{"id":7919,"date":"2021-11-20T22:43:00","date_gmt":"2021-11-20T20:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=7919"},"modified":"2022-12-12T18:25:15","modified_gmt":"2022-12-12T16:25:15","slug":"raspberry-pi-zero-2-w-stromverbrauch-leistung-neuigkeiten-und-vergleich-mit-dem-ersten-zero-w","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/raspberry-pi-zero-2-w-stromverbrauch-leistung-neuigkeiten-und-vergleich-mit-dem-ersten-zero-w\/","title":{"rendered":"Raspberry Pi Zero 2 W: Stromverbrauch, Leistung, Neuigkeiten und Vergleich mit dem ersten Zero W"},"content":{"rendered":"<p>Vor wenigen Wochen erschien etwas \u00fcberraschend der Raspberry Pi Zero 2 W. Im Gegensatz zu den gro\u00dfen Pis gab es bislang noch keinen Nachfolger f\u00fcr den 2015 vorgestellten Raspberry Pi Zero bzw. dem Zero W mit WLAN, welcher 2017 erschien. Aufgrund der schlechten Verf\u00fcgbarkeit dauerte es etwas, einen Zero 2 W zu einem vern\u00fcnftigen Preis zu finden, der lieferbar ist. Im Folgenden m\u00f6chte ich einen ersten Blick auf die zweite Generation werfen und euch aufzeigen, was sich im Vergleich zum Vorg\u00e4nger ver\u00e4ndert hat. Wir schauen uns ebenfalls an, was gleich geblieben ist sowie welche Unterschiede zu den gro\u00dfen Pis vorhanden sind.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hardware: Was blieb gleich? Was wurde verbessert?<\/h2>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schnellerer Prozessor<\/h3>\n<p>Der Zero 2W hat den gleichen <strong>Prozessor <\/strong>spendiert bekommen, wie der Raspberry Pi 3A+: Ein 64-bit ARM Cortex-A53 Prozessor. Dieser ist wohl das auff\u00e4lligste Upgrade: Der Zero 2 hat nun einen Quadcore-Prozessor, also 4 Kerne statt nur einen wie beim Vorg\u00e4nger. Im Vergleich zum 3A+ wurde die CPU von 1,4 GHz auf 1,0 herunter getaktet. Der Grund d\u00fcrfte in der K\u00fchlung liegen, dazu sp\u00e4ter mehr. Au\u00dferdem ist der neue Prozessor 64 Bit-Kompatibel. Wobei ein 64 Bit Betriebssystem aufgrund des unver\u00e4nderten Arbeitsspeichers von 512 MB RAM wenig Mehrwert hinsichtlich der Leistung bringen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Jedenfalls bringt der neue Prozessor einen deutlichen Leistungsschub. Die Raspberry Pi Organisation spricht von einer Verbesserung um den Faktor 5. Vor allem beim Booten macht es sich bemerkbar, der Zero 2 startet in knapp 30 Sekunden. Ich habe eigene Tests mit der <a href=\"https:\/\/sevenzip.osdn.jp\/chm\/cmdline\/commands\/bench.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Benchmarkfunktion des Archivprogrammes 7-Zip<\/a> durchgef\u00fchrt:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">sudo apt install p7zip-full<\/code><\/pre>\n<p>Um den Benchmark zu starten:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">7z b<\/code><\/pre>\n<p>Allerdings werden dadurch standardm\u00e4\u00dfig alle Kerne genutzt. Dies macht grunds\u00e4tzlich Sinn. Um die Werte mit dem Vorg\u00e4nger vergleichen zu k\u00f6nnen, habe ich mit dem Schalter <strong>-mmt1<\/strong> eine weitere Messung durchgef\u00fchrt, die den Test auf einen einzelnen Kern beschr\u00e4nkt. Die Werte sind jeweils aus der <strong>Tot<\/strong> Zusammenfassung entnommen. Entsprechend der Doku bilden diese den Durchschnitt aus Komprimierung und Entpacken, also einen Gesamtdurchschnitt. MIPS steht f\u00fcr Millionen Anweisungen pro Sekunde, kann man als Durchsatz beim Komprimieren sehen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Kerne<\/strong><\/td>\n<td><strong> MIPS<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1<\/td>\n<td>854<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>4<\/td>\n<td>2851<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n<p>Zum Vergleich: Der Vorg\u00e4nger Zero W erreicht mit einem Kern nur 436 