{"id":16129,"date":"2026-01-19T20:40:06","date_gmt":"2026-01-19T19:40:06","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=16129"},"modified":"2026-01-19T20:40:07","modified_gmt":"2026-01-19T19:40:07","slug":"photorec-datenrettung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/photorec-datenrettung\/","title":{"rendered":"Mit PhotoRec kostenfrei Dateien retten &amp; wiederherstellen"},"content":{"rendered":"<p>Versehentlich eine Datei gel\u00f6scht? Oder das Dateisystem eines Laufwerks wurde besch\u00e4digt? Mit der freien Software PhotoRec l\u00e4sst sich in vielen F\u00e4llen zumindest ein Gro\u00dfteil der Inhalte wiederherstellen &#8211; teils sogar vollst\u00e4ndig. Dieser Beitrag zeigt, wie das schlanke Program genutzt werden kann. Und geht auf Aspekte ein, die du beachten musst, um weitere Sch\u00e4den zu verhindern. Der Fokus liegt zwar auf PhotoRec. Doch im Beitrag schauen wir auch nach rechts &amp; links, damit du entscheiden kannst, ob dies \u00fcberhaupt das richtige Werkzeug ist. Oder andere Methoden besser geeignet sind.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie geht PhotoRec vor?<\/h2>\n<p>Urspr\u00fcnglich wurde <em>Photo Recovery<\/em> (kurz <em>PhotoRec<\/em>) zum Wiederherstellen von Bildern f\u00fcr Digitalkameras entwickelt. Schnell unterst\u00fctzte es weitere Formate, da das Prinzip mit auf alle Dateien funktioniert: Es lie\u00dft direkt den rohen Datenstrom, um darin nach Signaturen von bekannten Dateiformaten zu suchen. Eine Vielzahl ist hinterlegt. <\/p>\n<p>Die Software ignoriert das Dateisystem, sodass Probleme im Dateisystem kein Hindernis darstellen. Allerdings hat das den Nachteil der fehlenden Metadateien. Mit PhotoRec l\u00e4sst sich ein Laufwerk also nicht 1:1 mit Dateinamen\/Verzeichnisstruktur wiederherstellen. Sondern s\u00e4mtliche gefundenen Dateien (Filtern per Typ ist m\u00f6glich) landen in einer k\u00fcnstlichen Struktur mit zuf\u00e4llig generierten Dateinamen, bei denen lediglich die Erweiterung erhalten bleibt. Es sollte daher als letzter Weg zum Einsatz kommen, wenn andere (nicht destruktive) Wege versagen.<\/p>\n<p>Wichtig ist zu wissen: Beim L\u00f6schen von Dateien markiert das Dateisystem die Bl\u00f6cke als frei &#8211; allerdings ohne diese zu l\u00f6schen. Sie bleiben daher gespeichert, bis die Bereiche von neuen Dateien \u00fcberschrieben werden. Sollten versehentlich Dateien gel\u00f6scht worden sein, unbedingt s\u00e4mtliche Schreibvorg\u00e4nge einstellen. Ist darauf das Betriebssystem installiert, am besten die Rettung von einem Live-System durchf\u00fchren sowie lesend (ro) einh\u00e4ngen. PhotoRec greift nur lesend darauf zu. Au\u00dferdem ben\u00f6tigst du ein zweites Laufwerk f\u00fcr die Wiederherstellung, damit keine zu rettenden Daten \u00fcberschrieben werden.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wichtige \u00dcberlegungen vor der Nutzung<\/h2>\n<p>Nach einem Ausfall oder versehentlich gel\u00f6schten Daten mag der Schock zwar zun\u00e4chst tief sitzen, das ist verst\u00e4ndlich. Doch man sollte sich keineswegs zu panischen Reaktionen bewegen lassen. Die k\u00f6nnen den Schaden verschlimmern. Bevor irgend etwas gemacht wird &#8211; sei es die Wiederherstellung mit PhotoRec oder anderen Werkzeugen &#8211; sollte das betroffene Laufwerk offline genommen werden. Durch die weitere Nutzung k\u00f6nnen etwa noch vorhandene Dateien \u00fcberschrieben werden.<\/p>\n<p>Zuerst sollte man \u00fcberlegen, ob es eine Sicherung gibt. Das ist die erste Wahl. Im besten Falle existiert sie, ist aktuell und funktioniert, da getestet. Vom Laufwerk muss daher gar nichts mehr gerettet werden. Oder nur ein Teil, etwa der Abstand zur letzten Sicherung. Abh\u00e4ngig davon ist zu entscheiden, wie man weiter vorgeht. Insbesondere wer gerade Lehrgeld f\u00fcr vernachl\u00e4ssigte Backups bezahlt, sollte Vorsichtig sein: Falsche Rettungsversuche k\u00f6nnen den Schaden vergr\u00f6\u00dfern oder Dateien komplett zerst\u00f6ren. Im Falle eines sterbenden Laufwerks kann sich dies w\u00e4hrend der Rettung komplett verabschieden.