{"id":9141,"date":"2022-06-25T16:13:00","date_gmt":"2022-06-25T14:13:00","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=9141"},"modified":"2022-12-12T14:39:24","modified_gmt":"2022-12-12T12:39:24","slug":"rocky-linux-8-auf-dem-raspberry-pi-updates-bis-2029-installation-vor-und-nachteile-vergleich-mit-dem-raspberry-pi-os","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/rocky-linux-8-auf-dem-raspberry-pi-updates-bis-2029-installation-vor-und-nachteile-vergleich-mit-dem-raspberry-pi-os\/","title":{"rendered":"Rocky Linux 8 auf dem Raspberry Pi: Updates bis 2029! Installation, Vor- und Nachteile, Vergleich mit dem Raspberry Pi OS"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber eine sogenannte <em>Special Interest Group<\/em> hat die Gemeinschaft von <strong>Rocky Linux<\/strong> <a href=\"https:\/\/rockylinux.org\/alternative-images\/\" title=\"ein Abbild f\u00fcr den Raspberry Pi ver\u00f6ffentlicht. \" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">ein Abbild f\u00fcr den Raspberry Pi ver\u00f6ffentlicht. <\/a>Dieser Beitrag stellt dir Rocky Linux vor und zeigt, wie man es auf dem Raspberry Pi installieren kann. Au\u00dferdem werfen wir einen kurzen Blick darauf, wie die Distribution entstanden ist und warum sie f\u00fcr den Raspberry Pi interessant sein kann.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist Rocky Linux?<\/h2>\n<p>Die Distribution entstand Ende 2020 von einem der CentOS-Gr\u00fcnder. CentOS war eine frei verf\u00fcgbare Alternative zu Red Hat Enterprise Linux (kurz RHEL). Red Hat ist im Unternehmensumfeld verbreitet, weswegen viele Programme die Distribution unterst\u00fctzen. Allerdings ist sie kostenpflichtig, daf\u00fcr bekommt man jedoch auch Unterst\u00fctzung von Red Hat. CentOS war lange Zeit identisch (bin\u00e4rkompatibel) mit Red Hat und damit eine freie Alternative, falls man keinen kommerziellen Support ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>2020 \u00e4nderte Red Hat (die CentOS 2014 \u00fcbernommen haben) jedoch das Projekt massiv: <a href=\"https:\/\/www.centos.org\/centos-linux-eol\/\" title=\"CentOS in der bisherigen Version wird nach Version 8 (mit fr\u00fchem Lebensende schon 2021) eingestellt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">CentOS in der bisherigen Version wird nach Version 8 (mit fr\u00fchem Lebensende schon 2021) eingestellt<\/a> und durch <strong>CentOS Stream<\/strong> ersetzt. Stream ist nicht mehr identisch wie Red Hat, sondern eine Rolling Release Distribution. Es gibt keine festen Versionen mehr, sondern die Pakete werden laufend einzeln aktualisiert. Damit soll Stream als <em>Versuchskaninchen<\/em> f\u00fcr Red Hat dienen: Zuerst wird in Stream getestet, wenn alles funktioniert, landen die stabilen Pakete in Red Hat. <\/p>\n<p>Damit hat CentOS sowohl den langen Lebenszyklus von ehemals bis zu 10 Jahren, als auch die Stabilit\u00e4t verloren &#8211; beides zeichnete die Distribution aus. Dies missfiel Gregory Kurtzer, einem der urspr\u00fcnglichen Gr\u00fcnder von CentOS. Er startete mit Rocky Linux daher eine neue Linux-Distribution, die wieder den urspr\u00fcnglichen Zielen von CentOS entsprechen soll: Ein freies, stabiles Betriebssystem mit 100% Kompatibilit\u00e4t zu Red Hat Enterprise Linux.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum Rocky Linux auf dem Raspberry Pi?