{"id":10810,"date":"2023-08-11T15:41:10","date_gmt":"2023-08-11T13:41:10","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=10810"},"modified":"2024-12-30T23:20:59","modified_gmt":"2024-12-30T21:20:59","slug":"uber-1-jahr-too-good-to-go-im-selbsttest-geld-sparen-lebensmittel-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/uber-1-jahr-too-good-to-go-im-selbsttest-geld-sparen-lebensmittel-retten\/","title":{"rendered":"\u00dcber 1 Jahr Too Good To Go im Selbsttest: Geld sparen &#038; Lebensmittel retten?"},"content":{"rendered":"<p>Das 2015 gegr\u00fcndete Too Good To Go hat Lebensmittelverschwendung den Kampf angesagt. Mit einer Handy-App soll jeder ganz einfach \u00fcbersch\u00fcssige Lebensmittel retten und dabei noch sparen k\u00f6nnen. Ich nutze es seit \u00fcber einem Jahr und werde euch in diesem Video von meinen Erfahrungen berichten sowie das massive Problem aufzeigen, welches dem zugrunde liegt. Auf die App selbst folgt zudem ein kritischer Blick aus Benutzer- und technischer Sicht.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">931 Millionen Tonnen pro Jahr f\u00fcr die M\u00fclltonne<\/h2>\n<p>Alleine im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 11 Millionen Tonnen an Lebensmitteln entsorgt, ein gro\u00dfer Teil davon vermeidbar. Vieles wird in Privathaushalten entsorgt, weitere gr\u00fcnde sind eine untypische Form: Kleinere\/gr\u00f6\u00dfere Kartoffeln, M\u00f6hren mit drei Beinen und \u00e4hnliche Lebensmittel, die nicht der &#8222;Norm&#8220; entsprechen, werden gar nicht erst geerntet. Das betrifft etwa 30 Prozent auf den Feldern. Der Gro\u00dfteil aller Abf\u00e4lle ist also noch essbar und w\u00e4re relativ leicht vermeidbar. <a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/lebensmittelverschwendung\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Die Vereinten Nationen (UN)<\/a> sch\u00e4tzen die Lebensmittelverschwendung weltweit auf 931 Millionen Tonnen pro Jahr &#8211; eine unvorstellbar riesige Menge. <\/p>\n<p>Um das greifbarer zu machen: 11 Tonnen alleine Deutschland entsprechen etwa 20,9 Tonnen Lebensmittelabf\u00e4lle pro Minute. Die maximale Zuladung unter optimalen Umst\u00e4nden f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften (40 Tonnen) LKW, welche auch Superm\u00e4rkte beliefern, <a href=\"https:\/\/www.bussgeld-info.de\/zuladung-lkw\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bussgeld-info.de\/zuladung-lkw\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">betr\u00e4gt etwa 25 Tonnen<\/a>. Ungef\u00e4hr jede Minute wird also ein solcher voll mit Lebensmitteln beladener LKW entsorgt &#8211; 24 Stunden, 7 Tage die Woche.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/foodwaste-truck_700px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"993\" height=\"700\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/foodwaste-truck_700px.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10812\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/foodwaste-truck_700px.jpg 993w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/foodwaste-truck_700px-300x211.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/foodwaste-truck_700px-768x541.jpg 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/foodwaste-truck_700px-511x360.jpg 511w\" sizes=\"auto, (max-width: 993px) 100vw, 993px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Ein Hauptgrund f\u00fcr diese extrem hohe Menge <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/generation-ueberfluss-was-tun-gegen-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">ist unsere \u00dcberflussgesellschaft:<\/a> Nahezu jeder Betrieb, der Lebensmittel verkauft, produziert mehr als ben\u00f6tigt. Das ist mit einberechnet, da man zum einen die exakte Nachfrage nicht kennt. Dazu erwarten einige Kunden, auch kurz vor Ladenschluss noch eine gro\u00dfe Auswahl vorzufinden. Teilweise sind es v\u00f6llig banale Gr\u00fcnde, die nicht einmal etwas mit dem Inhalt zu tun haben: Beispielsweise hat der Hersteller sein Logo oder sonstige Teile der Packung ge\u00e4ndert und m\u00f6chte aus Image-Gr\u00fcnden nur noch einheitlich die neue Packung in den Regalen sehen. Dann werden die vorherigen Designs nur wegen der Verpackung aussortiert, obwohl das Lebensmittel noch eine Weile haltbar ist.<\/p>\n<p>Insgesamt wird weniger als die H\u00e4lfte der produzierten Nahrungsmittel tats\u00e4chlich gegessen, der Rest landet auf dem Weg zu uns oder bei uns in der Tonne. Der Titel <strong>Das gro\u00dfe Wegschmei\u00dfen<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/fileadmin\/fm-wwf\/Publikationen-PDF\/WWF_Studie_Das_grosse_Wegschmeissen.