{"id":8839,"date":"2022-04-26T21:36:39","date_gmt":"2022-04-26T19:36:39","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=8839"},"modified":"2024-12-30T23:22:42","modified_gmt":"2024-12-30T21:22:42","slug":"elon-musk-kauft-twitter-mehr-meinungsfreiheit-weniger-kommerz-was-die-uebernahme-fuer-twitter-bedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/elon-musk-kauft-twitter-mehr-meinungsfreiheit-weniger-kommerz-was-die-uebernahme-fuer-twitter-bedeutet\/","title":{"rendered":"Elon Musk kauft Twitter: Mehr Meinungsfreiheit, weniger Kommerz? Was die \u00dcbernahme f\u00fcr Twitter bedeutet"},"content":{"rendered":"<p>Vor kurzem wurde bekannt, dass Telsa-Chef Elon Musk <a href=\"https:\/\/www.computerbase.de\/2022-04\/uebernahme-elon-musk-will-twitter-zu-100-prozent-kaufen\/\" title=\"den Kurznachrichtendienst Twitter kaufen m\u00f6chte.\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">den Kurznachrichtendienst Twitter kaufen m\u00f6chte.<\/a> Das ist nun sehr konkret: Das Unternehmen wird f\u00fcr rund 44 Milliarden US-Dollar den Besitzer wechseln. In diesem Beitrag schauen wir uns an, welche Pl\u00e4ne Musk mit Twitter hat und was das f\u00fcr Nutzer bedeutet.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcbernahme ist sicher: Elon Musk ist neuer Eigent\u00fcmer von Twitter<\/h2>\n<p>Zun\u00e4chst die aktuelle Lage: Musk hat seit 2009 \u00fcber 17.500 Tweets geschrieben und erreicht dort fast 85 Millionen Menschen &#8211; das entspricht Platz 8 der gr\u00f6\u00dften Twitter-Konten. Der Tesla-CEO ist f\u00fcr provokante Tweets bekannt. Ein j\u00fcngeres Beispiel ist die Herausforderung von Vladimir Putin zum Boxkampf. Dar\u00fcber hinaus hat er Anfang April 2022 <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/elon-musk-twitter-aktie-tesla-1.5560493\" title=\"Aktien im Wert von Milliarden des Unternehmens gekauft\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Aktien im Wert von Milliarden des Unternehmens gekauft<\/a> &#8211; bis er mit 9,2% inzwischen der gr\u00f6\u00dfte Anteilseigner an Twitter geworden ist. Daher sollte er in das Kontrollgremium einziehen, wodurch man Einfluss auf die zuk\u00fcnftige Entwicklung des Dienstes bekommt.<\/p>\n<p>Doch es begann eine Kontroverse: Musk lehnte \u00fcberraschend ab. Wahrscheinlich, weil er als Bedingung daf\u00fcr nur maximal 15% der Anteile an Twitter besitzen durfte. Da er <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/elon-musk-erwaegt-angeblich-eigenes-social-media-angebot-a-e73cc0f5-950f-4c24-9754-6a0418435b7f\" title=\"\u00fcber die Gr\u00fcndung eines sozialen Netzwerkes nachdachte\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">\u00fcber die Gr\u00fcndung eines sozialen Netzwerkes nachdachte<\/a>, war ihm das offensichtlich nicht genug. Twitters CEO Parag Agrawal bezeichnete die Ablehnung als &#8222;Das Beste&#8220; &#8211; eine Kehrtwende. Denn wenige Wochen zuvor hatte der Chef des Unternehmens noch als \u201eleidenschaftlichsten Nutzer und zugleich gro\u00dfer Kritiker\u201c betitelt und war der Ansicht, Elon Musk im Verwaltungsrat sei der beste Weg in die Zukunft. Wie es zu diesen mehrfachen Sinneswandeln kam, ist unklar. Twitters CEO publizierte zwar eine l\u00e4ngere Erkl\u00e4rung, geht jedoch nicht genauer darauf ein.<\/p>\n<p>Der Konzern wehrte sich zun\u00e4chst <a href=\"https:\/\/www.cnbc.com\/2022\/04\/15\/twitter-board-adopts-poison-pill-after-musks-43-billion-offer-to-buy-company.html\" title=\"gegen die feindliche \u00dcbernahme\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">gegen die feindliche \u00dcbernahme<\/a>.  