{"id":10230,"date":"2023-03-25T15:11:56","date_gmt":"2023-03-25T13:11:56","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=10230"},"modified":"2023-08-30T11:14:12","modified_gmt":"2023-08-30T09:14:12","slug":"orangepi-5-im-test-der-schnellere-raspberry-pi-4-mit-bis-zu-32-gb-ram","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/orangepi-5-im-test-der-schnellere-raspberry-pi-4-mit-bis-zu-32-gb-ram\/","title":{"rendered":"OrangePi 5 im Test: Der schnellere Raspberry Pi 4 mit bis zu 32 GB RAM?"},"content":{"rendered":"<p>Bereits bei der Ank\u00fcndigung des Orange Pi 5 zeichnete sich ab, dass es sich um einen interessanten Einplatinencomputer handelt, der dem bekannten Raspberry Pi 4 durchaus Konkurrenz machen k\u00f6nnte. Ich habe im Januar 2023 einen bestellt und ihn mir genauer angeschaut: Dieser Beitrag wirft einen Blick auf die M\u00f6glichkeiten zum Kauf, die Hardware, Stromversorgung, Stromverbrauch, die verf\u00fcgbaren GNU\/Linux-Distributionen sowie die Nutzung im Alltag.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kauf und Abwicklung<\/h2>\n<p>Der Orange Pi 5 sollte ab Dezember 2022 ausgeliefert werden. Offiziell verkauft ihn der Hersteller auf Amazon und Aliexpress. Allerdings nur auf Amazon.com, dort wurde er Anfangs eine Zeit lang nicht nach Deutschland ausgeliefert. Mittlerweile hat sich dies ge\u00e4ndert. Jedoch steht nur die Variante mit 16 GB Arbeitsspeicher mit oder ohne Netzteil zur Auswahl. Beim Paket mit Netzteil erh\u00e4lt man laut Bild und Beschreibung einen Stecker f\u00fcr die USA, der zudem eine geringere Spannung ben\u00f6tigt. F\u00fcr Deutschland ist dies daher wenig sinnvoll. Preislich liegt er mit 16 GB ohne Netzteil bei 126,86 Euro zuz\u00fcglich 24,97 \u20ac Versandkosten, sodass 151,83 Euro bezahlt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Bei Aliexpress war er bereits von Anfang an f\u00fcr 172,71 \u20ac verf\u00fcgbar. Etwas teurer, daf\u00fcr inklusive s\u00e4mtlicher anfallender Kosten &#8211; die beim Import f\u00e4llige Mehrwertsteuer wird ebenfalls abgef\u00fchrt. Man muss sie nicht separat an den Zoll\/Paketdienstleister abf\u00fchren. Zeitlich kam die Bestellung wesentlich schneller an, als angek\u00fcndigt: Am 02.01.2023 hatte ich bestellt und bezahlt, am 11.01.2023 war der Orange Pi 5 bei mir. Eine gute Woche von China nach Deutschland finde ich absolut in Ordnung.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-05_13-13.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"327\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-05_13-13-1024x327.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10241\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-05_13-13-1024x327.png 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-05_13-13-300x96.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-05_13-13-768x245.png 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-05_13-13-1536x490.png 1536w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-05_13-13.png 1842w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Ein Vorteil bei Aliexpress: Es stehen alle Editionen zur Verf\u00fcgung, also auch jene mit mehr\/weniger Arbeitsspeicher. Wenngleich man die Preise vergleichen sollte. In manchen Shops sind v.a. die kleineren Varianten recht teuer. Die Preise variieren und teilweise gibt es Rabattaktionen, sodass sich Vergleichen lohnen kann.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.orangepi.org\/html\/hardWare\/computerAndMicrocontrollers\/details\/Orange-Pi-5B.