{"id":9340,"date":"2022-08-27T19:26:50","date_gmt":"2022-08-27T17:26:50","guid":{"rendered":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/?p=9340"},"modified":"2022-12-12T20:02:33","modified_gmt":"2022-12-12T18:02:33","slug":"raspberry-pi-4-als-desktop-ersatz-mit-manjaro-welche-software-bietet-die-auf-arch-linux-aufbauende-distribution-fuer-arm-wo-sind-die-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/raspberry-pi-4-als-desktop-ersatz-mit-manjaro-welche-software-bietet-die-auf-arch-linux-aufbauende-distribution-fuer-arm-wo-sind-die-grenzen\/","title":{"rendered":"Raspberry Pi 4 als Desktop Ersatz mit Manjaro: Welche Software bietet die auf Arch Linux aufbauende Distribution f\u00fcr ARM? Wo sind die Grenzen?"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag bietet eine \u00dcbersicht, welche Software f\u00fcr den Desktop euch die GNU\/Linux Distribution <strong>Manjaro<\/strong> bietet. <a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/manjaro-auf-dem-raspberry-pi-4-vorstellung-test-performance-und-einstieg-in-gnu-arch-linux-sowie-rolling-releases\/\" title=\"Manjaro auf dem Raspberry Pi 4: Vorstellung, Test, Performance und Einstieg in GNU\/Arch Linux sowie Rolling Releases\">In einem vorherigen Beitrag hatte ich euch gezeigt, wie man die minimale Konsolen-Variante auf dem Raspberry Pi 4 installiert<\/a>. Au\u00dferdem wurden darin die Grundlagen von Arch Linux erl\u00e4utert, inklusive Unterschieden zum auf Debian basierten Raspberry Pi OS. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum sollte man einen Raspberry Pi als <em>Arbeitsstation<\/em> verwenden?<\/h2>\n<p>Die Hauptargumente sind wohl der geringe Platz- und Strombedarf. Unschlagbar klein ist der Raspberry Pi definitiv. Beim Stromverbrauch kommt es stark auf die Alternative an: Verglichen mit einem vollwertigen Desktop-Computer ist ein Pi in der Regel deutlich sparsamer. Vor allem \u00e4ltere Systeme k\u00f6nnen deutlich mehr verbrauchen.<\/p>\n<p>Bei Mini-PCs und Notebooks sieht es dagegen schon anders aus: Einige verbrauchen nur wenig mehr als ein Pi. Gerade Laptops sind f\u00fcr gew\u00f6hnlich bereits auf einen geringen Energiebedarf ausgelegt &#8211; schlie\u00dflich soll der Akku unterwegs m\u00f6glichst lange halten und kaum jemand m\u00f6chte ein durch die Abw\u00e4rme unangenehm hei\u00dfes Ger\u00e4t. Abgesehen von High-End (Gaming) Notebooks ist der Verbrauch mit einem Pi inklusive Bildschirm durchaus vergleichbar.<\/p>\n<p>Auch die Nutzungszeit sollte hierbei beachtet werden. Selbst wenn ein Ger\u00e4t doppelt so viel Strom verbraucht als ein Raspberry Pi, macht sich das auf Dauer ggf. kaum bemerkbar &#8211; wenn es z.B. nur 1-2 Stunden pro Tag l\u00e4uft. \u00c4hnlich wie ein schwerer Oldtimer bei wenigen Fahrten pro Jahr nur wenig Mehrkosten verursacht. Man braucht hier daher nicht so penibel sein wie bei Servern: Durch deren typischen 24\/7 Betrieb entstehen selbst durch wenige Watt Mehrverbrauch schnell Mehrkosten im unteren 2-Stelligen Bereich pro Jahr.<\/p>\n<p>Abgesehen von diesen praktischen Beispielen m\u00f6chte man als Technik-Interessierter vielleicht auch einfach nur mal schauen, was mit einem so kleinen Einplatinencomputer m\u00f6glich ist und wo die Grenzen liegen. Denn vor 10 Jahren war es technisch noch gar nicht m\u00f6glich, sich diese Frage auch nur ann\u00e4hernd ernsthaft zu stellen. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Desktopumgebung?<\/h2>\n<p>Hier fokussieren wir uns dagegen auf die grafischen Installationen, auf denen man allt\u00e4gliche Anwendungen wie das Surfen im Internet, Mails lesen etc. mit einem Raspberry Pi durchf\u00fchren m\u00f6chte. Ich verwende in diesem Post Xfce &#8211; es geht jedoch <strong>nicht<\/strong> in erster Linie um eine spezifische Desktopumgebung! Sondern um die Anwendungsprogramme wie Browser, Mail-Client, Office-Programm usw. Diese kann man unter Xfce nutzen, aber grunds\u00e4tzlich eben so unter Mate, Plasma oder anderen Umgebungen.