<\/h2>\n<p>Im Unternehmensumfeld ist in der Regel die X86-Architektur Standard &#8211; es wird also in den wenigsten F\u00e4llen m\u00f6glich oder sinnvoll sein, solche Programme auf einem Pi zu hosten. Allerdings wird eine Hauptversion von Rocky Linux eben so lange unterst\u00fctzt, wie Red Hat dies tut. \u00dcblicherweise 10 Jahre, bei der derzeit aktuellen Version 8 erh\u00e4lt man beispielsweise bis zum Jahre 2029 Aktualisierungen und Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Das ist weit mehr, als Debian bzw. das Raspberry Pi OS bieten: Alle zwei Jahre erscheint eine neue Version. Seit kurzem bietet auch das Raspberry Pi OS noch Sicherheitsaktualisierungen f\u00fcr die vorherige Version. Bei Debian f\u00fcr mindestens ein Jahr. Somit kann man eine Hauptversion h\u00f6chstens etwa drei Jahre lang verwenden. Danach ist eine Neuinstallation mit der Nachfolgeversion f\u00e4llig &#8211; oder ein In-Place Upgrade, wobei dies f\u00fcr den Raspberry Pi nicht unterst\u00fctzt wird und ggf. Probleme verursachen kann. <\/p>\n<p>Bei Rocky Linux kann man derzeit (2022) die Version 8 installieren und erh\u00e4lt noch 7 Jahre lang Fehlerkorrekturen und Sicherheitsaktualisierungen. Der Nachfolger 9 steht bereits in den Startl\u00f6chern, zwischen Juni\/Juli 2022 soll die stabile Version 9 ver\u00f6ffentlicht werden. Sie bekommt bis voraussichtlich 2032 Aktualisierungen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So installierst du Rocky Linux 8 auf dem Raspberry Pi 4<\/h2>\n<p>Du ben\u00f6tigst einen Raspberry Pi 3 oder 4. \u00c4ltere Generationen werden aufgrund der Einschr\u00e4nkung zu ARM 64 <a href=\"https:\/\/dl.rockylinux.org\/pub\/rocky\/8.6\/rockyrpi\/aarch64\/images\/readme.txt\" title=\"nicht unterst\u00fctzt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">nicht unterst\u00fctzt<\/a>. Das Abbild kann <a href=\"https:\/\/rockylinux.org\/alternative-images\/\" title=\"im Bereich Alternative Images\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">im Bereich Alternative Images<\/a> heruntergeladen werden, in der Mitte ist der Raspberry Pi gelistet. Unter Linux das Archiv entweder zun\u00e4chst entpacken und <strong>dd <\/strong>verwenden &#8211; oder <strong>xzcat <\/strong>nutzen. Wobei <strong>sdX <\/strong>durch das jeweilige Laufwerk zu ersetzen ist (vorher mit z.B. <strong>lsblk <\/strong>ermitteln).<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">xzcat Rocky_Image_file.raw.xz &gt; \/dev\/sdX<\/code><\/pre>\n<p>Alternativ l\u00e4sst sich der Raspberry Pi Imager nutzen. Bei der Auswahl des Betriebssystemes scrollt man bis ans Ende und klickt auf <strong>Eigenes Image<\/strong>. Anschlie\u00dfend die zuvor heruntergeladene .xz Datei ausw\u00e4hlen. Der Image kann damit umgehen, sodass kein vorheriges manuelles Entpacken notwendig ist.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-30.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"684\" height=\"447\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-30.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9142\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-30.png 684w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-30-300x196.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-30-70x46.png 70w\" sizes=\"auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Die Erweiterten Optionen zur Vorkonfiguration (Zahnrad unten rechts) funktionieren <strong>nicht<\/strong>, da diese recht spezifisch f\u00fcr das Raspberry Pi OS entwickelt wurden. Nach dem Schreiben auf eure Micro-SD Karte diese wie gewohnt in den Raspberry Pi einlegen und starten.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erster Start mit Rocky Linux<\/h2>\n<p>F\u00fcr den ersten Start wird eine Kabelverbindung ben\u00f6tigt, da eine Vorkonfiguration per WLAN nicht \u00fcber den Imager ohne weiteres m\u00f6glich ist.  