{"id":10619,"date":"2023-07-28T14:59:19","date_gmt":"2023-07-28T12:59:19","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=10619"},"modified":"2023-07-28T15:00:07","modified_gmt":"2023-07-28T13:00:07","slug":"mehr-als-raspberry-pi-os-das-ist-debian-gnu-linux-distribution-vorgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/mehr-als-raspberry-pi-os-das-ist-debian-gnu-linux-distribution-vorgestellt\/","title":{"rendered":"Mehr als die Basis des Raspberry Pi OS: Das ist Debian &#8211; die bekannte GNU\/Linux-Distribution vorgestellt"},"content":{"rendered":"<p>Debian ist eine der \u00e4ltesten noch aktiv weiterentwickelten GNU\/Linux-Distributionen. Dieser Beitrag zeigt dir, was Debian gegen\u00fcber anderen Distributionen auszeichnet, ob sie zu dir passt und ob sie sich heutzutage noch lohnt. Au\u00dferdem werfen wir einen Blick auf den Einfluss von Debian, der nicht immer direkt erkennbar ist &#8211; beispielsweise als Basis des Raspberry Pi OS und damit offiziellen Betriebssystems f\u00fcr den beliebten Einplatinencomputer.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist Debian?<\/h2>\n<p>Es handelt sich um eine GNU\/Linux-Distribution: Sie verwendet also den Linux-Kernel kombiniert mit dem GNU-System als Grundlage. Die erste Version wurde 1993 als freie Software ver\u00f6ffentlicht. Die Werte freier Software sind der Distribution sehr wichtig. So wichtig, dass die offiziellen Installationsmedien \u00fcber Jahrzehnte hinweg keine unfreien Komponenten wie z.B. propriet\u00e4re Treiber enthielten.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Paketverwaltung: \u00dcber 64.000 Pakete, vielseitig einsetzbar<\/h2>\n<p>Mit dem Advanced Packaging-Tool (kurz APT) bringt Debian seine eigene Paketverwaltung mit. <a href=\"https:\/\/www.debian.org\/releases\/bookworm\/amd64\/release-notes\/ch-whats-new.en.html#newdistro\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.debian.org\/releases\/bookworm\/amd64\/release-notes\/ch-whats-new.en.html#newdistro\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Die <em>Bookworm<\/em> getaufte Version 12 enth\u00e4lt mehr als 64.400 Softwarepakete<\/a>. Darunter sind auch Bibliotheken und andere Abh\u00e4ngigkeiten, welche ein durchschnittlicher Anwender nicht direkt &#8222;nutzen&#8220; kann. Dennoch ist das eine beachtliche Menge an Software. Die Wahrscheinlichkeit ist gro\u00df, dass man f\u00fcr einen bestimmten Zweck mindestens ein geeignetes Programm in den offiziellen Paketquellen findet.<\/p>\n<p>Debian bezeichnet sich selbst als &#8222;das universelle Betriebssystem&#8220;. Ein Hauptgrund daf\u00fcr ist die Vielfalt von Architekturen: 9 St\u00fcck werden offiziell von <em>Bookworm<\/em> (12) unterst\u00fctzt. Dazu kommen noch mal 9 <a href=\"https:\/\/www.debian.org\/ports\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.debian.org\/ports\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">weitere aktive Portierungen<\/a>, die inoffiziell von der Community durchgef\u00fchrt wurden &#8211; etwa f\u00fcr RISC-V. Bemerkenswert: Darunter befinden sich auch Architekturen, die eine vergleichsweise geringe Verbreitung aufweisen. Au\u00dferdem ist Debian eine der letzten gro\u00dfen Distributionen, welche noch als 32 Bit Variante verf\u00fcgbar sind. Damit l\u00e4sst es sich auch auf sehr alter Hardware nutzen. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.debian.org\/releases\/bookworm\/amd64\/ch03s04.de.