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.wwf.de\/fileadmin\/fm-wwf\/Publikationen-PDF\/WWF_Studie_Das_grosse_Wegschmeissen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">einer 2015 erschienenen WWF-Studie zur Lebensmittelverschwendung in Deutschland<\/a> ist daher nicht \u00fcbertrieben: Dort hat man die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette betrachtet und kommt auf 18 Millionen Tonnen im Jahr. Mindestens rund 10 Tonnen davon w\u00e4ren problemlos vermeidbar. Die restlichen ca. 8 Tonnen sind Verluste durch z.B. Schneiden und Kochen. Sie lassen sich derzeit nicht ohne weiteres verhindern, m\u00f6glicherweise zuk\u00fcnftig mithilfe neuer Technologien. Nicht einberechnet sind hier aber gesch\u00e4tzte 30% des Gem\u00fcses, die aufgrund von Normen und Standards schon auf dem Feld liegen bleiben.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3 Gr\u00fcnde, warum dieser \u00dcberfluss ein Problem ist <\/h2>\n<p>Wie jeder Kaufmann wei\u00df, <a href=\"https:\/\/www.best-communication.at\/pdf\/neu\/Skriptum_und_Beispiele_Kalkulation.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.best-communication.at\/pdf\/neu\/Skriptum_und_Beispiele_Kalkulation.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">werden all diese Kosten in den Preis mit einberechnet<\/a>: Sowohl jene f\u00fcr die unverkauften Lebensmittel, als auch deren Entsorgung. Das ist doppelt schlecht, da die Produktion der Produkte viele Ressourcen gekostet hat: Pflanzen m\u00fcssen gegossen werden, die Ernte, Reinigung, ggf. Zubereitung und Transportwege. Teils sogar mehrfach, wenn verarbeitete Lebensmittel an verschiedenen Orten hergestellt werden. All das kostet Arbeit &amp; Energie, die nicht nur verloren ist. F\u00fcr die Entsorgung m\u00fcssen zus\u00e4tzliche Ressourcen aufgewendet werden. Das ist <a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/lebensmittelverschwendung\/lebensmittelverschwendung-und-klimawandel\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">nicht nur wegen dem Klimawandel<\/a> ein Problem. Selbst wir annehmen, dass es keinen Klimawandel g\u00e4be, <a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/informieren\/themen\/klimawandel\/earth-overshoot-day-welthungerhilfe\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/informieren\/themen\/klimawandel\/earth-overshoot-day-welthungerhilfe\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">verbrauchen wir Ressourcen f\u00fcr 1,7 Planeten<\/a>. Unser Konsum ist also deutlich h\u00f6her, als die Ressourcen auf der Erde nachwachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Schlussendlich ist es auch eine moralische Frage: W\u00e4hrend wir in den reicheren L\u00e4ndern Millionen Tonnen an Lebensmitteln wegwerfen, haben 735 Millionen Menschen zu wenig Nahrung. Ein erheblicher Teil des Welthungers k\u00f6nnte also rein rechnerisch bereits mit den aktuell verf\u00fcgbaren Lebensmitteln gel\u00f6st werden. Nicht die Menge ist das Problem, sondern die Verteilung.<\/p>\n<p>Man muss jedoch gar nicht erst ins Ausland schauen: <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/mecklenburg-vorpommern\/Paritaetischer-Armut-in-Deutschland-auf-Hoechststand-MV-gegen-Trend,armutsbericht184.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/mecklenburg-vorpommern\/Paritaetischer-Armut-in-Deutschland-auf-Hoechststand-MV-gegen-Trend,armutsbericht184.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">2022 litten alleine in Deutschland 13,8 Millionen Menschen unter Armut<\/a>. Auch hier haben wir also ein moralisches Dilemma: W\u00e4hrend die einen k\u00e4mpfen m\u00fcssen um sich selbst billige Lebensmittel leisten zu k\u00f6nnen, entsorgen andere regelm\u00e4\u00dfig Millionen Tonnen davon. Dabei w\u00e4re die Vermeidung von Lebensmittelabf\u00e4llen eine recht einfache M\u00f6glichkeit, um Umwelt und Gesellschaft zu helfen, w\u00e4hrend die Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr den Einzelnen vergleichsweise klein sind.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So rettet man mit &#8222;To Good To Go&#8220; Lebensmittel und spart dabei<\/h2>\n<p>Betriebe k\u00f6nnen sich bei &#8222;To Good To Go&#8220; anmelden, um eine oder mehrere \u00dcberraschungst\u00fcten (auf Englisch <em>Magic Bag<\/em>) anzubieten. Jeder Betrieb gibt ein Zeitfenster vor. Oft Abends kurz vor Betriebsschluss, teilweise aber auch fr\u00fcher &#8211; beispielsweise am sp\u00e4teren Vormittag, wenn ein Hotel sein Buffet abbaut. Oder Nachmittags f\u00fcr die Reste des Tagesgerichts eines Restaurants. Die Reservierung ist oft bis kurz vor Beginn des Zeitfensters m\u00f6glich, vereinzelt endet sie auch schon fr\u00fcher. Man bucht dort eine \u00dcberraschungst\u00fcte, manche Betriebe erlauben auch mehrere pro Kunde. Nach der Bezahlung wird bis zum Beginn des Abholungszeitfensters gewartet. <\/p>\n<p>Im Gesch\u00e4ft \u00f6ffnet man die gebuchte T\u00fcte in der App und bewegt einen Schieberegler nach rechts &#8211; damit wird die Abholung best\u00e4tigt und man erh\u00e4lt seine T\u00fcte, die der Betrieb mit \u00fcbrigen Lebensmitteln gef\u00fcllt hat. &#8222;T\u00fcte&#8220; ist hierbei je nach Gesch\u00e4ft w\u00f6rtlich oder symbolisch gemeint. Ihr solltet am besten ein zu den Produkten passendes Gef\u00e4\u00df mitbringen &#8211; beim Buffet etwa Dosen, f\u00fcr den B\u00e4cker T\u00fcten. &#8222;To Good To Go&#8220; beh\u00e4lt vom gezahlten Preis einen Teil ein, der Rest wird an den teilnehmenden Betrieb weitergeleitet. