{"id":15338,"date":"2026-02-11T22:05:34","date_gmt":"2026-02-11T21:05:34","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=15338"},"modified":"2026-04-18T22:13:14","modified_gmt":"2026-04-18T21:13:14","slug":"oss-strategie-sh-fehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/oss-strategie-sh-fehler\/","title":{"rendered":"Open Source statt Microsoft: Hier irrt sich Schleswig-Holstein!"},"content":{"rendered":"<p>In Schleswig-Holstein m\u00f6chte nicht mehr von propriet\u00e4rer Microsoft-Software abh\u00e4ngig sein. Das Bundesland macht vieles richtig, doch es gibt auch mehrere gewaltige Fehler in ihrer Strategie. Dadurch wird propriet\u00e4re Software auf absurde weise besch\u00f6nigt, zulasten von OSS. Das ist f\u00fcr ein wegweisendes Projekt gef\u00e4hrlich. Klarstellung auf Basis von Fakten tut Not. Das macht dieser Beitrag als Erg\u00e4nzung zur vorherigen Vorstellung des Open Source Konzepts.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Mexit in Schleswig-Holstein<\/h2>\n<p>Bereits 2017 einigte sich die damalige Koalition aus Gr\u00fcne, FDP und CDU auf mehr quelloffene Software. Langfristig soll unfreie propriet\u00e4re Software vollst\u00e4ndig aus der Landesregierung verbannt werden. Insbesondere im Fokus: Microsoft. Der lange Vorlauf war n\u00f6tig, da die Microsoft-Umgebung \u00fcber Jahrzehnte gewachsen ist. Niemand hat sich Gedanken \u00fcber die Probleme gemacht, die eine solche Abh\u00e4ngigkeit mit sich bringt. Nach l\u00e4ngerer Planungsphase begann ab 2023 die Vorbereitung zur konkreten Umsetzung: 2024 startete man mit LibreOffice, es folgte die Abl\u00f6sung von Microsoft Exchange. Beides ist weitgehend abgeschlossen. F\u00fcr 2026 ist der Abschied vom propriet\u00e4ren Betriebssystem Microsoft Windows geplant. <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/schleswig-holstein-wechsel-open-source\/\">In diesem Beitrag habe ich die Umstellungen ausf\u00fchrlich vorgestellt<\/a>. Daf\u00fcr hatte ich das Strategiepapier gelesen &amp; ein umfassendes Verst\u00e4ndnis vom Projekt aufgebaut.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00c4pfel-Birnen Vergleich: Auf dem propriet\u00e4ren Auge blind<\/h2>\n<p>Viele Feststellungen daraus sind korrekt. Doch manche lassen die Haare zu Berge stehen. In Punkt 2.3 wird festgestellt, dass OSS Abh\u00e4ngigkeiten reduziert. Wenngleich sie nicht zu 100% verschwinden. Wie bei allem anderen auch geht es hier um Risiko-Minimierung. Niemand kann ausschlie\u00dfen, dass man seine Lohnarbeit morgen &amp; \u00fcbermorgen noch beh\u00e4lt. Das Risiko steigt deutlich, wenn man z.B. den Chef beleidigt. Also l\u00e4sst es jeder vern\u00fcnftige Mensch bleiben. Wenngleich der Verzicht auf Beleidigungen keine Garantie zur Sicherung des Arbeitsplatzes darstellt. <\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich hier. Beides ist korrekt und sollte klar sein. Ein Hammer kommt im darauf folgenden Absatz:<\/p>\n<figure class=\"wp-block-pullquote\">\n<blockquote>\n<p>Die Verwendung von OSS ist mit der Herausforderung verbunden, dass die Entwicklung\r\nder Software unerwartet eingestellt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><cite>Open Innovation und Open Source Strategie des Landes Schleswig-Holstein<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<\/figure>\n<p>Wie kommt man auf die absurde &amp; v\u00f6llig realit\u00e4tsfremde Idee, dieses Problem w\u00fcrde angeblich nur bei quelloffener