MIPS. Alleine dort hat sich die Leistung also fast verdoppelt. Durch die drei zus\u00e4tzlichen Kerne steigt die Gesamtleistung sogar um den Faktor 6,5. <\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Temperatur<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend des Benchmarks mit allen vier Kernen war der Prozessor zu 70-100% ausgelastet Die Temperatur stieg auf knapp 60 Grad an &#8211; im Leerlauf sind es um die 40 Grad. Wenn man mit dem Kommandozeilenwerkzeug <strong>stress -c 4<\/strong> alle vier Kerne auf Vollast bringt, steigt die Temperatur nach einigen Minuten auf knapp 70 \u00b0C an &#8211; zwischendurch kurzzeitig sogar 73 \u00b0C. <\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-8.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"187\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-8-1024x187.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7938\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-8-1024x187.png 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-8-300x55.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-8-768x141.png 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-8-1536x281.png 1536w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-8-70x13.png 70w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-8.png 1918w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<p>Bei einer Raumtemperatur von 18 \u00b0C ist das zwar noch im Rahmen, zumal man einen Zero wohl selten l\u00e4ngere Zeit so stark auslastet. Aber man sollte bedenken, dass der Prozessor ab 80 \u00b0C herunter taktet, um \u00dcberhitzung zu verhindern. Viel Luft bleibt da nicht. Vor allem bei h\u00f6heren Temperaturen im Sommer sollte<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stromverbrauch<\/h3>\n<p>Im Leerlauf verbraucht der Zero 2W nur 0,7 Watt. Wobei man sich hier schon au\u00dferhalb des Messbereiches einiger Energiekostenmessger\u00e4te befindet, die meist eine Mindestlast von 1 bis 1,5 Watt verlangen. Unter Vollast lassen sich bis zu 2,5 Watt messen. Daher sind die Anforderungen an das Netzteil auf 2,5 A gestiegen. Dennoch liegt der 2W durch seine Optimierungen deutlich unter dem 3B+, von dem der Prozessor abstammt.<\/p>\n<p>Zum Vergleich: Ein gro\u00dfer Raspberry Pi 4 ben\u00f6tigt etwa 1,5 bis 2 Watt im Leerlauf, w\u00e4hrend es unter Vollast bis zu 4 Watt sind. Der Unterschied mag gering klingen. Doch vor allem beim 24\/7 Betrieb bedeutet nur ein Watt aufs Jahr gerechnet rund 9 kWh Mehrverbrauch. Bei einem Preis von zum Verfassungszeitpunkt ca. 0,32\u20ac\/kWh sind das knapp 3\u20ac im Jahr. Wenn man mehrere Pis betreibt, summiert sich das.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/raspberry-pi-4-stromverbrauch-gemessen-so-viel-stromkosten-verursacht-der-pi\/\" title=\"Raspberry Pi 4 Stromverbrauch gemessen: So viel Stromkosten verursacht der Pi\">Wenn du genauere Informationen \u00fcber den Stromverbrauch erhalten m\u00f6chtest, schaue dir diesen Beitrag zum Verbrauch des Raspberry Pi 4 an<\/a>.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verbindungen &amp; Anschl\u00fcsse<\/h3>\n<p>Bluetooth wurde von 4.1 auf 4.2 aktualisiert. Bluetooth Low Energy wird unterst\u00fctzt. Die neuere Version 5 bleibt den gro\u00dfen Pis vorbehalten. Obwohl Bluetooth 4.2 Ende 2014 erschien, ist das weit weniger schlimm, als es auf den ersten Blick klingt: 4.2 ist auch heutzutage noch ein verbreiteter Standard, der in vielen Ger\u00e4ten eingesetzt wird. Auf kurze Distanz reicht er oft aus. Die aktuelle Version 5.2 aus dem Jahre 2020 w\u00fcrde den Zero wohl nur weiter verteuern.<\/p>\n<p>WLAN ist unver\u00e4ndert im 4 GHz Band geblieben. F\u00fcr die Anwendungsf\u00e4lle des Zero 2 wird dies wohl in vielen F\u00e4llen ebenfalls ausreichen, sodass das 5 GHz Band dem gro\u00dfen Raspberry Pi vorbehalten bleibt.