{"id":10276,"date":"2023-04-10T17:50:00","date_gmt":"2023-04-10T15:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=10276"},"modified":"2023-06-25T10:33:06","modified_gmt":"2023-06-25T08:33:06","slug":"ubuntu-mit-xfce-desktopumgebung-auf-dem-orange-pi-5-getestet-tauglich-als-kleiner-desktop-pc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/ubuntu-mit-xfce-desktopumgebung-auf-dem-orange-pi-5-getestet-tauglich-als-kleiner-desktop-pc\/","title":{"rendered":"Ubuntu mit Xfce Desktopumgebung auf dem Orange Pi 5 getestet: Tauglich als kleiner Desktop-PC?"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen meines <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/orangepi-5-im-test-der-schnellere-raspberry-pi-4-mit-bis-zu-32-gb-ram\/\" data-type=\"post\" data-id=\"10230\">Tests des Orange Pi 5 Einplatinencomputers<\/a> habe ich darauf Ubuntu mit Xfce ausprobiert, welches vom Hersteller offiziell unterst\u00fctzt wird. Bei Ubuntu handelt es sich um eine verbreitete, auf Debian aufbauende GNU\/Linux Distribution. Xfce ist eine leichtgewichtige Desktopumgebung, die den Anspruch erhebt, optisch ansprechend sowie einfach benutzbar zu sein.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bereitstellung und Versionsstand<\/h2>\n<p>Zum Zeitpunkt des Tests stehen Ubuntu in Version 20 (Focal) und 22 (Jammy) f\u00fcr den Orange Pi 5 zur Verf\u00fcgung. Ubuntu 20 nur ohne grafische Oberfl\u00e4che und mit Xfce-Desktopumgebung, bei 22 kann man auf Wunsch zus\u00e4tzlich Gnome w\u00e4hlen. Der Hersteller scheint seine Portierungen bislang gut bis vorbildlich zu pflegen, das zum Testzeitpunkt \u00e4lteste Abbild war knapp 2 Monate alt. Ubuntu sogar nur wenige Tage. Auch der Kernel wurde nicht vernachl\u00e4ssigt, unter Ubuntu 22.04 lief ein recht aktueller 5.10.110er Kernel. Nur U-Boot ist mit einer Version von 2017 als veraltet negativ aufgefallen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1020\" height=\"386\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10231\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image.png 1020w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-300x114.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-768x291.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1020px) 100vw, 1020px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>W\u00e4hrend des Tests wurden die Abbilder am 10.03.2023 alle zeitgleich auf den aktuellen Stand gebracht. In diesem Zeitraum ist mir kein festes Muster aufgefallen. Es scheint jedoch derzeit so zu sein, dass diese sp\u00e4testens alle paar Wochen ein Update erhalten.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"322\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-1024x322.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10309\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-1024x322.png 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-300x94.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-768x241.png 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik.png 1089w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Inoffizielle Unterst\u00fctzung: Woher kommen die Abbilder?<\/h2>\n<p>Da SoC (System-on-a-Chip) Einplatinencomputer aufgrund ihrer Architektur mit der Softwareunterst\u00fctzung steigen und fallen, macht es aus meiner Sicht Sinn, darauf ein besonderes Augenmerk zu legen. Grunds\u00e4tzlich ist jeder Einplatinencomputer individuell, mangels Standardtreiber wird ein eigenes Abbild ben\u00f6tigt. Generische Abbilder wie unter X86 die auf jedem Ger\u00e4t installiert werden k\u00f6nnen, gibt es unter ARM nicht.