Software existieren? Selbstverst\u00e4ndlich existiert dieses Risiko bei propriet\u00e4rer Software eben so. Lediglich die Motive sind andere: Kommerzielle Programme werden oft aus finanziellen Motiven eingestellt. Wenn der Gewinn den Entscheidern zu gering ist bzw. sie sich mehr Geld mit etwas anderem versprechen. <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/windows-raspberry-pi-tot\/\" data-type=\"post\" data-id=\"15133\">Windows 10 IoT f\u00fcr den Raspberry Pi ist ein Beispiel, um das sich Microsoft seit Jahren nicht mehr k\u00fcmmert<\/a> und es f\u00fcr Windows 11 IoT sogar eingestellt hat &#8211; ohne dies wenigstens anzuk\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Selbst wenn wir lediglich auf Microsoft als gr\u00f6\u00dfte Abh\u00e4ngigkeit schauen, ist die Zahl der eingestellten Produkte gigantisch: Derzeit hat der Konzern mindestens 202 Software-Projekte und Dienste beerdigt. Mit <a href=\"https:\/\/killedbymicrosoft.info\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Killed by Microsoft <\/a>wurde eine eigene Webseite gegr\u00fcndet, die ausschlie\u00dflich Microsofts digitales Abstellgleis sammelt. Einiges davon \u00fcberraschend. Betroffen sind viele Angebote: Von wenige Jahre jungen Projekten bis hin zu Software, welche sich \u00fcber 10+ Jahre etabliert hat.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-10_18-42.avif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"499\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-10_18-42-1024x499.avif\" alt=\"\" class=\"wp-image-16297\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-10_18-42-1024x499.avif 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-10_18-42-300x146.avif 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-10_18-42-768x374.avif 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-10_18-42-640x312.avif 640w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-10_18-42-349x170.avif 349w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-10_18-42.avif 1331w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Noch mehr \u00fcbersehene Risiken unfreier Software<\/h3>\n<p>Mit diesen Szenarien kratzen wir immer noch lediglich an der Oberfl\u00e4che. Was passiert etwa, wenn ein Unternehmen pleite geht?<sup data-fn=\"6f52bece-0500-450c-8e9f-f18cffdf0848\" class=\"fn\"><a href=\"#6f52bece-0500-450c-8e9f-f18cffdf0848\" id=\"6f52bece-0500-450c-8e9f-f18cffdf0848-link\">1<\/a><\/sup> Selbst ein m\u00f6glicherweise geschlossener Langzeitvertrag ist danach das Papier nicht mehr Wert, auf dem er steht. Der Kunde muss schnellstm\u00f6glich umstellen &#8211; so lange zumindest theoretisch noch jemand bereit steht, der bei der alten unfreien Software helfen kann. Bei umfangreichen Programmen, deren Wechsel Monate bis Jahre dauert, nahezu unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Sollte man selbst in die Insolvenz rutschen, begrenzen (Cloud-) Abos den Handlungsspielraum zudem deutlich. Wer einmalig gekaufte Software einsetzt, kann diese zumindest \u00fcbergangsweise weiter verwenden, bis die finanzielle Lage sich bessert. Wer sich hingegen zum Abo g\u00e4ngeln l\u00e4sst, wird bei ausbleibender Zahlung abgeschaltet.