{"id":1877,"date":"2015-09-10T13:00:30","date_gmt":"2015-09-10T12:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/blog\/?p=1877"},"modified":"2015-09-10T14:00:58","modified_gmt":"2015-09-10T13:00:58","slug":"ipv4-und-ipv6-verstaendlich-erklaert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/ipv4-und-ipv6-verstaendlich-erklaert\/","title":{"rendered":"IPv4 und IPv6 verst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt"},"content":{"rendered":"<h3>Einf\u00fchrung in IPv4 und IPv6<\/h3>\n<p>IPv4 und IPv6 sind zwei Begriffe,\u00a0mit denen der durchschnittliche Internetnutzer eher\u00a0wenig anfangen kann &#8211; im besten Falle hat man sie irgendwo schon einmal geh\u00f6rt oder gelesen, aber kaum jemand kann sich etwas darunter vorstellen. Viele wissen daher auch nicht, dass sie f\u00fcr das Internet von essenzieller Bedeutung sind: Dank IPv4 kann der Leser diese Zeilen lesen. In diesem Artikel wird erkl\u00e4rt, was IPv4 bzw v6 ist und worin der Unterschied zwischen beiden besteht.<\/p>\n<h3>IP-Adressen &#8211; Die Grundlagen f\u00fcr internetbasierte Kommunikation<\/h3>\n<p>Wir sind es gewohnt, Internetadressen \u00fcber sogenannte <strong>Domains<\/strong> wie beispielsweise\u00a0U-Labs.de oder Google.de anzusprechen. Sie sind f\u00fcr einen Menschen leicht zu merken und daher bequem nutzbar. Von Computern lassen sich Zahlen maschinell aber aus diversen Gr\u00fcnden besser verarbeiten. Daf\u00fcr wird das <strong>I<\/strong>nternet-<strong>P<\/strong>rotokoll, kurz IP, genutzt. Dem Zielcomputer wird eine einzigartige IP-Adresse zugewiesen, unter dieser er erreichbar ist. Vergleichbar mit einer Postanschrift, die zum Wohnsitz einer bestimmten Person f\u00fchrt. Rufen wir beispielsweise die Seite\u00a0<strong>google.de<\/strong> auf, wird die Domain in eine IP-Adresse\u00a0<em>\u00fcbersetzt. <\/em>In diesem Fall\u00a0<strong>173.194.112.47.<\/strong>\u00a0Zu dieser IP wird eine Verbindung aufgebaut und die Startseite von Google angefordert. Die Antwort besteht aus der gew\u00fcnschten Seite, welche durch den Internetbrowser dargestellt wird. IPv4 steht somit f\u00fcr Internetprotokoll\u00a0in der Version 4 und IPv6 f\u00fcr Version 6. Um zu verstehen warum es zwei Versionen des Protokolles gibt, ist ein kleiner Ausflug in die Geschichte des Internets notwendig:<\/p>\n<p><strong>IPv4<\/strong>\u00a0entstand in den fr\u00fchen 1980er Jahren, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte. Computer waren\u00a0noch vergleichsweise teuer und daher wenig verbreitet. Eine IPv4-Adresse besteht aus 4 Bl\u00f6cken, die durch Punkte voneinander getrennt werden. Jeder Block kann\u00a0einen numerischen Wert im Bereich 0 &#8211; 255 annehmen. Insgesamt\u00a0deckt es damit\u00a0einen Adressraum von insgesamt maximal rund 4,3 Milliarden IP-Adressen ab. In Anbetracht der damals geringen Anzahl an Computern erschien dies eine sehr gro\u00dfe Anzahl, die niemals erreicht werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Mittlerweile sind Computer jedoch zu einem allt\u00e4glichen Gebrauchsgegenstand geworden. Aber auch andere Ger\u00e4te wie Smartphones oder Tablets befinden sich im Internet und m\u00fcssen mit IP-Adressen versorgt werden. Tendenz steigend, denn in modernen Haushalten kommen immer\u00a0mehr internetf\u00e4hige Ger\u00e4te dazu: K\u00fchlschr\u00e4nke, die via Internet Lebensmittel bestellen k\u00f6nnen oder Heizungsanlagen welche anhand des Wetterberichtes die Raumtemperatur anpassen sind nur einige\u00a0Beispiele.