{"id":3141,"date":"2015-10-01T13:59:20","date_gmt":"2015-10-01T12:59:20","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/?p=3141"},"modified":"2024-12-30T23:38:37","modified_gmt":"2024-12-30T21:38:37","slug":"edward-snowden-ist-auf-twitter-und-folgt-der-nsa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/edward-snowden-ist-auf-twitter-und-folgt-der-nsa\/","title":{"rendered":"Edward Snowden ist auf Twitter und folgt der NSA"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem Abend des vorgestrigen Dienstags (29.09.2015) ist der bekannte Whistleblower Edward Snowden auf der Mikroblogging-Plattform <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Snowden\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Twitter<\/a> vertreten. Das gleichnamige <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Snowden\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Twitter-Konto<\/a> ist zweifelsfrei echt: Es wurde von Twitter <a href=\"https:\/\/support.twitter.com\/articles\/313322\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">verifiziert<\/a>. Auf seinen ersten Post <strong>Can you hear me now?<\/strong> antwortete sogar Jack Dorsey, der Mitgr\u00fcnder von Twitter,\u00a0mit einem kurzen aber pr\u00e4gnanten\u00a0<strong>Yes<\/strong>.<\/p>\n<p>Bereits in den ersten Stunden folgten hunderttausende Menschen seinen Posts. Zum Zeitpunkt der Publizierung dieses Artikels hat Snowden schon rund 1,2 Millionen Follower. Er selbst folgt bislang ausschlie\u00dflich dem Twitter-Account der <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NSAGov\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">NSA<\/a> &#8211; Nicht nur wegen des durch ihn bekannten \u00dcberwachungs- und Spionageskandales steckt dahinter eine gewisse Ironie: Die NSA ist mit lediglich 113.000 Followern offensichtlich weit weniger beliebt als Snowden, der bereits nach knapp 2 Tagen die Grenze von einer Million geknackt hat.<\/p>\n<h4><strong>Snowden wendet sich direkt an die \u00d6ffentlichkeit<\/strong><\/h4>\n<p>Dieses Ereignis ist gleich doppelt interessant, denn: Bisher gab es keine direkte Schnittstelle zwischen Snowden und der Bev\u00f6lkerung. Stattdessen wandte er sich bislang immer \u00fcber Umwege an die \u00d6ffentlichkeit &#8211; Beispielsweise in Form von Interviews, die mit Journalisten gef\u00fchrt wurden.\u00a0Soziale Netzwerke wie Facebook lehnt Edward Snowden aus Gr\u00fcnden der Sicherheit und des Datenschutzes verst\u00e4ndlicherweise ab.\u00a0Aber auch sicherere, alternative Kommunikationswege wie etwa ein Blog\u00a0suchte man bislang vergebens.\u00a0Nun existiert durch\u00a0Twitter ein direkter Kommunikationskanal mit der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<h4><strong>George Pataki fordert rauswurf von Twitter<\/strong><\/h4>\n<p>Man darf gespannt sein, wie dieser zuk\u00fcnftig genutzt wird. Mit\u00a0George Pataki hat sich jedoch schon der erste Kritiker gefunden: Der republikanische Pr\u00e4sidentschaftskandidat fordert Twitter-Chef\u00a0Jack Dorsey dazu auf, das Konto von Snowden zu deaktivieren. Noch absurder ist seine Begr\u00fcndung dazu. Bereits als Antwort auf Snowdens\u00a0<strong>Can you hear me<\/strong> Post schrieb er, dass Snowden ein Verr\u00e4ter sei und er am 11. September echten Mut gesehen hat.<\/p>\n<p>Twitter sei eine &#8222;gro\u00dfartige amerikanische Firma, die Terroristen und Verr\u00e4tern keine Plattform bieten sollte&#8220;. Snowden als Terroristen zu betiteln ist gelinde gesagt grotesk. Und wer ihn als Verr\u00e4ter betrachtet, ist de Facto kein Bef\u00fcrworter von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Das scheint zumindest die Mehrheit jedoch selbst zu erkennen: Patakis Twitter-Posts sto\u00dfen nur bei wenigen Einzelnen auf Zustimmung. Viele stempeln ihn schlicht als das was er ist ab, n\u00e4mlich Unsinn. Andere \u00e4rgern sich\u00a0\u00fcber seinen Aufruf zur Zensur, die nicht den amerikanischen Idealen und Werten entspr\u00e4che.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise aber geht es Pataki\u00a0gar nicht wirklich um Snowden, daf\u00fcr aber um etwas ganz anderes:\u00a0Durch seine absurde Aussage landete er nicht nur in den USA in s\u00e4mtlichen gro\u00dfen Medien wie CNN oder Fox. Auch im Ausland wird dar\u00fcber berichtet &#8211; beispielsweise vom britischen Guardian oder dem deutschen Spiegel. Hinsichtlich der Pr\u00e4sidentschaft sieht es n\u00e4mlich gar nicht gut aus: Pataki erreicht in Umfragen landesweit nicht mal ein Prozent der Stimmen und ist damit von jeglicher Chance weit entfernt.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re also nicht verwunderlich, wenn er durch diese kontroverse Aussage schlicht seine Bekanntheit steigern m\u00f6chte. Ob er sich mit dem Inhalt seiner Worte viele W\u00e4hlerstimmen sichern k\u00f6nnen wird, darf allerdings stark angezweifelt werden. Allerdings ist es auch unwahrscheinlich, dass Twitter seinen Wunsch erf\u00fcllt. Schlie\u00dflich hat die Plattform Snowdens Account verifiziert und ihn Willkommen gehei\u00dfen.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Abend des vorgestrigen Dienstags (29.09.2015) ist der bekannte Whistleblower Edward Snowden auf der Mikroblogging-Plattform Twitter vertreten. Das gleichnamige Twitter-Konto ist zweifelsfrei echt: Es wurde von Twitter verifiziert. Auf seinen ersten Post Can you hear me now? antwortete sogar Jack Dorsey, der Mitgr\u00fcnder von Twitter,\u00a0mit einem kurzen aber pr\u00e4gnanten\u00a0Yes. 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