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Gesch\u00e4fte erm\u00f6glichen das Retten auf TGTG &amp; was kostet es? <\/h2>\n<p>Die Preise variieren je nach Gesch\u00e4ft und Angebot, bei mir im n\u00e4heren Umkreis liegen sie im Bereich von 3 bis 6 Euro. Der Warenwert, den man dort erh\u00e4lt, soll ungef\u00e4hr 3 Mal h\u00f6her sein &#8211; also nur 1\/3 bezahlt bzw. 66% gespart. Bei mir gibt es vor allem B\u00e4cker, aber auch Tankstellen und Cafes, die dort \u00fcbrige Snacks oder Kuchen verkaufen. Teilweise bietet ein Betrieb auch mehrere \u00dcberraschungst\u00fcten an: Buffets und Tankstellen beispielsweise Morgens und Abends oder Mittags und Abends &#8211; je nach \u00d6ffnungszeiten und Angebot. Oder es sind mehrere Gruppen von Lebensmitteln vorhanden: S\u00fc\u00dfes, Brot, Vegetarisches usw.  Recht neu kam ein Supermarkt hinzu, der dort beispielsweise Obst\/Gem\u00fcset\u00fcten sowie eine weitere mit Produkten von der K\u00fchltheke anbietet.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was steckt in den \u00dcberraschungst\u00fcten?<\/h2>\n<p>Wie man am Name und Konzept bereits erraten kann, ist das der Knackpunkt: Man wei\u00df es nicht. Aus meiner Erfahrung heraus h\u00e4ngt es von mehreren Faktoren ab. Am offensichtlichsten nat\u00fcrlich davon, was der Betrieb \u00fcbrig hat. Verkauft ein B\u00e4cker beispielsweise heute viele Br\u00f6tchen und wenig Brezeln, wird er euch wohl mehr Brezeln als Br\u00f6tchen in die T\u00fcte packen. An anderen Tagen ist m\u00f6glicherweise eher s\u00fc\u00dfes enthalten. Neben dem Vorrat ist auch das Personal entscheidend: Manche denken mit und packen bevorzugt frische Produkte wie z.B. belegte Br\u00f6tchen ein, die in jedem Fall entsorgt werden. Andere f\u00fcllen die T\u00fcte mit einfachen, reinen Brotsorten und Br\u00f6tchen, die ggf. noch anderweitig verwertet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein paar Beispiele vom B\u00e4cker: Verschiedenste Brotsorten, Baguette, H\u00f6rnchen, Br\u00f6tchen von einfachen Kaiserbr\u00f6tchen bis hin zu K\u00f6rner- und Dinkelwecken, Brezeln, Laugenwecken, Laugenstangen, Donuts, Plunder, Schnecken, Berliner, Apfeltaschen, Amerikaner, verschiedene Kuchen, Brotschnitten und Br\u00f6tchen mit K\u00e4se\/Mozzarella\/Schinken\/Salami\/Schnitzel usw.<\/p>\n<p>Bei den Mini-Superm\u00e4rkten der Tankstellen ist das Sortiment \u00fcberschaubarer, etwa: Laugenstangen, Laugen-Dreiecke mit Gurke, Butterbrezeln, verschiedene belegte Br\u00f6tchen mit unterschiedlichem Belag (H\u00e4hnchen, Schinken, K\u00e4se, Salami, Lachs), Brezeln mit &amp; ohne Butter, Gefl\u00fcgelstangen, Croissants mit Schinken oder Schokoladencreme gef\u00fcllt, Mettbr\u00f6tchen. Vereinzelt wurden auch Produkte au\u00dferhalb der Frische-Theke hinzugef\u00fcgt: Etwa Kartoffelchips oder Schokolade. Zu Ostern haben wir nicht verkaufte Marken-Ostereier bekommen. Qualitativ waren alle Produkte in Ordnung. Bei belegten Wecken kann es passieren, dass z.B. der K\u00e4se am Rand etwas hart wird, weil die Br\u00f6tchen den ganzen Tag in der Auslage waren. St\u00f6rend fand ich das nicht und gesundheitlich ist es ebenfalls kein Problem, da die in der Theke gek\u00fchlt werden.<\/p>\n<p>Im Supermarkt gibt es verschiedene \u00dcberraschungst\u00fcten: Die K\u00fchlt\u00fcten enthielten Joghurts, Pudding, Fleischsalat, Aufbackbr\u00f6tchen, Smoothies, Gnocchi, Quark, Buttermilch, fertig zubereitete Sandwitche, frische Nudeln, Brotaufstrich, Milch, K\u00e4se als Aufschnitt und zum Aufbacken im Ofen. Es ist am ehesten mit den &#8222;Schn\u00e4ppchen-Ecken&#8220; vergleichbar, in denen manche Superm\u00e4rkte Lebensmittel die bald ablaufen verg\u00fcnstigt anbieten.<\/p>\n<p>Es kann sein, dass ihr gerade von g\u00fcnstigeren Produkten mal gr\u00f6\u00dfere Mengen bekommt &#8211; etwa eine T\u00fcte mit 6 Kaiserbr\u00f6tchen. Allerdings wurde bisher immer darauf geachtet, eine \u00dcberraschungst\u00fcte nicht einseitig mit z.B. ausschlie\u00dflich den gleichen Br\u00f6tchen zu f\u00fcllen, sodass man etwas Abwechslung hat. Manche Bedienungen fragen euch auch, ob ihr z.B. lieber s\u00fc\u00dfes oder salziges m\u00f6chtet oder bestimmte Produkte bevorzugt\/meidet. Einen Anspruch darauf hat man jedoch nicht. Wenn ihr aber nicht fordernd auftretet sondern freundlich fragt, lassen einige mit sich reden. Meiner Erfahrung nach schmei\u00dft kein Verk\u00e4ufer und keine Verk\u00e4uferin gerne gute Lebensmittel weg &#8211; viele sind froh, dass ihr diese rettet.<\/p>\n<p>Vieles h\u00e4ngt stark von eurem Wohnort und den teilnehmenden Betrieben ab: Derzeit bekommt man in meiner Umgebung leider kaum warme Gerichte. Den kompletten Tag lang uneingeschr\u00e4nkt davon zu leben, ist daher nicht m\u00f6glich. Wenngleich man vieles abdecken kann, der Wocheneinkauf hat sich verringert. In Gro\u00dfst\u00e4dten sieht es dagegen schon jetzt anders aus: Dort ist das Angebot gr\u00f6\u00dfer und damit auch vielseitiger mit z.B. Restaurants oder Imbissbuden, sodass man dort sicherlich mit 1-2 warmen Mahlzeiten pro Tag gro\u00dfteils von TGTG leben kann.