{"id":9321,"date":"2022-09-24T13:09:00","date_gmt":"2022-09-24T11:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=9321"},"modified":"2022-12-12T18:56:11","modified_gmt":"2022-12-12T16:56:11","slug":"manjaro-mit-xfce-desktopumgebung-auf-dem-raspberry-pi-4-getestet-installationsanleitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/manjaro-mit-xfce-desktopumgebung-auf-dem-raspberry-pi-4-getestet-installationsanleitung\/","title":{"rendered":"Manjaro mit Xfce Desktopumgebung auf dem Raspberry Pi 4 getestet + Installationsanleitung"},"content":{"rendered":"<p>Die auf Arch Linux aufbauende Distribution Manjaro hatte ich mir <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/manjaro-auf-dem-raspberry-pi-4-vorstellung-test-performance-und-einstieg-in-gnu-arch-linux-sowie-rolling-releases\/\" title=\"Manjaro auf dem Raspberry Pi 4: Vorstellung, Test, Performance und Einstieg in GNU\/Arch Linux sowie Rolling Releases\">im letzten Beitrag schon einmal angesehen<\/a>. Der Fokus lag dort auf der minimalen Konsolen-Edition und den Besonderheiten von Arch, da es sich um eine eigenst\u00e4ndige Distribution handelt. Im Gegensatz dazu basiert das bekannte Raspberry Pi OS auf Debian. In diesem Beitrag soll es dagegen um die grafische Variante mit Xfce Desktopumgebung gehen. Er baut auf dem vorherigen auf, die darin behandelten Arch Linux Grundlagen werden daher vorausgesetzt.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was zeichnet Xfce aus?<\/h2>\n<p>Laut <a href=\"https:\/\/www.linuxquestions.org\/questions\/2017mca.php\" title=\"einer Umfrage aus dem Jahre 2017\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">einer Umfrage aus dem Jahre 2017<\/a> landete Xfce auf dem zweiten Platz der beliebtesten Desktopumgebungen &#8211; nach KDE. Dies ist gewiss keine repr\u00e4sentative Umfrage, dennoch steht fest: Xfce existiert seit 1996 und geh\u00f6rt damit zum GNU\/Linux Urgestein. Zahlreiche Distributionen bieten sie bei der Installation zur Auswahl an, manche sogar als Standard.<\/p>\n<p>Xfce zeichnet sich durch Leichtgewichtigkeit aus, ist aber nicht so radikal Ressourcensparsam wie LXDE. Stattdessen versucht sie, einen Kompromiss aus beiden Welten einzugehen: Einerseits schnell und sparend, aber andererseits immer noch optisch ansprechend sowie leicht zu bedienen. Das Standarddesign von Manjaro ist hier in meinen Augen ein gutes Beispiel, wie das gelingen kann.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bespielen\/Flashen der Speicherkarte<\/h2>\n<p>Das fertige Abbild kann man im Downloadbereich herunterladen. \u00c4hnlich wie bei der minimalen Version aus dem vorherigen Beitrag scrollt man zum <strong>Manjaro ARM Team<\/strong>, w\u00e4hlt als Ger\u00e4t den Raspberry Pi 4 aus und klickt weiter unten bei <strong>Xfce Desktop<\/strong> auf einen der Downloadkn\u00f6pfe &#8211; je nachdem, ob man HTTP oder Torrent bevorzugt.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-9.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"988\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-9-1024x988.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9322\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-9-1024x988.png 1024w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-9-300x289.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-9-768x741.png 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-9-70x68.png 70w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-9.png 1266w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<p>Dadurch bekommt man ein XZ-Archiv von knapp 0,9 GB Gr\u00f6\u00dfe, unkomprimiert sind es gute 5,5 GB. Es l\u00e4sst sich sowohl mit dem Raspberry Pi Imager \u00fcber die Auswahl <strong>Custom<\/strong> oder per balenaEtcher auf die Karte \u00fcberspielen. Ich empfehle bei allen Distributionen, die nicht vom Raspberry Pi OS abstammen lieber Etcher zu nehmen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-10.