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Die Mindestanforderungen<\/a> verlangen in jedem Fall einen 1x1GHz Prozessor. Dazu 256 MB Arbeitsspeicher und 4 GB Speicherplatz. Mit Desktopumgebung erh\u00f6ht sich dies auf 1 GB RAM und 10 GB Speicher, empfohlen werden 2 GB Arbeitsspeicher. In jedem Falle sind diese sehr viel geringer, als die von Microsoft Windows. Insbesondere Windows 11 verlangt neben TPM und SecureBoot auch spezielle Prozessoren &#8211; viele PCs k\u00f6nnen das nicht erf\u00fcllen. <a href=\"https:\/\/www.pcgameshardware.de\/Windows-11-Software-277633\/News\/Vier-von-zehn-PCs-kompatibel-wegen-mangelnder-Hardwareanforderungen-1405076\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.pcgameshardware.de\/Windows-11-Software-277633\/News\/Vier-von-zehn-PCs-kompatibel-wegen-mangelnder-Hardwareanforderungen-1405076\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Eine Analyse unter Millionen von Computern aus Unternehmen zeigt<\/a>, dass 4 von 10 Rechnern die offiziellen Anforderungen nicht erf\u00fcllen. Bei Privatpersonen d\u00fcrfte dies noch weitaus gravierender sein, da viele Unternehmen ihre Hardware pauschal alle 3-5 Jahre austauschen. In dieser Hinsicht ist Debian weitaus gen\u00fcgsamer und schreibt keine zus\u00e4tzliche Hardware vor.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unfreie Firmware in Debian: Friert die H\u00f6lle zu?<\/h2>\n<p>Mit Debian 12 Bookworm wurde das klare Bekenntnis zu freier Software aufgeweicht: Der Installations-Assistent pr\u00fcft, ob propriet\u00e4re Firmware f\u00fcr das System erforderlich ist. Nur dann wird diese automatisch geladen. Wer das nicht m\u00f6chte, muss das Laden unfreier Software \u00fcber einen Schalter ausdr\u00fccklich abschalten. Oft wird damit Argumentiert, das System wird einsteigerfreundlicher: Wenn Teile des Systems (meistens WLAN\/Bluetooth) nicht funktionieren, weil lediglich propriet\u00e4re Treiber zur Verf\u00fcgung stehen, wird das vor allem Einsteiger frustrieren. Vielen sei zumindest in dem Fall die Funktion wichtiger, als ihre Freiheit. Gegner sehen propriet\u00e4re Firmware als Gefahr f\u00fcr ihre Freiheit und m\u00f6chten diese daher grunds\u00e4tzlich ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Schlussendlich wurden 7 Varianten ausgearbeitet und das Team<a href=\"https:\/\/www.debian.org\/vote\/2022\/vote_003#outcome\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.debian.org\/vote\/2022\/vote_003#outcome\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\"> entschied sich Mitte September 2022 f\u00fcr den beschriebenen Weg<\/a>, unfreie Firmware automatisch zu laden, falls dies zur Funktion erforderlich ist. Ein Dammbruch, nachdem Debian bis dahin gem\u00e4\u00df der eigenen Grunds\u00e4tze niemals unfreie Software in Debian einbindet. Es existierte lediglich ein Repository f\u00fcr unfreie Software, welches h\u00e4ndisch aktiviert werden muss. Wer diese bereits w\u00e4hrend der Installation nutzen wollte, musste auf inoffizielle Debian-Abbilder zur\u00fcckgreifen, da dies f\u00fcr die offiziellen abgelehnt wurde. Selbst das hinsichtlich freie Software weniger strenge Ubuntu installiert unfreie Firmware nur durch das aktive Setzen eines Hakens vor der Installation.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Demokratischer Entscheidungsprozess<\/h2>\n<p>Diese Entscheidung wurde allerdings nicht eigenm\u00e4chtig vom &#8222;Chefentwickler&#8220; oder anderweitig einseitig getroffen. Debian sieht f\u00fcr solche F\u00e4lle &#8222;Resolutions&#8220; vor, die von jedem (auch Entwickler oder Sponsoren) gestartet werden k\u00f6nnen. In jedem Falle erfolgt eine gemeinsame Diskussion, an deren Ende eine demokratische Entscheidung steht. Die demokratische Organisationsstruktur ist in der &#8222;<a href=\"https:\/\/www.debian.org\/devel\/constitution.en.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Debian-Verfassung&#8220;<\/a> festgelegt und regelt unter anderem den Ablauf solcher Wahlen.