<\/p>\n<p>Die Portierung von Ubuntu wurde vom Hersteller Orange Pi selbst durchgef\u00fchrt. Das hat Vor- und Nachteile: Den Distributionen fehlen meist die Ressourcen, welche f\u00fcr die Vielzahl an SoCs n\u00f6tig w\u00e4ren. Der Hersteller sollte ein Interesse an einer hochwertigen Softwareunterst\u00fctzung haben und \u00fcber den Hardwareverkauf die Mittel f\u00fcr deren Entwicklung besitzen. Die Abh\u00e4ngigkeit verlagert sich damit auf den Hersteller.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Installation und Start von Ubuntu 22<\/h2>\n<p>Bereitgestellt werden Abbilder (.img Dateien), die sich mit dem Standard-Kommandozeilenwerkzeug dd auf die Karte schreiben lassen. Wer grafische Software bevorzugt, kann beispielsweise Balena Etcher verwenden. Bei der Nutzung einer Speicherkarte gibt es somit kaum wesentliche Unterschiede zum Raspberry Pi. Der Einzige besteht darin, dass kein komfortabler Imager zur Verf\u00fcgung steht, bei dem man die bereitgestellten Distributionen per Mausklick ausw\u00e4hlen kann. Diese muss man h\u00e4ndisch herunterladen, entpacken und auf die Karte schreiben. Selbst f\u00fcr Einsteiger ist dies mit Werkzeugen wie Etcher vergleichsweise schnell erledigt. Wahlweise kann man das Betriebssystem sp\u00e4ter auf die M2 SSD verschieben.   <\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"929\" height=\"473\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10235\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-1.png 929w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-1-300x153.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-1-768x391.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 929px) 100vw, 929px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Ubuntu startet sofort ohne Einrichtung. Der Orange Pi 5 meldet sich im Netzwerk unter dem Hostname <strong>orangepi5<\/strong>. SSH ist vorinstalliert und aktiviert, mit dem Benutzername <strong>orangepi<\/strong> und dem gleichnamigen Passwort kann man sich per SSH anmelden. Solche generischen Zugangsdaten sollten nat\u00fcrlich ge\u00e4ndert werden &#8211; allersp\u00e4testens bei produktiver Nutzung oder gar im Internet.<\/p>\n<p>Die Konsolen-Edition von Ubuntu 22.04 ben\u00f6tigt vom Dr\u00fccken des Einschaltknopfs bis hin zur eingeloggten Konsole 30 Sekunden. Sie belegt nach der Installation aller Updates 2,1 GB Speicherplatz auf der Karte:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">orangepi@orangepi5:~$ lsb_release -a\nNo LSB modules are available.\nDistributor ID:\tUbuntu\nDescription:\tUbuntu 22.04.2 LTS\nRelease:\t22.04\nCodename:\tjammy\n\norangepi@orangepi5:~$ df -h \/\nFilesystem      Size  Used Avail Use% Mounted on\n\/dev\/mmcblk1p2   29G  2.1G   27G   8% \/<\/code><\/pre>\n<p>Daf\u00fcr ist Docker in Version 23.0.1 vorinstalliert, <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/docker-compose-v1-vs-v2-welche-version-sollte-ich-benutzen-worin-liegen-die-unterschiede\/\" data-type=\"post\" data-id=\"8710\">allerdings ohne das Compose-Plugin<\/a>. Erw\u00e4hnenswert ist, dass nicht die offiziellen Ubuntu-Repositorys zum Einsatz kommen. Sondern &#8211; passend zum chinesischen Ursprung des Unternehmens &#8211; Spiegelserver von Huawei. Docker kommt gar aus der Alibaba-Cloud:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">orangepi@orangepi5:~$ cat \/etc\/apt\/sources.list\ndeb http:\/\/repo.huaweicloud.com\/ubuntu-ports\/ jammy main restricted universe multiverse\n...\n\norangepi@orangepi5:~$ cat \/etc\/apt\/sources.list.d\/docker.list\ndeb [arch=arm64] https:\/\/mirrors.aliyun.com\/docker-ce\/linux\/ubuntu jammy stable<\/code><\/pre>\n<p>Ein Wechsel auf andere Spiegelserver ist grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich und nicht nur wegen m\u00f6glicher Datenschutzbedenken gegen\u00fcber unsicheren Drittstaaten sinnvoll. Auch rein geografisch werden Server in Europa tendenziell schneller sein, als chinesische. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Orangepi-Config und weitere Helfer<\/h2>\n<p>Raspberry Pi Nutzer werden das Werkzeug <strong>raspi-config<\/strong> kennen: Es steht sowohl auf der Konsole, aber auch als grafisches Werkzeug zur Verf\u00fcgung und b\u00fcndelt viele wichtige Einstellungen des Pi. Beispielsweise lassen sich Funktionen und Schnittstellen aktivieren, deaktivieren sowie konfigurieren. Der Orange Pi hat es in gewisser Hinsicht nachgebaut: Zwar ist <strong>orangepi-config<\/strong> nicht gleich strukturiert und es existiert ausschlie\u00dflich als Kommandozeilenwerkzeug. Doch inhaltlich geht es in eine \u00e4hnliche Richtung. Man kann etwa verschiedene Schnittstellen aktivieren\/deaktivieren. Teilweise helfen die Men\u00fcs auch dabei, bestimmte GNU\/Linux-Einstellungen zu setzen. Wie beim Pi kann dies sicher v.a. f\u00fcr Einsteiger eine gute Unterst\u00fctzung sein.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"919\" height=\"588\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10239\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-3.png 919w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-3-300x192.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/image-3-768x491.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 919px) 100vw, 919px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Zus\u00e4tzlich steht mit <strong>orangepimonitor<\/strong> ein Hilfswerkzeug zur Verf\u00fcgung, dass verschiedene Benchmarks durchf\u00fchren kann. Weitere Skripte finden sich in <strong>\/usr\/local\/bin<\/strong> und k\u00f6nnen daher global aufgerufen werden. Beispielsweise <strong>auto_login_cli.sh<\/strong> und <strong>desktop_login.sh<\/strong>, mit denen sich die automatische Anmeldung eines Benutzers steuern l\u00e4sst. Wer auf die grafische Oberfl\u00e4che per VNC zugreifen m\u00f6chte, kann dies \u00fcber das Skript <strong>set_vnc.sh<\/strong> einrichten. Die Datei <strong>\/etc\/orangepi-release<\/strong> enth\u00e4lt Informationen \u00fcber den Versionsstand des Betriebssystems.<\/p>\n<p>Viele der eigenen Pakete scheinen jedoch manuell installiert worden zu sein, werden also nicht \u00fcber die Paketverwaltung aktualisiert. Hier ist mir bisher unklar, wie der Hersteller neue Versionen verbreiten m\u00f6chte und ob dies \u00fcberhaupt vorgesehen ist. Falls ja, m\u00fcssten andere Mechanismen zum Einsatz kommen, um eine Neuinstallation zu vermeiden. Ein eigenes Repository h\u00e4tte sich angeboten. <\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ apt show orangepi-config | grep APT\nAPT-Manual-Installed: yes\nAPT-Sources: \/var\/lib\/dpkg\/status<\/code><\/pre>\n<p>Die Versionsnummern lassen darauf schlie\u00dfen, dass sie sich in einem noch eher fr\u00fchen Stadium befinden. Es bleibt abzuwarten, ob und in welchem Umfang diese Tools zuk\u00fcnftig gepflegt werden.<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ dpkg -l | grep orangepi\nii  linux-u-boot-orangepi5-legacy          1.1.2                                   arm64        Uboot loader 2017.09\nii  orangepi-bsp-cli-orangepi5             1.1.2                                   arm64        OrangePi board support files for orangepi5\nii  orangepi-bsp-desktop-orangepi5         1.1.2                                   arm64        Orange Pi Board Specific Packages for desktop users using arm64 orangepi5 machines\nii  orangepi-config                        