<\/p>\n<p>Auch an den Anschl\u00fcssen gibt es wenig neues: Ein USB On-The-Go (OTG) Port, ein weiterer f\u00fcr die Stromversorgung. Dazu Mini-HDMI und einen CSI-2 Anschluss f\u00fcr Kameras. Als Steuerung f\u00fcr \u00dcberwachungskameras d\u00fcrfte der Zero 2 W durch seine gestiegene Leistung sicher interessanter werden. Der 40-Pin GPIO Header kann ebenfalls wie gewohnt verwendet werden.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ma\u00dfe, \u00c4u\u00dferes und Nachhaltigkeit<\/h3>\n<p>Das sehe ich positiv, da der Zero 2 W sogar die gleichen Ma\u00dfe besitzt und dadurch stark abw\u00e4rtskompatibel ist: S\u00e4mtliche Hardware inklusive den Geh\u00e4usen kann weiter genutzt werden. Vor allem hinsichtlich der wachsenden Umweltproblematik ist das vorbildlich. Leider nicht selbstverst\u00e4ndlich, wie man z.B. bei Windows 11 sieht: Dort unterst\u00fctzt Microsoft zahlreiche Prozessoren nicht und zwingt die Kunden pauschal zu TPM 2.0. Das ist nicht nur sicherheitstechnisch umstritten. Es wird wohl dazu f\u00fchren, dass zahlreiche funktionierende Computer von Menschen die Windows brauchen oder wollen, weggeworfen werden.<\/p>\n<p>Mit diesem Hinblick sollten wir nicht zu streng dar\u00fcber urteilen, dass es &#8211; abgesehen vom Prozessor &#8211; eher zu Detailverbesserungen kam. Ein neuer Pi mit neuen Anschl\u00fcssen w\u00fcrde dazu f\u00fchren, dass viele ihr bereits vorhandenes Zubeh\u00f6r schwieriger oder gar nicht mehr weiter verwenden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wof\u00fcr kann man den neuen Zero 2 W nutzen? Als Desktop-Ersatz?<\/h2>\n<p>Diese Frage liegt einigen bei den Pis auf den Lippen: Durch die deutliche Leistungssteigerung ist der Zero 2W zwar sp\u00fcrbar besser mit grafischer Oberfl\u00e4che nutzbar. Doch man merkt schnell, wie nun die 512 MB Arbeitsspeicher an ihre Grenzen sto\u00dfen. Hier muss man aber auch klar sagen, dass die Zero-Reihe nie als Desktop-Ersatz gemacht wurde. Dem kommen die gro\u00dfen Pi 4 n\u00e4her. Der Fokus lag und liegt beim Zero schon immer auf einem geringen Stromverbrauch und Platzbedarf. Damit eignet er sich z.B. f\u00fcr das Einsammeln von Sensordaten, als Internetradio oder zum mobilen Einsatz. F\u00fcr kleinere Projekte kann er eine Alternative zu den gro\u00dfen Pis sein, wenn der Arbeitsspeicher dauerhaft ausreicht &#8211; etwa zum Betreiben eines PiHole.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n<p>Der Pi Zero 2 W ist etwas teurer geworden: Er kostet derzeit rund 16 Euro. Der Vorg\u00e4nger ist f\u00fcr etwa 11\u20ac zu haben, d.H. es sind ungef\u00e4hr 5\u20ac Aufpreis f\u00e4llig. Daf\u00fcr bekommt man vor allem einen 4-Kern Prozessor. Er gibt dem Zero einen deutlichen Leistungsschub, den man bereits beim schnelleren Start bemerkt. Leistungstechnisch bewegt sich der Zero 2 W damit n\u00e4her in Richtung eines vollwertigen Pis, jedoch mit nach wie vor deutlich geringerem Stromverbrauch. <\/p>\n<p>Dank Abw\u00e4rtskompatibilit\u00e4t kann das vorhandene Zubeh\u00f6r weiterverwendet werden. Alles in allem ist der Zero 2 W ein w\u00fcrdiger Nachfolger. Ich sehe die Neuerungen als sinnvoll. Nun w\u00fcrde mich aber eure Meinung interessieren: Werdet ihr euch einen Zero 2 W kaufen? Habt ihr ihn vielleicht sogar bestellt? Warum ist er f\u00fcr euch interessant, oder uninteressant? Schreibt es gerne in unser Forum oder in die Kommentare.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor wenigen Wochen erschien etwas \u00fcberraschend der Raspberry Pi Zero 2 W. Im Gegensatz zu den gro\u00dfen Pis gab es bislang noch keinen Nachfolger f\u00fcr den 2015 vorgestellten Raspberry Pi Zero bzw. dem Zero W mit WLAN, welcher 2017 erschien. 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