{"id":7633,"date":"2021-09-30T17:59:03","date_gmt":"2021-09-30T15:59:03","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=7633"},"modified":"2024-12-30T23:24:24","modified_gmt":"2024-12-30T21:24:24","slug":"die-bundestagswahl-aus-raspberry-pi-sicht-welche-partei-setzt-sich-fuer-die-werte-und-ziele-des-raspberry-pi-gruenders-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/die-bundestagswahl-aus-raspberry-pi-sicht-welche-partei-setzt-sich-fuer-die-werte-und-ziele-des-raspberry-pi-gruenders-ein\/","title":{"rendered":"Die Bundestagswahl aus Raspberry Pi Sicht: Welche Partei setzt sich f\u00fcr die Werte und Ziele des Raspberry Pi Gr\u00fcnders ein?"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr welche Werte und Ziele steht die Raspberry Pi Stiftung? Und wie stehen die gro\u00dfen Parteien in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2021 dazu? Darum soll es heute anl\u00e4sslich der Wahl gehen.<\/p>\n<p>Vorneweg: Es geht hier nicht darum, die Parteien ganzheitlich zu bewerten oder gar Parteiempfehlungen auszusprechen. Im Folgenden soll es um die Werte gehen, die der Sch\u00f6pfer des Pi vertritt und die er im Raspberry Pi auch umgesetzt hat. F\u00fcr viele von euch sind diese bestimmt auch wichtig und daher zwar nicht alleiniger, aber vermutlich zumindest ein nicht unwichtiges Kriterium f\u00fcr die Wahl einer Partei.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Ziele und Werte vertritt die Raspberry Pi Foundation?<\/h2>\n<p>Um die Werte und Ziele zu verstehen, schauen wir uns zun\u00e4chst an, warum der Pi \u00fcberhaupt erfunden wurde &#8211; Schlie\u00dflich m\u00f6chte ich hier nicht abstrakt von irgendwelchen Werten sprechen, ohne diese vorher zu definieren. Der Herr Eben <em>Upton <\/em>sorgte sich zu Beginn der Jahrtausendwende zusammen mit anderen Institutionsmitgliedern an der Cambridge-Universit\u00e4t in Gro\u00dfbritannien um Nachwuchs. Die Zahl der qualifizierten Studentenbewerber sank innerhalb von 5 Jahren um 50%. Ein Teil war zwar begabt, aber besa\u00df keinerlei praktische Erfahrung in der Programmierung.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach der Ursache stellten sie fest: Der Trend ging in Richtung geschlossene Systeme f\u00fcr einen bestimmten Zweck. An frei programmierbaren Computern, die bezahlbar sind, fehlt es dagegen. <em>Upton <\/em>und seine Mitstreiter wollten das Problem l\u00f6sen. Sie schufen einen kleinen Computer, der das Gegenteil einer Blackbox ist. Kinder sollen sich ohne k\u00fcnstliche Barrieren bis ins Detail damit auseinandersetzen k\u00f6nnen. So wollte man f\u00fcr mehr Bewerber einer lebendigen Universit\u00e4t sorgen. Daher wurde der Pi zusammen mit der Raspberry Pi Stiftung ins Leben gerufen.<\/p>\n<p>Die Entscheidung f\u00fcr freie Software war f\u00fcr den Gr\u00fcnder &#8222;sowohl aus praktischen wie aus philosophischen Gr\u00fcnden&#8220; schnell klar. Der oft liebevoll &#8222;Pi-Vater&#8220; genannte <em>Upton <\/em>ist zudem schon damals langj\u00e4hriger Anwender und Anh\u00e4nger freier Software gewesen.