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.orangepi.org\/html\/hardWare\/computerAndMicrocontrollers\/details\/Orange-Pi-5B.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Der Orange Pi 5B <\/a>ist durch Bluetooth und WLAN noch besser mit dem Raspberry Pi vergleichbar. Allerdings bislang eher in der Theorie: Er ist zwar auf der offiziellen Webseite gelistet, jedoch nirgendwo lieferbar &#8211; dies wird sich in Zukunft sicher \u00e4ndern.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer steckt hinter Orange Pi?<\/h2>\n<p>Das Unternehmen hinter der Marke tritt als Shenzhen Xunlong Software Co., Ltd auf und stammt aus China &#8211; genauer Shenzhen, wie der Name bereits vermuten l\u00e4sst. Es wurde 2005 gegr\u00fcndet und sieht sich als Anbieter f\u00fcr quelloffene Hardware sowie Software, nachdem 2014 das erste Open Source Projekt auf den Markt kam. In der Vergangenheit wurden bereits mehrere Versionen des Orange Pi ver\u00f6ffentlicht, der eine Alternative zum Raspberry Pi darstellen soll. 2021 erschien mit <a href=\"http:\/\/www.orangepi.org\/html\/news\/details\/800.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.orangepi.org\/html\/news\/details\/800.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">dem Orange Pi 800 sogar ein Modell im Tastaturgeh\u00e4use<\/a>. Die Bezeichnung ist eine offensichtliche Anspielung auf den Raspberry Pi 400. Ein Blick auf die verbaute Hardware l\u00e4sst erahnen, dass die 8 statt 4 nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt wurde &#8211; sondern die h\u00f6here Leistung verdeutlichen soll.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Innovativ in der PR<\/h3>\n<p>Getr\u00fcbt wird dieser recht positive Eindruck <a href=\"http:\/\/www.orangepi.org\/html\/aboutUs\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.orangepi.org\/html\/aboutUs\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">von der offiziellen Webseite<\/a>: Sie ist ausschlie\u00dflich unverschl\u00fcsselt per HTTP erreichbar. Wenn sich ein Unternehmen dann noch selbst als &#8222;innovationsfreudig&#8220; bezeichnet, wirkt das auf den ersten Blick unglaubw\u00fcrdig. HTTPS ist im Jahre 2023 keine Innovation mehr, sondern seit Jahren Stand der Technik. Gerade wenn dort z.B. Downloadlinks verbreitet werden.<\/p>\n<p>Ebenfalls unprofessionell wirkt die Bereitstellung der Abbilder \u00fcber Google Drive, die zudem praktische Probleme verursacht. So wurden die Ubuntu-Images w\u00e4hrend meines Tests zwar von Version 1.1.2 auf 1.1.4 aktualisiert, was grunds\u00e4tzlich erst mal positiv ist. Die neueren lie\u00dfen sich aber nicht herunterladen, weil das Downloadkontingent \u00fcberschritten wurde. Hat man sich f\u00fcr einen Drittanbieter-Dienst entschieden, ohne ihn zu bezahlen? Oder gar lediglich f\u00fcr die private Nutzung in beschr\u00e4nktem Rahmen vorgesehen ist? Vertrauenserweckend ist all das jedenfalls nicht gerade.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-19_12-56-cut.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"624\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-19_12-56-cut-1024x624.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10283\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-19_12-56-cut-1024x624.jpg 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-19_12-56-cut-300x183.