{"id":10945,"date":"2023-09-01T15:12:38","date_gmt":"2023-09-01T13:12:38","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=10945"},"modified":"2023-09-03T13:06:53","modified_gmt":"2023-09-03T11:06:53","slug":"raspberry-pi-im-e-roller-spin-scooter-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/raspberry-pi-im-e-roller-spin-scooter-geschichte\/","title":{"rendered":"Raspberry Pi im E-Roller: Warum diese Scooter von Spin ausgeschlachtet werden"},"content":{"rendered":"<p>Elektronische Scooter geh\u00f6ren in einigen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten mittlerweile dazu und sind nahezu \u00fcberall verf\u00fcgbar. Bei der technischen Funktion zeigen sich viele Unternehmen leider wenig transparent. Dabei m\u00fcssen in den Scootern kleine Computer stecken, um etwa die Position an interessierte Mieter zu melden und Buchungen zuordnen zu k\u00f6nnen. Nun wurde bekannt, dass ein Unternehmen dabei auf die beliebten Raspberry Pis als universelle Mini-Computer setzt. Was dazu bekannt ist und wieso wir das erst jetzt erfahren, zeigt dieser Beitrag.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Start und begonnener Niedergang der E-Scooter?<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend die Idee kleiner Tretroller schon viele Jahrzehnte alt ist, wurden sie lange eher als Kinderspielzeug eingesetzt. Erst zur Jahrtausendwende gelang es dem Schweizer Unternehmen Micro mit einem robusten, h\u00f6henverstellbaren Roller auch Erwachsene zu \u00fcberzeugen. Zun\u00e4chst Handbetrieben, etablierten sich in den sp\u00e4ten 2010er Jahren zunehmend E-Tretroller, die von Unternehmen zur Miete bereitgestellt werden. Paris war hierbei 2018 Vorreiter.<\/p>\n<p>Doch nicht jeder ist jedoch davon begeistert: <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/panorama\/paris-verbietet-e-scooter-adieu-elektroroller-id67680546.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/panorama\/paris-verbietet-e-scooter-adieu-elektroroller-id67680546.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Paris hat j\u00fcngst per Abstimmung entschieden, den kommerziellen Verleih zu verbieten<\/a> &#8211; 15.000 Roller werden seit Wochen eingesammelt, sie sind nur noch in Privatbesitz erlaubt. In anderen St\u00e4dten kam es zumindest zu Einschr\u00e4nkungen &#8211; etwa durch Begrenzung der Anzahl an Anbietern. So wurden Lizenzen nicht verl\u00e4ngert. Einer davon ist Spin, der eine Vorliebe f\u00fcr Raspberry Pis zu pflegen scheint.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Woher kamen die Spin-Scooter?<\/h2>\n<p>Spin wurde 2016 gegr\u00fcndet und wenige Jahre sp\u00e4ter vom Autobauer Ford gekauft. Mitte Juli 2021 erhielt das Unternehmen die vierte Lizenz in Seattle, eine Gro\u00dfstadt in den USA mit 737.000 Einwohnern. Davor hatte die Stadt bewusst nur drei Unternehmen genehmigt &#8211; das Vierte soll erst sp\u00e4ter folgen, um neue innovative Technologie einzubringen. Spin bewarb sich und setzte sich durch, da ihre Roller mit Sensoren ausgestattet werden. Sie sollen mit maschinellem Lernen zu einem besseren Park- und Fahrverhalten f\u00fchren. Beispielsweise erkennt der Roller, ob er auf der Stra\u00dfe oder dem Gehweg f\u00e4hrt, um Fu\u00dfg\u00e4nger sowie den Fahrer zu warnen. Nachdem die Konzepte grunds\u00e4tzlich funktionierten, wurde das Thema Sicherheit zunehmend wichtiger. Spin konnte hier punkten und durfte bis zu 2.000 E-Scooter aufstellen.<\/p>\n<p>Doch im Mai 2022 k\u00fcndigte Seattle an, dass die Vertr\u00e4ge mit <em>Spin<\/em> und <em>Wheels<\/em> nicht verl\u00e4ngert werden. Stattdessen hat man sich f\u00fcr ein neues Unternehmen namens <em>Bird<\/em> entschieden. Die genauen Gr\u00fcnde wurden nicht genannt &#8211; nur, dass die Auswahl schwierig gewesen sein soll. Als Konsequenz hatten beide Unternehmen mehrere Wochen Zeit, um ihre E-Roller einzusammeln und damit den Dienst in Seattle zu beenden.