\u00a0Kurz: Die 4,3 Milliarden sind langsam aber sicher ausgesch\u00f6pft.<\/p>\n<p><strong>IPv6<\/strong> soll diese Probleme durch einen deutlich gr\u00f6\u00dferen Adressraum l\u00f6sen:\u00a0340 Sextillionen (2^128) einzigartige IP-Adressen sind m\u00f6glich. Damit k\u00f6nnten jedem Quadratzentimeter der Erde mehr als\u00a0665 Billiarden IP-Adressen zugewiesen werden &#8211; also mehr als genug, um f\u00fcr die gro\u00dfe Anzahl internetf\u00e4higer Ger\u00e4te im Smart-Home der Zukunft bestens ger\u00fcstet zu sein. Da IPv6 deutlich mehr Kombinationsm\u00f6glichkeiten bietet, sind die Adressen allerdings deutlich l\u00e4nger. Ein Beispiel:\u00a0<strong>2001:db8:85a3::8a2e:370:7344\u00a0<\/strong>Neben dem erweiterten Adressraum bringt IPv6 aber noch weitere \u00c4nderungen mit sich: Jedes Ger\u00e4t kann sich selbst eine einzigartige IP vergeben, ohne dass dies wie bisher \u00fcber einen zentralen DHCP-Server geschieht. Bei Heimanschl\u00fcssel ist dies f\u00fcr gew\u00f6hnlich der Router. Dar\u00fcber hinaus ist das Protokoll performanter und flexibler geworden sowie bietet f\u00fcr Mobilger\u00e4te eine permanente Verbindung. Verbindungsabbr\u00fcche die durch den Wechsel des Funkmasten entstehen sollen damit der Vergangenheit angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Allerdings hat IPv6 auch Nachteile, vor allem beim Datenschutz:\u00a0Durch die unvorstellbar gro\u00dfe Menge an Adressen kann jedes Ger\u00e4t eine einzigartige, dauerhafte IP-Adresse besitzen. Es gibt keinen technischen Grund, diese zu wechseln. Ein Nutzer k\u00f6nnte also alleine \u00fcber seine IP-Adresse dauerhaft von Internetseiten die er besucht identifiziert werden. Dieser Aspekt ist aber umstritten, da er auf der anderen Seite auch ein Vorteil sein kann. Beispielsweise bei Servern die f\u00fcr dauerhafte\u00a0Erreichbarkeit unter einer festen IP-Adresse ansprechbar\u00a0sein sollten. Derzeit wird dies noch mit Diensten wie DynDNS gel\u00f6st, die \u00c4nderungen der IP dem DNS-Dienst mitteilen, sodass die jeweilige Domain immer auf die derzeitige IP zeigt.<\/p>\n<h3>Verbreitung und Kompatibilit\u00e4t der beiden Protokolle<\/h3>\n<p>Aktuell (2015) spielt das neue IPv6 Protokoll noch kaum eine Rolle: Der Gro\u00dfteil aller\u00a0Internetseiten- und Dienste ist noch ausschlie\u00dflich \u00fcber IPv4 erreichbar. Ein paar gr\u00f6\u00dfere Konzerne wie Google oder Facebook bieten bereits IPv6 an, aber das war es auch schon. Ein Hauptgrund f\u00fcr die tr\u00e4ge Verbreitung liegt sicher in der nicht nahtlosen\u00a0Abw\u00e4rtskompabilit\u00e4t von IPv6 zu IPv4. Das hei\u00dft man kann IPv4-Dienste \u00fcber eine IPv6-Verbindung nicht ohne weiteres nutzen. Daf\u00fcr ist es n\u00f6tig, beide Protokolle parallel\u00a0zu betreiben. Dies wird als\u00a0<strong>Dual-Stack Technologie<\/strong>\u00a0bezeichnet. Unterst\u00fctzt der DSL-Anbieter noch kein IPv6, kann alternativ auf ein <strong>Tunnelprotokoll<\/strong> zur\u00fcckgegriffen werden.