1.1.2                                   all          Orange Pi configuration utility\nii  orangepi-firmware                      1.1.2                                   all          Linux firmware\nii  orangepi-jammy-desktop-xfce            1.1.2                                   all          Orange Pi desktop for Ubuntu jammy\nii  orangepi-plymouth-theme                1.1.2                                   all          boot animation, logger and I\/O multiplexer - orangepi theme\nii  orangepi-zsh                           1.1.2                                   all          Orange Pi improved ZShell<\/code><\/pre>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Orange Pi 5 als Desktop?<\/h2>\n<p>Wie zuvor erw\u00e4hnt, stehen verschiedene Abbilder f\u00fcr Distributionen mit grafischer Desktopumgebung zur Verf\u00fcgung &#8211; etwa Ubuntu 22 mit Xfce. Eine Differenzierung \u00fcber die Anzahl vorinstallierter Pakete wie beim Raspberry Pi OS gibt es nicht, da jeweils nur ein Abbild angeboten wird. Ubuntu 22 mit Xfce belegt nach der Installation aller Aktualisierungen 5,9 GB auf der Karte.<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">orangepi@orangepi5:~$ df -h \/\nDateisystem    Gr\u00f6\u00dfe Benutzt Verf. Verw% Eingeh\u00e4ngt auf\n\/dev\/mmcblk1p2   30G    5,9G   23G   21% \/<\/code><\/pre>\n<p>Frisch nach dem Start werden etwa 630 MB an Arbeitsspeicher belegt. An mehreren Stellen lassen sich Ver\u00e4nderungen gegen\u00fcber einem <em>vanilla<\/em> Ubuntu feststellen. So wird man beim Start beispielsweise von einer Boot-Animation begr\u00fc\u00dft, die auch beim Herunterfahren erscheint. Der Standardbrowser Firefox wurde durch Chromium ersetzt. Grunds\u00e4tzlich l\u00e4sst sich all dies unter GNU\/Linux anpassen.<\/p>\n<p>Das Starten von Programmen ben\u00f6tigt ein paar Sekunden mehr, als man es von einem vollwertigen Desktop ben\u00f6tigt ist. Dies ist aber eher der Speicherkarte geschuldet. Der Prozessor ist n\u00e4mlich bei weitem nicht ausgelastet. Beim Surfen ist es \u00e4hnlich. Hier macht sich die Karte weniger stark bemerkbar, es wirkt sp\u00fcrbar Fl\u00fcssiger als mit dem Raspberry Pi. Ihn hat nicht selten das Laden\/Rendern von Webseiten zu 100% ausgelastet, wodurch es z\u00e4her wurde. <\/p>\n<p>Streaming auf YouTube in 1080p ist \u00fcberhaupt kein Problem. Die Wiedergabe startet meistens schnell, beim Spulen sind keinerlei Verz\u00f6gerungen bemerkbar. Selbst wenn der gew\u00fcnschte Teil nicht im Puffer liegt, betr\u00e4gt die Wartezeit nur den Bruchteil einer Sekunde. Auch der Wechsel in und aus dem Vollbildmodus geht deutlich z\u00fcgiger vonstatten, als auf dem Raspberry Pi. W\u00e4hrend der Wiedergabe bewegt sich die Gesamtauslastung meist zwischen 20 und 30 Prozent. Kurzzeitig gibt es Spitzen, die nie \u00fcber 40 Prozent lagen. Die CPU hat somit genug Reserven, um 4K sowie wahrscheinlich sogar die versprochenen 8K Inhalte abzuspielen. Oder eben parallel noch andere Aufgaben zu erledigen. Beispielsweise ein Video auf einem Bildschirm anschauen, w\u00e4hrend man auf dem anderen aktiv in Gimp oder anderen Programmen arbeitet.<\/p>\n<p>Die Prozessortemperatur liegt bei 20 Grad Raumtemperatur zwischen 60 und 65 Grad. Beim k\u00fcnstlichen Lasttest mit Stress wird er maximal 84 Grad warm, wenn alle Kerne zu 100% ausgelastet sind. Hier drosselt sich der Takt aber deutlich, dies beginnt bereits ab etwa 80 Grad. Beim Streaming von Videos geschah dies mit maximal 73 \u00b0C noch nicht. Beide Tests wurden komplett ohne aktive oder passive K\u00fchlung durchgef\u00fchrt. Eine K\u00fchlung ist somit zumindest f\u00fcr lastintensive Aufgaben zu empfehlen, ansonsten kann der Prozessor nicht ausgereizt werden. Je nach Umgebung aber auch bereits an hei\u00dfen Sommertagen.