1. #1
    Gelöschter Benutzer

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    Standard BKA-Trojaner zur "Online-Durchsuchungen" ist einsetzbar

    Die Bundesregierung besitzt nach Auskunft der BKA (Bundeskriminalamt) nun eine Software, welche für die Durchsuchung im Netz sorgt. Noch ist unklar, für welche Zwecke die Untersuchungen dienen.

    Die Bundesregierung erklärte in ihrer Antwort, dass zur Durchführung von Maßnahmen das BKA eine eigenständige, zugelassene Software programmiert hat, die nun einsetzbar ist. Das heißt, dass ab nun an, das BKA das Recht besitzt, (verdächtige) Computer mit Trojanern zur "Online-Durchsuchungen" zu infizieren.

    In der Antwort der Bundesregierung werden - abseits der Bekundungen des Einsatzbereitschafts des BKA-Trojaners - keine Details zum BKA-Trojaner genannt.

    Nebenbei wurden ausflussreiche Informationen benannt, was die Software zur Telekommunikationsüberwachung anbelangt. Sie solle sich derzeit nach Abschluss der Architekturarbeiten in der Implementierungsphase befinden.

    "Hieran schließen sich ausführliche Softwaretests und die Quellcodeprüfung an. Erst danach kann die Software zum Einsatz freigegeben werden. Ein konkreter Termin für die Einsatzbereitschaft kann derzeit noch nicht mit ausreichender Genauigkeit angegeben werden."

    Die noch anstehende Quellcodeprüfung wird von der dubiosen und amerikanischen Firma CSC unterstützt. Die CSC soll, neben der Überprüfung des Codes, auch bei der Entwicklung des Softwares und dem Projektmanagement geholfen haben.

    [...] Das Unternehmen arbeitet unter anderem eng mit dem US-amerikanischen Nachrichtendienst NSA zusammen.
    ~> Computer Sciences Corporation – Wikipedia

    -----------------------

    Auf Wikipedia, im folgenden Artikel Online-Durchsuchung, ist ein plastisches, der Symbolik entsprechendes Pferd des "Bundestrojaners" dargestellt:

    Anhang 7982

    Kleine Assoziation zur plastischen Darstellung des Bundestrojaners:

    Der Trojanischer Krieg ist ein zentrales Ereignis der griechischen Mythologie und der römischen Mythologie.[...]

    Die Griechen bauten ein großes hölzernes Pferd, in dem sich die tapfersten Krieger versteckten, und täuschten die Abfahrt ihrer Schiffe vor. Die Trojaner holten entgegen den Warnungen das Pferd in die Stadt. In der Nacht kletterten die Griechen aus ihrem Versteck, öffneten die Tore und konnten so die Trojaner überwältigen.[...]

    Meine Meinung: Das BKA-Trojaner ist ein Danaergeschenk. Zum Wohle und Schutz der Bevölkerung werden unsere Computer mit Trojanern infiziert. Na, dann!

    Nützliche Links:

    ~> BND will Internet live überwachen
    ~> Hersteller von Regierungsspyware FinFisher gehackt | ZDNet.de

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    Dose (15.08.2014), Fritz (15.08.2014), Jokuu (17.08.2014)

  3. #2
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    Standard AW: BKA-Trojaner zur "Online-Durchsuchungen" ist einsetzbar

    Das ist ein sehr kontroverses Thema. Auf der einen Seite ist es in Deutschland so, dass man die Rechte und Freiheiten des einzelnen teilweise einschränkt, um die der Gemeinschaft zu schützen. So sind tiefe Eingriffe in die Privatsphäre wie etwa Hausdurchsuchungen unter bestimmten Umständen zulässig. Man könnte den Staatstrojaner also 'lediglich' als digitale Erweiterung hierfür sehen. Wobei dafür natürlich in jedem Fall sichergestellt werden muss, dass dieser eben so strengen Vorschriften unterliegt und er somit nicht wegen jedem geklauten Lolli eingesetzt wird. In Großbritannien sind wir nämlich schon so weit, dass durch den 'Terrorism Act 2000' ranghöhere Polizeibeamte prinzipiell jeden anhalten und durchsuchen können, ohne auch nur einen Verdacht zu haben. Diese Befugnisse wurden bereits für Fälle missbraucht, die mit Terrorismus nichts am Hut haben. Weitere Infos dazu gibts hier: BBC NEWS | UK | Terror watchdog in search warning