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lohnt sich das? Rettet man wirklich Lebensmittel vor dem M\u00fcll?<\/h2>\n<p>Diese Frage kann man von zwei Perspektiven sehen: Die Finanzielle und im Sinne der Sache, also Lebensmittelabf\u00e4lle zu reduzieren. Letzteres l\u00e4sst sich relativ leicht beantworten. Ich habe mit verschiedenen Verk\u00e4uferinnen gesprochen: Beim  B\u00e4cker werden &#8211; unabh\u00e4ngig von To Good To Go &#8211; Brote vom Vortag 50% g\u00fcnstiger angeboten. Danach werden nur &#8222;reine Brotsorten wiederverwendet, z.B f\u00fcr Semmelbr\u00f6sel. Damit ist Brot gemeint, dass keine weiteren Lebensmittel wie z.B. N\u00fcsse, Karotten oder K\u00f6rner enth\u00e4lt. Solches Brot wird &#8211; eben so wie alle anderen Produkte &#8211; entsorgt: Brezeln, Laugenstangen, Belegte Wecken, Kuchen und so weiter landen nach Ladenschluss im M\u00fcll.<\/p>\n<p>Zwar landet &#8211; je nach Betrieb &#8211; nur ein Teil der Reste in To Good To Go. Beispielsweise haben die Verk\u00e4ufer in einem Betrieb die Auflage, von jedem Produkt mindestens eines bis Ladenschluss vorr\u00e4tig zu halten, falls dies ein Kunde w\u00fcnscht. Je nach Gesch\u00e4ft werden die T\u00fcten bereits flexibel an den Bedarf angepasst, d.H. mehr T\u00fcten an Tagen mit wenig Kunden. In manchen ist das noch nicht der Fall. Auch wenn es selbst bei theoretisch 100% Auslastung von TGTG noch Lebensmittelabf\u00e4lle gibt, ist man damit definitiv Teil der L\u00f6sung statt des Problems und leistet einen Beitrag, den jeder als Konsument erbringen kann. <\/p>\n<p>Finanziell ist dies schwieriger zu beantworten: Ich habe zuvor z.B. 1 bis maximal 2x pro Woche Brot bei einem anderen B\u00e4cker gekauft, teils auch nur 1\/2. Dazu gelegentlich ein paar Br\u00f6tchen oder Brezeln. Von der Menge des Essens habe ich mit den T\u00fcten oft weniger ausgegeben, da ich f\u00fcr anfangs 4 \u20ac meist ein Brot plus noch Br\u00f6tchen, Brezeln oder s\u00fc\u00dfe St\u00fccke bekommen habe. Statt 10 &#8211; 15 Euro haben 8 Euro pro Woche ausgereicht und ich habe daf\u00fcr mehr frische Lebensmittel bekommen. Daf\u00fcr aber eben mit der Einschr\u00e4nkung, dass ich es mir oft nicht heraussuchen konnte. Waren K\u00f6rnerbr\u00f6tchen in der T\u00fcte, habe ich halt die gegessen, auch wenn mir vielleicht manchmal etwas anderes lieber gewesen w\u00e4re. Andererseits probiert man so etwas, weil es schon da ist, das man im Laden nicht unbedingt mitgenommen h\u00e4tte.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausbau zum Austausch mit Familie &amp; Nachbarn<\/h2>\n<p>Mittlerweile sind die Ausgaben f\u00fcr TGTG deutlich gestiegen: Ich habe eine Gruppe f\u00fcr Nachbarn und Familienmitglieder in der N\u00e4he gegr\u00fcndet. Regelm\u00e4\u00dfig werden neue T\u00fcten geholt, der Inhalt in der Gruppe kommuniziert sowie verteilt. Das ist nicht nur bequem f\u00fcr die Mitstreiter: Manche vertragen beispielsweise keine Fr\u00fcchte, andere essen sie gerne. So kann man die Lebensmittel entsprechend den jeweils unterschiedlichen Pr\u00e4ferenzen austauschen. Bleibt dennoch etwas \u00fcbrig, wird es eingefroren. Mittlerweile <em>exportieren<\/em> wir das eingefrorene auch innerhalb der Familie, wenn dort etwa ein Treffen ansteht. Bisher waren alle R\u00fcckmeldungen positiv. Einige haben sich erschrocken gezeigt, dass solche Lebensmittel weggeschmissen werden, die vollkommen in Ordnung sind und in welchen Massen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So viele TGTG-T\u00fcten habe ich bereits gerettet<\/h2>\n<p>Als im Dezember der erste Betrieb vor Ort startete, wurde die erste T\u00fcte am 29. Dezember 2021 gebucht. Bis zum 10.08.2023 haben wir insgesamt 636 To Good To Go \u00dcberraschungst\u00fcten bei verschiedenen Betrieben gerettet &#8211; Insgesamt also ein Zeitraum von grob einem Jahr und gut 8 Monaten. Da es logistisch geschickter war, sind diese auf drei Handys aufgeteilt. Und ein Ende ist nicht in Sicht, es werden alle paar Tage mehr.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was mir an To Good To Go nicht gef\u00e4llt<\/h2>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Organisatorische Probleme<\/h3>\n<p>Kurzzeitig gab es offensichtlich Probleme mit der Verst\u00e4ndigung zwischen TGTG und dem Betrieb: Hintergrund war, dass dieser w\u00e4hrend der Pandemie mehrere Male die \u00d6ffnungszeiten ge\u00e4ndert hatte, zeitweise war der Laden am Sonntag ganz geschlossen. Diese \u00c4nderungen sind jedoch leider nicht immer angekommen. Ich hatte das zeitig bemerkt, weil ich morgens auf dem Weg zur Arbeit am Gesch\u00e4ft vorbei gelaufen bin. Dort waren die verk\u00fcrzten \u00d6ffnungszeiten ausgeschildert. Nachdem ich diese an den Support von TGTG gesendet hatte, wurde dies zwar zeitnah aktualisiert. Auf mich wirkte das Chaotisch, zumal jeder auf den anderen zeigte: TGTG k\u00f6nne die \u00d6ffnungszeiten nur \u00e4ndern, wenn das Gesch\u00e4ft es mitteilte. Die Mitarbeiterinnen dort wiederum behaupten, sie h\u00e4tten es mehrmals gemeldet, aber TGTG w\u00fcrde es nicht anpassen. Mittlerweile ist es verschwunden, allerdings \u00e4ndern sich die \u00d6ffnungszeiten des Betriebes auch nicht mehr. Wo das Problem letztendlich lag, kann ich nicht beurteilen. Ich selbst stand seit Ende 2021 nur ein einziges Mal in einem Betrieb vor verschlossenen T\u00fcren.