<\/p>\n<p>Diese beeinflussen Aussehen und Bedienung sowie ggf. die Geschwindigkeit: Eine leichtgewichtigere wird sich &#8211; vor allem auf schw\u00e4cheren Pis &#8211; etwa fl\u00fcssiger Bedienen lassen. F\u00fcr den Aspekt wird es eigene Beitr\u00e4ge zu den Umgebungen geben.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Softwareauswahl<\/h2>\n<p>Auch f\u00fcr Desktop-Systeme steht und f\u00e4llt eine Distribution mit dem Angebot an Software. Vor allem offizielle Paketquellen sind interessant. Nicht jeder m\u00f6chte schlie\u00dflich h\u00e4ndisch Programme installieren oder gar kompilieren &#8211; wenngleich dies alternative M\u00f6glichkeiten sind, um an mehr Software zu kommen, ohne die gesamte Distribution zu wechseln.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">So installiert man neue Programme unter Manjaro ohne Konsole<\/h3>\n<p>\u00dcber das Anwendungsmen\u00fc findet man <strong>Software hinzuf\u00fcgen\/entfernen<\/strong>, das ist quasi der <em>AppStore<\/em> von Manjaro. Dahinter verbirgt sich Pamac, ein Wrapper des Arch Linux Paketmanagers Pacman. Beide hatte ich im ersten Teil bereits vorgestellt. Programme lassen sich sowohl \u00fcber die grafische Oberfl\u00e4che, als auch per Konsole installieren. Eine Besonderheit gegen\u00fcber APT sind hierbei die optionalen Abh\u00e4ngigkeiten. Sie sind nicht zwingend erforderlich, k\u00f6nnen aber das jeweilige Programm um bestimmte Funktionen erweitern. Im Beispiel von Chromium lassen sich damit beispielsweise die Passw\u00f6rter an anderen Speicherorten ablegen. Die im ersten Teil auf der Konsole gezeigte Auswahl gibt es ebenfalls in der grafischen Version in Form eines Dialogs:<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-18h33m18s155.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"744\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-18h33m18s155.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9333\"\/><\/a><\/figure>\n<p>Von der reinen Quantit\u00e4t her kann Manjaro nicht mit dem Raspberry Pi OS mithalten &#8211; zumindest auf der ARM-Architektur. Dennoch ist dieses \u00fcberschaubare Sortiment interessant: Gimp beispielsweise ist unter Raspberry Pi OS auch verf\u00fcgbar, allerdings in einer \u00e4lteren Version. Als Rolling Release Distribution erh\u00e4lt man bei Manjaro neue Software bereits wenige Wochen nach deren Ver\u00f6ffentlichung. Debian und damit auch das Raspberry Pi OS frieren hingegen eine Version pro Betriebssystemversion ein. Innerhalb dieser Version (z.B. Raspberry Pi OS 10) erhalten die Programme nur kritische Fehlerkorrekturen. Neue Hauptversionen gibt es erst in der n\u00e4chsten Hauptversion des Betriebssystems, etwa Raspberry Pi OS 11. Das hat Vor- und Nachteile. Mit Manjaro m\u00fcsste man theoretisch niemals ein Upgrade oder gar Neuinstallation vornehmen.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Browser: Surfen und Videos anschauen<\/h3>\n<p>Im Folgenden schauen wir uns einige typische Anwendungsf\u00e4lle an, die wohl viele von euch auf dem PC oder Laptop durchf\u00fchren. Eine vollst\u00e4ndige Liste w\u00fcrde den Rahmen sprengen &#8211; daher habe ich einige Beispiele ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Obwohl das komplette Betriebssystem nur auf einer (schnellen) Micro-SD Speicherkarte liegt, ist die Bedienung relativ fl\u00fcssig. Wunder darf man allerdings keine erwarten: Vom ersten Start abgesehen dauert es etwa ungef\u00e4hr 5 Sekunden, bis Firefox ge\u00f6ffnet ist. Im Gegensatz zum Raspberry Pi OS setzt Manjaro nicht auf Chromium als Standard-Browser. Der in Firefox vorinstallierte Werbeblocker ist sehr sinnvoll, da vor allem mit Werbung und Trackern verseuchte Seiten den Pi ansonsten stark belasten w\u00fcrden. Beim surfen im Internet muss dennoch immer mal wieder mit der einen oder anderen Gedenksekunde gerechnet werden. Ein etwa 10 Jahre alter AMD FX-4100 ist wesentlich flotter, wenn er mit einer SSD genutzt wird.