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Raspberry Pi im Spin-Roller<\/h2>\n<p>Das hat nicht so richtig funktioniert: Zwar sammelte Spin einige Roller ein, jedoch verblieb ein Teil in der Stadt. Ausgeliehen werden konnten sie wahrscheinlich nicht mehr, da der Anbieter den Auflagen von Seattle folgen musste, die Dienste nach der \u00dcbergangsfrist einzustellen. Nach einiger Zeit wurden Bastler auf die herumstehenden Fahrzeuge aufmerksam und bauten sie auseinander. <a href=\"https:\/\/www.tomshardware.com\/news\/raspberry-pi-4bs-inside-spin-scooters\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Dabei kam ein Raspberry Pi 4B zum Vorschein<\/a>, der mit einem Hat auf den GPIO-Pins um verschiedene Funktionen erweitert wurde. Genauere Informationen sind leider nicht verf\u00fcgbar: Spin selbst ist wenig transparent \u00fcber ihre eingesetzte Technologie. Die originale Quelle des Bildes ist seit einigen Tagen nicht auffindbar: Es wurde in einem sozialen Netzwerk gepostet, welches nicht mehr erreichbar ist. Der Post dort wurde von Tom&#8217;s Hardware aufgegriffen, der allerdings wenig weitere Informationen enth\u00e4lt. Mehr Details w\u00e4ren sicherlich interessant. Vor allem wenn per Reverse Engineering die auf dem Pi laufende Software analysiert wurde.<\/p>\n<p>Es liegt nahe, dass die Scooter damit verschiedene Sensoren ansteuern. Der Raspberry Pi sendet diese entweder an externe Server, oder verarbeitet sie selbst. Letzteres w\u00fcrde erkl\u00e4ren, warum ein vergleichsweise leistungsstarker Raspberry Pi 4 gew\u00e4hlt wurde &#8211; und nicht etwa der Zero 2. Dieser w\u00fcrde sich f\u00fcr ein akkubetriebenes Ger\u00e4t anbieten, um m\u00f6glichst wenig Energie zu verbrauchen. Eine hohe Reichweite ist im Interesse aller.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Interessant, aber eine Raspberry Pi 4 Jagd ist nicht (mehr) n\u00f6tig<\/h2>\n<p>Obwohl es viele industrielle Raspberry Pi Kunden gibt, h\u00f6rt man von ihnen vergleichsweise wenig. Daher finde ich es um so interessanter, wenn sich Gelegenheiten bieten zu erfahren, wo er verbaut ist. Tausende Scooter-Fahrer haben ihn genutzt, ohne davon zu wissen. In den USA suchten manche gezielt zur\u00fcckgelassene Scooter, um sie wegen der enthaltenen Raspberry Pis auszuschlachten. Rechtlich geh\u00f6ren sie Spin. Ob sie so lange Zeit nach der Einstellung des Dienstes noch ein Interesse daran haben, mag bezweifelt werden. Manch einer mag daher argumentieren, bevor sie entsorgt werden, ist es besser, zumindest die Raspberry Pis zu retten. Das ist diskutabel. <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/die-raspberry-pi-welle-ist-da-das-veraendert-alles\/\" data-type=\"post\" data-id=\"10715\">Ein akuter Mangel besteht seit einigen Wochen nicht mehr<\/a> &#8211; dennoch sparen sich gl\u00fcckliche <em>Finder<\/em> dadurch den Kaufpreis.<\/p>\n<p>Spin wurde \u00fcbrigens 2022 erneut verkauft, dieses mal an ein Startup auf Berlin: <em>Tier<\/em> vermietet elektronische Scooter und Fahrr\u00e4der. Hier wurde deutlich, wie viele Fahrzeuge Spin besitzt: 50.000 St\u00fcck hat Tier durch den Kauf \u00fcbernommen, wodurch die Flotte des K\u00e4ufers nun insgesamt 300.000 umfasst. Alleine bei diesem Anbieter waren wohl mindestens 50.000 Raspberry Pis auf den Stra\u00dfen, von denen zumindest ein Teil bei <em>Tier<\/em> weiter rollt.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen &amp; weiterf\u00fchrende Informationen<\/h2>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>https:\/\/www.golem.de\/news\/spin-ford-bringt-seine-e-scooter-nach-deutschland-2002-146912.html<\/li>\n<li>https:\/\/sdotblog.seattle.gov\/2021\/07\/09\/spin-scooter-share\/<\/li>\n<li>https:\/\/www.seattlebikeblog.com\/2022\/05\/13\/city-announces-new-scooter-and-bike-share-permits-spin-and-wheels-are-out-bird-is-in\/<\/li>\n<li>https:\/\/techcrunch.com\/2022\/03\/02\/tier-mobility-acquires-spin-from-ford-marking-entry-into-north-america\/<\/li>\n<li>https:\/\/www.spin.app\/<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elektronische Scooter geh\u00f6ren in einigen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten mittlerweile dazu und sind nahezu \u00fcberall verf\u00fcgbar. 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