<\/p>\n<p>Die Schwerpunkte sind also:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Offene Systeme<\/li>\n<li>Den Open Source Gedanke bei der Hardware und Software<\/li>\n<li>Junge Menschen sollen Zugang zu offenen Computern haben und sowohl Umgang als auch Funktionsweise erlernen k\u00f6nnen<\/li>\n<li>Freiraum f\u00fcr Kreativit\u00e4t<\/li>\n<li>Prim\u00e4r Produzenten statt Konsumenten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wichtig zu verstehen ist, dass es <em>Upton <\/em>nicht darum geht, allen Sch\u00fclern nur irgendwelche Ger\u00e4te in die Hand zu dr\u00fccken. Im Gegenteil: 2013 stellt er fest, dass wir eine &#8222;Generation von Konsumenten statt Produzenten haben&#8220; und viele Hardware nur zum konsumieren ausgelegt ist. Als Beispiel nennt er Spielekonsolen, Tablets und Smartphones. Computer seien zwar schon besser, da diese programmierbar sind &#8211; aber dennoch nicht die am besten zug\u00e4ngliche Plattform. Ihm schweben eher Plattformen wie damals der Commodore 64 vor.<\/p>\n<p>Mit diesen Schwerpunkten schauen wir uns im folgenden die Wahlprogramme und damit Standpunkte der gro\u00dfen Parteien an. Zus\u00e4tzlich auch den Netzausbau. Dies ist zwar streng genommen kein direktes Ziel der Raspberry Pi Stiftung. Aber in der Praxis dennoch sehr wichtig: Ein komplettes Raspberry Pi OS mit Desktopumgebung ist derzeit bis zu 4GB gro\u00df. Um optimal lernen zu k\u00f6nnen und auch mal spontan etwas auszuprobieren, ist eine schnelle Internetverbindung hilfreich &#8211; und das ist in Deutschland leider auch im Jahre 2021 alles andere als selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Andere Themen und Standpunkte der Parteien werden bewusst nicht betrachtet &#8211; es soll hier in erster Linie um die Werte hinter der Raspberry Pi Stiftung und dessen Gr\u00fcnder gehen. Oder anders gesagt: Welche Deutsche Partei w\u00fcrde der Gr\u00fcnder wohl am ehesten w\u00e4hlen?<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So vertreten die gro\u00dfen Parteien die Werte und Ziele der Pi- Stiftung <\/h2>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">CDU\/CSU<\/h3>\n<p>Im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 hat sich die Union pl\u00f6tzlich zu quelloffener Software bekannt: Sie soll &#8222;wo immer m\u00f6glich&#8220; zum Einsatz kommen und man m\u00f6chte zunehmend offene Standards in Ausschreibungen ber\u00fccksichtigen. So hei\u00dft es im Wahlprogramm zum &#8222;Modernisierungsjahrzehnt des Staates&#8220;. Konkretere Angaben dazu gibt es aber nicht. Hier sei daran erinnert, dass die CDU in ihren 16 Jahren Regierungszeit sich nie f\u00fcr quelloffene Software oder den Zugang junger Menschen zu Computern eingesetzt hat. <\/p>\n<p>Lokal hat sie sogar das Gegenteil bewirkt. Paradebeispiel ist LiMux: 2013 wurde die IT der Stadt erfolgreich von Windows auf Linux umgezogen. Man versprach sich davon eine h\u00f6here Souver\u00e4nit\u00e4t sowie Kosteneinsparung. W\u00e4hrend diese Ziele erreicht werden konnten, wollte die Regierungsfraktion aus SPD und CDU Ende 2017 zur\u00fcck zu Microsoft wechseln. Weniger aus technischen, sondern vielmehr aus politischen Gr\u00fcnden. <\/p>\n<p>An Schulen m\u00f6chte die Partei Medienkompetenz in den Unterricht integrieren sowie den Sch\u00fclern ein &#8222;technisches und informatisches Grundverst\u00e4ndnis&#8220; vermitteln. Das kann man im Sinne der Raspberry Pi Stiftung verstehen. Ob das wirklich so ist oder am Ende die Kinder lediglich auf Microsoft, Apple &amp; co. geschult werden, l\u00e4sst das Programm offen.