Zwar ist der OpenSSH-Server vorinstalliert, sodass man sich theoretisch sofort aus der Ferne verbinden kann. Es gibt jedoch keinen im Netzwerk aufl\u00f6sbaren Hostname (localhost). Man muss daher zun\u00e4chst die IP-Adresse ermitteln: Entweder mit einem Netzwerkscanner, durch Suchen in der Client-Liste des Routers &#8211; oder in dem Bildschirm und Tastatur an den Pi angeschlossen werden. Auf der Konsole kann man sich mit folgenden Daten anmelden:<\/p>\n<p><strong>Benutzer<\/strong>: rocky\r\n<strong>Passwort<\/strong>: rockylinux<\/p>\n<p><strong>Hinweis<\/strong>: Standardm\u00e4\u00dfig ist das englische Tastaturlayout aktiv! Dadurch sind z und y vertauscht. Auf einer deutschen Tastatur m\u00fcsst ihr somit rock<strong>z<\/strong> eintippen, um rock<strong>y<\/strong> zu schreiben. Gleiches gilt beim Passwort, wobei die Eingabe unter Linux immer unsichtbar erfolgt. Falls Meldungen auftauchen (<em>dam-dummy-req: disabling<\/em>), k\u00f6nnt ihr diese ignorieren. Oder (vor dem Login) mit mehrmaligem Dr\u00fccken der Enter-Taste zum Login zur\u00fcck kehren.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-31.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"845\" height=\"330\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-31.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9143\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-31.png 845w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-31-300x117.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-31-768x300.png 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-31-70x27.png 70w\" sizes=\"auto, (max-width: 845px) 100vw, 845px\" \/><\/a><\/figure>\n<p>Falls ihr physisch auf dem System weiter arbeiten m\u00f6chtet empfiehlt sich, zun\u00e4chst das Tastaturlayout von Englisch auf Deutsch zu \u00e4ndern:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">localectl set-keymap de<\/code><\/pre>\n<p>Das Minus-Zeichen findet ihr zwei Tasten links neben der L\u00f6schtaste (<em>Backspace<\/em>), d.H. auf der &#8222;?&#8220; Taste deutscher Tastaturen. Bei der anschlie\u00dfenden Authentifizierung (Standard-Passwort <strong>rockylinux<\/strong>) ist noch das englische Layout gesetzt, also y und z vertauscht. Wer ausschlie\u00dflich SSH nutzen m\u00f6chte, der kann sich die \u00c4nderung sparen &#8211; SSH verwendet automatisch das Tastaturlayout des Clients.<\/p>\n<p>Damit man sich per SSH verbinden kann, wird die IP-Adresse ben\u00f6tigt &#8211; sofern nicht auf den zuvor erw\u00e4hnten alternativen Wegen bereits ermittelt. Der SSH-Server ist vorinstalliert und l\u00e4uft, wie man per <strong>netstat <\/strong>sehen kann. Der Befehl <strong>ip a<\/strong> zeigt die derzeit vergebene IP-Adresse, hier <strong>192.168.0.140<\/strong>.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-32.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"864\" height=\"397\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-32.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9144\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-32.png 864w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-32-300x138.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-32-768x353.png 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/grafik-32-70x32.png 70w\" sizes=\"auto, (max-width: 864px) 100vw, 864px\" \/><\/a><\/figure>\n<p>Mit <strong>rocky:rockylinux<\/strong> kann nun von jedem PC aus eine SSH-Verbindung hergestellt werden. Legt der DHCP-Server entsprechende DNS-Eintr\u00e4ge an, reicht es, den Hostname auf einen aufl\u00f6sbaren zu setzen und den Pi neu zu starten:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ sudo hostnamectl set-hostname rockypi\n$ sudo reboot<\/code><\/pre>\n<p>Bei funktionierender DNS-Aufl\u00f6sung kann unter Linux etwa mit <strong>ssh rocky@rockypi<\/strong> eine Verbindung nach dem Neustart hergestellt werden. Alternativ eine feste IP-Adresse zuweisen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Unterschiede zum Raspberry Pi OS<\/h2>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Paketverwaltung und Format<\/h3>\n<p>Unter Linux haben sich zwei Paketsysteme durchgesetzt: DPKG f\u00fcr Debian-Pakete, die ihr dort und auch mit dem Raspberry Pi OS per APT installiert. Es kommt