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fehlende Flexibilit\u00e4t f\u00fcr die Reste der Reste<\/h3>\n<p>F\u00fcr die <em>Reste der Reste<\/em> w\u00fcrde ich mir mehr Flexibilit\u00e4t w\u00fcnschen: Manche Shops bieten nur 3 oder 5 T\u00fcten an. Durch die Gruppe kann ich auch problemlos mehrere holen, m\u00f6chte aber nicht anderen alle wegschnappen. Daher buche ich oft nur 1 oder 2. Ich hatte schon die Situation, dass ich diese kurz vor Ladenschluss abholen wollte. Im Gespr\u00e4ch mit der Verk\u00e4uferin sagte diese, dass sie noch X weitere T\u00fcten vorbereitet hat, bisher niemand kam und sie nun den Laden schlie\u00dft. Ich h\u00e4tte sie mitgenommen, aber leider endet der Buchungszeitraum XX Minuten vor Ladenschluss. Barzahlungen k\u00f6nnen sie buchungstechnisch nicht verarbeiten, da die Abrechnung \u00fcber TGTG l\u00e4uft. Somit sind diese T\u00fcten doch im M\u00fcll gelandet. Dies ist sicher ein Sonderfall, jedoch finde ich Flexibilit\u00e4t bei dem Thema generell wichtig. Das liegt nicht nur an TGTG, sondern teils auch an den Betrieben. Mehrmals schon war ich der letzte, der die schon fertig gepackten T\u00fcten abholte und die Regale sahen noch so aus:<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"477\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke1-1024x477.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10813\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke1-1024x477.jpg 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke1-300x140.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke1-768x358.jpg 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke1-730x340.jpg 730w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke1.jpg 1073w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Die Theke geht links weiter, hier h\u00e4tte man locker noch mal mindestens 2-3 T\u00fcten machen k\u00f6nnen. Das traurigste Bild sah jedoch noch deutlich schockierender aus:<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"443\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke2-1024x443.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10814\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke2-1024x443.jpg 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke2-300x130.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke2-768x332.jpg 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke2-730x316.jpg 730w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/baeckertheke2.jpg 1155w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Aufgenommen um 19:38 Uhr, 22 Minuten vor Ladenschluss (20 Uhr). Und hier waren die TGTG-T\u00fcten bereits vorbereitet, d.H. bis auf die vielleicht 1-2 letzten Kunden kurz vor Schluss ist nahezu alles in den M\u00fcll gewandert. Das bietet einen Eindruck, von welchen Mengen an &#8222;Lebensmittelabf\u00e4llen&#8220; wir hier sprechen. Wohlgemerkt in nur einer einzigen Filiale. Zig tausende Gesch\u00e4fte entsorgen t\u00e4glich Lebensmittel, die irgendwo zwischen der Mengen der beiden Bilder liegen. Es geht mir daher <strong>keineswegs<\/strong> darum, diesen einen B\u00e4cker in irgend einer Form an den Pranger zu stellen. Im Gegenteil: Der ist noch gut dabei, weil viele an \u00fcberhaupt nichts in der Richtung teilnehmen. Hier landet also <em>nur<\/em> ein Teil im M\u00fcll, woanders sind es 100%. Wir sind hier auf dem richtigen Weg, der aus meiner Sicht ausgebaut werden kann und sollte.<\/p>\n<p>Wenn es sich in Richtung Ladenschluss abzeichnet, dass vieles nicht verkauft werden kann, sollte die Filiale auf TGTG die Nutzer dar\u00fcber informieren k\u00f6nnen, dass heute statt 5 eben 10 T\u00fcten zur Verf\u00fcgung stehen. Hierf\u00fcr wird auf TGTG die technische Funktionalit\u00e4t ben\u00f6tigt, die an die Betriebe kommuniziert und von diesen entsprechend genutzt werden m\u00fcsste, damit das noch besser funktioniert.