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Empfehlung zur Entscheidung &amp; m\u00f6gliche Alternativen<\/h2>\n<p>Eine Pauschale Empfehlung ist daher nicht m\u00f6glich. Man sollte dies anhand der individuellen Situation abw\u00e4gen: Wie viele Daten sind &#8211; nach Ber\u00fccksichtigung aller Sicherungen &#8211; betroffen? Gibt es m\u00f6glicherweise Kopien, die ich gerade nicht auf dem Schirm habe? Beispielsweise Papierbilder. Wie wichtig sind die fehlenden Daten? M\u00f6glicherweise kann professionelle Datenrettung zum entsprechenden Preis sinnvoll sein. <\/p>\n<p>Wer es auf eigene Faust versuchen m\u00f6chte, sollte Laufwerke nur lesend einh\u00e4ngen, da beim Schreiben noch mehr Datenverlust droht. Dabei auch auf das Betriebssystem achten, welches ggf. automatisch schreibend einh\u00e4ngt. Falls m\u00f6glich, erstellt man sich vorher sogar eine Kopie des Datentr\u00e4gers. Insbesondere bei (drohenden) Hardware-Defekten eine gute Idee. So kann man schnell die Daten runter bekommen und sp\u00e4ter in Ruhe wiederherstellen. Daf\u00fcr ist <code class=\"\" data-line=\"\">ddrescue<\/code> eine Empfehlung wert. Es versucht systematisch zuerst lesbare Bl\u00f6cke zu retten, um sich sp\u00e4ter den problematischen zu widmen. Im Gegensatz zu Standard-Software steigt es bei Fehlern nicht sofort aus, sondern reagiert tolerant, um so viele Daten wie m\u00f6glich zu retten.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ddrescueview-progress.avif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"677\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ddrescueview-progress-1024x677.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16145\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ddrescueview-progress-1024x677.jpg 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ddrescueview-progress-300x198.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ddrescueview-progress-768x508.jpg 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ddrescueview-progress-545x360.jpg 545w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ddrescueview-progress-257x170.jpg 257w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ddrescueview-progress.avif 1186w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>In diesem Beitrag liegt der Fokus auf PhotoRec. Es ist die richtige Wahl, wenn versehentlich Dateien gel\u00f6scht worden sind. Oder das Dateisystem irreparabel besch\u00e4digt wurde. Das Laufwerk selbst ist intakt, weswegen Werkzeuge wie ddrescue nicht zum Einsatz kommen. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">PhotoRec nutzen<\/h2>\n<p>F\u00fcr viele GNU\/Linux-Distributionen existieren fertige Pakete, die man aus der Paketverwaltung installieren kann. Entweder im bereits installierten Betriebssystem, oder einem Live-System. Ersteres w\u00fcrde ich nur verwenden, wenn es sich nicht um das Systemlaufwerk handelt &#8211; etwa eine externe SSD, ein USB-Stick, eine Speicherkarte usw. Und ihr sicherstellt, dass dies nicht automatisch eingeh\u00e4ngt wird. Au\u00dferdem ist es in verschiedenen Rettungssystemen vorinstalliert. Als letzte Alternative lassen sich die Bin\u00e4rdateien von der offiziellen Webseite cgsecurity.org herunterladen.<sup data-fn=\"79740a6b-703b-4ff7-bb2e-1a8898183139\" class=\"fn\"><a href=\"#79740a6b-703b-4ff7-bb2e-1a8898183139\" id=\"79740a6b-703b-4ff7-bb2e-1a8898183139-link\">1<\/a><\/sup><\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\"># Manjaro\/Arch\nsudo pamac install photorec\n# Fedora\nsudo dnf install photorec<\/code><\/pre>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Daten mit PhotoRec retten<\/h2>\n<p>Es handelt sich um ein interaktives Konsolen-Programm, welches du als Root (etwa mit sudo) auf der Konsole starten musst. Weitere Argumente sind nicht erforderlich. Die Software f\u00fchrt dich durch die Schritte. Jedoch aus meiner Sicht f\u00fcr wenig oder unerfahrene etwas rudiment\u00e4r und teils zu wenig intuitiv. Doch das sollte mit folgender Anleitung kein Hindernis sein. Vor dem Start solltet ihr alle nicht ben\u00f6tigten Wechseldatentr\u00e4ger (USB-Sticks, Speicherkarten usw). entfernen, das vermeidet Verwirrung.