auch unter anderen Derivaten wie z.B. Ubuntu zum Einsatz. Red Hat entwickelte damals das zweite Format RPM. Lange Zeit wurde in der Red Hat Welt <strong>Yum <\/strong>verwendet. Seit einigen Jahren gibt es mit <strong>Dnf <\/strong>einen Nachfolger, der einige Verbesserungen enth\u00e4lt. <\/p>\n<p>Statt <strong>apt <\/strong>verwendet ihr unter Rocky Linux (und anderen Red Hat kompatiblen Distributionen) daher <strong>dnf<\/strong>. Letzterer aktualisiert Paketquellen (<strong>apt update<\/strong>) und Pakete (<strong>apt upgrade<\/strong>) nicht getrennt, sondern vor jeder Aktion (Paket installieren, Updaten etc) automatisch. Etwas verwirrend kann hierbei die Namensgebung sein: <strong>apt update<\/strong> aktualisiert nur die Paketquellen, nicht die Pakete selbst. Doch <strong>dnf update<\/strong> dagegen vereint beide Befehle. Ansonsten sind manche Befehle\/Parameter etwas benannt, eben so wie einige Pakete. Viele hei\u00dfen gleich oder \u00e4hnlich.<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\"># Alle Pakete aktualisieren\napt update\napt upgrade\ndnf update\n\n# Paket installieren (hier Beispielsweise den Webserver Nginx)\napt update\napt install nginx\ndnf install nginx\n\n# Nach Paketen suchen\napt search nginx\ndnf search nginx<\/code><\/pre>\n<p>Was die Quantit\u00e4t angeht, verf\u00fcgt DNF unter Alma Linux selbst mit EPEL-Repository nur \u00fcber etwa 16.000 Pakete &#8211; Verglichen mit Debian weniger als 1\/4. <\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ dnf repolist -v\n...\nTotal packages: 15.935<\/code><\/pre>\n<p>Bedenken sollte man zudem: Eine Hauptversion (z.B. 8) erh\u00e4lt keine Funktionsaktualisierungen mehr, sondern nur Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates. Bereits jetzt erh\u00e4lt man dadurch deutlich veraltete Software. Nginx liegt beispielsweise in Version 1.14.1 aus dem Jahre 2018 vor &#8211; aktuell ist derzeit 1.23. <\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ nginx -V\nnginx version: nginx\/1.14.1<\/code><\/pre>\n<p>Rocky Linux 8 wird auch nie eine neuere Hauptversion wie 1.15 sehen, sondern erst die n\u00e4chste Hauptversion Rocky Linux 9. So wird zwar Stabilit\u00e4t erreicht, jedoch kann das problematisch werden. Sowohl sicherheitstechnisch, als auch wenn man neuere Funktionen nutzen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Eine Alternative f\u00fcr beide Probleme (Quantit\u00e4t und Aktualit\u00e4t) k\u00f6nnen Container sein. Neben vielen fertigen Images lassen sich damit Alternativ auch andere Paketsysteme nutzen &#8211; etwa Debian. Docker selbst ist in den Standard-Paketquellen nicht enthalten. Das Installationsskript bricht ab, da es Rocky Linux nicht RHEL zuordnen kann. Wer Docker nutzen m\u00f6chte, muss das Repository daher h\u00e4ndisch hinzuf\u00fcgen:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ sudo dnf config-manager --add-repo=https:\/\/download.docker.com\/linux\/centos\/docker-ce.repo\n\n# Auflisten aller im Repo enthaltenen Versionen\n# dnf list docker-ce --showduplicates | sort -r\n\n$ sudo dnf install docker-ce\n$ sudo systemctl start docker\n\n$ docker --version\nDocker version 20.10.17, build 100c701\n\n$ docker run hello-world\n...\nHello from Docker!\nThis message shows that your installation appears to be working correctly.\n...<\/code><\/pre>\n<p>Das Compose Plugin ist (noch) nicht in den Paketquellen verf\u00fcgbar und muss daher <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/einfuehrung-das-ist-docker-compose-und-so-installierst-du-es-auf-dem-raspberry-pi\/\" title=\"Einf\u00fchrung: Das ist Docker-Compose und so installierst du es auf dem Raspberry Pi!\">h\u00e4ndisch nachinstalliert werden<\/a>.