<\/p>\n<p>Ebenfalls nicht beachtet wurde eine schleppende Weiterentwicklung, weil das Unternehmen z.B. kosten spart oder die Ressourcen woanders mit h\u00f6herem Rendite-Versprechen investiert. Die Software verkauft man weiter, offiziell besteht auch die Pflege noch. Doch in der Praxis nur eingeschr\u00e4nkt und somit mangelhaft. Was macht der Kunde in dem Fall? Bei quelloffener Software k\u00f6nnte er die Weiterentwicklung selbst \u00fcbernehmen. Oder alternativ jemanden beauftragen. Mit propriet\u00e4ren Programmen sind die H\u00e4nde gebunden.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zahlen, damit das (angeblich) nicht passiert<\/h2>\n<p>In dieser Illusion sind sie der Meinung, durch Lizenzzahlungen sich vom Risiko frei kaufen zu k\u00f6nnen &#8211; nur bei propriet\u00e4rer Software:<\/p>\n<figure class=\"wp-block-pullquote\">\n<blockquote>\n<p>Man muss anerkennen, dass die Lizenzzahlungen f\u00fcr propriet\u00e4re Software genau dieses\r\nRisiko abdecken. Damit werden Entwicklerteams finanziert, die die Software aktuell halten\r\nund fortschreiben.<\/p>\n<p><cite>Open Innovation und Open Source Strategie des Landes Schleswig-Holstein<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<\/figure>\n<p>Auch das hat mit der Realit\u00e4t nur sehr wenig zu tun. Bereits die erw\u00e4hnte Zweckbindung gibt es nicht. Propriet\u00e4re Software stammt \u00fcblicherweise von Unternehmen, die daraus maximalen Profit heraus holen wollen. Es ist ein Gesch\u00e4ft, bei dem alleine die Zahlen entscheiden, ob und in wie weit sie darin weiter investieren.<\/p>\n<p>VMWare ist nur ein gro\u00dfes Beispiel von vielen, welches diese &amp; die vorherige Aussage widerlegt. Nach der Broadcom-\u00dcbernahme haben sie ihre Software zwar weiter <em>gepflegt<\/em> &#8211; wenn man das bei deren Qualit\u00e4t so nennen kann. Aber die Lizenzen um 800% bis 1500% (!!!) verteuert.<sup data-fn=\"27f16c46-6c13-49b5-a5d2-82dacae7f2cd\" class=\"fn\"><a href=\"#27f16c46-6c13-49b5-a5d2-82dacae7f2cd\" id=\"27f16c46-6c13-49b5-a5d2-82dacae7f2cd-link\">2<\/a><\/sup> War das erwartet? Wenn betroffene Nutzer &#8222;Verachtung und Brutalit\u00e4t&#8220; kritisieren, die beispiellos sei, wage ich die These: Nein, es hat alle \u00fcberrascht.<sup data-fn=\"88cfe0d9-689b-420b-9e8c-bc2793d77290\" class=\"fn\"><a href=\"#88cfe0d9-689b-420b-9e8c-bc2793d77290\" id=\"88cfe0d9-689b-420b-9e8c-bc2793d77290-link\">3<\/a><\/sup> \u00dcbrigens sind bereits mehrere Gro\u00dfkunden mit zehntausenden VMs geflohen. Denen wurde dabei erst bewusst, wie gef\u00e4hrlich ihre Abh\u00e4ngigkeit war. Und wie skrupellos der Marktf\u00fchrer die ausgenutzt hat. Mit ihrer neuen L\u00f6sung sparen sie nicht nur wegen der explodierenden VMWare Preise bares Geld. Sondern auch durch bessere Software, welche die Effizienz um +200% erh\u00f6ht haben soll.<sup data-fn=\"fcccc621-c336-42a9-8bff-23084247e0fd\" class=\"fn\"><a href=\"#fcccc621-c336-42a9-8bff-23084247e0fd\" id=\"fcccc621-c336-42a9-8bff-23084247e0fd-link\">4<\/a><\/sup><\/p>\n<p>All das ist bereits mehr als umfangreich. Dennoch stellt es nur die Spitze des Eisbergs dar. Unter anderem hat VMware beispielsweise ihr Lizenzmodell komplett \u00fcber den Haufen geworfen. Dauerhaft g\u00fcltige Lizenzen wurden eingeschr\u00e4nkt oder komplett abgeschafft, um Kunden zu Abos zu dr\u00e4ngen. Obiges Zitat w\u00fcrde besser zu quelloffener statt propriet\u00e4rer Software passen, wenn man &#8222;Lizenzzahlungen&#8220; durch &#8222;Spenden&#8220; ersetzt.