<\/p>\n<p>In diesem Falle war die Mehrheit also der Meinung, dass die automatische Einbindung unfreier Software die bessere Entscheidung ist. Daraus folgte eine Anpassung des <a href=\"https:\/\/www.debian.org\/social_contract\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.debian.org\/social_contract\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Debian-Gesellschaftervertrages<\/a>. Dabei handelt es sich um eine \u00f6ffentliche Richtlinie f\u00fcr grundlegende Fragen, wie Debian-Software hergestellt, verbreitet und betreut wird. Sie schloss die verpflichtende Verbindung von propriet\u00e4rer Software mit Debian aus und musste daher als Folge der Entscheidung angepasst werden. Durch diese Ma\u00dfnahmen m\u00f6chte Debian sicherstellen, dass jedes Mitglied in der Gemeinschaft die gleichen Rechte besitzt. Au\u00dferdem soll die gezielte Einflussnahme eines einzelnen Unternehmens verhindert werden.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer steckt dahinter?<\/h2>\n<p>Die Distribution ist stark ehrenamtlich organisiert, nahezu alle mitwirkenden arbeiten freiwillig an der Weiterentwicklung. Hier unterscheidet sich Debian von kommerziell ausgerichteten Distributionen: Hinter Ubuntu beispielsweise steckt das Unternehmen Canonical. Es bietet seine Distribution ebenfalls kostenlos an und verdient Geld mit Unternehmenskunden, die Support oder andere Zusatzleistungen wie l\u00e4ngere Updates kostenpflichtig dazu buchen. Hierf\u00fcr gibt es unter Ubuntu etwa das &#8222;Pro&#8220; Abo. Bei Debian ist so etwas nur \u00fcber Drittanbieter m\u00f6glich &#8211; also unabh\u00e4ngige Systemh\u00e4user beispielsweise, die Erfahrung mit der Distribution besitzen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-07-27_12-31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"472\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-07-27_12-31-1024x472.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10760\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-07-27_12-31-1024x472.jpg 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-07-27_12-31-300x138.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-07-27_12-31-768x354.jpg 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-07-27_12-31-730x336.jpg 730w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2023-07-27_12-31.jpg 1248w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>F\u00fcr Unternehmen mag dies ein wichtiger Unterschied sein, da viele gerne Support-Vertr\u00e4ge kaufen, um abgesichert zu sein. Privat spielt das hingegen gro\u00dfteils kaum eine Rolle. Manch einer mag ein gro\u00dfes Unternehmen im Hintergrund als Garantie f\u00fcr eine aktive Weiterentwicklung sehen. Das kann funktionieren, wie Ubuntu zeigt &#8211; muss es jedoch nicht, da auch Unternehmen sich st\u00e4rker kommerziell orientieren k\u00f6nnen, was sich oft zum Nachteil der Nutzer auswirkt. <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/quellcode-repository-geschlossen-killt-red-hat-alma-rocky-oracle-linux\/\" data-type=\"post\" data-id=\"10672\">Ein aktuelles Beispiel ist Red Hat mit der Einstellung des freien CentOS-Betriebssystems<\/a>. Eben so kann ein Unternehmen geschlossen werden. Debian und diverse weitere Distributionen zeigen jedoch auch, dass die Entwicklung nicht zwingend kommerziell laufen muss.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Stabilit\u00e4t \u00fcber alles<\/h2>\n<p>Aktualisierungen werden unregelm\u00e4\u00dfig ausgespielt, aber gr\u00fcndlich getestet. Von jeder aktiv unterst\u00fctzten Debian-Version existieren <a href=\"https:\/\/www.debian.org\/releases\/index.de.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.debian.org\/releases\/index.de.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">drei Ver\u00f6ffentlichungen<\/a>:<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unstable<\/h3>\n<p>Diese Version bildet den aktuellen Stand der Entwicklung ab. Sie befindet sich im fr\u00fchesten Stadium. Man bekommt zwar die aktuellste Software, muss aber mit Fehlern rechnen. Unstable wird nicht zur allt\u00e4glichen Nutzung empfohlen, haupts\u00e4chlich setzen sie Entwickler f\u00fcr Tests ein. Da die Pakete recht aktuell sind, flie\u00dfen Sicherheitsaktualisierungen schneller ein, als in Testing. Allerdings versorgt das Sicherheitsteam auch Unstable nicht in dem selben Umfang wie Stable.