<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">sudo photorec<\/code><\/pre>\n<p>Nach dem Start listet es s\u00e4mtliche erkannte Laufwerke auf. Die Kapazit\u00e4t wird in beiden Einheiten (Dezimal\/Dual, also 1 KB entspricht entweder 1.000 Bytes oder 1.024 Bytes) angegeben &#8211; praktisch. Der belegte oder freie Speicher wird nicht angegeben. Das ist der Software aufgrund der Funktionsweise unbekannt. Navigiert an dieser Stelle mit den Pfeiltasten nach unten bzw. oben, bis der kleine Marker rechts auf das korrekte Laufwerk zeigt. Neben der Kapazit\u00e4t kann auch der Hersteller bzw. Typ helfen.<\/p>\n<p>Die Optionen unten (hier <em>Proceed\/Quit<\/em>) werden \u00fcber die Pfeiltasten rechts\/links angesteuert. Standardm\u00e4\u00dfig ist <em>Proceed<\/em> aktiv, also fortfahren. Mit <code class=\"\" data-line=\"\">[Enter]<\/code> f\u00e4hrt man fort, sobald das gew\u00fcnschte Laufwerk oben ausgew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec1.avif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"602\" height=\"865\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec1.avif\" alt=\"\" class=\"wp-image-16134\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec1.avif 602w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec1-209x300.jpg 209w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec1-251x360.jpg 251w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec1-118x170.jpg 118w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>PhotoRec sucht nach Partitionen auf dem Laufwerk und listet sie im folgenden auf. In diesem Beispiel handelt es sich um eine Ventoy-Installation. Daher existieren zwei Partitionen: #1 f\u00fcr die ISOs sowie Konfigurationsdateien von Ventoy selbst. Auf der kleinen Partition #2 liegt GRUB. Je nach Verwendung des Laufwerks kann dies variieren. Ist dort ein Betriebssystem installiert, verf\u00fcgt es \u00fcber mehrere Partitionen &#8211; etwa UEFI, Boot usw. Bei einer reinen Datenplatte wird es in der Regel eine einzige geben. Die Vorauswahl zu Partition #1 w\u00e4re hier korrekt. Alternativ kann man bei Unsicherheit ganz oben <strong>No partition<\/strong> ausw\u00e4hlen, um das ganze Laufwerk zu durchsuchen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec2.avif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"377\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec2.avif\" alt=\"\" class=\"wp-image-16138\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec2.avif 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec2-300x147.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec2-640x314.jpg 640w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec2-346x170.jpg 346w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Bevor wir hier nun mit <code class=\"\" data-line=\"\">[Enter]<\/code>starten, solltest du \u00fcberlegen: Sind Filter sinnvoll? Standardm\u00e4\u00dfig sind keine gesetzt. Je nach Situation kann das zu einer gro\u00dfen Menge an Datenm\u00fcll f\u00fchren. In meinem Szenario ist lediglich das Dateisystem defekt &#8211; ich m\u00f6chte also keine gel\u00f6schten Dateien wiederherstellen. Aufgrund der zu Beginn erkl\u00e4rten Funktionsweise wird PhotoRec das trotzdem tun. Er sucht im gew\u00e4hlten Speicherbereich nach lesbaren Daten, ob gel\u00f6scht oder nicht. Daher setze ich Filter durch navigieren mit der Pfeiltaste nach rechts zu <em>File Opt<\/em> im unteren Men\u00fc gefolgt von <code class=\"\" data-line=\"\">[Enter]<\/code>.