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vermeintliche Planungssicherheit am Fall Atlassian<\/h3>\n<p>Dazu gibt es bei propriet\u00e4rer Software durchaus Lizenzmodelle mit weniger Planungssicherheit. Bei Atlassian z.B. kauft man die Nutzungslizenz f\u00fcr die aktuelle Version inklusive 1 Jahr an Aktualisierungen &amp; Support. Danach kann der Hersteller die Weiterentwicklung vertragskonform einstellen. Genau das haben sie gemacht und Server-Lizenzen abgek\u00fcndigt.<sup data-fn=\"e6baefd6-9d86-486c-8c31-a4092a2c4c18\" class=\"fn\"><a href=\"#e6baefd6-9d86-486c-8c31-a4092a2c4c18\" id=\"e6baefd6-9d86-486c-8c31-a4092a2c4c18-link\">5<\/a><\/sup> Betroffene konnten sich im Voraus noch um bis zu 3 weitere Jahre mit Lizenzen eindecken. Anschlie\u00dfend war Server tot und wurde nicht mehr weiterentwickelt, obwohl man bezahlte.<\/p>\n<p>Inzwischen hat der Hersteller die Daumenschrauben sogar noch extremer angezogen. Wer unterw\u00fcrfig auf die deutlich teureren &#8222;DataCenter&#8220; Lizenzen gewechselt hat, steht vor der n\u00e4chsten Migration. Atlassian hat n\u00e4mlich nur wenig sp\u00e4ter angek\u00fcndigt, auch DataCenter einzustellen &amp; Kunden in ihre Cloud zu zwingen.<sup data-fn=\"d569077e-79d2-4c3d-b5f1-d3266db58000\" class=\"fn\"><a href=\"#d569077e-79d2-4c3d-b5f1-d3266db58000\" id=\"d569077e-79d2-4c3d-b5f1-d3266db58000-link\">6<\/a><\/sup> Sogar obwohl der Konzern als Reaktion auf Kundensorgen zuvor noch eindeutig beteuerte, es g\u00e4be keine Pl\u00e4ne daf\u00fcr.<sup data-fn=\"dc086210-6141-4fd7-b771-d7650c3251cb\" class=\"fn\"><a href=\"#dc086210-6141-4fd7-b771-d7650c3251cb\" id=\"dc086210-6141-4fd7-b771-d7650c3251cb-link\">7<\/a><\/sup><\/p>\n<figure class=\"wp-block-pullquote\">\n<blockquote>\n<p>To be clear, we have <strong>no plans <\/strong>to end of life or end of support for our Data Center offering..<\/p>\n<p><cite>Atlassian zur Zukunft von DataCenter-lizenzen, 2022<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<\/figure>\n<p>Es ist also falsch zu behaupten, durch den Kauf von Lizenzen ist der Kunde pauschal auf der sicheren Seite. Man kann nicht mal behaupten, das Risiko w\u00fcrde sinken. Weil solche Entscheidungen gerade bei Konzern zu 100% vom Profit getrieben sind. Atlassian hat mit den Server-Lizenzen ordentlich Geld verdient. Die wurden nicht eingestellt, weil die keiner haben wollte. Sondern die BWLer haben sich gedacht: Wir haben die Kunden an der Angel. Entweder wechseln die zu DataCenter oder direkt Cloud &#8211; beides f\u00fchrt zu deutlich h\u00f6heren Lizenzkosten. Bei Cloud kommt zus\u00e4tzlich die noch h\u00f6here Abh\u00e4ngigkeit dazu. Entweder gewinnen sie oder bekommen den Jackpot. In der n\u00e4chsten Eskalationsstufe steht &#8222;nur&#8220; noch der Jackpot.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die bittere Realit\u00e4t<\/h3>\n<p>Beachtenswert sind solche Falschaussagen, da es sich eben nicht um ein PR-Papier aus dem Dunstkreis der Konzerne handelt. Dort w\u00fcrde man Verzerrungen, Unsinn &amp; Vertuschung erwarten. Oder schon mal eine Auto-Werbung gesehen, die zeigt, wie ihr mit dem Flitzer im Stau steht? Bis auf einzelne Passagen ist die OS-Strategie von SH aber eben keine PR-Propaganda. Bereits im n\u00e4chsten Absatz steht sie wieder auf dem Boden der Realit\u00e4t.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-pullquote\">\n<blockquote>\n<p>Gleichzeitig hat man jedoch auf die Entwicklungsrichtung als Lizenznehmer keinen Einfluss. Das wird derzeit ganz besonders sichtbar bei der Portfoliotransformation vieler Softwarehersteller Richtung Cloud, was auf Herstellerseite von gr\u00f6\u00dferem Interesse ist als auf Nutzerseite. Der Weg in die Cloud kann zu noch st\u00e4rkeren Abh\u00e4ngigkeiten beitragen.