<\/p>\n<p>Man kann es sich wie eine Art Rolling Release Distribution vorstellen, die immer mit der aktuellsten Software versorgt wird, ohne Upgrades. Allerdings ist diese nicht zur produktiven Nutzung gedacht und entsprechend getestet, wie beispielsweise Manjaro. Unstable enth\u00e4lt keine getesteten Pakete zur allt\u00e4glichen Nutzung &#8211; sondern umgekehrt landen neue Pakete in Unstable, damit sie getestet werden k\u00f6nnen. Am ehesten l\u00e4sst sich dieses Konzept mit Arch Linux vergleichen: Neue Software ist direkt verf\u00fcgbar. Das kann funktionieren, birgt aber das Risiko, dass mal etwas kaputt geht. In diesem Falle muss man sich manuell um die L\u00f6sung k\u00fcmmern &#8211; nichts f\u00fcr unerfahrene Einsteiger! <\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Testing<\/h3>\n<p>Enth\u00e4lt aktuellere Pakete, die in Unstable bereits getestet wurden und in der Warteschlange zur Abnahme stehen. Dies ist die Grundlage f\u00fcr die n\u00e4chste Hauptversion (z.B. Debian 13 nach 12) Wie auf einer Staging-Umgebung kann man hier also schon mit relativ stabiler Software rechnen. Allerdings versorgt das Sicherheitsteam den Testing-Zweig nicht mit Sicherheitsupdates! Auch hier ist der Fokus nicht die allt\u00e4gliche Nutzung &#8211; sondern f\u00fcr abschlie\u00dfende Tests, nachdem grundlegende Fehler bereits in Unstable behoben wurden.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stable<\/h3>\n<p>Wie man am Name erahnen kann, ist das die stabile Version, sie ist zur produktiven Nutzung freigegeben. Durch die umfangreichen Tests gilt sie als sehr stabil und wird daher auch auf Servern gerne eingesetzt. Allerdings wird die Software f\u00fcr eine Version (z.B. Debian 12) bereits in Testing &#8222;eingefroren&#8220;. Sie enth\u00e4lt danach nur noch Sicherheitsaktualisierungen. Sonstige Updates nur im Ausnahmefall bei schwerwiegenden Fehlern. \u00dcblicherweise erhaltet ihr also keine Fehlerkorrekturen oder gar neue Funktionen, bis eine neue Hauptversion von Debian erscheint. Dies geschieht etwa alle zwei Jahre.<\/p>\n<p>Anfangs ist dies oft kein Problem. Wenn eine Debian-Version aber mal ein paar Monate bzw. ein Jahr oder noch \u00e4lter ist, kann es unangenehm werden: Fehlerkorrekturen oder neue Funktionen sind ggf. verf\u00fcgbar, aber erreichen einen nur mehr oder weniger stark verz\u00f6gert. Daf\u00fcr gibt es verschiedene L\u00f6sungen: Backports portieren neue Pakete aus der n\u00e4chsten Debian-Version in die Vorherige.<\/p>\n<p>Einen anderen Ansatz verfolgen neuere Paketformate wie Flatpack, AppImages und Snap: Sie versuchen, Anwendersoftware und Betriebssystem mehr voneinander zu trennen. So lassen sich diese Programme eigenst\u00e4ndig aktualisieren, ohne auf eine bestimmte Debian-Version angewiesen zu sein. Nebenbei wird die Bindung an eine bestimmte Distributionsfamilie gel\u00f6st, da nicht alle das APT-Format einsetzen. Vor allem f\u00fcr Serverdienste sind Container (z.B. Docker) eine verbreitete Alternative. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Upgrades m\u00f6glich<\/h2>\n<p>Erscheint eine neue Debian-Installation, muss nicht zwingend eine Neuinstallation erfolgen. Dies erw\u00e4hne ich deshalb, weil dies nicht bei allen Distributionen eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist: RHEL und alle bin\u00e4rkompatiblen wie Alma, Rocky &amp; co. verlangen eine Neuinstallation. Daf\u00fcr werden Hauptversionen dort bis zu 10 Jahre unterst\u00fctzt &#8211; bei Debian sind es nur 3, dazu optional 2 Jahre LTS-Pflege durch die Gemeinschaft. Sind diese 3 bzw. 5 Jahre abgelaufen, kann man daf\u00fcr Debian auf die aktuellste Version upgraden. Im Kern muss man daf\u00fcr nur die Paketquellen von der Vorg\u00e4ngerversion (z.B. 11) auf die neue (z.B. 12) anpassen, die neuen Paketquellen laden und alle Pakete auf die neueste Version aktualisieren.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h19m36s626_small.