Am Montag Abend (25.04.) deutscher Zeit hat der Verwaltungsrat von Twitter sich einstimmig daf\u00fcr entschieden. Twitters Chef kommentierte die Entwicklung vorsichtig, brachte aber zum Ausdruck, dass er die Zukunft des Dienstes ungewiss sehe.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie geht es nun weiter?<\/h2>\n<p>Elon Musk hat bereits <a href=\"https:\/\/twitter.com\/elonmusk\/status\/1518677066325053441\" title=\"einige Vorstellungen und Pl\u00e4ne ge\u00e4u\u00dfert\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">einige Vorstellungen und Pl\u00e4ne ge\u00e4u\u00dfert<\/a>: Twitter soll von der B\u00f6rse genommen werden. Allen Aktion\u00e4ren wird angeboten, ihre Aktien f\u00fcr jeweils 54,20 US-Dollar zu kaufen. Das sind zwar 38% mehr als am 01. April &#8211; der Tag, bevor seine gro\u00dffl\u00e4chige Investition in Twitter bekannt wurde. Allerdings weniger als der Kurs von 60 US-Dollar, den man noch vor einem Jahr bekam. So m\u00f6chte er 100% aller Aktien mithilfe einer unter Elon Musk gef\u00fchrten Gesellschaft aufkaufen. Damit w\u00e4re er alleiniger Eigent\u00fcmer und das Unternehmen nicht mehr an der B\u00f6rse.<\/p>\n<p>Zwar k\u00f6nnten die Aktion\u00e4re das Angebot auch ausschlagen. Allerdings hat der Tesla-Chef bereits angek\u00fcndigt, seine komplette Investition in diesem Falle neu zu bewerten. Zum Erstellungszeitpunkt dieses Beitrages lag der Kurs bei 51,88 US-Dollar und stieg zuletzt wieder etwas an.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was plant Elon Musk mit dem Sozialen Netzwerk Twitter?<\/h2>\n<p>Ein b\u00f6rsennotiertes Unternehmen zu kaufen und es von der B\u00f6rse zu nehmen, ist in unserem Wirtschaftssystem eher ungew\u00f6hnlich. Doch anscheinend geht es dem reichsten Mann der Welt dieses Mal gar nicht darum, sein Verm\u00f6gen noch weiter zu vermehren. Sondern zusammengefasst um drei Aspekte:<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mehr Meinungsfreiheit, weniger Zensur<\/h3>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ich habe in Twitter investiert, weil ich an das Potenzial des Unternehmens glaube, eine Plattform f\u00fcr die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung auf der ganzen Welt zu sein, und ich glaube, dass die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung ein gesellschaftliches Gebot f\u00fcr eine funktionierende Demokratie ist.<\/p>\n<p><cite><a href=\"https:\/\/www.theverge.com\/2022\/4\/15\/23025120\/elon-musk-twitter-free-speech-government-censorship\" title=\"Elon Musk (\u00dcbersetzt aus dem Englischen)\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Elon Musk (\u00dcbersetzt aus dem Englischen)<\/a><\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>Konkret beschrieb er seine Vorstellung von Meinungsfreiheit so: &#8222;Wenn jemand, den man nicht mag, etwas sagen darf, was man nicht mag&#8220;. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/elonmusk\/status\/1518623997054918657\" title=\"Seine gr\u00f6\u00dften Kritiker sollten bei Twitter bleiben\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Seine gr\u00f6\u00dften Kritiker sollten bei Twitter bleiben<\/a>, hei\u00dft es.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Transparenz statt Black-Box Altorithmen<\/h3>\n<p>Elon Musk k\u00fcndigte an, die Algorithmen quelloffen zu machen. Er wirft Twitter vor, durch dessen Geheimhaltung Vertrauen zu verspielen. Eine \u00d6ffnung w\u00e4re die Grundlage, damit alle au\u00dfer Twitter verstehen k\u00f6nnen, warum ein Beitrag vorgeschlagen\/angezeigt wird oder eben nicht. Bisher sind diese Algorithmen propriet\u00e4r. Wie er funktioniert, wei\u00df nur Twitter.