<\/p>\n<p>Es erscheint eine lange Liste von verschiedenen Dateitypen. Standardm\u00e4\u00dfig sind alle aktiv, mit der Taste <code class=\"\" data-line=\"\">s<\/code> kannst du sie abw\u00e4hlen. Nun navigiere mit Pfeiltasten hoch\/runter bzw. Bild durch die Liste. Mit der Leertaste l\u00e4sst sich ein Eintrag aktivieren. Bist du fertig, speichere mit <strong>b<\/strong>, best\u00e4tige mit <code class=\"\" data-line=\"\">[Enter] <\/code>und dr\u00fccke erneut <code class=\"\" data-line=\"\">[Enter]<\/code>, um zur\u00fcck zu gelangen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec3.avif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"529\" height=\"465\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec3.avif\" alt=\"\" class=\"wp-image-16141\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec3.avif 529w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec3-300x264.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec3-410x360.jpg 410w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec3-193x170.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 529px) 100vw, 529px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>In der Partitionsliste angekommen, wechselst du mit den Pfeiltasten nach links auf <em>Search<\/em> (Men\u00fcleiste unten) und dr\u00fcckst <code class=\"\" data-line=\"\">[Enter]<\/code>. Die Software m\u00f6chte wissen, ob es sich um ein unter GNU\/Linux g\u00e4ngige ext* Dateisystem handelt. Oder andere, wie etwa NTFS\/FAT von Windows. W\u00e4hle mit Pfeil hoch\/runter eine der Optionen, best\u00e4tige wieder mit <code class=\"\" data-line=\"\">[Enter]<\/code>.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt geht es um den Bereich, in dem das Programm nach Dateien suchen soll: Der erste Eintrag <em>Free<\/em> sucht ausschlie\u00dflich in Speicherbereichen, die als frei Markiert wurden. Das ist die korrekte Wahl, wenn du Dateien versehentlich gel\u00f6scht hast. Dann markiert sie das Dateisystem als &#8222;frei&#8220;, bis die Bereiche von neuen Inhalten \u00fcberschrieben werden. In meinem Szenario ist <em>Whole<\/em> die korrekte Wahl, um die gesamte Partition (bzw. das gesamte Laufwerk &#8211; je nach vorheriger Auswahl) zu scannen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec4.avif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"641\" height=\"153\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec4.avif\" alt=\"\" class=\"wp-image-16142\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec4.avif 641w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec4-300x72.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 641px) 100vw, 641px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Bevor es los geht, wird ein Ziel f\u00fcr erfolgreich gerettete Dateien ben\u00f6tigt. Dies muss au\u00dferhalb des Quell-Laufwerks liegen! Ansonsten \u00fcberschreibt ihr euch ggf. noch wiederherstellbare Inhalte. Eine verwirrende Besonderheit an dieser Stelle: Es gen\u00fcgt nicht, den Ordner mit Pfeil hoch\/runter zu markieren. Sondern ihr m\u00fcsst hinein navigieren (Pfeil rechts). Erst dann steht der komplette Pfad oben bei <em>Directory<\/em>, sodass mit <strong>C<\/strong> best\u00e4tigt werden kann.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec5.avif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"757\" height=\"424\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec5.avif\" alt=\"\" class=\"wp-image-16143\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec5.avif 757w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec5-300x168.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec5-640x358.jpg 640w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec5-304x170.jpg 304w\" sizes=\"auto, (max-width: 757px) 100vw, 757px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Damit ist alles vorbereitet: PhotoRec beginnt, die gew\u00e4hlte Partition bzw. das Laufwerk nach wiederherstellbaren Dateien zu durchsuchen. Je nach Gr\u00f6\u00dfe und Filter kann dies einige Zeit dauern. Selbst mit nur zwei Filtern waren auf einer 500 GB gro\u00dfen SSD ungef\u00e4hr 7 Stunden n\u00f6tig. Im unteren Bereich seht ihr in Echtzeit, wie viele Dateien pro Typ bereits gerettet werden k\u00f6nnen. Generische Formate wie txt liefern sehr viele Ergebnisse, weil diese auch in Archivdateien (hier ISOs) gefunden werden.