<\/p>\n<p>Bei der Digitalisierung fordert die CDU\/CSU mehr Tempo. Doch auch hier muss man sich die Frage stellen: Wie glaubw\u00fcrdig ist das von einer Partei, die 16 Jahre Zeit daf\u00fcr hatte und sich nicht darum gek\u00fcmmert hatte? Schlie\u00dflich war diese Partei die letzten 4 Wahlperioden in der Regierung. Die Ergebnisse sind eben so ern\u00fcchtern wie damals: Helmut Schmidt plante bereits <strong>1981 <\/strong>den bundesweiten Glasfaserausbau. Doch sein Nachfolger Helmut Kohl aus der CDU stoppte diese Pl\u00e4ne und baute lieber das Kabelfernsehen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach mindestens <strong>50Mbit <\/strong>f\u00fcr jeden Haushalt bis <strong>2018<\/strong>. Obwohl das deutlich weniger ist als Glasfaser erm\u00f6glichen w\u00fcrde, hat sie selbst das kl\u00e4glich verfehlt: Selbst <strong>2020 <\/strong>erreichen wir mit knapp <strong>25Mbit\/s<\/strong> nicht einmal die H\u00e4lfte. Damit schaffte es Deutschland gerade mal auf den letzten Platz der Top 25 Industrienationen.<\/p>\n<p>Wo die Partei dagegen wirklich Tempo gemacht hat, ist bei der \u00dcberwachung und dem Abbau von Freiheitsrechten zugunsten von Polizeibefugnissen. Aber das ist ein eigenes Thema.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">SDP<\/h3>\n<p>Die Sozialdemokraten m\u00f6chten jeden Sch\u00fcler mit einem kostenlosen Laptop oder Tablet ausstatten. Den Sch\u00fclern Hardware bereitzustellen ist eine gute Idee &#8211; vor allem mit Tablets entfernen wir uns aber deutlich von den Vorstellungen der Raspberry Pi Stiftung. Denn wir erinnern uns: Produzenten statt Konsumenten. Zwar spricht sich die Partei sowohl f\u00fcr Kompetenz im Bereich Medien als auch Informatik an Schulen aus. Eben so wie die Union verr\u00e4t sie aber keine Details, wie das konkret aussehen soll. Gerade im Bereich Informatik w\u00e4re es eine sinnvolle Idee, die Sch\u00fcler mit Pis auszustatten &#8211; zumindest zus\u00e4tzlich, es m\u00fcssen ja nicht die Hauptger\u00e4te f\u00fcr alle F\u00e4cher werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Infrastruktur gibt es hohe Ziele: Sie soll &#8222;Weltniveau&#8220; sein. Konkret wird nur die Geschwindigkeit von mindestens 1GB\/s genannt. Aber erst 2030 &#8211; und damit nach der \u00fcbern\u00e4chsten Bundestagswahl! Das ist ein sehr weitreichender Horizont, f\u00fcr den die Partei gleich zweimal wiedergew\u00e4hlt werden m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Beim Thema Open Source verh\u00e4lt sich die SPD widerspr\u00fcchlich: Man verhandle zwar mit Microsoft &#8211; also propriet\u00e4re Software. Parallel soll aber eine eigene Open-Source Cloudl\u00f6sung aufgebaut werden. Auch hier ein Blick in die Vergangenheit: Bereits 2001 forderte die SPD eine neue Netzpolitik mit Fokusierung auf quelloffener Software. Umgesetzt wurde davon bislang wenig &#8211; und das, obwohl die SPD seit 2005 an der Regierung zumindest mit der Union beteiligt war, Stichwort Gro\u00dfe Koalition. F\u00fcr die zuvor bei der CDU\/CSU aufgezeigten Probleme sind die Sozialdemokraten als <em>Junior-Partner<\/em> also ein gewisses St\u00fcck weit zumindest mitverantwortlich. <\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">AfD<\/h3>\n<p>Digitalisierung soll kein Selbstzweck sein, sondern sinnvoll &#8211; dies betont die sogenannte &#8222;Alternative