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend gut funktioniert die Wiedergabe von Videos: Ohne spezielle Einstellungen vorgenommen zu haben, lassen sich selbst Full-HD Videos ruckelfrei abspielen. Lediglich beim Start der Wiedergabe oder wenn man in den Vollbildmodus wechselt, stockt die Wiedergabe kurzzeitig bzw. das Bild bleibt h\u00e4ngen. Nach einigen Sekunden werden selbst die Trailer von Actionfilmen ohne Daumenkino-Effekt abgespielt. <\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-10h46m31s396.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-10h46m31s396.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9328\"\/><\/a><\/figure>\n<p>Das bringt den kleinen 4-Kern Prozessor des Raspberry Pi 4 jedoch an seine Grenzen, er ist nahezu konstant voll ausgelastet. Nebenher in einem zweiten Browsertab zu surfen ist zwar noch m\u00f6glich, jedoch sp\u00fcrbar langsamer als vorher. Bei der Wiedergabe eines YouTube-Videos in 1080p steigt die Temperatur schnell nach oben: An einem moderaten Sommertag mit etwa 22 Grad Temperatur bewegt sie sich bei etwa 75 \u00b0C. Zwar kommt der Film dadurch noch nicht ins Stocken. Doch ab etwa 80 \u00b0C beginn der Pi damit seine Leistung zu Drosseln, um eine drohende \u00dcberhitzung abzuwenden. In einer w\u00e4rmeren Umgebung ist es daher m\u00f6glich, dass die CPU-Leistung dadurch zus\u00e4tzlich gesenkt wird. Dar\u00fcber hinaus sind hohe Temperaturen f\u00fcr die Lebensdauer von Hardware grunds\u00e4tzlich eher schlecht. Aus diesen Gr\u00fcnden ist eine zus\u00e4tzliche K\u00fchlung definitiv zu empfehlen &#8211; vor allem wenn man derart Prozessorlastige Dinge mit dem Ger\u00e4t betreiben m\u00f6chte.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-13h06m47s089.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-13h06m47s089.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9330\"\/><\/a><\/figure>\n<p>Beachtlich ist die Videoleistung vor allem unter dem Gesichtspunkt der fehlenden Hardwarebeschleunigung. Dies l\u00e4sst sich im Firefox <a href=\"https:\/\/fedoraproject.org\/wiki\/Firefox_Hardware_acceleration#Web_page_rendering\" title=\"mit about:support im Bereich Grafik einsehen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">mit <strong>about:support<\/strong> im Bereich <strong>Grafik<\/strong> einsehen<\/a>: <strong>WebRenderer (Software)<\/strong> weist darauf hin, dass die Hardwarebeschleunigung nicht verf\u00fcgbar ist. Unter dem offiziellen Raspberry Pi OS ist sie in Chromium verf\u00fcgbar. Daf\u00fcr betreibt die Organisation aber auch viel Aufwand und muss an jeder neuen Version zus\u00e4tzliche Anpassungen vornehmen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-13h26m46s957.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1298\" height=\"185\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-13h26m46s957.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9331\"\/><\/a><\/figure>\n<p>Wer lieber mit <strong>Chromium<\/strong> (die Basis f\u00fcr den Fork Google Chrome) surft, der kann den Browser ebenfalls sehr leicht nachinstallieren. Da Firefox der Standardbrowser von Manjaro ist, wird Chromium nicht automatisch mit dem Werbeblocker uBlock Origin installiert. Ich habe dies daher von Hand nachgeholt, da der Vergleich ansonsten unfair w\u00e4re. Verglichen mit Firefox reagiert der Browser manchmal einen Ticken schneller, all zu viel nehmen sich die beiden aber nicht. Unter dem Raspberry Pi OS war der Chromium gen\u00fcgsamer im RAM-Verbrauch &#8211; vermutlich aufgrund der speziellen Optimierungen, wie u.a. die Hardwarebeschleunigung.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-18h38m27s950.