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Datenschutz &amp; Sicherheit<\/h3>\n<p>Bezogen auf die App selbst finde ich ein gro\u00dfes Manko, dass kaum wirklich datenschutzfreundliche Bezahlmethoden zur Auswahl stehen: Kreditkarte ist hier noch die am wenigsten schlechte Alternative &#8211; wenngleich nach wie vor <a href=\"https:\/\/www.kuketz-blog.de\/empfehlungsecke\/#bezahlen-internet\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.kuketz-blog.de\/empfehlungsecke\/#bezahlen-internet\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">nicht die Beste<\/a>. Zumal diese in Deutschland wenig verbreitet sind, die von den Banken angebotenen kosten in der Regel eine j\u00e4hrliche Geb\u00fchr. Google Pay macht es noch schlimmer, dort muss eine Kreditkarte oder ein PayPal-Konto hinterlegt werden. In beiden F\u00e4llen haben wir also Google als (unn\u00f6tigen) Mittelsmann dazwischen. <\/p>\n<p>Und PayPal ist in der Hinsicht seit geraumer Zeit der wohl fragw\u00fcrdigste aller Kandidaten: <a href=\"https:\/\/www.kuketz-blog.de\/paypal-datenweitergabe-an-ueber-600-drittunternehmen\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.kuketz-blog.de\/paypal-datenweitergabe-an-ueber-600-drittunternehmen\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">An etwa 600 (!!!) fremde Unternehmen werden eure pers\u00f6nlichen Daten &amp; Zahlungsinformationen bei jeder Transaktion weitergegeben<\/a>, wor\u00fcber ihr schlussendlich keinerlei mehr Kontrolle habt, was die alle mit euren Informationen treiben. Hier w\u00fcnsche ich mir zumindest eine unbedenkliche Alternative, bei der ich nicht die Hosen vor anderen Unternehmen herunter lassen muss.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tgtg-buchung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"434\" height=\"400\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tgtg-buchung.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10815\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tgtg-buchung.jpg 434w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tgtg-buchung-300x276.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tgtg-buchung-391x360.jpg 391w\" sizes=\"auto, (max-width: 434px) 100vw, 434px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Leider setzt sich dieses Bild bei der restlichen App fort: <a href=\"https:\/\/reports.exodus-privacy.eu.org\/de\/reports\/com.app.tgtg\/latest\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/reports.exodus-privacy.eu.org\/de\/reports\/com.app.tgtg\/latest\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Exodus Privacy findet in der Version 23.7.12 vom 27.07.2023 insgesamt <strong>19 Berechtigungen<\/strong><\/a>. W\u00e4hrend GPS w\u00e4hrend der Verwendung noch zur abschaltbaren Positionsbestimmung nachvollziehbar ist, sieht es bei der Kamera schon anders aus. Oder der biometrischen Hardware, wozu braucht die Zugriff auf den Fingerabdruck-Sensor? Nachdem ich in der App nicht mal eine Funktionalit\u00e4t f\u00fcr diese sensiblen Berechtigungen gefunden habe, ist das sicherheitstechnisch kritisch. M\u00f6glicherweise hat man zus\u00e4tzliche Funktionen f\u00fcr Betriebe eingebaut, die f\u00fcr mich als Kunde nicht sichtbar sind, um eine zweite App zu sparen, womit es sich sauber und transparent trennen lie\u00dfe.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/2023-08-09_23-41.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"649\" height=\"290\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/2023-08-09_23-41.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10816\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/2023-08-09_23-41.png 649w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/2023-08-09_23-41-300x134.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Bei den Trackern war TGTG mehr als Gro\u00dfz\u00fcgig zu sich selbst: Satte 6 St\u00fcck stecken in der App. Neben den \u00fcblichen verd\u00e4chtigen wie Facebook zum Anmelden\/Teilen nutzt man die Datenkrake Google f\u00fcr Fehlerberichte (CrashLytics). Aber damit nicht genug: Satte drei Dienste (!) sind nur daf\u00fcr da, um den Nutzer in der App zu verfolgen oder Profile \u00fcber sein Verhalten zu erstellen. Google Firebase Analytics und Amplitude stammen aus den USA, dank AppsFlyer wei\u00df auch ein israelisches Unternehmen bestens, wie ihr die App verwendet. Den zahlenden Kunden einen solcher externer Datensammler einzubauen, ist schon fragw\u00fcrdig. Aber gleich drei auf einmal finde ich schon extrem dreist. Selbst Datenschleudern wie TikTok, die in der Hinsicht nicht erst seit gestern einen schlechten Ruf haben, begn\u00fcgen sich mit &#8222;nur&#8220; zwei.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum sehe ich st\u00e4ndig ausverkaufte \u00dcberraschungst\u00fcten?<\/h3>\n<p>In der &#8222;St\u00f6bern&#8220; Ansicht sieht man alle T\u00fcten in einer Liste, wahlweise auch als Punkte auf einer Karte. In beiden F\u00e4llen gibt es oben mehrere Schnellfilter: Sie zeigen per Knopfdruck z.B. nur Mahlzeiten, Backwaren oder vegetarische Gerichte an. Ein erweitertes Men\u00fc erm\u00f6glicht noch detailliertere Einschr\u00e4nkungen auf weitere Typen, den Abholungszeitpunkt usw. In Gro\u00dfst\u00e4dten sicher n\u00fctzlich, hier in der Umgebung sind derzeit nur 18 Angebote gelistet. Ein Teil davon wird nicht st\u00e4ndig angeboten bzw. ist schnell ausverkauft, weil manche nur 1 bis 3 T\u00fcten einstellen. Am praktischsten ist daher f\u00fcr mich der erste Schnellfilter <strong>Ausverkauft verbergen<\/strong>. <\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tgtg-filter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"229\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tgtg-filter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10817\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tgtg-filter.jpg 700w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tgtg-filter-300x98.