f\u00fcr Deutschland&#8220; hinsichtlich des Bildungswesens. Das sollte eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein &#8211; eigentlich. Denn beim lesen manch anderer Parteiprogramme kann man den Eindruck gewinnen, es soll pauschal digitalisiert werden &#8211; ob es einen Mehrwert bringt oder nicht. Wie das konkret aussehen soll, sagt die Partei nicht. Sie widmet der Digitalisierung f\u00fcr Bildungszwecke nur einen kleinen Absatz. Darin hei\u00dft es, die Schulen ben\u00f6tigen eine moderne Ausstattung f\u00fcr Informatik und Berufsausbildung. Auch das wird nicht weiter erl\u00e4utert. Werden den Sch\u00fclern Informatik-Grundlagen beigebracht, eventuell sogar Programmieren? Oder lediglich eine Klickanleitung f\u00fcr Microsoft Word? Wir wissen es nicht, die Partei h\u00e4lt sich hier alles offen.<\/p>\n<p>Beim Thema Open Source ist die Position klarer: Hier fordert die AfD den bevorzugten Einsatz von quelloffener Software f\u00fcr die Verwaltung &#8211; gegebenenfalls als Eigenentwicklung. <strong>Server <\/strong>und <strong>Arbeitsplatzrechner <\/strong>werden explizit genannt. <\/p>\n<p>Was die Infrastruktur angeht, folgen knappe, aber von der Richtung her recht deutliche Aussagen. Die Partei sieht darin die Grundlage zum Ausbau der Digitalisierung und will dies daher f\u00f6rdern. Wie genau, l\u00e4sst die AfD offen. <\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">FDP<\/h3>\n<p>Verwaltung und Gesundheitssystem so schnell wie m\u00f6glich zu digitalisieren, steht bei der FDP ganz oben auf der Wunschliste. Generell m\u00f6chte sie im IT-Bereich mehr f\u00f6rdern und fl\u00e4chendeckend schnelle Internetzug\u00e4nge anbieten &#8211; und zwar auf Gigabit-Niveau. Daf\u00fcr sollen sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen &#8222;Gigabit-Gutscheine&#8220; erhalten, die einen Teil der Kosten \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Auch &#8222;K\u00fcnstliche Intelligenz&#8220; ist der Partei wichtig: Bis 2025 soll jedes Ministerium zehn konkrete Anwendungsf\u00e4lle suchen und umsetzen. Ob das zielf\u00fchrend ist? Es wirkt, als suche man passende Probleme zu einer vorliegenden L\u00f6sung &#8211; statt zun\u00e4chst die Probleme zu identifizieren und anschlie\u00dfend geeignete L\u00f6sungswege. In den Schulen soll KI sogar zur Analyse der Sch\u00fcler genutzt werden.<\/p>\n<p>Schulen sollen ein &#8222;Digitalpaket 2.0&#8220; erhalten. MINT-F\u00e4cher will die Partei eben so f\u00f6rdern wie experimentelles Lernen mit Fokus auf digitale Medien. Bei der \u00f6ffentlichen Verwaltung spricht sich die Partei daf\u00fcr aus, &#8222;st\u00e4rker als bislang&#8220; auf Open-Source zu setzen. Prim\u00e4res Ziel sei &#8222;die Abh\u00e4ngigkeit von einzelnen Anbietern propriet\u00e4rer Software zu verringern&#8220;. Wie sich dies konkret auf Sch\u00fcler auswirkt, l\u00e4sst das Wahlprogramm offen. Ein St\u00fcck weit ist dies wohl gewollt: Die Freien Demokraten m\u00f6chten den Schulen mehr Freiheiten geben und ihnen daf\u00fcr ein eigenes Budget zur Verf\u00fcgung stellen. Explizit wird dabei auch von Lernmitteln gesprochen. K\u00f6nnen Schulen sich so unkompliziert f\u00fcr Pis statt beispielsweise Tablets entscheiden? M\u00f6glicherweise, eine zentrale Vorgabe wird es von der FDP aber wohl nicht geben.