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-19_12-56-cut-768x468.jpg 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-19_12-56-cut-1536x936.jpg 1536w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-19_12-56-cut.jpg 1629w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Hardware des Orange Pi 5<\/h2>\n<p>Schaut man sich die verbaute Hardware des Orange Pi 5 an, so wird deutlich, dass es sich nicht lediglich um eine Kopie handelt &#8211; von denen es ja mittlerweile einige gibt, die entweder identisch ausgestattet sind, oder Verbesserungen im Detail vorgenommen haben, wie beispielsweise der Banana Pi. Auch <a href=\"https:\/\/www.notebookcheck.com\/Orange-Pi-4-LTS-Raspberry-Pi-Alternative-mit-PCIe-ab-sofort-erhaeltlich.605337.0.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.notebookcheck.com\/Orange-Pi-4-LTS-Raspberry-Pi-Alternative-mit-PCIe-ab-sofort-erhaeltlich.605337.0.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">der Vorg\u00e4nger Orange Pi 4 LTS<\/a> erhielt einen st\u00e4rkeren Prozessor sowie die M\u00f6glichkeit eines festen Flash-Speichers.<\/p>\n<p>Bereits die Platine ist ein wenig Gr\u00f6\u00dfer als der Pi, wenn auch nicht viel. Der verbaute <strong>Rockchip RK3588S<\/strong> Prozessor wirkt beeindruckend: Er setzt auf <a href=\"https:\/\/www.makeuseof.com\/what-is-the-biglittle-architecture\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.makeuseof.com\/what-is-the-biglittle-architecture\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">ARMs <strong>big.LITTLE<\/strong> Architektur<\/a>. Solch ein Prozessor besteht aus zwei internen Prozessoren f\u00fcr verschiedene Zwecke: \u00dcblicherweise besitzt einer weniger Leistung (<em>little<\/em>), ist daf\u00fcr aber stromsparender. Der Zweite (<em><em>big<\/em><\/em>) ist f\u00fcr mehr Leistung optimiert und verbraucht daf\u00fcr auch mehr Energie. F\u00fcr weniger anspruchsvolle Anwendungen wird der kleine Prozessor eingesetzt, w\u00e4hrend der Gro\u00dfe nur bei Bedarf zum Einsatz kommt. Dadurch l\u00e4sst sich sowohl die Leistung als auch der Stromverbrauch verbessern. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Rockchip-RK3588-Mehr-Rechenkraft-fuer-Einplatinencomputer-Chromebooks-4971791.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Rockchip-RK3588-Mehr-Rechenkraft-fuer-Einplatinencomputer-Chromebooks-4971791.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Beim Rockchip RK3588S<\/a> des Orange Pi 5 kommen jeweils vier Cortex-A76 (2,4 GHz) und Cortex-A55 (1,8 GHz) Kerne zum Einsatz, produziert in 8 Nanometer-Technologie. Verglichen mit einem Raspberry Pi verspricht er deutlich mehr Leistung. Zum Vergleich: Der Pi ist mit einem Broadcom BCM2711 und 8 Cortex-A72 Kernen (1,5 GHz) ausgestattet. Der A72 stammt aus dem Jahre 2016. Gefertigt wird er noch im 16 nm Verfahren, eine big.LITTLE Architektur gibt es nicht.<\/p>\n<p>Bis zu 32 GB Arbeitsspeicher sind m\u00f6glich, wie bei Einplatinencomputern \u00fcblich leider fest verl\u00f6tet. Man muss sich also beim Kauf entscheiden und hat keine M\u00f6glichkeit, nachtr\u00e4glich aufzur\u00fcsten. Erh\u00e4ltlich ist der Orange Pi 5 mit 4 GB\/8 GB\/16 GB oder 32 GB RAM. Bei den Leistungsdaten \u00fcberrascht es nicht, dass laut Hersteller 8K Videos mit 60 Bildern pro Sekunde problemlos m\u00f6glich sein sollen.<\/p>\n<p>Was die Anschl\u00fcsse angeht, ist nahezu alles Wichtige vorhanden: 2x USB 3.0, 1x USB 2.0, 1x USB Typ C (zus\u00e4tzlich zur Stromversorgung), 1x RJ45 (Ethernet) mit Gigabit-Geschwindigkeit, sowie HDMI und die M\u00f6glichkeit zum Anschluss von zwei Kameras (die zweite Buchse befindet sich auf der Unterseite). Wer einen Bildschirm per HDMI anschlie\u00dfen m\u00f6chte, ben\u00f6tigt keinen Adapter, da der Hersteller sich f\u00fcr die normale Buchse entschieden hat &#8211; also nicht Mini- oder Micro-HDMI. Sollen mehrere Monitore