{"id":4189,"date":"2016-07-13T17:52:59","date_gmt":"2016-07-13T16:52:59","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=4189"},"modified":"2024-12-30T23:37:15","modified_gmt":"2024-12-30T21:37:15","slug":"toedlicher-unfall-mit-teslas-autopiloten-was-bisher-geschah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/toedlicher-unfall-mit-teslas-autopiloten-was-bisher-geschah\/","title":{"rendered":"T\u00f6dlicher Unfall mit Teslas Autopiloten: Was bisher geschah"},"content":{"rendered":"<p>Tesla genie\u00dft einen sehr guten Ruf: Der US-Amerikanische Autobauer ist weltweit als innovativster Autobauer bekannt. Neben Elektroautos ist das Unternehmen vor allem f\u00fcr weitgehende Unterst\u00fctzungssysteme bekannt, die sich stark in Richtung selbstfahrendes Auto orientieren. Ende 2015 wurde mithilfe einer Software-Aktualisierung f\u00fcr den Tesla S beispielsweise ein Autopilot vorgestellt, der auf Autobahnen\u00a0ohne Zutun des Nutzers f\u00e4hrt. In den letzten Wochen macht\u00a0eben jenes Modell jedoch mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Wir erkl\u00e4ren, was geschehen ist.<\/p>\n<h3><strong>Der erste t\u00f6dliche Unfall<\/strong><\/h3>\n<p>Alles begann im Mai 2016 mit einem t\u00f6dlichen Unfall: Der Fahrer eines Tesla S war auf der Autobahn unterwegs, und nutzt das Autopiloten-Assistenzsystem. Einen querenden Lastwagenfahrer hatte es als hochh\u00e4ngendes Stra\u00dfenschild erkannt. Statt zu bremsen fuhr\u00a0das Auto weiter, sodass die Unterkante des Anh\u00e4ngers die Windschutzscheibe des Wagens traf. Als Folge wurde der obere Teil des Fahrgastraumes inklusive Windschutzscheibe abgerissen. Offenbar konnte auch der Fahrer nicht mehr rechtzeitig reagieren, der bei diesem Unfall get\u00f6tet wurde. Die genaue Ursache ist bislang ungekl\u00e4rt. Es wird davon ausgegangen, dass der Autopilot die wei\u00df gestrichene Seite des LKWs beim hellen Tageslicht nicht von dem Schild bzw. der Stra\u00dfe unterscheiden konnte.<\/p>\n<p>Damit handelt es sich um den ersten durch Autopiloten verursachten t\u00f6dlichen Unfall nach rund 210 Millionen Kilometern. Damit schneidet der Tesla aber immer noch deutlich besser ab als die menschlichen Fahrer. Laut US-Statistiken \u00fcber alle Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten ist ein Todesfall pro 515 Millionen Kilometer zu verzeichnen. International wird alle 97 Millionen Kilometer ein Mensch get\u00f6tet. Der Autobauer bejahte die Frage nach der Existenz weiterer Unf\u00e4lle. Allerdings sollen diese weit weniger schwer sein, und keine Toten zu Folge gehabt haben.<\/p>\n<p>Genaue Zahlen oder Details \u00fcber die Art der Unf\u00e4lle sowie deren Sch\u00e4den wurden nicht ver\u00f6ffentlicht. Bisher ist auch noch nicht klar, an welchen Unf\u00e4llen der Hersteller tats\u00e4chlich Schuld tr\u00e4gt. In manchen F\u00e4llen ist beispielsweise aktuell noch gar nicht sicher, ob der Autopilot vor dem Unfall \u00fcberhaupt eingeschaltet war.\u00a0Daher ist bei Berichten \u00fcber vermutete weitere Unf\u00e4lle f\u00fcr die Tesla verantwortlich sein soll Vorsicht geboten.<\/p>\n<h3><strong>Autopilot\u00a0hei\u00dft nicht vollst\u00e4ndig autonom\u00a0<\/strong><\/h3>\n<p>Tesla weist ausdr\u00fccklich darauf hin, dass der Autopilot sich noch im Betastadium befindet. Damit wird unfertige Software gekennzeichnet. Diese enth\u00e4lt in der Regel zwar bereits alle wichtigen Funktionen. Allerdings fehlen h\u00e4ufig noch umfangreiche Tests, wodurch es vermehrt zu Fehlern kommen kann. Daher ist der Autopilot auch nicht standardm\u00e4\u00dfig aktiviert. Au\u00dferdem gibt es zus\u00e4tzliche Schutzma\u00dfnahmen. Beispielsweise muss der Fahrer trotz Autopilot das Lenkrad mit seinen H\u00e4nden festhalten, um in brenzligen Situationen schnell eingreifen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diesen Sicherheitshinweis missachten jedoch einige Kunden, teils sogar auf besonders fahrl\u00e4ssige Art und Weise. Im Internet sind zahlreiche Videos von Tesla-Fahrern zu finden, die w\u00e4hrend der Fahrt abgelehnt sind. Teilweise sa\u00df \u00fcberhaupt niemand auf dem Fahrersitz. Im Fehlerfall wird somit zwangsweise ein Unfall verursacht, da der Fahrer nicht rechtzeitig eingreifen kann. Genau daf\u00fcr sind die Fahrzeuge aber laut aktuellem Stand nicht gemacht.\u00a0Die st\u00e4ndige Kontrolle \u00fcber die Verkehrssituation sei unabdingbar, so der Hersteller.<\/p>\n<h3><strong>Unfertige Software\u00a0macht Beh\u00f6rden aufmerksam<\/strong><\/h3>\n<p>Durch die zunehmende Berichterstattung wurden auch verschiedene Beh\u00f6rden auf den Vorfall aufmerksam. Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) etwa \u00e4u\u00dferte sich, den Autopiloten nicht zu genehmigen, sofern mit der Bezeichnung\u00a0<em>Beta-Software<\/em> tats\u00e4chlich unfertige Computerprogramme gemeint sind. Im Rahmen einer Untersuchung wird dieser Umstand derzeit analysiert. Tesla dagegen rechtfertigt sich eben genau damit, dass sich ihr System noch in einer &#8222;\u00f6ffentlichen Beta-Phase&#8220; befindet. Je gr\u00f6\u00dfer die zur\u00fcckgelegte Fahrstrecke der Autos mit Autopilot, um so sicherer werden die Fahrzeuge.<\/p>\n<p>Trotz dieser Bedenken d\u00fcrfen auch Modelle mit Autopilot aktuell legal auf deutschen Stra\u00dfen gefahren werden. Der Hersteller hat eine Genehmigung der niederl\u00e4ndischen Zulassungsbeh\u00f6rde, die f\u00fcr ganz Europa gilt. Diese gilt in der gesamten EU. Autohersteller k\u00f6nnen sich aussuchen, in welchem EU-Land sie ihre Fahrzeuge zulassen m\u00f6chten.<\/p>\n<h3><strong>Sind Assistenzsysteme\/Autonome Autos unsicher?<\/strong><\/h3>\n<p>Auch wenn diese rei\u00dferische Frage von manchen Medien aufgrund des Unfalles gestellt wird: Nein, die Technik ist wegen eines einzelnen t\u00f6dlichen Unfalles definitiv nicht als unsicher einzustufen. Zwar ist es schade, dass Tesla generell eine recht intransparente Haltung \u00fcber Informationen zu Unf\u00e4llen hat. So wird kein Vertrauen gesch\u00fcrt. Dennoch hat die Technik das Potenzial, den Stra\u00dfenverkehr deutlich sicherer zu gestalten. Bislang ist dies n\u00e4mlich nicht der Fall wenn man sich vor Augen h\u00e4lt, dass alleine 2011 in den USA \u00fcber 32.000 Verkehrstote zu beklagen sind.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind t\u00f6dliche Unf\u00e4lle per se tragisch, egal ob ein Mensch oder eine Maschine am Steuer sitzt. Wir m\u00fcssen uns aber vor Augen halten, dass Autos eines der unsichersten Verkehrsmittel sind. Wesentlich daf\u00fcr Verantwortlich sind die menschlichen Fahrer, die Fehler machen. Computer\u00a0schneiden hier deutlich besser ab.\u00a0<span style=\"line-height: 1.5;\">Wobei man hier auch bedenken muss, dass Assistenzsysteme in Richtung autonomes Fahren eine sehr neue Entwicklung sind. Gerade bei neuen Technologien ist mit Opfern zu rechnen.\u00a0Man denke nur zur\u00fcck an die Anf\u00e4nge des Autos. Es waren unz\u00e4hlige Todesopfer durch fehlende Sicherheitsfunktionen wie Airbags oder Sicherheitsgurte zu beklagen. Alleine der Sicherheitsgurt reduziert die Gefahr\u00a0t\u00f6dlichen Verletzungen um mindestens 50 Prozent, schwere Verletzungen werden\u00a0um 50 bis sogar 75 Prozent verringert.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie beim Fliegen sollte man daher nicht den Fehler machen, durch die hohe mediale Berichterstattung auf eine unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Gef\u00e4hrlichkeit zu schlie\u00dfen. Fliegen ist mit Abstand das sicherste Verkehrsmittel &#8211; Auch wenn umfangreiche Medienberichte \u00fcber jeden einzelnen Unfall sowie unser subjektives Gef\u00fchl uns gerne das Gegenteil glaubhaft machen wollen. Technik kann gut, aber nicht perfekt sein. Es w\u00e4re daher weder vern\u00fcnftig noch sinnvoll, bei selbstfahrenden Autos wegen eines Unfalles das gleiche zu denken. Stattdessen sollten wir die Technologie als Chance sehen, den im Vergleich ziemlich unsicheren Stra\u00dfenverkehr endlich sicherer zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tesla genie\u00dft einen sehr guten Ruf: Der US-Amerikanische Autobauer ist weltweit als innovativster Autobauer bekannt. Neben Elektroautos ist das Unternehmen vor allem f\u00fcr weitgehende Unterst\u00fctzungssysteme bekannt, die sich stark in Richtung selbstfahrendes Auto orientieren. Ende 2015 wurde mithilfe einer Software-Aktualisierung f\u00fcr den Tesla S beispielsweise ein Autopilot vorgestellt, der auf Autobahnen\u00a0ohne Zutun des Nutzers f\u00e4hrt. &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4190,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1110,5,1],"tags":[495,494,496],"class_list":["post-4189","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesellschaftliches","category-news","category-technik-news","tag-autonome-autos","tag-tesla","tag-unfall"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4189","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4189"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4189\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4220,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4189\/revisions\/4220"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4190"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4189"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4189"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4189"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}