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec6.avif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"684\" height=\"510\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec6.avif\" alt=\"\" class=\"wp-image-16144\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec6.avif 684w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec6-300x224.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec6-483x360.jpg 483w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/photorec6-228x170.jpg 228w\" sizes=\"auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Textbasierte Dateien in den wiederhergestellten Dateien wieder finden<\/h2>\n<p>Die Suche nach bestimmten Dateien wie <code class=\"\" data-line=\"\">ventoy.json<\/code> brachte keine Ergebnisse. Das lag jedoch nicht an einer fehlgeschlagenen Wiederherstellung. Stattdessen setzt PhotoRec f\u00fcr jegliche textbasierte Dateien die Endung <code class=\"\" data-line=\"\">.txt<\/code>, auch wenn diese im Original eine andere Erweiterung nutzten. Im Filter gibt es daf\u00fcr eine Sammelposition. Was auf den ersten Blick verwirrt, ist auf den zweiten logisch: Die Software sucht bin\u00e4r nach Mustern von textbasierten Dateien. Diese sind auf dieser Ebene nicht weiter unterscheidbar, weil sie alle textbasiert sind.<\/p>\n<p>Um sie zu finden, muss daher nach Fragmenten aus dem Inhalt gesucht werden. Im Beispiel von Ventoy ist das <code class=\"\" data-line=\"\">VTOY_<\/code> als Pr\u00e4fix f\u00fcr diverse Variablen wie z.B. <code class=\"\" data-line=\"\">VTOY_DEFAULT_MENU_MODE<\/code> oder <code class=\"\" data-line=\"\">VTOY_WIN11_BYPASS_CHECK<\/code>. Im Falle der Autounattend.xml zur automatischen Installation der Windows Testsysteme meiner Videos kommt <code class=\"\" data-line=\"\">HideOEMRegistrationScreen<\/code> in allen Dateien vor.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gen\u00fcgt <code class=\"\" data-line=\"\">grep<\/code> als Boardmittel:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">\ue0b1\u00a0linux-workspace\u00a0\ue0b1\u00a0ssd-restore $ grep -ir &quot;VTOY_&quot; .\n.\/recup_dir.1158\/f398359552.txt:        { &quot;VTOY_DEFAULT_MENU_MODE&quot;: &quot;1&quot; }\n.\/recup_dir.1113\/f182395136.txt:        { &quot;VTOY_DEFAULT_MENU_MODE&quot;: &quot;1&quot; },\n.\/recup_dir.1113\/f182395136.txt:        { &quot;VTOY_WIN11_BYPASS_CHECK&quot;: &quot;0&quot; },\n[...]<\/code><\/pre>\n<p>Schneller funktioniert es mit <code class=\"\" data-line=\"\">ripgrep<\/code> (<code class=\"\" data-line=\"\">rg<\/code>)<sup data-fn=\"d3a447d4-3a1e-4432-857b-40979c368769\" class=\"fn\"><a href=\"#d3a447d4-3a1e-4432-857b-40979c368769\" id=\"d3a447d4-3a1e-4432-857b-40979c368769-link\">2<\/a><\/sup>, weil es z.B. bin\u00e4re Dateien \u00fcberspringt. Unabh\u00e4ngig davon welches der beiden ihr einsetzt, denkt an eines: PhotoRec hat alle lesbaren Dateien auf dem Laufwerk wiederhergestellt. Darunter k\u00f6nnen sich also auch \u00e4ltere Versionen befinden, die etwa gel\u00f6scht worden sind. Das war bei mir der Fall &#8211; etwa Sicherungskopien bei Tests. Ich habe daher alle Funde in einen Ordner kopiert. Anhand der Dateigr\u00f6\u00dfe lie\u00dfen sich offensichtliche Fehltreffer aussortieren. Beim Rest schaffte <code class=\"\" data-line=\"\">colordiff<\/code> durch Zeilenweise vergleichen Klarheit. Im folgenden Beispiel ist die erste Datei aktueller als die Zweite.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ventoy-restore-colordiff.avif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"580\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ventoy-restore-colordiff-1024x580.