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Firewalld<\/h3>\n<p>Rocky Linux bringt ab Werk eine Firewall (firewalld) mit. Neue Dienste sind daher zun\u00e4chst nicht erreichbar. Installieren wir beispielsweise einen Webserver (Nginx), m\u00fcssen wir eine Regel anlegen, damit dieser f\u00fcr andere Ger\u00e4te erreichbar ist:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ sudo dnf install nginx\n$ systemctl enable --now nginx\n$ sudo firewall-cmd --permanent --zone=public --add-service=http<\/code><\/pre>\n<p>Eine weitere Besonderheit: Neu installierte Dienste werden weder automatisch gestartet noch aktiviert, damit sie beim Neustart ebenfalls gestartet werden. Unseren Nginx aus dem Beispiel m\u00fcssen wir daher erst aktivieren\/starten:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ sudo systemctl enable --now nginx<\/code><\/pre>\n<p>Wer keine lokale Firewall auf dem Pi einsetzen m\u00f6chte, kann Alternativ zur Firewallregel auch den Dienst stoppen und deaktivieren:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ sudo systemctl disable --now firewalld<\/code><\/pre>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">SELinux<\/h3>\n<p>Eine Besonderheit von allen auf Red Hat basierten Distributionen ist <strong>SELinux <\/strong>(Security-Enhanced Linux). Vereinfacht gesagt f\u00fchrt es eine Art von Whitelisting ein: Programme d\u00fcrfen grunds\u00e4tzlich nichts, au\u00dfer es ist eine Ausnahme festgelegt. Konsequent eingesetzt kann das die Sicherheit deutlich erh\u00f6hen: Eine Kompromittierung im Falle von z.B. Schadsoftware oder Sicherheitsl\u00fccken wird dadurch eingeschr\u00e4nkt. Da SELinux im Linux-Kernel eingebaut ist, muss es die Anwendung theoretisch nicht unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Allerdings muss man als Administrator das Regelwerk mit allem was erlaubt sein soll pflegen bzw. erstellen. Das ist komplex und ein gewisser Aufwand. Standardm\u00e4\u00dfig ist SELinux aktiv. Viele Standarddienste funktionieren dennoch, da ab Werk einige Regeln (z.B. f\u00fcr Webserver) vorhanden sind. F\u00fchrt ihr ein Programm aus, wof\u00fcr es keine Regeln gibt, wird dies nicht funktionieren. <\/p>\n<p>Sicherheitstechnisch macht es durchaus Sinn, sich damit zu besch\u00e4ftigen. Gerade Anf\u00e4nger sollten es jedoch zumindest f\u00fcr den Anfang besser deaktivieren, um von diesem m\u00e4chtigen Werkzeug nicht erschlagen zu werden. Das Programm <strong>sestatus <\/strong>zeigt euch an, ob SELinux aktiv ist. Mit <strong>setenforce<\/strong> kann es tempor\u00e4r (bis zum n\u00e4chsten Neustart) abgeschaltet werden. Eine dauerhafte Deaktivierung erfolgt in <strong>\/etc\/selinux\/config <\/strong>mit der Variable <strong>SELINUX=disabled<\/strong>:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ sudo setenforce 0\n$ sudo sed -i &#039;s\/SELINUX=enforcing\/SELINUX=disabled\/g&#039; \/etc\/selinux\/config<\/code><\/pre>\n<p>Nach einem Neustart ist es komplett deaktiviert:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ sestatus\nSELinux status:                 disabled<\/code><\/pre>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leistung und Ressourcen<\/h2>\n<p>In <strong>\/<\/strong> belegt Rocky Linux mit 1,8 GB etwas mehr als das Raspberry Pi OS (ca 1,3 GB) oder DietPi (ca. 0,5 GB). Auff\u00e4llig ist, dass die Partition nur 2,6 GB gro\u00df ist &#8211; obwohl eine 32 GB Karte verwendet wird:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ df -h\nDateisystem    Gr\u00f6\u00dfe Benutzt Verf. Verw% Eingeh\u00e4ngt auf\n\/dev\/root       2,6G    1,8G  749M   71% \/\ndevtmpfs        1,9G       0  1,9G    0% \/dev\ntmpfs           1,9G       0  1,9G    0% \/dev\/shm\ntmpfs           1,9G     25M  1,9G    2% \/run\ntmpfs           1,9G       0  1,9G    0% \/sys\/fs\/cgroup\n\/dev\/mmcblk0p1  286M     89M  197M   32% \/boot\ntmpfs           380M       0  380M    0% \/run\/user\/1000<\/code><\/pre>\n<p>Das Raspberry Pi OS f\u00fchrt beim ersten Start ein Skript aus, welches die Partition auf die Gr\u00f6\u00dfe der Speicherkarte erweitert. Rocky Linux macht dies nicht automatisch, man kann es mit folgendem Befehl starten:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ sudo rootfs-expand\n\/dev\/mmcblk0p3 \/dev\/mmcblk0 3\nExtending partition 3 to max size ....