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Seit einer Aktualisierung wird dieser jedoch nicht mehr gespeichert: Schon das navigieren auf eine andere Seite (z.B. <em>St\u00f6bern<\/em> oder <em>Favoriten<\/em>) reicht aus, um ihn zu entfernen. Auch nach dem Schlie\u00dfen der App ist er zur\u00fcckgesetzt. Es ist interessant, gelegentlich mal zu sehen, welche Angebote es gab, die man verpasst hat oder die heute gar nichts vorr\u00e4tig haben. Aber nicht st\u00e4ndig. Wenn ich die App \u00f6ffne, m\u00f6chte ich in der Regel eine T\u00fcte buchen und bin daher an den verf\u00fcgbaren interessiert. In den meisten F\u00e4llen ist also das erste was ich nach dem starten dr\u00fccke, dieser Knopf. Wozu? Manchen Bewertungen nach bin ich nicht der Einzige, der dies als Verschlimmbesserung empfindet.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Smartphone only<\/h3>\n<p>Man kann TGTG ausschlie\u00dflich am Handy \u00fcber die App nutzen &#8211; eine mit jedem Webbrowser erreichbare Webanwendung gibt es offiziell nicht. Solche Einschr\u00e4nkungen der Freiheit finde ich als Benutzer prinzipiell schon mal nicht gut, vor allem wenn die App mit Spyware vollgestopft ist. Gerade wenn man tags\u00fcber am PC arbeitet, ist es schlichtweg unpraktisch: Welche T\u00fcten gibt es heute? Hat Betrieb X welche, der nur unregelm\u00e4\u00dfig &amp; wenige einstellt? Es gibt ja nicht mal eine vern\u00fcnftige Benachrichtigungsm\u00f6glichkeit am Handy: Man kann nur zuf\u00e4llig von TGTG definierte aktivieren. Immer wieder muss man also das Handy z\u00fccken, entsperren, die App \u00f6ffnen, darf meistens die Filter wie eben beschrieben von Hand setzen und auf dem kleinen Bildschirm durch die Liste scrollen.<\/p>\n<p>Das h\u00e4tte ich viel lieber in einem Browsertab, wo ich kurz mit 2 Klicks sehe, was Sache ist. Au\u00dferdem k\u00f6nnte ich mir mit wenigen Zeilen z.B. ein Greasemonkey-Skript schreiben, dass alle paar Minuten pr\u00fcft und mir eine Desktop-Benachrichtigung sendet, falls etwa eine bestimmte T\u00fcte verf\u00fcgbar ist. Damit w\u00e4re das schon deutlich besser. Ich kann nat\u00fcrlich verstehen: Die prim\u00e4ren Nutzungsszenarien wie das Best\u00e4tigen beim Abholen finden unterwegs statt &#8211; folglich fokussiert man sich auf mobile Endger\u00e4te, da kaum jemand seinen Laptop zum B\u00e4cker tr\u00e4gt. Das macht f\u00fcr dieses Szenario auch Sinn, schlie\u00dft aber nicht automatisch alle anderen Ger\u00e4te aus. Viele Dienste wie WhatsApp, Telegram, diverse Webshops &amp; co machen es vor: Da habe ich als Nutzer die Wahl, ob ich z.B. auf dem Handy unterwegs die Nachrichten tippe, den Artikel kaufe usw &#8211; oder vielleicht zuhause doch lieber den gr\u00f6\u00dferen Laptop\/PC.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alternativen zu &#8222;To Good To Go&#8220;<\/h2>\n<p>Ich beobachte diesen Bereich schon l\u00e4nger und kenne auch TGTG schon einige Jahre l\u00e4nger. Erst ab Dezember 2021 konnte ich es jedoch im Alltag sinnvoll nutzen. Zuvor waren die verf\u00fcgbaren Betriebe zu weit weg. Unabh\u00e4ngig davon haben sich in letzter Zeit weitere M\u00f6glichkeiten entwickelt, mit denen man Lebensmittelabf\u00e4lle retten kann. Dies nicht zuletzt deswegen, weil das Bewusstsein f\u00fcr (fehlende) Nachhaltigkeit bei den Verbrauchern steigt. Bei vielen kommt es nicht so gut an, wenn Unternehmen essbare Lebensmittel bewusst entsorgen. Ein paar m\u00f6chte ich im folgenden als Alternative oder Erg\u00e4nzung zu TGTG kurz erw\u00e4hnen:<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>Schn\u00e4ppchenregale<\/em> im Supermarkt<\/h3>\n<p>Superm\u00e4rkte merken zunehmend, dass sie Lebensmittelabf\u00e4lle doppelt Geld kosten: Der Einkaufspreis ist vernichtet und man zahlt oft extra f\u00fcr die Entsorgung. Daher werden zunehmend Produkte, die bald ablaufen und entsorgt werden, verg\u00fcnstigst angeboten. Einige haben daf\u00fcr <em>Schn\u00e4ppchenregale<\/em> oder auch <em>Schn\u00e4ppchenecken<\/em> in einem Regal (z.B. am Ende der K\u00fchltheke). Bei Kaufland gibt es sogar mehrere: Hier etwa eines in der Gem\u00fcse-Abteilung, ein zweites am Ende der K\u00fchlabteilung und zwei weitere in der N\u00e4he der Kassen f\u00fcr alle anderen Produkte (Schokolade, Gew\u00fcrze, Dosen usw), die keine K\u00fchlung ben\u00f6tigen. <\/p>\n<p>Bei Lidl und Penny habe ich ein anderes Vorgehen gesehen: Sie haben (zumindest hier vor Ort) keine getrennten Bereiche. Stattdessen zeichnen sie Produkte im Sortiment mit den Rabatt-Klebern aus. Hier ist es also etwas aufw\u00e4ndiger, da man die Regale durchschauen muss. Teilweise kann es auch passieren, dass z.B. mehrere Kartons Joghurts \u00fcbereinander liegen und weiter unten welche enthalten sind, die bald ablaufen und daher verg\u00fcnstigt angeboten werden.