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Twitter besser machen wie noch nie<\/h3>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist ihm wichtig, das Vertrauen zu erh\u00f6hen und Spam zu bek\u00e4mpfen. Hierbei geht es vermutlich um die vielen Betrugsversuche, in denen z.B. angeblich Bitcoins im Name von Elon Musk verschenkt wurden. Ferner sollen alle Menschen &#8222;authentifiziert&#8220; werden. Ob das eine Klarnamenpflicht oder Ausweiskontrolle bedeutet, ist unklar. Tendenziell w\u00fcrde das dem Ziel der Meinungsfreiheit eher entgegen stehen.<\/p>\n<p>In letzter Zeit hat Elon Musk auch immer wieder auf Twitter abgestimmt, welche Funktionen sich die Nutzer w\u00fcnschen. Eine Mehrheit sprach sich etwa daf\u00fcr aus, abgesendete Tweets nachtr\u00e4glich bearbeiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Insgesamt soll damit das Potenzial von Twitter ausgesch\u00f6pft werden. Musk sieht Meinungsfreiheit als Grundlage einer funktionierenden Demokratie &#8211; und Twitter als Plattform, auf der wichtige Debatten gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ist Twitter in einem schlechten Zustand?<\/h2>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Meinungsfreiheit auf Twitter<\/h3>\n<p>In der Tat gibt es viel Kritik an dem Sozialen Netzwerk, vor allem was L\u00f6schungen angehen. Einiges davon scheint durchaus berechtigt. <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2018\/jetzt-amtlich-loeschregeln-von-facebook-und-twitter-respektieren-nutzerrechte-nicht-ausreichend\/\" title=\"Bereits 2018 stellte die EU-Kommission fest\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Bereits 2018 stellte die EU-Kommission fest<\/a>: Betroffene erhalten zu wenig Informationen \u00fcber L\u00f6schungen und k\u00f6nnen kaum Widersprechen. Zudem wurde Overblocking belegt. Das hei\u00dft: Strikte Gesetze und kurze Fristen motivieren die Unternehmen dazu, mehr Kollateralsch\u00e4den in Kauf zu nehmen. Man l\u00f6scht lieber mehr, statt ein m\u00f6gliches Bu\u00dfgeld zu riskieren. Schon vor Jahren wurde davor gewarnt, etwa bei den Uploadfiltern. F\u00fcr die Meinungsfreiheit ist beides freilich schlecht.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel zeigt das Problem: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/twittersperrt-twitter-hat-satire-tweet-zu-unrecht-geloescht\/\" title=\"So wurde 2019 ein satirischer Tweet zur Wahl gel\u00f6scht und den Autor gesperrt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">2019 wurde ein satirischer Tweet zur Wahl gel\u00f6scht und den Autor gesperrt<\/a>. Er klagte und bekam vom Landgericht M\u00fcnchen recht, da sein Post von der Meinungsfreiheit gedeckt war &#8211; Twitter hatte also zu unrecht gel\u00f6scht. Allerdings k\u00fcmmerte sich das Gericht nicht um das gesperrte Twitter-Konto. Au\u00dferdem musste der Kl\u00e4ger eine 3-Stellige Summe f\u00fcr das Verfahren selbst bezahlen, zuz\u00fcglich Anwaltskosten. Genau das hat die EU kritisiert: Wer nicht gen\u00fcgend Zeit und Geld investieren kann oder m\u00f6chte, kann sein Recht nicht durchsetzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/twitter-muss-sich-im-bundestag-fuer-kontensperren-rechtfertigen\/\" title=\"I\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">I<\/a><a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/twitter-muss-sich-im-bundestag-fuer-kontensperren-rechtfertigen\/\" title=\"m selben Jahr musste sich Twitter sogar im Bundestag rechtfertigen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">m selben Jahr musste sich Twitter sogar in einer privaten Debatte des Bundestags rechtfertigen<\/a>: Um Wahlmanipulation zu unterbinden, wurden massig Konten gesperrt &#8211; offensichtlich willk\u00fcrlich. Zahlreiche auch prominente Nutzer waren betroffen, etwa die Berliner Staatssekret\u00e4rin oder Anw\u00e4lte. Teils ging es um mehrere Jahre alte Tweets, die inhaltlich nicht mal etwas mit der Wahl zu tun hatte. Auch die auff\u00e4llig hohe Anzahl an Meldungen deutet darauf hin, dass es sich m\u00f6glicherweise um eine politische Kampagne handelt &#8211; also bewusste Falschmeldungen, um Sperren von Gegnern zu erreichen. Beweisen l\u00e4sst sich das nicht. Wenn das der Fall war, hat es gut funktioniert.