{"id":5158,"date":"2017-02-27T13:55:00","date_gmt":"2017-02-27T11:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=5158"},"modified":"2022-05-31T11:51:12","modified_gmt":"2022-05-31T09:51:12","slug":"einstieg-lvm-logical-volume-manager-unter-linux","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/einstieg-lvm-logical-volume-manager-unter-linux\/","title":{"rendered":"Einstieg: LVM (Logical Volume Manager) unter Linux"},"content":{"rendered":"<p>Das K\u00fcrzel&nbsp;<strong>LVM<\/strong> ist insbesondere im Serverumfeld zu h\u00f6ren &#8211; Doch was steckt dahinter? Es steht f\u00fcr&nbsp;<strong>L<\/strong>ogical&nbsp;<strong>V<\/strong>olume&nbsp;<strong>M<\/strong>anager. Oder anders gesagt: Ein Verfahren, um Speicherplatz intern \u00fcber mehrere Festplatten zu verteilen. Und zwar m\u00f6glichst flexibel. Man kann mehrere Partitionen zu einer logischen Volumen-Gruppe (Volume Group) zusammenf\u00fchren. Darauf lassen sich wiederum neue logische Partitionen erstellen. Man kann sich den LVM als zus\u00e4tzliche Abstraktionsschicht zwischen den Partitionen und dem Dateisystem vorstellen.<\/p>\n<h2>Welche Vorteile bietet der LVM?<\/h2>\n<p>Kurz gesagt sind sie deutlich flexibler, als klassische Partitionen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Kapazit\u00e4t mehrere Festplatten kann zusammengefasst werden<\/li>\n<li>Es ist m\u00f6glich, die Gr\u00f6\u00dfe im laufenden Betrieb flexibel zu vergr\u00f6\u00dfern oder zu verkleinern<\/li>\n<li>Man verhindert pr\u00e4ventiv Probleme, welche durch falsche Partitionierung entstehen k\u00f6nnen<\/li>\n<li><em>Snapshots<\/em> speichern verschiedene Versionen von Dateien, wodurch die Datensicherung vereinfacht werden kann<\/li>\n<li>LVM selbst beeintr\u00e4chtigt die Systemleistung kaum, bietet daf\u00fcr einen gr\u00f6\u00dferen Datendurchsatz<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden ist der Einsatz vor allem in Servern interessant &#8211; sowohl im gesch\u00e4ftlichen als auch heimischen Umfeld.<\/p>\n<h2>Wichtige Begriffe<\/h2>\n<p>Nicht zu leugnen ist, dass LVM die Komplexit\u00e4t etwas erh\u00f6ht &#8211; vor allem zu Beginn. Um den \u00dcberblick zu behalten und Verwechslungen vorzubeugen, sollte man daher die folgenden vier Begriffe unterscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Physisches Volume (Physical Volume)<\/h3>\n<p>Der&nbsp;<em>echte<\/em> Datenspeicher, welcher dem LVM zugrunde liegt. Meist handelt es sich um eine physische Festplatte. Es kann aber auch eine Partition verwendet werden, die neben anderen auf einer physischen Festplatte befindet.<\/p>\n<h3>Volumen-Gruppe (Volume Group, kurz <em>VG<\/em>)<\/h3>\n<p>Eine Volumengruppe kann man sich als Container vorstellen, der wiederum mindestens ein physisches Volumen enth\u00e4lt. Um LVM verwenden zu k\u00f6nnen, ist mindestens eine Volumen-Gruppe notwendig.<\/p>\n<h3>Logisches Volume (Logical Volume, kurz <em>Volume<\/em> oder <em>LV<\/em>)<\/h3>\n<p>Hier handelt es sich um eine Art Partition, die auf einer Volumen-Gruppe erstellt wird. Sie verh\u00e4lt sich gegen\u00fcber dem Betriebssystemes wie eine&nbsp;<em>normale<\/em> Partition: Man kann darauf Dateisysteme erstellen und sie einh\u00e4ngen. Intern muss ihr aber keine einzelne Festplatte zugrunde liegen, wie bei klassischen Partitionen. Stattdessen kann die Volumen-Gruppe, auf der sie liegt, auch aus z.B. mehreren Festplatten bestehen.