    Dazu kommt die Tatsache, dass man - im Gegensatz zu einer klassischen Hausdurchsuchung - eben in der Regel nichts davon mitbekommt. Zumal es da auch bereits seltsame Vorfälle mit Virenscannern gab, die besagte Schadsoftware nicht erkennen. Ganz abgesehen von der ohnehin mittlerweile recht starken Überwachung des Internets. Der BND möchte dort bekannterweise auch aufrüsten. Spätestens in dem Licht sollte man kritisch hinterfragen, wo die Grenzen gezogen werden sollen und ob eine Ausweitung a) Etwas bringt und b) wir das tatsächlich wollen. Überwachung von verdächtigen (Straftätern) ist sinnvoll und nötig. Aber es muss darauf geachtet werden, dass die Wage zwischen Freiheit und 'Sicherheit' in einem sinnvollen Gleichgewicht bleibt. Eine zu starke Verschiebung in eine der beiden Richtungen wird negative Konsequenzen haben, egal in welche. Meiner Ansicht nach geht es in letzter Zeit aber immer mehr in Richtung Überwachung. Das ist für mich ein Hauptgrund, staatliche Schadsoftware nicht gutzuheißen.

    Zitat Zitat von !lkay Beitrag anzeigen
    Die noch anstehende Quellcodeprüfung wird von der dubiosen und amerikanischen Firma CSC unterstützt.
    Na das klingt doch sehr seriös. Nach dem was sich die amerikanische Regierung plus Konsorten bereits geleistet hat würde es mich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn da auch gleich noch amerikanische Schadsoftware mit eingebaut wird - natürlich ganz versehentlich. Dann hätten wir einen Deutschen Trojaner, der offiziell für die Deutsche Regierung spioniert, und inoffiziell seine Informationen an die Amerikaner weiterleitet. Wobei man natürlich bezweifeln kann, ob das überhaupt notwendig ist. Die Deutsche Regierung arbeitet ja immerhin in einem gewissen Rahmen mit NSA & co zusammen, beispielsweise um Informationen auszutauschen. Und zwar nicht gerade wenige, wie man beispielsweise hier sieht: BND leitet massenhaft Metadaten an die NSA weiter - SPIEGEL ONLINE


  4. #3
    Mitglied
    Avatar von Dose
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    Standard AW: BKA-Trojaner zur "Online-Durchsuchungen" ist einsetzbar

    Wieso ist das jetzt überhaupt auf einmal legal? Hat ein Gericht nicht entschieden, dass der Staatstrojaner illegal ist weil er einen extrem tiefen Einblick in die Privatsphäre des betroffenen ermöglicht? Ich habe überhaupt nichts davon mitbekommen. Da wurde doch wieder eine sogenannte "demokratische Entscheidung" hinter verschlossenen Türen getroffen und das Volk wird vor vollendete Tatsachen gestellt

  5. #4
    Gelöschter Benutzer

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    Standard AW: BKA-Trojaner zur "Online-Durchsuchungen" ist einsetzbar

    @Dose:

    Nach Einschätzung der Generalstaatsanwaltschaft München vom Juni 2011 gibt es für den Einsatz von Überwachungssoftware in Form von Trojanern oder Keyloggern derzeit in Deutschland keine gesetzliche Grundlage.
    ~> Online-Durchsuchung (Deutschland)


    Es gibt immerhin die BND, welche de facto Informationen/Meta-Daten an die NSA weiterleitet(e). Darüber hinaus gibt es auch die Telekommunikationsüberwachung, welche den Telekommunikationsverkehr von beispielsweise Sprache, Text, Bildern und Filmen überwachen.

    Aber wenn das BKA Trojaner kauft und sogar entwickelt, dann nehmen sie sich das Recht.
    Erinnert mich an die Stasi. Stasi 2.0! Denn was hier betrieben wird, ist ein Staatsverbrechen.

    Solange das Volk nicht zu seinen Rechten zugreift, z.B. das Widerstandsrecht, dann können sie auch ungehindert weitermachen.