<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ head -n 1 \/sys\/class\/thermal\/thermal_zone0\/temp | xargs -I{} awk &quot;BEGIN {printf \\&quot;%.2f\\n\\&quot;, {}\/1000}&quot;\n67,46<\/code><\/pre>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auf Deutsch umstellen<\/h2>\n<p>Standardm\u00e4\u00dfig ist das Ubuntu des Orange Pi 5 auf Englisch. Dies betrifft nicht nur die Sprache, sondern auch das Tastaturlayout sowie die Zeitzone &#8211; entsprechend schwierig gestaltet sich die Eingabe von Sonderzeichen. Zumindest, wenn man eine angeschlossene Tastatur nutzt und nicht nur per SSH auf das Ger\u00e4t zugreift. Dies kann man wie folgt korrigieren, die \u00c4nderungen werden nach dem n\u00e4chsten Ab\/Anmelden bzw. Neustart wirksam:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">sudo dpkg-reconfigure keyboard-configuration\ntimedatectl set-timezone &quot;Europe\/Berlin&quot;<\/code><\/pre>\n<p>Alternativ kann man auch <strong>sudo orangepi-config<\/strong> nutzen: Im Men\u00fc <strong>Personal<\/strong> gibt es jeweils einen Eintrag f\u00fcr die Zeitzone <strong>(Timezone)<\/strong> sowie das Tastaturlayout <strong>(Keyboard)<\/strong>.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"304\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-1-1024x304.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10320\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-1-1024x304.png 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-1-300x89.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-1-768x228.png 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-1-1536x456.png 1536w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/grafik-1.png 1560w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n<p>Obwohl aus Kostengr\u00fcnden mit einer Micro-SD Speicherkarte getestet wurde, l\u00e4uft Ubuntu 22 auf dem Orange Pi fl\u00fcssig. Durch die h\u00f6here Leistung macht er als Desktop-Ersatz eine wesentlich bessere Figur, als der Raspberry Pi 4. Ein paar zus\u00e4tzliche Werkzeuge erleichtern die Nutzung, hier hat man sich beim Raspberry Pi OS inspirieren lassen. Da der Hersteller eigenm\u00e4chtig Ubuntu-Abbilder bereitstellt, muss man allerdings mit dessen Modifikationen rechnen. So hat man beispielsweise Spiegelserver aus China im System. Wie schon im Test zum Orange Pi 5 angemerkt, fehlt zudem HTTPS. Die Downloads werden \u00fcber Google Drive bereitgestellt, was zudem im Test nicht immer zuverl\u00e4ssig funktionierte. <\/p>\n<p>Der Prozess wirkt wenig professionell, alles in allem hinterl\u00e4sst es einen faden Beigeschmack &#8211; was schade ist, denn abgesehen davon macht Ubuntu 22 mit Xfce eine gute Figur. Es wird sich zeigen m\u00fcssen, ob der Hersteller dies in den Griff bekommt und die Software langfristig aktuell halten kann. Ubuntu ist mit seiner ARM-Unterst\u00fctzung daf\u00fcr keine schlechte Basis, es stehen mit 69.000 Paketen sogar mehr wie f\u00fcr Debian und das davon abstammende Raspberry Pi OS zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ apt-cache pkgnames | wc -l\n69082<\/code><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen meines Tests des Orange Pi 5 Einplatinencomputers habe ich darauf Ubuntu mit Xfce ausprobiert, welches vom Hersteller offiziell unterst\u00fctzt wird. Bei Ubuntu handelt es sich um eine verbreitete, auf Debian aufbauende GNU\/Linux Distribution. Xfce ist eine leichtgewichtige Desktopumgebung, die den Anspruch erhebt, optisch ansprechend sowie einfach benutzbar zu sein. 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