\u00a0Durch die Umwandlung leidet allerdings die Geschwindigkeit etwas.<\/p>\n<p>Betriebssysteme sind zwar schon seit Jahren IPv6-F\u00e4hig, genau wie die meisten Programme. Sogar Windows XP unterst\u00fctzt ab dem 2003 erschienenen\u00a0SP2 das neue Protokoll, nur um dies mal zeitlich einzuordnen. Allerdings trifft dies nicht unbedingt auf die eingesetzte Software zu. Dort sind m\u00f6glicherweise umfassendere \u00c4nderungen n\u00f6tig, wenn IPv6 bislang nicht eingeplant wurde.\u00a0Auch nicht alle Hardwarekomponenten unterst\u00fctzen zwingend das neue Protokoll, sodass hier f\u00fcr einen Wechsel m\u00f6glicherweise sogar Neuanschaffungen f\u00e4llig sind. F\u00fcr Privatpersonen kein gro\u00dfes Problem, in den meisten F\u00e4llen m\u00fcssen dort \u00fcberhaupt keine \u00c4nderungen vorgenommen werden. Aber bei komplexen Infrastrukturen wie sie etwa in gr\u00f6\u00dferen Unternehmen zum Einsatz kommen kann ein solcher Wechsel recht aufw\u00e4ndig und teuer werden.<\/p>\n<h3>Trichsen mit NAT &amp; co.<\/h3>\n<p>Es ist daher nicht\u00a0weiter verwunderlich, dass die Angst vor den Wechselkosten zu kreativen anderen Ideen gef\u00fchrt hat: Jeder herk\u00f6mmliche DSL-Anschluss verf\u00fcgt heutzutage \u00fcber einen Router, der mit dem DSL-Modem verbunden ist. Das Modem stellt die DSL-Verbindung her, die dank Adress\u00fcbersetzung (NAT) von allen angeschlossenen Netzwerkger\u00e4ten verwendet werden kann. Ein normaler Single-Haushalt mit je einem Computer, Smartphone und Tablet nutzt also 3 Ger\u00e4te mit einer einzigen IP-Adresse und spart somit 3 IPs. In Haushalten mit mehreren Personen ist die Ersparnis dementsprechend gr\u00f6\u00dfer. Im Mobilfunknetz erhalten nach au\u00dfen hin sogar mehrere Ger\u00e4te die gleiche IP-Adresse. Dies kann jedoch zu Probleme f\u00fchren, da etwa bei Straftaten der Verursacher nicht eindeutig festgestellt werden kann.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Allem zum Trotz werden wir auf Dauer um einen Wechsel von IPv6 nicht herumkommen.\u00a0Bis der Vorg\u00e4nger IPv4 endg\u00fcltig abgel\u00f6st wird, werden wir wohl noch eine ganze Weile lang einen Parallelbetrieb der beiden Protokolle erleben. Der normale Nutzer braucht sich darum aber keine ernsten Gedanken machen: Aktuellere\u00a0Ger\u00e4te sind bereits heute f\u00fcr IPv6 ger\u00fcstet. Im Idealfall wird er nicht mal etwas mitbekommen, wenn sein DSL-Anbieter die Umstellung vorgenommen hat. Interessierte k\u00f6nnen einen <a href=\"http:\/\/www.wieistmeineip.de\/ipv6-test\/\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">Test durchf\u00fchren<\/a>\u00a0um festzustellen, ob sie m\u00f6glicherweise bereits IPv6 verwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einf\u00fchrung in IPv4 und IPv6 IPv4 und IPv6 sind zwei Begriffe,\u00a0mit denen der durchschnittliche Internetnutzer eher\u00a0wenig anfangen kann &#8211; im besten Falle hat man sie irgendwo schon einmal geh\u00f6rt oder gelesen, aber kaum jemand kann sich etwas darunter vorstellen. 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