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16153\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ventoy-restore-colordiff-1024x580.jpg 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ventoy-restore-colordiff-300x170.jpg 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ventoy-restore-colordiff-768x435.jpg 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ventoy-restore-colordiff-636x360.jpg 636w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ventoy-restore-colordiff.avif 1054w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Bei den Autounattend.xml wird es komplexer. Wie man am obigen Ausschnitt sieht, habe ich f\u00fcr die Videos verschiedene angelegt: Vollautomatisierung, Teilautomatisierung bis in die OOBE und eine f\u00fcr die von MS abgewertete Home-Lizenz. Es kostet etwas M\u00fche und man sollte &#8211; zumindest bei textbasierten Dateien &#8211; deren Inhalt einigerma\u00dfen kennen, um hier die korrekten zu finden.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n<p>Das erstmals 2002 erschienene PhotoRec entwickelte sich schnell zu einem universellen Werkzeug, um Dateien zu retten. Sowohl beim versehentlichen L\u00f6schen, als auch fehlerhaften Dateisystemen kann es oft viele bis alle Inhalte retten. Die Dateinamen gehen dabei verloren, teils zudem die Erweiterung. Das mag je nach Szenario mehr oder weniger Problematisch sein. Daf\u00fcr liefert die freie Software hervorragende Ergebnisse beim Retten der Inhalte, wo Standard-Werkzeuge komplett versagen. Im Zweifel ist das am Wichtigsten. Insbesondere, wenn keine Sicherung vorliegt. <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/sichere-sicherungen-mit-borg\/\" data-type=\"post\" data-id=\"13408\">Was ihr nat\u00fcrlich trotz allem tun solltet<\/a>.<\/p>\n<p>Denn: PhotoRec leistet in diesen Umst\u00e4nden zwar hervorragendes. Doch eine planm\u00e4\u00dfige Wiederherstellung ist die bessere Wahl. Zumal PhotoRec keine Wunder vollbringen kann. Ist der Datentr\u00e4ger etwa derart besch\u00e4digt, dass er nicht einmal mehr erkannt wird, sind s\u00e4mtliche Daten verloren. Hier k\u00f6nnte h\u00f6chstens noch ein Datenrettungslabor helfen. Mit entsprechenden Kosten, die schnell im unteren 4-Stelligen Bereich liegen. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n<ol class=\"wp-block-footnotes\">\n<li id=\"79740a6b-703b-4ff7-bb2e-1a8898183139\"><a href=\"https:\/\/www.cgsecurity.org\/wiki\/TestDisk_Download\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.cgsecurity.org\/wiki\/TestDisk_Download<\/a> <a href=\"#79740a6b-703b-4ff7-bb2e-1a8898183139-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 1 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"d3a447d4-3a1e-4432-857b-40979c368769\"><a href=\"https:\/\/github.com\/BurntSushi\/ripgrep\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/github.com\/BurntSushi\/ripgrep<\/a> <a href=\"#d3a447d4-3a1e-4432-857b-40979c368769-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 2 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Versehentlich eine Datei gel\u00f6scht? Oder das Dateisystem eines Laufwerks wurde besch\u00e4digt? Mit der freien Software PhotoRec l\u00e4sst sich in vielen F\u00e4llen zumindest ein Gro\u00dfteil der Inhalte wiederherstellen &#8211; teils sogar vollst\u00e4ndig. Dieser Beitrag zeigt, wie das schlanke Program genutzt werden kann. Und geht auf Aspekte ein, die du beachten musst, um weitere Sch\u00e4den zu verhindern. &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":16157,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"[{\"content\":\"<a href=\\\"https:\/\/www.cgsecurity.org\/wiki\/TestDisk_Download\\\">https:\/\/www.cgsecurity.org\/wiki\/TestDisk_Download<\/a>\",\"id\":\"79740a6b-703b-4ff7-bb2e-1a8898183139\"},{\"content\":\"<a href=\\\"https:\/\/github.com\/BurntSushi\/ripgrep\\\">https:\/\/github.com\/BurntSushi\/ripgrep<\/a>\",\"id\":\"d3a447d4-3a1e-4432-857b-40979c368769\"}]"},"categories":[78],"tags":[700],"class_list":["post-16129","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-software","tag-open-source"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16129"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16154,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16129\/revisions\/16154"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16157"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}