genutzt werden, kann der USB Typ C (DP 1.4) Anschluss daf\u00fcr dienen. <\/p>\n<p>Ein Taster zum Einschalten ist ebenfalls auf der Platine fest aufgel\u00f6tet, zusammen mit einem Mikrofon und 3,5&#8243; Klinkenanschluss. Letzterer l\u00e4sst sich sowohl als Ausgang (z.B. Kopfh\u00f6rer) oder Eingang (Mikrofon) nutzen. Interessant ist f\u00fcr manche m\u00f6glicherweise die vorhandene Echtzeituhr, die jedoch eine Batterie ben\u00f6tigt. Der Schalter steht einem automatischen Start \u00fcbrigens nicht im Weg: Man k\u00f6nnte das Netzteil des Orange Pi \u00fcber eine schaltbare Steckdose automatisiert mit Strom versorgen. Er bootet dann sofort, ohne vorherige Bet\u00e4tigung des Einschalters.<\/p>\n<p>Die Ansteuerung von elektronischen Komponenten ist \u00fcber einen 26-Pin Header m\u00f6glich. Er unterst\u00fctzt g\u00e4ngige Schnittstellen wie UART, PWM, I2C, SPI, CAN und klassische GPIO-Anschl\u00fcsse. Mit dem Raspberry Pi ist er nicht 1:1 kompatibel. UART bietet die M\u00f6glichkeit, als serielle Schnittstelle zur Fehleranalyse genutzt zu werden.<\/p>\n<p>Als Festspeicher kann man eine Micro-SD Speicherkarte einsetzen. Dies war bereits beim Raspberry Pi umstritten: Die Geschwindigkeit ist vergleichsweise gering und die Haltbarkeit leidet vor allem bei h\u00f6herer Schreiblast. Der Orange Pi 5 bietet alternativ einen M.2 Anschluss, um SSDs per PCI-Express (2.0) zu nutzen. Er befindet sich auf der Unterseite und unterst\u00fctzt den Formatfaktor 2242. Theoretisch kann auch der g\u00e4ngigere 2280 eingesetzt werden. Allerdings ragt die SSD dann \u00fcber das Ende des Boards hinaus &#8211; f\u00fcr den Alltag wenig praktikabel. Oder man nutzt den Slot f\u00fcr ein WLAN\/Bluetooth-Modul, das <a href=\"https:\/\/www.atestore.de\/de\/hersteller\/Sparklan\/AP6275P.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">AP6275P<\/a> kann optional dazugekauft werden.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Stromversorgung<\/h2>\n<p>Erw\u00e4hnenswert ist noch die Stromversorgung: Zwar kommt ein zeitgem\u00e4\u00dfer USB Typ C Anschluss zum Einsatz. Doch der Orange Pi ben\u00f6tigt 5 V mit 4 A, sodass Raspberry Pi 4 Netzteile nicht ausreichen. Dort liefert das offizielle Netzteil nur 3 A. <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3R1y00e\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/amzn.to\/3ISlhHf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Ich habe mich f\u00fcr das Luniker mit 5,1 V und 4 A entschieden<\/a>. Der Preis liegt zum Testzeitpunkt bei 11,99 Euro inklusive Versandkosten. Es wird f\u00fcr den Pi beworben und kann dort auch n\u00fctzlich sein, falls die 2,5 A f\u00fcr extern angeschlossene Ger\u00e4te zu wenig sein sollten. Da Spannung, Stromst\u00e4rke, Typ sowie der Anschluss passen, kann es problemlos f\u00fcr den Orange Pi genutzt werden. Die Spannung ist minimal um 0,1 V h\u00f6her, um sicherzustellen, dass am Ger\u00e4t tats\u00e4chlich 5,0 V ankommen. Dies gleicht kleine Verluste aus, die z.B. durch das Kabel entstehen. <\/p>\n<p>Generell ist es daher sinnvoll, ein Netzteil mit 5,1 V statt 5,0 V Ausgangsspannung zu nehmen &#8211; auch f\u00fcr den Raspberry Pi. Man sollte allerdings keine zu starken Netzteile mit gr\u00f6\u00dferer Differenz w\u00e4hlen. Ansonsten kann es zu Besch\u00e4digungen der Hardware durch \u00dcberspannung kommen. Gerade bei USB Typ C Netzteilen sollte man unbedingt die Ausgangsspannung pr\u00fcfen: Im Gegensatz zu Micro-USB wird es nicht nur f\u00fcr 5 V eingesetzt, wie bei USB \u00fcblich. Stattdessen verwenden diverse Ger\u00e4te deutlich h\u00f6here Spannungen. Bei Notebooks beispielsweise durchaus im Bereich von ca. 15 &#8211; 20 Volt. Dies ist f\u00fcr nahezu alle Einplatinencomputer definitiv viel zu viel und wird sie zerst\u00f6ren, deutlich \u00fcber 5 V d\u00fcrfen es nicht sein. Dies gilt auch f\u00fcr andere Ger\u00e4te. Ein passender Stecker ist daher keine Garantie mehr &#8211; man muss zuvor die vom Ger\u00e4t ben\u00f6tigte bzw. unterst\u00fctzte Spannung ermitteln sowie mit dem Typenschild des gew\u00fcnschten Netzteiles abgleichen.