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"889\" height=\"500\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h19m36s626_small.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10758\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h19m36s626_small.jpg 889w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h19m36s626_small-300x169.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h19m36s626_small-768x432.jpg 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h19m36s626_small-640x360.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 889px) 100vw, 889px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Je nach installierter Software sind m\u00f6glicherweise h\u00e4ndische Anpassungen notwendig. Da in einer neuen Debian-Hauptversion auch die Pakete gr\u00f6\u00dfere Versionsspr\u00fcnge machen k\u00f6nnen, muss man mit nicht abw\u00e4rtskompatiblen \u00c4nderungen rechnen. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Desktopumgebung darf es sein?<\/h2>\n<p>Viele GNU\/Linux-Distributionen bieten mehrere Installationsabbilder an, sofern sie verschiedene Desktopumgebungen unterst\u00fctzen. Unter Ubuntu gibt es sogar eigene Editionen (<em>Flavour<\/em> genannt): Ubuntu enth\u00e4lt Gnome, Xubuntu Xfce usw. Debian geht einen ganz anderen Weg: Es existiert ein Installationsmedium, das den Nutzer vor der Installation nach seiner bevorzugten Desktopumgebung fragt. Zur Auswahl stehen nicht nur zwei oder drei, sondern alle gr\u00f6\u00dferen Desktopumgebungen. <\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h20m57s379_small.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"510\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h20m57s379_small-1024x510.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10759\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h20m57s379_small-1024x510.jpg 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h20m57s379_small-300x149.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h20m57s379_small-768x382.jpg 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h20m57s379_small-723x360.jpg 723w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/vlcsnap-2023-07-27-12h20m57s379_small.jpg 1205w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Erw\u00e4hnenswert ist zudem, dass Debian diese Vanilla ausliefert &#8211; also im Orginalzustand. Manche andere Distributionen wie beispielsweise Ubuntu setzen zwar auf Gnome, passen dies jedoch an. Manche mehr, andere weniger stark. Je nach Sichtweise kann das ein Vor- oder Nachteil sein. Wird keine grafische Oberfl\u00e4che ben\u00f6tigt, l\u00e4sst sich eine minimale Edition installieren. Dies ist f\u00fcr viele Server sinnvoll und wird von einigen Distributionen daf\u00fcr angeboten.<\/p>\n<p>Auch an anderer Stelle \u00fcberl\u00e4sst Debian einige Entscheidungen dem Nutzer: Beispielsweise fragt der Assistent, ob man einen Proxy oder Spiegelserver f\u00fcr die Paketquellen einrichten m\u00f6chte. Einerseits ist das positiv im Sinne der Entscheidungsfreiheit. Andererseits erfordert die Installation dadurch die Beantwortung einiger eher technischer Fragen, die wenig erfahrenere Anwender vielleicht nicht auf Anhieb verstehen &#8211; vor allem, wenn sie von Windows kommen. Ist es gut, wenn Debian sie ein kleines St\u00fcck weit <em>zwingt<\/em>, sich mit ihrem System auseinanderzusetzen? Oder schlecht, weil Anf\u00e4nger dadurch GNU\/Linux als komplizierter empfinden und abgeschreckt werden? Beides valide Argumente. Debian hat sich jedenfalls f\u00fcr die Wahlfreiheit entschieden. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Basis f\u00fcr zahlreiche weitere GNU\/Linux-Distributionen<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend eine exakte Berechnung der Marktanteile schwierig ist, zeigen verschiedene Zahlen aber eine klare Tendenz: Debian geh\u00f6rt zu den am meisten verbreitetsten. <a href=\"https:\/\/truelist.co\/blog\/linux-statistics\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/truelist.co\/blog\/linux-statistics\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Unter Webservern liegt Ubuntu mit 33,9% auf dem ersten Platz<\/a>, gefolgt von Debian mit 16%. <a href=\"https:\/\/distrowatch.com\/dwres.php?resource=popularity\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/distrowatch.com\/dwres.php?resource=popularity\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Bei Distrowatch steht sie<\/a> gemessen an der Anzahl an Aufrufen unter allen Distributionen auf Platz 5. <\/p>\n<p>Eine weitere Besonderheit von Debian: Es ist eine komplett eigenst\u00e4ndige Distribution, die auf keiner anderen aufbaut. <a href=\"https:\/\/distrowatch.com\/search.php?ostype=All&amp;category=All&amp;origin=All&amp;basedon=Debian&amp;notbasedon=None&amp;desktop=All&amp;architecture=All&amp;package=All&amp;rolling=All&amp;isosize=All&amp;netinstall=All&amp;language=All&amp;defaultinit=All&amp;status=Active#simple\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Im Gegenzug nutzen mehr als 120 andere<\/a> Debian als Basis. Am bekanntesten ist wohl das seit 2004 existierende Ubuntu mit seinen zahlreichen Ablegern f\u00fcr verschiedene Desktop-Umgebungen. Aber auch Pop! OS, Zorin OS, elementary OS, Kali Linux, deepin, Proxmox und Armbian sind weitere Beispiele f\u00fcr Distributionen, die eine recht hohe Verbreitung genie\u00dfen und der eine oder andere sicher zumindest schon mal geh\u00f6rt hat.<\/p>\n<p>Noch bekannter d\u00fcrfte das Raspberry Pi OS sein: Es basiert ebenfalls auf Debian und hat sich als solide Basis bew\u00e4hrt, da es viele Pakete f\u00fcr die ARM-Architektur des Pi anbietet. Wer Debian bereits auf dem Desktop oder Server genutzt hat, findet sich dort schnell zurecht &#8211; man kann \u00fcberwiegend die gleiche Software identisch verwenden. Als offizielles Betriebssystem f\u00fcr den Raspberry Pi hat es Debian geschafft, eine neue Nutzerbasis zu gewinnen, die zuvor noch wenige Ber\u00fchrungspunkte mit GNU\/Linux hatte.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n<p>Debian wird seit \u00fcber 30 Jahren aktiv gepflegt. Durch die Stabilit\u00e4t und Unterst\u00fctzung vieler Prozessorarchitekturen hat es sich einen Namen gemacht. Viele nutzen es direkt, noch mehr wohl indirekt \u00fcber eine der \u00fcber 100 Distributionen, die darauf aufbauen. Manche davon haben eine h\u00f6here Verbreitung erreicht, als das &#8222;Original&#8220;. Debian ist damit ein wichtiger Bestandteil der GNU\/Linux-\u00d6kosystems geworden und ist auch heutzutage noch relevant &#8211; sogar mehr denn je.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Stabilit\u00e4t auf Servern von vielen gesch\u00e4tzt wird, f\u00fchrt sie auf dem Desktop nach einiger Zeit zu veralteter Software. Dies l\u00e4sst sich bei Bedarf aber mit verschiedenen neueren Technologien l\u00f6sen, ohne die Distribution komplett wechseln zu m\u00fcssen. Ansonsten liegen Kritikpunkte eher im Detail. Zwar wurde die Freiheit der Nutzer j\u00fcngst durch die Integration unfreier Firmware ein St\u00fcck weit eingeschr\u00e4nkt. Allerdings ist dies auch eine pragmatische Entscheidung, damit Debian bei vielen Nutzern und v.a. Einsteigern besseren Anklang findet. Dass der Distribution trotz dieser drastischen Entscheidung die Freiheit der Nutzer weiterhin wichtig ist, zeigt sich an anderen Stellen. Beispielsweise den umfangreichen Konfigurationsm\u00f6glichkeiten. Wer propriet\u00e4rer Firmware g\u00e4nzlich ablehnt, kann diese \u00fcber einen Boot-Parameter immerhin noch abschalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Debian ist eine der \u00e4ltesten noch aktiv weiterentwickelten GNU\/Linux-Distributionen. Dieser Beitrag zeigt dir, was Debian gegen\u00fcber anderen Distributionen auszeichnet, ob sie zu dir passt und ob sie sich heutzutage noch lohnt. 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