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Linke<\/h3>\n<p>&#8222;Schnelles Internet f\u00fcr alle&#8220; lautet das Motto der Linken. Um das nachhaltig umzusetzen, soll das Internet &#8211; sowohl station\u00e4r als auch mobil &#8211; zur\u00fcck in \u00f6ffentliche Hand. Und die soll kr\u00e4ftig ausbauen: 10 Milliarden Euro pro Jahr sind alleine f\u00fcr den fl\u00e4chendeckenden Glasfaserausbau vorgesehen. Das ist eine konkrete Ansage, wie bisher noch bei keiner der anderen Parteien.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu anderen Parteien ist die Linke auch deutlich strikter, was die Forderung nach quelloffener Software angeht: In der \u00f6ffentlichen Hand will die Partei Open Source zur Pflicht machen. Andere Parteien sind hier deutlich zur\u00fcckhaltender und sprechen lediglich von &#8222;Ausbauen&#8220; oder &#8222;Erweitern&#8220;. Auch soll sich der Staat an bestehenden Projekten beteiligen, um transparente Software zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Sch\u00fcler sollen ebenfalls aus \u00f6ffentlichen Open Source Projekten bedient werden, lautet das Motto. Explizit wird auch <strong>Open Hardware<\/strong> erw\u00e4hnt. Lehrer m\u00fcssen die Technik selbst verstehen und nicht nur anwenden k\u00f6nnen. Und es wird auf das Ma\u00df hingewiesen. Also nicht digitalisieren nur damit digitalisiert ist, wie man es beispielsweise bei der FDP manchmal vermuten kann. <\/p>\n<p>Damit alle Kinder die gleichen Chancen haben, soll jeder eine Bildungsausstattung mit kostenlosem Laptop bekommen &#8211; Entsprechend der Philosophie der Partei mit einem freien Betriebssystem wie etwa Linux. Des Weiteren ist darin ein Drucker mit Verbrauchsmaterialien sowie Internetzugang und Administration enthalten. Damit geht die Linke deutlich weiter als die SPD. Bei den Sozialdemokraten m\u00fcssen sich Sch\u00fcler bzw. Eltern um das &#8222;Drum-herum&#8220; selbst k\u00fcmmern. Gerade in der Pandemie hat sich gezeigt, wie sozial schwache Kinder teils lediglich auf ihren Tablets oder Handys lernen k\u00f6nnen &#8211; manche sogar \u00fcber begrenzte mobile Daten.<\/p>\n<p>Ebenfalls einzigartig: Kommerzielle Softwarehersteller will die Linkspartei verpflichten, alle g\u00e4ngigen Betriebssysteme zu unterst\u00fctzen. Ein Programm nur auf z.B. Windows bereitzustellen, w\u00e4re damit nicht m\u00f6glich. Voraussichtlich m\u00fcsste es mindestens eine Version f\u00fcr Windows, Linux und MacOS geben. Eventuell sogar der Raspberry Pi? Und der Quellcode muss mitgeliefert werden &#8211; zum lernen eine tolle Sache. Man k\u00f6nnte das Programm auch weiter pflegen, wenn der Hersteller beispielsweise pleite geht oder es nicht mehr unterst\u00fctzt. Dies erinnert an fr\u00fchere Elektroger\u00e4te, bei denen \u00fcblicherweise s\u00e4mtliche Schaltpl\u00e4ne anbei lagen. Trotz des l\u00f6blichen Motivs stellt sich die Frage, ob gerade kleinere Softwareunternehmen diesen Aufwand stemmen k\u00f6nnen. Zumindest ohne Unterst\u00fctzung k\u00f6nnte das schwierig werden.<\/p>\n<p>Auf regionaler Ebene hat die Linke jedoch auch bereits gezeigt, dass sie zu Kompromissen bereit ist, wenn andere Parteien wie die SPD und Gr\u00fcne ebenfalls regieren: So hat sie sich etwa am Stellenabbau der Berliner Charit\u00e9 beteiligt &#8211; obwohl die Linkspartei gegen einen Stellenabbau im Gesundheitssystem ist. Allerdings bisher nur auf regionaler Ebene. Dies kann man der Partei zugute halten, vor allem mit Blick auf SPD und CDU\/CSU.