<\/p>\n<p>Zu beachten ist, dass nicht beide USB Typ C Buchsen zur Stromversorgung genutzt werden k\u00f6nnen! Nur die Buchse im Eck neben dem 3,5&#8243; Klinken-Anschluss ist als Eingang vorgesehen. Die Zweite zwischen HDMI- und Kameraschnittstelle dient zum Anschluss von USB-Ger\u00e4ten.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verf\u00fcgbare GNU\/Linux Distributionen<\/h2>\n<p>Verglichen mit anderen Einplatinencomputern hat man beim Orange Pi eine relativ umfangreiche Auswahl: Neben dem selbst entwickelten Orange Pi OS stehen Ubuntu, Debian, Armbian und Android zur Verf\u00fcgung. <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/die-orange-pi-os-familie-vorgestellt-und-getestet-orange-pi-os-droid-arch-und-oh\/\" data-type=\"post\" data-id=\"10251\">Die Orange Pi OS Familie habe ich in diesem Beitrag genauer vorgestellt, sowie den <strong>Droid<\/strong> Ableger ausprobiert<\/a>.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">GNU\/Linux Distributionen<\/h3>\n<p>Diese entstehen \u00fcberwiegend nicht in offizieller Zusammenarbeit mit den Distributionen, sondern der Hersteller hat sie selbst portiert. Heruntergeladen werden sie daher nur per Google Drive, was wiederum vom Hersteller des Orange Pi gepflegt wird. <a href=\"https:\/\/www.armbian.com\/orangepi-5\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.armbian.com\/orangepi-5\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Die einzige Ausnahmen sind Armbian<\/a> sowie ganz aktuell DietPi. Auf der Orange Pi Homepage ist es zwar noch nicht gelistet. Doch j\u00fcngst hat <a href=\"https:\/\/dietpi.com\/docs\/releases\/v8_14\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">DietPi in der Version 8.14 vom Februar 2023 begonnen<\/a>, den Orange Pi 5 offiziell zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Auf der Webseite findet sich auch ein mit \u00fcber 300 Seiten recht umfangreiches Handbuch in Englischer Sprache. Es behandelt sowohl Einsteigerthemen wie das Anschlie\u00dfen eines Bildschirmes oder \u00c4ndern der Aufl\u00f6sung, als auch erweiterte Funktionen &#8211; etwa Debugging, oder sogar die Entwicklung eines grundlegenden &#8222;Hallo Welt&#8220; Kernelmodules. Seite 106 listet auf, welche Funktionalit\u00e4ten mit welchen Distributionen funktionieren. Einzig unter Ubuntu 22 werden zwei Kameras noch nicht unterst\u00fctzt, au\u00dferdem soll <em>Chromium hard solution video<\/em> nicht funktionieren. Mutma\u00dflich ist damit die Hardwarebeschleunigung gemeint.<\/p>\n<p>Wie schon an anderer Stelle erw\u00e4hnt, steht und f\u00e4llt ARM mit der Softwareunterst\u00fctzung. Im Gegensatz zu X86-Systemen kann man n\u00e4mlich nicht jede beliebige Distribution f\u00fcr diese Architektur nutzen und ist damit vom Hersteller unabh\u00e4ngig. Sondern entweder die Distribution oder der Hersteller m\u00fcssen eine angepasste Distribution pflegen, und zwar f\u00fcr jedes einzelne Ger\u00e4t mit den jeweiligen Treibern, Bootloader (Hier U-Boot), ggf. angepasstem Kernel usw. Diesen Aufwand k\u00f6nnen Ubuntu, Debian &amp; co. mangels Ressourcen gar nicht f\u00fcr jedes ARM-Ger\u00e4t aufwenden und konzentrieren sich bestenfalls auf verbreitete Ger\u00e4te. Ein Raspberry Pi Image kann daher ausschlie\u00dflich auf dem Pi genutzt werden, nicht auf dem Orange Pi oder anderen Ger\u00e4ten &#8211; obwohl beide die ARM-Architektur nutzen. Dies gilt ebenso anders herum und mit anderen Einplatinencomputern.