<\/p>\n<p>Das ist ein sinnvoller Ansatz und ich habe davon auch schon \u00f6fter Gebrauch gemacht. Allerdings ist gezieltes Retten damit schwierig: Nicht alles wird dort angeboten, man wei\u00df nie, ob \u00fcberhaupt etwas verf\u00fcgbar ist. Oft kommt man umsonst in den Laden. Das ist eher praktikabel, wenn ohnehin ein Einkauf geplant ist und man dann flexibel mitnimmt, was vorhanden ist. Ein direkter Vergleich zu TGTG, wo ich zumindest sehe, ob \u00dcberraschungst\u00fcten verf\u00fcgbar sind, ist es daher aus meiner Sicht nicht. Ich w\u00fcrde es eher als Erg\u00e4nzung betrachten.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Foodsharing<\/h3>\n<p>Hier geht es vor allem darum, den Betrieben gr\u00f6\u00dfere Mengen an \u00fcbersch\u00fcssigen Lebensmitteln m\u00f6glichst unkompliziert abzunehmen: Ehrenamtliche von <a href=\"https:\/\/foodsharing.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Foodsharing<\/a> holen diese ab und verteilen sie kostenlos &#8211; beispielsweise an offene Regale, K\u00fchlschr\u00e4nke und andere \u00f6ffentliche Orte zum Teilen. Im Gegensatz zu TGTG k\u00fcmmert sich also die Community um die Verteilung. Wer Lebensmittel retten m\u00f6chte, sucht nach lokalen Verteilerstellen bzw. baut Kontakt zu entsprechenden Aktivisten auf. Dies funktioniert direkter, es steckt kein Unternehmen dahinter, sondern ein Verein. Man erh\u00e4lt die Lebensmittel kostenlos. Wer das System unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann sich in die Abholung einarbeiten und ehrenamtlich mitwirken.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Foodsharing-Cafes und \u00e4hnliche L\u00e4den<\/h3>\n<p>Relativ neu ist die Idee von Cafes oder L\u00e4den, die nicht zum Geld verdienen gegr\u00fcndet wurden, sondern um Lebensmittel zu retten: <a href=\"https:\/\/www.the-good-food.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">The Good Food<\/a> beispielsweise betreibt mehrere Gesch\u00e4fte in K\u00f6ln, die Nahrungsmittel verkaufen, die ansonsten im M\u00fcll landen w\u00fcrden. Kunden k\u00f6nnen bezahlen, was sie m\u00f6chten und f\u00fcr richtig erachten. <\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ist die <a href=\"https:\/\/www.raupeimmersatt.de\/konzept\/foodsharing\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">&#8222;Raupe Immersatt&#8220; in Stuttgart<\/a>. Jeder kann dort kostenlos Lebensmittel entnehmen. Getr\u00e4nke werden ebenfalls angeboten, zu einem selbst bestimmten Preis &#8211; dar\u00fcber finanziert sich der Betrieb. Erg\u00e4nzend finden kulturelle Angebote wie z.B. Konzerte statt.<\/p>\n<p>Dies sind nur zwei Beispiele, es gibt noch weitere in Deutschland. Bei Interesse k\u00f6nnt ihr ja mal schauen, was f\u00fcr vergleichbare Einrichtungen in der N\u00e4he eures Wohnortes angeboten werden. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mein Fazit zum Lebensmittel Retten mit TGTG<\/h2>\n<p>Ich hatte mich zuvor schon mit dem Thema besch\u00e4ftigt, allerdings mit wenig Bezug durch abstrakte Zahlen und zudem wenig M\u00f6glichkeiten: Mit bewusster Einkaufen sowie regelm\u00e4\u00dfig schauen, was bald verdirbt, war das Limit schnell ausgesch\u00f6pft. Mit To Good To Go kann man einfach &amp; zielgerichtet \u00fcbersch\u00fcssige Lebensmittel finden. Das Angebot super, sowohl f\u00fcr einzelne Personen, als auch Verteilung in der Gruppe. Daf\u00fcr bezahlt man, womit man allerdings den Betrieben erst den Anreiz gibt, die direkte Verteilung an Privatpersonen zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die technische Umsetzung der App ist leider entt\u00e4uschender: N\u00fctzliche Detailfunktionen fehlen, auf Sicherheit &amp; Datenschutz f\u00fcr den Nutzer wird wenig Wert gelegt. Das ist sehr schade, weil ich das Konzept \u00fcberzeugend finde und die App durch diese M\u00e4ngel daher nur eingeschr\u00e4nkt mit Vorsicht empfehlen kann. Bleibt zu hoffen, dass der Anbieter nachbessert. Dann k\u00f6nnte TGTG eine gute, massentaugliche L\u00f6sung f\u00fcr ein Problem darstellen, welches seit mittlerweile Jahrzehnten immer gr\u00f6\u00dfer wird &#8211; und angesichts der stetig steigenden Umweltprobleme nicht l\u00e4nger ignoriert werden sollte. In diesem Bereich liegt noch viel ungenutztes Potenzial.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 2015 gegr\u00fcndete Too Good To Go hat Lebensmittelverschwendung den Kampf angesagt. Mit einer Handy-App soll jeder ganz einfach \u00fcbersch\u00fcssige Lebensmittel retten und dabei noch sparen k\u00f6nnen. Ich nutze es seit \u00fcber einem Jahr und werde euch in diesem Video von meinen Erfahrungen berichten sowie das massive Problem aufzeigen, welches dem zugrunde liegt. 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