<\/p>\n<p><cite>Open Innovation und Open Source Strategie des Landes Schleswig-Holstein<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<\/figure>\n<p>Zwar ist die Formulierung teils extrem vorsichtig gew\u00e4hlt. Als ob der Nutzer ein Interesse daran h\u00e4tte, durch Cloudzwang noch st\u00e4rker Abh\u00e4ngig zu werden &amp; mit steigenden Kosten belohnt zu werden. Man stelle sich das in anderen Situationen vor: Die Entwendung des Diebesgutes ist von gr\u00f6\u00dferem Interesse bei der T\u00e4terseite, als auf der Nutzerseite&#8230; <\/p>\n<p>Abgesehen von Formulierung &amp; Relativierung (&#8222;kann&#8220;) zeigen sie zumindest zwischen den Zeilen die gro\u00dfen Probleme im Kern auf. Bei propriet\u00e4rer Software erwirbt der Kunde n\u00e4mlich nur eine Nutzungslizenz. Die Software selbst geh\u00f6rt ihm nicht. Das ist kein Detail. Sondern hat zur Konsequenz, dass er eben kein Mitspracherecht hat. Der Hersteller kann morgen eine 180 Grad Wende durchf\u00fchren, selbst wenn der Kunde das \u00fcberhaupt nicht m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Kann man z.B. an den k\u00fcnstlich \u00fcberzogenen Windows 11 Systemanforderungen derzeit sehen. Es ist vergleichbar mit einem online ausgeliehenen Film: Den darf man zu den Bedingungen der Plattform konsumieren. Ein Mitspracherecht f\u00fcr den n\u00e4chsten Teil erwirbt man damit nicht.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Bitte daraus lernen &amp; weiter machen<\/h2>\n<p>Teile der Aussagen sind v\u00f6llig falsch und k\u00f6nnten aus der PR-Abteilung von MS &amp; co. stammen. Daher kritisiere ich sie scharf. Das ist wichtig, weil es ein verzerrtes Bild von propriet\u00e4rer &amp; OSS erzeugt. Au\u00dferdem schockierend, wie derart schwere M\u00e4ngel unkommentiert stehen geblieben sind. Schlie\u00dflich geht es dabei um grunds\u00e4tzliches, keine Kleinigkeiten.<\/p>\n<p>Ebenfalls wichtig finde ich das Migrationsprojekt in SH. Abgesehen von den genannten M\u00e4ngeln machen sie sehr vieles richtig, technisch &amp; politisch. Unter anderem haben sie korrekt erkannt, dass OSS nur f\u00fcr alle funktioniert, wenn jeder etwas im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten beitr\u00e4gt. Ein essenzieller Punkt, der leider all zu oft vergessen wird. Dabei denke ich immer an die Pr\u00e4sentation von curl: Nahezu jeder Autobauer nutzt es, niemand beteiligt sich an der Weiterentwicklung&#8230;<\/p>\n<p>Daher w\u00fcnsche ich mir, dass SH daraus lernt &amp; zuk\u00fcnftig mehr auf fachliche Gr\u00fcndlichkeit achten. Dann hat SH das Potenzial, ein neues LiMux zu werden. Also ein Vorzeigeprojekt, welches propriet\u00e4re Software erfolgreich hinter sich l\u00e4sst, um zu zeigen: Die ganzen Ausreden sind Unsinn. Wer will, der kann mit FOSS arbeiten. Wer hingegen in Wahrheit Konzernen Millionen in den Rachen werfen m\u00f6chte, wird daf\u00fcr Vorw\u00e4nde finden. So wie es in M\u00fcnchen (leider) funktioniert hat.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n<ol class=\"wp-block-footnotes\">\n<li id=\"6f52bece-0500-450c-8e9f-f18cffdf0848\"><a href=\"https:\/\/www.computerwoche.de\/article\/2799284\/wenn-it-partner-in-insolvenz-gehen.