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Gr\u00fcnen<\/h3>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz ist auch f\u00fcr die Gr\u00fcnen wichtig, damit haben sie die erste Gemeinsamkeit mit der FDP &#8211; wobei die Gr\u00fcnen dies weniger strikt auslegt und keine &#8222;KI-Quote&#8220; oder \u00e4hnliches fordert. Dabei wollen sie aber auf &#8222;Open Data&#8220; setzen: Daten aus dem Verkehr sollen beispielsweise anonymisiert allen zur Verf\u00fcgung gestellt werden. So k\u00f6nnen auch kleinere Unternehmen damit arbeiten. Bastler die diese Daten mit dem Raspberry Pi f\u00fcr eigene Projekte verwenden m\u00f6chten, profitieren von solchen offenen Datenpools ebenfalls. Das ist schon mal ein Pluspunkt f\u00fcr die Gr\u00fcnen.<\/p>\n<p>Quelloffene Software m\u00f6chte die Partei vor allem bei der Bildung f\u00f6rdern, ohne Details zu nennen. Schulen sollen modernisiert werden, um technisch mit anderen L\u00e4ndern mithalten zu k\u00f6nnen. Dabei legen die Gr\u00fcnen eben so wie die Linken Wert auf Datenschutz.<\/p>\n<p>Tablet oder Laptop sollen &#8222;selbstverst\u00e4ndliches Lernmittel&#8220; werden. &#8222;Zukunftskompetenzen&#8220; m\u00f6chte die Partei f\u00f6rdern, digital wie analog. MINT-Themen m\u00f6chte man f\u00f6rdern. Beim Glasfaserausbau wollen die Gr\u00fcnen pr\u00fcfen wo es hakt und Probleme beseitigen. Insgesamt sind die Gr\u00fcnen eher etwas zur\u00fcckhaltend und nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig konkret. Ansonsten gibt es in diesem Bereich einige Gemeinsamkeiten mit der Linkspartei, FDP und SPD &#8211; wobei die Linken ihre Pl\u00e4ne teils genauer beschreiben.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n<p>Alle gr\u00f6\u00dferen Parteien bekennen sich \u00fcberraschenderweise zumindest in Ans\u00e4tzen zu quelloffener Software &#8211; neuerdings sogar die Union. Dies gilt auch f\u00fcr schnellere Internetanschl\u00fcsse. Allerdings hat gerade die Union schon vor etlichen Jahren besseres Internet versprochen. Obwohl die Partei zusammen mit der SPD \u00fcber mehr als ein Jahrzehnt in der Regierung war, ist \u00fcber all die Jahre nur wenig passiert. Selbst magere Versprechen wurden nicht eingehalten.<\/p>\n<p>Die Ziele, Werte und Vorstellungen der Raspberry Pi Stiftung werden von keiner Partei komplett vertreten. Wenngleich bei vielen Parteien zumindest Ans\u00e4tze vorhanden sind. Am n\u00e4hesten kommt die Linke: Sie will jedem Sch\u00fcler einen Laptop mit quelloffener Software zur Verf\u00fcgung stellen. Offene Hardware wird bei ihr als einzige Partei im Wahlprogramm zumindest erw\u00e4hnt &#8211; damit ist es kein gro\u00dfer Schritt, jedem Sch\u00fcler einen Pi zu spendieren und den Kindern im Sinne seines Sch\u00f6pfers Programmieren auf einer freien Plattform beizubringen. Zumindest bei einigen anderen Parteien w\u00e4re \u00e4hnliches zumindest denkbar. Oder eben auch nicht. Hier sehen wir das Grundproblem vieler Wahlprogramme: Sie sind oft schwammig formuliert. Ein Thema wird angerissen, aber ohne konkrete Umsetzungsstrategie. Das ist durchaus im Interesse einer Partei &#8211; schlie\u00dflich kann man sie so nicht auf konkrete Wahlversprechen festnageln. F\u00fcr den W\u00e4hler wird es dadurch aber schwer kalkulierbar, ob eine Partei seine W\u00fcnsche umsetzt oder bestenfalls halbherzig.