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    Tony Montana (15.08.2014)

  7. #5
    Nachrichtendienst

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    Standard AW: BKA-Trojaner zur "Online-Durchsuchungen" ist einsetzbar

    Also die Datenspeicherung gibt es doch schon lange und auch einen Bundestrojaner gibt es auch schon lange und dieser wird auch eingesetzt.
    Das Problem an der ganzen Sache ist, das jeder Beamte damit Zugriff auf deine Daten hat und es auch sicherlich Beamte gibt, die heimlich schnüffeln und darin liegt eigentlich das Problem.
    Die dafür zuständigen Beamten gehörten selbst von einer Software überwacht und der Beamte der unberechtigt in den Daten anderer schnüffelt gehört Fristlos entlassen und entsprechend mit einer hohen Freiheitsstrafe bestraft und auch seine Pesionsansprüche gehörten gestrichen um damit klar zu machen, das nur mit einem richterlichen Beschluss die Einsicht gewährt wird.
    Solange es hier um erwiesenes organisierten Verbrechen handelt oder zur Aufklärung eines Mordes dienst, wäre ja nichts dagegen einzuwenden, doch sehr schnell wird von den verantwortlichen alles unter dem Deckmantel des organisierten Verbrechens gesteckt.

    @!lkay
    wie will das Volk zu seinen Rechten greifen und was verstehst Du unter dem Begriff.
    Schau Dir doch mal bitte das Volk genauer an, der größte Teil ist bereits Volksverdummt und den Rest bekommt man auch nicht unter einen Hut und Beispiele gibt es doch genug da für (einfaches Beispiel die Stromtrassen).
    Und die Politiker sind sich doch schnell einig, siehe nur Ihre Diätenerhöhung, Sanktionen gegen Russland (Putin usw).
    Um die Rechte der Bürger zu wahren müsste man mit aller Brutalität gegen die Herren dort oben vorgehen und diese weg sperren damit sie nie wieder die Möglichkeit mehr hätten solchen Schmarrn anzustellen.

    Also das das Volk zu seinen Rechten greift um damit einen Widerstand hervor zu rufen ist Wunschdenken und nicht mehr.

  8. #6
    Mitglied

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    Standard AW: BKA-Trojaner zur "Online-Durchsuchungen" ist einsetzbar

    Also so einen Schmarn habe ich lange schon nicht mehr gelesen. Kann man denn jetzt im Netz garnicht mehr sicher sein und auf jeder Seite einen Trojaner der BKA erwarten der deinen Computer und deinen Daten einliest? Warum schließt sich die BKA nicht gleich mit der NSA zusammen? Oder viellicht sind sie ja schon ein Team, man weiß es nicht. Jetzt haben die Guten bei den Bösen abgekuckt, na toll!

  9. #7
    Nachrichtendienst

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    Standard AW: BKA-Trojaner zur "Online-Durchsuchungen" ist einsetzbar

    @Monoment

    es ist koa Schmarrn sondern leider die bittere Realität, deine Daten werden gespeichert und das BKA und der BND haben jederzeit zugriff auf deinen Rechner bzw. Daten und diese sollten nach 3 Monaten gelöscht werden.
    Ob die Löschung nach drei Monaten erfolgt steht aber auf einem anderen Papier und ob keiner deine Daten unberechtigt liest wirst Du wohl nie erfahren.
    Eines ist zumindest sicher, Du bist so gläsern wie eine frisch gereinigte Glasscheibe und dagegen kann man sich nicht wehren, also egal ob Handy, Telefon oder Internet, der Staat hört und liest auch mit.

  10. #8
    U-Labs Routinier
    Avatar von Jokuu
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    Standard AW: BKA-Trojaner zur "Online-Durchsuchungen" ist einsetzbar

    Das kannst du vergessen, denen ist der Datenschutz scheissegal: https://u-labs.de/reallife-news-52/p...n-daten-34197/
    Aber ich möchte mal wissen woher die Theorie von wegen man könne sich nicht wehren stammt. Das ist schlicht und weg falsch! Jeder kann sich wehren, in dem er bekannte Spionage-Dienste wie z.B. Dropbox nicht benutzt. Es gibt genug sicherere Alternativen. Dasselbe gilt auch für Whatsapp und andere. Bei der nächsten Wahl sollte man gut darüber nachdenken, ob man wirklich jemandem wie Merkel seine Stimme gibt.
    Das sind Dinge die jeder normale Mensch tun kann. Du glaubst gar nicht was sich alles ändern würde, wenn das nur ein beachtlicher Teil täte. Das Volk/der Kunde hat die Macht. Oder glaubst du Whatsapp könnte es sich leisten weiterhin auf Datenschutz zu scheissen wenn plötzlich die hälfte der Nutzer zu vernünftigen Messengern wechselt die verschlüsseln?
    Das einzige Problem was wir haben ist, dass zu viele wie du denken "man kann ja eh nichts dagegen tun, also yolo". So passiert natürlich nichts, das ist eine selbsterfüllende Prophezeiung.

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    Darkfield (18.08.2014)

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