{"id":3163,"date":"2015-10-13T16:17:13","date_gmt":"2015-10-13T15:17:13","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/?p=3163"},"modified":"2015-10-21T16:08:30","modified_gmt":"2015-10-21T15:08:30","slug":"bild-de-werbeblocker-muessen-draussen-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/bild-de-werbeblocker-muessen-draussen-bleiben\/","title":{"rendered":"Bild.de: Werbeblocker m\u00fcssen drau\u00dfen bleiben"},"content":{"rendered":"<p>Viele <a href=\"http:\/\/bild.de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Bild.de<\/a> Besucher d\u00fcrften nicht schlecht gestaunt haben: Seit heute Morgen werden Nutzer von sogenannten <strong>Werbeblockern<\/strong> komplett vom Online-Angebot der BILD-Zeitung ausgeschlossen. Statt Klatsch und Tratsch erhalten sie nur den oben zu sehenden Hinweis, dass Bild.de nicht mehr mit aktiviertem AdBlocker besucht werden kann.<\/p>\n<p>Darunter werden dem Besucher zwei M\u00f6glichkeiten aufgezeigt, dieses\u00a0<em>Problem<\/em> zu l\u00f6sen:\u00a0Eine Ausnahmeregel sorgt daf\u00fcr, dass die Werbung auf dieser Seite zuk\u00fcnftig angezeigt wird. Alternativ kann man aber auch 2,99 Euro pro Monat f\u00fcr das\u00a0<strong>BILDsmart-Abo<\/strong> bezahlen. Damit soll\u00a0der Nutzer laut BILD bis zu 90 Prozent weniger Werbung erhalten.<\/p>\n<p>Bei Bild selbst spricht man im Zuge dieser Neuerung von einer Testphase. Dementsprechend sollen in den n\u00e4chsten Wochen weitere Ma\u00dfnahmen ausprobiert werden. Darunter auch eine &#8222;Adblocker-Wall&#8220;. Sie soll Nutzern von Werbeblockern an unterschiedlichen Stellen auf das kostenpflichtige Bezahl-Abo der Zeitung hinweisen.<\/p>\n<p>Eine Reaktion der bekannten Werbeblocker ist zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht festzustellen. Traditionell ziehen diese jedoch meist bereits nach kurzer Zeit nach, und trichsen entsprechende Sperren aus.<\/p>\n<h4><strong>Radikales Vorgehen gegen Werbeblocker<\/strong><\/h4>\n<p>Werbeblocker werden nicht erst seit gestern als Problem gesehen: Einige Internetseiten weisen mittlerweile auf die Verwendung von Adblockern hin. Im Jahr 2013 haben sich neben Spiegel Online weitere gro\u00dfe Medien zu einer Kampanage zusammengetan, die Nutzer zur Abschaltung ihrer Block-Software bewegen soll.<\/p>\n<p>Neu ist allerdings, dass\u00a0eine derart h\u00e4ufig besuchte Seite wie BILD die Nutzer von Werbeblockern komplett aussperrt. Je nach Zielgruppe nutzen 10 bis 40 Prozent Programme, um Internetwerbung zu blockieren. Abh\u00e4ngig vom Verhalten der Nutzer kann eine Internetseite durch so eine radikale Ma\u00dfnahme einen empfindlichen Teil ihrer Besucher verlieren.<\/p>\n<h4><strong>Konflikt Werbung vs. Werbeblocker<\/strong><\/h4>\n<p>Hintergrund der Aktion ist ein seit Jahren bestehender Konflikt: Viele Nutzer wollen keine Werbung im Internet sehen. Sie setzen daher\u00a0<strong>Werbeblocker<\/strong>, auch\u00a0<strong>Adblocker<\/strong> genannt, ein. Das sind kleine Browser-Erweiterungen, die Werbung erkennen und vor der Anzeige am Bildschirm entfernen.\u00a0<span style=\"line-height: 1.5;\">Viele Internet-Angebote finanzieren sich jedoch zu einem erheblichen Teil oder sogar vollst\u00e4ndig durch Werbeeinblendungen &#8211; Ihre Einnahmen\u00a0sinken durch die Nutzung von Werbeblockern.<\/span><\/p>\n<p>Dabei freuen sich Werbeblocker ungehinderter Beliebtheit: Wie wir bereits im <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/voraussichtlich-41-milliarden-dollar-verluste-durch-werbeblocker\/\">August diesen Jahres berichteten<\/a>, hat sich die Zahl der Nutzer alleine im Zeitraum von 2013 auf 2014 fast verdoppelt.