<\/p>\n<p>Den Wahlversprechungen nach m\u00fcssten wir zuk\u00fcnftig mehr Open Source, schnelleres Internet sowie bessere Schulen mit st\u00e4rkerem Fokus auf Informatik und Naturwissenschaften haben &#8211; denn das fordern im Kern alle Parteien, wenn auch in unterschiedlich starker Auspr\u00e4gung. <\/p>\n<p>Was denkst du: Wie wird sich Deutschland in dieser Hinsicht in den n\u00e4chsten 4 Jahren entwickeln? Bist du auch ein bef\u00fcrworter der Werte und Ziele, die der Raspberry Pi Stiftung wichtig sind? Schreibt es gerne in die Kommentare. Ich hoffe euch hat der kleine Ausflug in die Politik gefallen, im n\u00e4chsten Video werden wir uns wieder mit Hard- und Software des Raspberry Pi besch\u00e4ftigen. Bis dahin w\u00fcnsche ich euch viel Erfolg und vor allem Spa\u00df bei euren Projekten, tsch\u00fcss bis zum n\u00e4chsten mal.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen und weiterf\u00fchrende Informationen<\/h2>\n<p>https:\/\/www.raspberry-pi-geek.de\/ausgaben\/rpg\/2013\/05\/eben-upton-und-die-raspberry-pi-foundation\/\r\nhttps:\/\/www.wired.co.uk\/article\/eben-upton-raspberry-pi\r\nhttps:\/\/www.raspberrypi.org\/about\/<\/p>\n<p>https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Endgueltiges-Aus-fuer-LiMux-Muenchener-Stadtrat-setzt-den-Pinguin-vor-die-Tuer-3900439.html\r\nhttps:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/SPD-fuer-neue-Netzpolitik-und-Open-Source-54671.html\r\nhttps:\/\/www.golem.de\/news\/schulen-in-baden-wuerttemberg-open-source-statt-microsoft-cloud-gefordert-2104-155973.html<\/p>\n<p>https:\/\/online.fliphtml5.com\/kxyi\/eyjg\/#p=1\r\nhttps:\/\/www.spd.de\/fileadmin\/Dokumente\/Beschluesse\/Programm\/SPD-Zukunftsprogramm.pdf\r\nhttps:\/\/www.afd.de\/wp-content\/uploads\/sites\/111\/2021\/06\/20210611_AfD_Programm_2021.pdf\r\nhttps:\/\/www.fdp.de\/sites\/default\/files\/2021-06\/FDP_Programm_Bundestagswahl2021_1.pdf\r\nhttps:\/\/www.die-linke.de\/fileadmin\/download\/wahlen2021\/Wahlprogramm\/DIE_LINKE_Wahlprogramm_zur_Bundestagswahl_2021.pdf\r\nhttps:\/\/cms.gruene.de\/uploads\/documents\/Wahlprogramm-DIE-GRUENEN-Bundestagswahl-2021_barrierefrei.pdf<\/p>\n<p>https:\/\/roth-soft.de\/digitalisierung\/deutschland-ist-digitales-entwicklungsland\/\r\nhttps:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Merkel-verspricht-schnelles-Internet-bis-Ende-2018-3758595.html\r\nhttps:\/\/www.it-daily.net\/analysen\/16102-internet-geschwindigkeit-weltweit-deutschland-auf-platz-25\r\nhttps:\/\/de.statista.com\/infografik\/3553\/anteil-von-glasfaseranschluessen-in-ausgewaehlten-laendern\/\r\nhttps:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/markus-beckedahl-ueber-digital-bilanz-von-angela-merkel-richtig-ahnung-hat-nur-die-dritte-reihe-a-f253ec4b-e523-4c1a-8fc4-81dccb9c0aa9\r\nhttps:\/\/netzpolitik.org\/2018\/danke-helmut-kohl-kabelfernsehen-statt-glasfaserausbau\/\r\nhttps:\/\/winfuture.de\/news,101364.html<\/p>\n<p>https:\/\/fsfe.org\/contribute\/spreadtheword.de.html\r\nCT 2021 Heft 19<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr welche Werte und Ziele steht die Raspberry Pi Stiftung? 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