<\/p>\n<p>Ein Fall aus dem Jahr 2020 deutet zudem darauf hin, dass nicht nur der gepostete Inhalt f\u00fcr eine Sperre entscheidend ist: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2020\/journalistin-wehrt-sich-gegen-rassismus-und-wird-auf-twitter-gesperrt\/\" title=\"2020 sperrt Twitter eine Journalistin, nachdem sie sich gegen Rassismus wehrt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">2020 sperrt Twitter eine Journalistin, nachdem sie sich gegen Rassismus wehrt<\/a>. Andere Nutzer wiederholen den Tweet ohne Konsequenzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2021\/netzdg-novelle-fairer-loeschen-bei-facebook-und-twitter\/\" title=\"Anfang 2021 gab es neue Bestreben, damit sich Nutzer gegen\u00fcber der Willk\u00fcr solcher gro\u00dfer Konzerne besser wehren k\u00f6nnen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Anfang 2021 gab es neue Bestreben, damit sich Nutzer gegen\u00fcber der Willk\u00fcr solcher gro\u00dfer Konzerne besser wehren k\u00f6nnen<\/a>. Explizit soll au\u00dferdem Transparenz geschaffen werden. Denn au\u00dfer dem Unternehmen selbst wei\u00df keiner, wie viele Inhalte aus welchen Gr\u00fcnden gel\u00f6scht bzw. gesperrt werden. Auch der Ausma\u00df des Overblockings kann daher nur gesch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2020\/digital-services-act-neues-grundgesetz-fuer-onlinedienste-nimmt-algorithmen-ins-visier\/\" title=\"Auch die EU scheint das Problem erkannt zu haben und will Transparenz in die Empfehlungsalgorithmen bringen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Auch die EU scheint das Problem erkannt zu haben und will Transparenz in die Empfehlungsalgorithmen bringen<\/a>. F\u00fcr die gro\u00dfen Konzerne ist das ein Gesch\u00e4ftsgeheimnis. Bislang kann man daher nur anhand von Beobachtungen und Indizien mutma\u00dfen, dass etwa Fotos mit nackter Haut eine h\u00f6here Reichweite auf Instagram erhalten. Oder Facebook bestimmte Stellenausschreibungen nur M\u00e4nnern anzeigt. Wirklich beweisen lie\u00dfe sich das nur mit Transparenz. Au\u00dferdem w\u00e4re so sichtbar, welche negativen Effekte die Altorithmen dar\u00fcber hinaus aufweisen, die aber bisher gar nicht bekannt sind. Meinungsfreiheit und Transparenz sind wichtig, um das zu verbessern.<\/p>\n<p>Eine erste Regelung auf EU-Ebene ist das vor wenigen Tagen verabschiedete &#8222;Digitale-Dienste-Gesetz&#8220;. Es soll unter anderem Soziale Netzwerke strenger regulieren.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wenn die Meinungsfreiheit in den Sozialen Netzwerken endet<\/h3>\n<p>Allerdings gibt es auch noch andere F\u00e4lle. Ex-US-Pr\u00e4sident Donald Trump wurde beispielsweise Anfang 2021 auf Twitter gesperrt, nachdem er Sympathie f\u00fcr die St\u00fcrmung des Kapitol am 06. Januar 2021 \u00e4u\u00dferte. Und das war nur die Spitze des Eisberges: Jahre zuvor fiel er mit z.B. radikalen \u00c4u\u00dferungen sowie Aufrufen zu Gewalt auf. <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2020\/us-praesidentschaftswahl-tag-der-luegner\/\" title=\"Regelm\u00e4\u00dfig verbreitete er zudem Falschmeldungen, auch zur Wahl\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Regelm\u00e4\u00dfig verbreitete er zudem Falschmeldungen, auch zur Wahl<\/a>.<\/p>\n<p>Die Sozialen Netzwerke verhielten sich w\u00e4hrend der Amtszeit des Pr\u00e4sidenten jedoch nicht nur zur\u00fcckhaltend, sondern \u00e4nderten sogar die eigenen Regeln.