\n...<\/code><\/pre>\n<p>Anschlie\u00dfend steht uns die vollst\u00e4ndige Gr\u00f6\u00dfe des Laufwerks zur Verf\u00fcgung (hier 32 GB):<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ df -h \/\nDateisystem    Gr\u00f6\u00dfe Benutzt Verf. Verw% Eingeh\u00e4ngt auf\n\/dev\/root        29G    1,8G   27G    7% \/<\/code><\/pre>\n<p>Um mit htop einen Blick auf die Auslastung zu werfen, wird das <strong>EPEL <\/strong>Repository (Extra Packages for Enterprise Linux) ben\u00f6tigt. Es wird von der Fedora-Gemeinschaft gepflegt, um zus\u00e4tzliche Open Source Software bereitzustellen. Man kann es mit dnf wie ein Paket installieren:<\/p>\n<pre class=\"wp-block-prismatic-blocks\"><code class=\"language-bash\" data-line=\"\">$ sudo dnf install epel-release\n$ sudo dnf install htop<\/code><\/pre>\n<p>Frisch gestartet haben wir eine Arbeitsspeicherauslastung von ca 140 &#8211; 170 MB, ebenfalls deutlich h\u00f6her als mit anderen Systemen. Red Hat und damit auch Rocky Linux kommen mit mehr vorinstallierter Software, etwa Firewalld oder NetworkManager. Ob dies bei der Leistung ins Gewicht f\u00e4llt, h\u00e4ngt sicher auch vom verwendeten Pi und dessen Ausstattung ab. Auf dem von mir verwendeten Raspberry Pi 4 mit 4 GB Arbeitsspeicher ist es nicht sp\u00fcrbar. Auf einem Zero dagegen m\u00f6chte man sicher nicht 1\/3 des RAM nur f\u00fcr das Betriebssystem opfern &#8211; hier sind leichtgewichtigere Alternativen wie DietPi oder Alpine Linux die bessere Wahl.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Rocky Linux als RHEL-Kompatible Distribution auf dem Raspberry Pi<\/h2>\n<p>Auf dem Raspberry Pi ist nur eine St\u00e4rke interessant: Die Stabilit\u00e4t zusammen mit der langen Update-Versorgung. In anderen Bereichen hinkt Rocky Linux dem Raspberry Pi OS und anderen Alternativen wie DietPi hinterher. Auch die spezifischen Hilfsprogramme wie pinout oder rpi-eeprom-update fehlen. Es ist daher nur eingeschr\u00e4nkt auf st\u00e4rkeren Pis zu empfehlen. Man sollte pr\u00fcfen, ob der Einsatzzweck zum Leitbild einer Distribution f\u00fcr Unternehmenskunden mit einem Lebenszyklus von 10 Jahren passt. Vor allem wenn Ressourcen knapp sind, lohnt sich ein Blick auf sparsamere Distributionen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber eine sogenannte Special Interest Group hat die Gemeinschaft von Rocky Linux ein Abbild f\u00fcr den Raspberry Pi ver\u00f6ffentlicht. Dieser Beitrag stellt dir Rocky Linux vor und zeigt, wie man es auf dem Raspberry Pi installieren kann. Au\u00dferdem werfen wir einen kurzen Blick darauf, wie die Distribution entstanden ist und warum sie f\u00fcr den Raspberry &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":9154,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1053],"tags":[772,1052,1051],"class_list":["post-9141","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-raspberry-pi-betriebssysteme","tag-centos","tag-rhel","tag-rocky-linux"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9141","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9141"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9141\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9736,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9141\/revisions\/9736"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9154"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9141"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9141"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}