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Alltagstest mit Ubuntu (Konsole &amp; Desktop)<\/h3>\n<p>Ich habe mich in diesem Artikel auf Ubuntu konzentriert, um den Rahmen nicht zu sprengen. Die Abbilder sind ziemlich aktuell, lediglich U-Boot f\u00e4llt mit einer Version aus dem Jahre 2017 auf. Im Gegensatz zum Orange Pi OS Droid wird keine spezielle Software ben\u00f6tigt. Man kann die .img Datei mit Standardwerkzeugen wie beispielsweise <strong>dd<\/strong> oder <strong>Balena Etcher<\/strong> \u00fcbertragen. Alle Abbilder wurden angepasst bzw. erweitert. Das vom Raspberry Pi bekannte Werkzeug <strong>raspi-config<\/strong> wurde in \u00e4hnlicher Form als <strong>orangepi-config<\/strong> <em>nachgebaut<\/em>. In \/usr\/local\/bin liegen weitere Skripte, mit denen z.B. die automatische Anmeldung oder VNC aktiviert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es stehen auch Abbilder f\u00fcr die grafischen Desktopumgebungen Gnome und Xfce bereit. Ich habe Xfce ausprobiert: Der Start mancher Programme dauert ein paar Sekunden, verglichen mit einem X86 Desktop-PC. Dies ist allerdings der Speicherkarte geschuldet, da die CPU nicht ansatzweise ausgelastet ist. Dies zeigt sich auch im Web: Das Surfen ist deutlich fl\u00fcssiger wie auf dem Raspberry Pi 4 &#8211; dort war der Prozessor w\u00e4hrend des Ladens nicht selten voll oder nahezu voll ausgelastet. Auch das Streaming auf YouTube in 1080p ist kein Problem. Die Prozessorlast bewegt sich meist zwischen 20 und 30 Prozent mit kurzzeitigen Spitzen von 40%. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Stromverbrauch<\/h2>\n<p>Das Ger\u00e4t l\u00e4sst sich per Shutdown vollst\u00e4ndig ausschalten. Mit dem von mir eingesetzten Netzteil f\u00e4llt dann nur noch ein Standby-Strom von ungef\u00e4hr 0,2 Watt an. Im Leerlauf mit der minimalen Ubuntu-Edition (Konsole) liegt der Verbrauch bei konstanten 2,6 Watt.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-04_19-51.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"535\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-04_19-51-1024x535.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10236\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-04_19-51-1024x535.png 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-04_19-51-300x157.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-04_19-51-768x401.png 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-04_19-51-1536x803.png 1536w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-04_19-51.png 1592w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Bei k\u00fcnstlicher Vollauslastung (<em>stress -c 8<\/em>) steigt der Stromverbrauch auf etwa 8,1 Watt an, mit kurzzeitigen Spitzen von bis zu 9,3 W. Wird mit Ubuntu 22 Xfce ein YouTube Video in Full-HD (1080p) gestreamt, zeigt das Messger\u00e4t durchschnittlich etwa 4,6 Watt an. Alles \u00fcberraschend gute Werte, die ungef\u00e4hr auf dem Niveau des Raspberry Pi 4 liegen. Teils sogar leicht darunter, wobei ich dies im Bereich der Messtoleranz sehen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Lediglich unter Vollast verbraucht der Orange Pi 5 etwa 2,3 Watt mehr. Dies d\u00fcrfte jedoch \u00fcberhaupt kein Problem sein, zumal dies nur dann anf\u00e4llt, wenn die Leistung auch wirklich ben\u00f6tigt wird. Nicht vergessen darf man hierbei: Der Orange Pi 5 hat wesentlich mehr Ressourcen als der Pi. Neben dem schnelleren Prozessor besitzt mein Testger\u00e4t 16 GB Arbeitsspeicher und damit 4x mehr als der zum Vergleich getestete RPI 4. Und das, ohne mehr Strom zu ben\u00f6tigen. Die big.LITTLE Architektur zeigt hier ihre Vorteile.