<a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2017\/kriegserklaerung-ueber-twitter-der-nachrichtenwert-entscheidet\/\" title=\" Wenn Trump auf Twitter \u00f6ffentlicht droht und einen politischen Skandal ausl\u00f6st, darf das als &quot;Nachrichtenwert&quot; stehen bleiben\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\"> Wenn Trump auf Twitter \u00f6ffentlicht droht und einen politischen Skandal ausl\u00f6st, darf das als &#8222;Nachrichtenwert&#8220; stehen bleiben<\/a> &#8211; obwohl der Inhalt selbst gegen Twitters Richtlinien verst\u00f6\u00dft und daher bei anderen Nutzern l\u00e4ngst entfernt worden war.<\/p>\n<p>Auch Elon Musk kritisierte damals die Sperrung seiner Konten und sagte, <a href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/ausland\/elon-musk-big-tech-ist-jetzt-richter-ueber-die-freie-meinungsaeusserung-a3423345.html\" title=\"dass die gro\u00dfen Technik-Konzerne nun &quot;de facto Richter \u00fcber die Freie Meinungs\u00e4u\u00dferung sind&quot;\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">dass die gro\u00dfen Technik-Konzerne nun &#8222;de facto Richter \u00fcber die Freie Meinungs\u00e4u\u00dferung sind&#8220;<\/a>. Trump <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/twitter-einigt-sich-mit-elon-musk-auf-uebernahme-a-8bdb2e9c-3988-47d9-ac4b-e91e23640bc2\" title=\"bef\u00fcrwortet daher den Verkauf von Twitter an Elon Musk\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">bef\u00fcrwortet daher den Verkauf von Twitter an Elon Musk<\/a>. Eine R\u00fcckkehr zu Twitter schlie\u00dft er dennoch aus &#8211; Trump hat seit Anfang 2022 sein eigenes Netzwerk <a href=\"https:\/\/truthsocial.com\/\" title=\"Truth Social\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Truth Social<\/a> gegr\u00fcndet, ist dort bislang jedoch kaum aktiv. Er und andere Konservative kritisieren Twitters L\u00f6schungen schon \u00f6fter.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wird Twitter mit Elon Musk besser?<\/h2>\n<p>Vor allem die Ank\u00fcndigung, den Algorithmus transparent offen zu legen, ist ein Meilenstein. Bisher verweigern sich alle gr\u00f6\u00dferen Sozialen Netzwerke, auch nur ansatzweise zu informieren, wie etwa Empfehlungen zustande kommen. Wenn Elon Musk nur einen Teil seiner Versprechen erf\u00fcllt, k\u00f6nnte das gesellschaftlich ein gro\u00dfer Schritt nach vorne sein. <a href=\"https:\/\/www.infranken.de\/ueberregional\/ausland\/elon-musk-kauft-twitter-und-verraet-seine-umstrittenen-plaene-kritiker-schlagen-alarm-leben-sind-in-gefahr-art-5440942\" title=\"Doch es gibt auch Kritik\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Doch es gibt auch Kritik<\/a>.<\/p>\n<p>Selbst wenn Twitter dadurch besser wird, bleibt ein grundlegendes Problem: Die Macht \u00fcber eine der verbreitetsten Internetplattformen befindet sich in den H\u00e4nden eines einzigen Mannes. Welche gef\u00e4hrlichen Folgen das haben kann, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2021\/facebook-files-facebook-wusste-was-alles-schieflaeuft\/\" title=\"ist bei Facebook bzw. Meta durch Whistleblower mittlerweile erschreckend gut belegt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">ist bei Facebook bzw. Meta durch Whistleblower mittlerweile erschreckend gut belegt<\/a>. Facebook wusste jahrelang \u00fcber die sch\u00e4dlichen Auswirkungen bescheid. Der Chef Mark Zuckerberg ignorierte dies jedoch, da sich mit kontroversen Inhalten mehr Geld verdienen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Um das zugrunde liegende Problem zu l\u00f6sen, reicht ein Inhaberwechsel daher meiner Meinung nach bei weitem