrungsmittel angesehen und ist (Grund-) Bestandteil für viele Speisen. Da stelle ich mir vor, dass eine theoretisch hohe Menge an Kohlenhydraten schnell erreicht ist. Zumal der Reis in Kombination mit anderen Lebensmitteln gegessen wird, die zwar keine derart extremen Kohlenhydratmengen aufweisen, aber natürlich dennoch welche beinhalten (z.B. Kartoffeln) und die Gesamtmenge von Kohlenhydraten in einer Mahlzeit weiter nach oben treiben.

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