<\/p>\n<p>Alle drei Elemente k\u00f6nnen im laufenden Betrieb vergr\u00f6\u00dfert und verkleinert werden. Zumindest, sofern das darin liegende Dateisystem diese Skalierbarkeit auch unterst\u00fctzt.&nbsp;Die Vergr\u00f6\u00dferung im laufenden Zustand kann, mit Ausnahme von ReiserFS, von allen verbreiteten Linux-Dateisystemen durchgef\u00fchrt werden.&nbsp;Verkleinern ist dagegen ohne Aush\u00e4ngen bei keinem Dateisystem m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Grundlegende LVM-Befehle<\/h3>\n<p>Um den LVM unter Ubuntu\/Debian nutzen zu k\u00f6nnen, gen\u00fcgt die Installation des Paketes&nbsp;<strong>lvm2<\/strong> mittels<\/p>\n<pre class=\"brush: plain; title: ; notranslate\" title=\"\">apt-get install lvm2<\/pre>\n<p>Alle Befehle besitzen ein Pr\u00e4fix, das als Abk\u00fcrzung f\u00fcr die obigen drei Typen dient:<\/p>\n<p><strong>pv<\/strong>: Physikalische Volumen<\/p>\n<p><strong>vg<\/strong>: Volumen-Gruppen<\/p>\n<p><strong>lv<\/strong> = Logische Volumen<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus existiert die Namenskonvention, dass mit angeh\u00e4ngtem&nbsp;<strong>s<\/strong> alle verf\u00fcgbaren Elemente aufgelistet werden. Der Befehl&nbsp;<code class=\"\" data-line=\"\">pvs<\/code> listet daher beispielsweise alle physikalischen Volumen auf.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<td>Befehl<\/td>\n<td>Beschreibung<\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<pre class=\"brush: plain; title: ; notranslate\" title=\"\">pvcreate \/dev\/sdb1<\/pre>\n<\/td>\n<td>Erzeugt ein physisches Volumen auf der Partition\/Festplatte <strong>\/dev\/sdb1<\/strong>\n<strong>Achtung:<\/strong> Muss vorher ausgehangen werden. Alle Dateien werden dabei gel\u00f6scht!<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<pre class=\"brush: plain; title: ; notranslate\" title=\"\">vgcreate vhd1 \/dev\/sdb1<\/pre>\n<\/td>\n<td>Erzeugt eine neue Volumen-Gruppe namens <strong>vhd1<\/strong> auf dem physikalischen Volumen <strong>\/dev\/sdb1<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<pre class=\"brush: plain; title: ; notranslate\" title=\"\">vgdisplay<\/pre>\n<\/td>\n<td>&nbsp;Zeigt Infos \u00fcber Volumengruppen, physische Volumen (pvdisplay) oder logische Volumen (lvdisplay) an<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<pre class=\"brush: plain; title: ; notranslate\" title=\"\">lvcreate -n my-volume -L 30g my-group<\/pre>\n<\/td>\n<td>Erzeugt ein 30 GB gro\u00dfes Volumen namens <strong>my-volume<\/strong> auf der Volumen-Grouppe namens&nbsp;<strong>my-group<\/strong> (ermitteln \u00fcber vgdisplay)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<pre class=\"brush: plain; title: ; notranslate\" title=\"\">mkfs -t ext4 \/dev\/my-group\/my-volume<\/pre>\n<\/td>\n<td>Formatiert das im vorherigen Schritt erzeugte logische Volume mit dem EXT4-Dateisystem<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das K\u00fcrzel&nbsp;LVM ist insbesondere im Serverumfeld zu h\u00f6ren &#8211; Doch was steckt dahinter? 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