nicht. Das l\u00e4sst sich besser mit neutralen und am besten dezentralen Plattformen erreichen, die prim\u00e4r der Gesellschaft einen Mehrwert bieten m\u00f6chten &#8211; statt den Fokus auf maximale Macht oder h\u00f6chstm\u00f6glichen Profit zu legen. Eine solche Plattform muss nicht nach \u00f6ffentlichem Ansehen oder Wunsch der Werbekunden zensieren &#8211; <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2020\/zu-haesslich-fuer-tiktok\/\" title=\"wie etwa TikToks Moderationsanweisung verdeutlicht\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">wie etwa TikToks Moderationsanweisung verdeutlicht<\/a>, nach der Videos von dicken, unattraktiven oder armen Menschen versteckt werden sollen. <\/p>\n<p>Auch wenn Elon Musk angibt, keine finanziellen Motive zu verfolgen: Am Ende entscheidet er, was auf Twitter gepostet werden darf und was nicht. Sollte diese Entscheidung in privater Hand liegen? Ich halte das zumindest f\u00fcr dis\u00adkus\u00adsi\u00adons\u00adw\u00fcr\u00addig. Vor allem bei gro\u00dfen Plattformen. Durch das Anzeigen oder eben entfernen bestimmter Informationen haben diese einen nicht unerheblichen Einfluss darauf, was gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung sehen bzw. eben nicht sehen. Zumal jederzeit das Risiko besteht, <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/forum\/security-177\/facebook-bricht-versprechen-whatsapp-nutzerdaten-werden-an-facebook-weitergegeben-38883\" title=\"dass ein kommerzieller Dienst verkauft wird und der neue Eigent\u00fcmer ganz andere Vorstellungen\/Regeln hat\">dass ein kommerzieller Dienst verkauft wird und der neue Eigent\u00fcmer ganz andere Vorstellungen\/Regeln hat<\/a>. Dies kann &#8211; je nach Einzelfall &#8211; positiv aber auch negativ sein.<\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche Alternative ist <a href=\"https:\/\/joinmastodon.org\/\" title=\"Mastodon\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Mastodon<\/a>: Die quelloffene Software hat eine gewisse \u00c4hnlichkeit zu Twitter, ist aber dezentral organisiert. Jede Instanz hat daher ihre eigenen Regeln. Optimiert auf den Nutzer zeigt es die Eintr\u00e4ge chronologisch an &#8211; ohne magische Algorithmen oder Werbung, die das Ziel verfolgen, die Aufenthaltszeit zu maximieren. Verglichen mit kommerziell orientierten Sozialen Netzwerken ist Mastodon jedoch noch recht klein, sodass die Reichweite nicht vergleichbar ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor kurzem wurde bekannt, dass Telsa-Chef Elon Musk den Kurznachrichtendienst Twitter kaufen m\u00f6chte. Das ist nun sehr konkret: Das Unternehmen wird f\u00fcr rund 44 Milliarden US-Dollar den Besitzer wechseln. In diesem Beitrag schauen wir uns an, welche Pl\u00e4ne Musk mit Twitter hat und was das f\u00fcr Nutzer bedeutet. \u00dcbernahme ist sicher: Elon Musk ist neuer &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":8849,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1110,5],"tags":[1040],"class_list":["post-8839","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesellschaftliches","category-news","tag-meinungsfreiheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8839","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8839"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8839\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9753,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8839\/revisions\/9753"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8849"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8839"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8839"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8839"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}