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"803\" height=\"506\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-10.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9323\" srcset=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-10.png 803w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-10-300x189.png 300w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-10-768x484.png 768w, https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/grafik-10-70x44.png 70w\" sizes=\"auto, (max-width: 803px) 100vw, 803px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Nach einigen Minuten sollte der Vorgang abgeschlossen sein. Anschlie\u00dfend die Speicherkarte entnehmen und in den Raspberry Pi einlegen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Manjaro Xfce Desktop auf dem Raspberry Pi 4<\/h2>\n<p>Beim ersten Start \u00f6ffnet sich der Einrichtungsassistent. Wer Manjaro X86 bereits installiert hat, kennt diesen schon. Dort erscheint der Assistent direkt nach dem Start der Installation. Er fragt Lokalisierungseinstellungen wie Sprache, Zeitzone und Tastaturlayout ab. Au\u00dferdem wird ein Benutzerkonto angelegt. Es dauert weniger als eine Minute, bis die Einrichtung abgeschlossen ist und der Pi neu in das frisch installierte Manjaro startet.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-10h16m53s758.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-10h16m53s758.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9325\"\/><\/a><\/figure>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Leistung &amp; Ressourcenverbrauch<\/h3>\n<p>Frisch installiert sind auf der Speicherkarte 3,6 GB belegt &#8211; verglichen mit dem Raspberry Pi OS wenig. Wobei dies nicht direkt auf Xfce zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, sondern viel mehr die Manjaro Distribution. Beim Arbeitsspeicherverbrauch zeigt sich Manjaro mit etwa 500 &#8211; 600 MB im Leerlauf nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig gen\u00fcgsam. Hier darf aber nicht vergessen werden: Die Desktopumgebung des Raspberry Pi OS basiert auf LXDE und ist f\u00fcr geringen Ressourcenverbrauch optimiert. Manjaro hat diesen Fokus nicht. Wie schon beim Test der minimalen Manjaro-Edition ist diese Distribution daher nicht die erste Wahl, wenn es um maximale Effizienz geht. Daf\u00fcr eignen sich beispielsweise <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/nur-103-mb-alpine-linux-getestet-kleine-simple-und-sichere-linux-distribution-fuer-den-raspberry-pi\/\" title=\"Nur 103 MB \u2013 Alpine Linux getestet: Kleine, simple und sichere Linux-Distribution f\u00fcr den Raspberry Pi\">Alpine Linux<\/a> oder <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/dietpi-das-bessere-rapsberry-pi-os-dietpi-betriebssystem-vorgestellt-dietpi-vs-raspberry-pi-os\/\" title=\"DietPi \u2013 Das bessere Rapsberry Pi OS? DietPi Betriebssystem vorgestellt: DietPi vs. Raspberry Pi OS\">DietPi<\/a> wesentlich besser.<\/p>\n<p>Um Manjaro mit Xfce sinnvoll nutzen zu k\u00f6nnen, sollte der Pi f\u00fcr die meisten Anwendungsf\u00e4lle wohl mindestens 2 GB Arbeitsspeicher haben. Bereits mit einem offenen Fenster und Tab im Browser wird die 1 GB Marke \u00fcberschritten. Wer noch die \u00e4ltere 1 GB Variante besitzt, ist also dementsprechend limitiert. Zwar k\u00f6nnte Linux theoretisch den Swap nutzen, allerdings auf Kosten der Performance.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-10h24m29s743.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"823\" height=\"613\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-10h24m29s743.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9326\"\/><\/a><\/figure>\n<p>Zur Auswahl der Software gibt es einen eigenen Beitrag, da dies ein generelles Thema von Manjaro ist &#8211; unabh\u00e4ngig davon, ob Xfce oder eine andere Desktopumgebung verwendet wird.