<\/p>\n<h4><strong>Es bleibt spannend<\/strong><\/h4>\n<p>Die BILD-Zeitung ist h\u00f6chst umstritten &#8211; Zu recht, wenn man sich deren Inhalte anschaut, die laut eigenen Aussagen &#8222;Erstklassiger Journalismus&#8220; darstellen sollen. Unabh\u00e4ngig davon was man von dem Blatt halten mag: Im Hinblick\u00a0der Werbeblocker-Thematik d\u00fcrfte diese Entwicklung spannend zu beobachten sein. Denn die Problematik der steigenden Adblock-Nutzung betrifft viele\u00a0Plattformen im Internet. Egal ob Spiegel Online, Golem, Die Welt, oder auch U-Labs: All diese Seiten werden zu einem erheblichen Teil oder sogar vollst\u00e4ndig durch Werbeeinnahmen finanziert.<\/p>\n<p>Beim derzeitigen Trend d\u00fcrfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Rechnung nicht mehr aufgeht. Im Gro\u00dfen und Ganzen gibt es ja nur zwei Alternativen: Entweder wird das fehlende Geld durch anderweitige Einnahmen ausgeglichen &#8211; Das k\u00f6nnen kostenpflichtige Abos aber auch Spenden sein. Auf der anderen Seite k\u00f6nnen theoretisch die Werbeblocker ausgesperrt werden. Dadurch schalten sicher einige ihren Werbeblocker ab. Die restlichen erzeugen zwar keine Einnahmen, allerdings senken sie die Kosten.<\/p>\n<p>BILD testet derzeit die letztere Methode. In den n\u00e4chsten Wochen wird sich zeigen, ob sie sich bew\u00e4hrt. Oder auch nicht, und als Alternative etwas ganz anderes ausprobiert wird.\u00a0Denn in einem Punkt hat sie Recht: Hochwertiger Journalismus kostet Geld, und muss auch in digitaler Form verg\u00fctet werden &#8211; ob die BILD-Zeitung diesem Anspruch gerecht wird, ist wiederum ein anderes Thema.<\/p>\n<h4><strong>Aktualisierung vom\u00a021.10.2015: BILD mahnt Filterregeln zur Umgehung der Sperre ab<\/strong><\/h4>\n<p>Wie gestern am sp\u00e4ten Nachmittag bekannt wurde, geht die BILD-Zeitung noch einen Schritt weiter: Anleitungen zur Umgehung der Sperre ohne den Werbeblocker zu deaktivieren, werden vom Axel-Springer-Verlag nun mit juristischen Mitteln abgemahnt. Bekannt wurde dies durch einen YouTube-Nutzer. Er ver\u00f6ffentlichte ein Video, in dem er die Umgehung der Sperre mit bestimmten AdBlock Plus Filterregeln erkl\u00e4rte.\u00a0Der Verlag geht in diesem Falle von 50.000 Euro Gegenstandswert aus. Die im Auftrag der BILD-Zeitung t\u00e4tige Anwaltskanzlei verlangt neben einer Unterlassungserkl\u00e4rung auch Anwaltskosten in H\u00f6he von knapp 1.800 Euro.<\/p>\n<p>Die Nutzung der dort gezeigten Filterbefehle w\u00fcrden nach Ansicht der Anw\u00e4lte eine wirksame technische Ma\u00dfnahme darstellen, und somit gem\u00e4\u00df Paragraf 95a des Urheberrechtsgesetzes eine Urheberrechtsverletzung darstellen. Das w\u00fcrde die Verbreitung der Befehle ebenfalls mit einschlie\u00dfen. Rechtlich scheint diese Argumentation durchaus fraglich &#8211; So ist besagter Paragraph eigentlich f\u00fcr den Kopierschutz von optischen Medien wie DVDs vorgesehen. It-Rechtsexperten bezweifeln, dass diese Sichtweise vor Gericht bestand h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Auf Nachfrage best\u00e4tigte\u00a0BILD die Abmahnung und erkl\u00e4rte, man wolle gegen &#8222;alle&#8220; vorgehen, welche die Anti-Adblocker-Initiative auf derartig unlauteren Wegen umgehen zu versuchen. Au\u00dferdem soll es durch die Sperre von AdBlock-Nutzern zu keinem massiven Einbruch der Besucher gekommen sein. Stattdessen w\u00e4ren nur leichte Schwankungen festzustellen, da viele Besucher ihre AdBlocker abschalten w\u00fcrden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Bild.de Besucher d\u00fcrften nicht schlecht gestaunt haben: Seit heute Morgen werden Nutzer von sogenannten Werbeblockern komplett vom Online-Angebot der BILD-Zeitung ausgeschlossen. Statt Klatsch und Tratsch erhalten sie nur den oben zu sehenden Hinweis, dass Bild.de nicht mehr mit aktiviertem AdBlocker besucht werden kann. 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