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.computerwoche.de\/article\/2799284\/wenn-it-partner-in-insolvenz-gehen.html<\/a> <a href=\"#6f52bece-0500-450c-8e9f-f18cffdf0848-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 1 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"27f16c46-6c13-49b5-a5d2-82dacae7f2cd\"><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/EU-Cloudanbieter-Broadcom-hat-VMwarelizenzen-um-800-bis-1500-Prozent-verteuert-10394816.html?view=print\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.heise.de\/news\/EU-Cloudanbieter-Broadcom-hat-VMwarelizenzen-um-800-bis-1500-Prozent-verteuert-10394816.html?view=print<\/a> <a href=\"#27f16c46-6c13-49b5-a5d2-82dacae7f2cd-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 2 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"88cfe0d9-689b-420b-9e8c-bc2793d77290\"><a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/preiserhoehung-bei-vmware-nutzer-kritisieren-verachtung-und-brutalitaet-von-broadcom-2404-184194.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.golem.de\/news\/preiserhoehung-bei-vmware-nutzer-kritisieren-verachtung-und-brutalitaet-von-broadcom-2404-184194.html<\/a> <a href=\"#88cfe0d9-689b-420b-9e8c-bc2793d77290-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 3 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"fcccc621-c336-42a9-8bff-23084247e0fd\"><a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/vmware-broadcom-verliert-grosskunden-mit-20-000-vms-2412-191429.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.golem.de\/news\/vmware-broadcom-verliert-grosskunden-mit-20-000-vms-2412-191429.html<\/a> <a href=\"#fcccc621-c336-42a9-8bff-23084247e0fd-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 4 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"e6baefd6-9d86-486c-8c31-a4092a2c4c18\"><a href=\"https:\/\/www.timetoact-group.at\/news\/atlassian-stellt-den-verkauf-von-server-lizenzen-2021-ein\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.timetoact-group.at\/news\/atlassian-stellt-den-verkauf-von-server-lizenzen-2021-ein<\/a> <a href=\"#e6baefd6-9d86-486c-8c31-a4092a2c4c18-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 5 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"d569077e-79d2-4c3d-b5f1-d3266db58000\"><a href=\"https:\/\/www.atlassian.com\/blog\/announcements\/atlassian-ascend\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.atlassian.com\/blog\/announcements\/atlassian-ascend<\/a> <a href=\"#d569077e-79d2-4c3d-b5f1-d3266db58000-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 6 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"dc086210-6141-4fd7-b771-d7650c3251cb\"><a href=\"https:\/\/community.atlassian.com\/forums\/Data-Center-articles\/The-Future-of-Atlassian-Data-Center\/ba-p\/2006054\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/community.atlassian.com\/forums\/Data-Center-articles\/The-Future-of-Atlassian-Data-Center\/ba-p\/2006054<\/a> <a href=\"#dc086210-6141-4fd7-b771-d7650c3251cb-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 7 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Schleswig-Holstein m\u00f6chte nicht mehr von propriet\u00e4rer Microsoft-Software abh\u00e4ngig sein. Das Bundesland macht vieles richtig, doch es gibt auch mehrere gewaltige Fehler in ihrer Strategie. Dadurch wird propriet\u00e4re Software auf absurde weise besch\u00f6nigt, zulasten von OSS. Das ist f\u00fcr ein wegweisendes Projekt gef\u00e4hrlich. Klarstellung auf Basis von Fakten tut Not. 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