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bedienung<\/h3>\n<p>Die Xfce Umgebung erinnert ein St\u00fcck weit an Windows. So ist die Leiste unten recht \u00e4hnlich aufgebaut, wie die Taskleiste von Microsofts bekanntem Betriebssystem. Manjaro liefert nicht die originale Xfce-Oberfl\u00e4che aus, sondern eine etwas angepasste. Dies wird z.B. am Logo links unten deutlich. Der grunds\u00e4tzliche Aufbau ist aber \u00e4hnlich. So werden im Anwendungsmen\u00fc links unten die Programme nach Kategorien wie <strong>Grafik, Internet<\/strong> und andere gruppiert. Alternativ l\u00e4sst sich mit <strong>Alle Anwendungen<\/strong> auch eine komplette, alphabetisch geordnete Liste anzeigen. Ein paar grundlegende Programme wie Browser (Firefox), verschiedene Medienplayer zur Wiedergabe von Musik\/Filmen, oder auch ein Taskmanager sind vorinstalliert. <\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-10h27m50s133.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"397\" height=\"529\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-10h27m50s133.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9327\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Dies ist der wohl wesentlichste Unterschied im Vergleich zum Windows Startmen\u00fc. Dort gibt es solche Kategorien nicht, sondern nur eine Liste mit Programmen und daneben seit Windows 10 die Kacheln. Rechts neben dem Anwendungsmen\u00fc lassen sich h\u00e4ufig genutzte Programme anpinnen: Das war unter Windows fr\u00fcher ebenfalls \u00fcblich. Vor einiger Zeit hat Microsoft diesen Bereich mit dem Inhalt der Taskleiste verschmolzen. Der ist bis Windows XP ebenfalls sehr \u00e4hnlich. Unter Windows 7 f\u00fchrte Microsoft die standardm\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Symbole ohne Text ein. Gerade bei einigen Power-Nutzern st\u00f6\u00dft das auf Ablehnung, weil man bei mehreren ge\u00f6ffneten Fenstern mehr Aufwand hat, um das gew\u00fcnschte zu finden.<\/p>\n<p>Weiter rechts bietet Manjaro standardm\u00e4\u00dfig zwei virtuelle Desktops, die erweitert werden k\u00f6nnen. Man bekommt einen zweiten Desktop, ohne ge\u00f6ffnete Fenster. Das kann praktisch sein, um etwa an mehreren Projekten parallel zu arbeiten oder berufliches und privates zu trennen. In Windows vermisst man eine vergleichbare Option Jahrzehnte lang &#8211; erst vor kurzem wurde sie nachger\u00fcstet.<\/p>\n<p>Die letzte Gruppe ist das Gegenst\u00fcck zu Microsofts System Tray. Darin befinden sich Symbole zu im Hintergrund laufenden Programmen sowie verschiedener Systemfunktionen. Etwa sieht man den Status der Netzwerkverbindung. Auch das Verbinden\/Trennen mit z.B. WLAN-Netzen oder Bluetooth-Ger\u00e4ten ist m\u00f6glich. Am Ende steht neben der Zeit noch der angemeldete Systembenutzer.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Manjaro mit Xfce auf dem Raspberry Pi<\/h2>\n<p>Die Xfce-Desktopumgebung ist zwar nicht so sparsam wie die LXDE-Variante des Raspberry Pi OS. Aber sie erf\u00fcllt, was sie verspricht: Schnell, einfach zu bedienen und dennoch ansprechend sowie anpassbar. Auf einem Raspberry Pi 4 mit 4 GB Arbeitsspeicher l\u00e4sst sie sich fl\u00fcssig bedienen. Limitierend ist hier nur die Prozessorleistung des Raspberry Pi. Wobei dies mehr die Programme betrifft &#8211; Xfce als Desktopumgebung l\u00e4uft fl\u00fcssig und ist daher eine interessante Alternative, wenn der Pi mindestens 2 GB Arbeitsspeicher besitzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die auf Arch Linux aufbauende Distribution Manjaro hatte ich mir im letzten Beitrag schon einmal angesehen. Der Fokus lag dort auf der minimalen Konsolen-Edition und den Besonderheiten von Arch, da es sich um eine eigenst\u00e4ndige Distribution handelt. Im Gegensatz dazu basiert das bekannte Raspberry Pi OS auf Debian. 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