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"538\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-2-1024x538.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10237\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-2-1024x538.png 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-2-300x158.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-2-768x403.png 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-2-1536x807.png 1536w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-2.png 1594w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n<p>Gr\u00f6\u00dfer und Besser fasst die Hardware des Orange Pi 5 treffend zusammen: Der Rockchip RK3588S besitzt mehr Leistung, ohne dabei den Stromverbrauch nennenswert zu erh\u00f6hen. Dem Raspberry Pi 4 ist er technisch deutlich \u00fcberlegen, sodass die Speicherkarte schnell zum Flaschenhals wird. Als Arbeitsstation kann er auch anspruchsvollere Aufgaben erledigen, sofern die gew\u00fcnschte Software ARM unterst\u00fctzt. Eine SSD d\u00fcrfte sich gerade daf\u00fcr sp\u00fcrbar lohnen.<\/p>\n<p>Aber auch als Server macht er eine gute Figur und kann sowohl durch Prozessor als auch Arbeitsspeicher gr\u00f6\u00dfere Umgebungen bedienen, etwa mehrere speicherhungrige Java-Anwendungen. Softwareseitig sieht es insgesamt durchaus gut aus: Zwar unterst\u00fctzen die gro\u00dfen generischen Distributionen das Ger\u00e4t nicht offiziell. Doch mit Armbian und j\u00fcngst auch DietPi ziehen die ersten Projekte nach, um diese Marktl\u00fccke zu f\u00fcllen. Grunds\u00e4tzlich das positiv. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass dort meist nur eine oder wenige einzelne Personen f\u00fcr die Unterst\u00fctzung eines Ger\u00e4tes verantwortlich sind. In der Regel zudem in ihrer Freizeit. Geht dort die Zeit oder Lust verloren, sieht es ggf. in ein paar Monaten oder Jahren schlecht aus.<\/p>\n<p>Da der Orange Pi 5 noch recht neu ist, wird erst die Zeit zeigen, wie sich das \u00d6kosystem entwickelt. Der Hersteller scheint viel vor zu haben, eventuell zu viel. Ein vergleichbar umfangreiches wie beim Raspberry Pi sollte man jedoch nicht so schnell erwarten &#8211; dies hat bisher kein anderes Projekt geschafft, obwohl es seit etlichen Jahren diverse Nachbauten und Alternativen gibt. Hier scheint durchaus Potenzial vorhanden zu sein, nicht nach wenigen Jahren in der Versenkung zu verschwinden. Gerade f\u00fcr jene Zielgruppe, die sich einen leistungsf\u00e4higeren Pi w\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Es gibt bereits jetzt weitere interessante Aspekte, die diesen ersten Test sprengen w\u00fcrden &#8211; etwa eine intensivere Betrachtung der verschiedenen Betriebssysteme. Falls ihr euch daf\u00fcr interessiert und weitere Teile zum Orange Pi 5 w\u00fcnschen w\u00fcrdet, schreibt es gerne ins Forum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits bei der Ank\u00fcndigung des Orange Pi 5 zeichnete sich ab, dass es sich um einen interessanten Einplatinencomputer handelt, der dem bekannten Raspberry Pi 4 durchaus Konkurrenz machen k\u00f6nnte. 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