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-18h38m27s950.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9335\"\/><\/a><\/figure>\n<p>Mittlerweile ist mit Vivaldi ein weiterer Browser verf\u00fcgbar, der allerdings propriet\u00e4r ist. Andere Browser wie Brave haben keine Pl\u00e4ne, an einer Portierung auf ARM zu arbeiten. Wobei Firefox der letzte gro\u00dfe Browser mit eigener Engine ist. Alle anderen relevanten &#8211; inklusive Vivaldi &#8211; nutzen Chromium. In so fern kann man hinterfragen, in wie weit es notwendig ist, zig weitere Browser die ebenfalls auf Chromium basieren auf ARM verf\u00fcgbar zu haben.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein paar g\u00e4ngige Anwendungsf\u00e4lle demonstriert<\/h3>\n<p>Gimp l\u00e4uft \u00fcbrigens erstaunlich gut auf dem Pi mit angeschlossener SSD. Vor allem der erste Start nach der Installation ist besonders tr\u00e4ge. Dies ist aber kein Problem von Gimp, sondern mit einigen anderen Programmen auch zu beobachten. Danach startet die Software ein gutes St\u00fcck schneller. Einfachere Bildbearbeitungen sind \u00fcberhaupt kein Problem und funktionieren mit vollkommen akzeptabler Geschwindigkeit. Erst bei komplexeren Projekten bzw. gro\u00dfen Bildern vermisst man einen vollwertigen PC\/Laptop.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-18h36m47s886.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"960\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-18h36m47s886.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9334\"\/><\/a><\/figure>\n<p>In den offiziellen Paketquellen sind einige n\u00fctzliche Programme zu finden, die unter dem Raspberry Pi OS fehlen. Darunter beispielsweise die Passwortmanager KeePassXC oder Bitwarden und einige weitere. Hier macht sich positiv bemerkbar, dass Arch und damit auch Manjaro weniger konservativ ist, als Debian. Sicherlich gibt es auch andere Wege, wie man nicht unterst\u00fctzte Software dort zum laufen bekommt &#8211; etwa \u00fcber Drittanbieter-Paketquellen, Flatpack oder auch Docker-Container. All diese Methoden sind aber entweder umst\u00e4ndlicher oder bergen Risiken, als f\u00fcr Programme wie z.B. Bitwarden einfach das Paket aus den offiziellen Quellen mit einem Klick installieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-18h39m53s454.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"771\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-18h39m53s454.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9336\"\/><\/a><\/figure>\n<p>F\u00fcr E-Mail Clients statt dem Web-Interface vieler Anbieter gibt es auch heutzutage noch einige gute Gr\u00fcnde: Dazu z\u00e4hlen etwa die Benachrichtigungen oder andere zus\u00e4tzliche Funktionen. Manjaro bietet gleich mehrere Mail-Clients. Thunderbird ist der Klassiker schlechthin. Optisch eher schlicht gehalten, daf\u00fcr bietet er zus\u00e4tzliche Features wie z.B. Kalender, Kontakte, einen RSS-Reader und mehr. Auf dem Raspberry Pi dauert es auch nach dem Start eine Weile, bis er gestartet ist. Alternativ k\u00f6nnen leichtgewichtigere Programme wie Geary oder Evolution genutzt werden. Sie starten etwas z\u00fcgiger, besitzen allerdings auch einen geringeren Funktionsumfang.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-19h37m55s110.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-19h37m55s110.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9341\"\/><\/a><\/figure>\n<p>Dokumente, Tabellen und andere Office-Dokumente k\u00f6nnen sowohl beruflich als auch privat n\u00fctzlich sein. LibreOffice ist ein Komplettpaket aus diversen Programmen. Es l\u00e4uft auf allen g\u00e4ngigen Plattformen inklusive Windows und beherrscht viele Funktionen von Microsoft Office. Teils sogar dar\u00fcber hinaus. Beispielsweise hat man die Wahl zwischen des von Microsoft gepr\u00e4gten Men\u00fcbandes (<em>Ribbons<\/em>) und anderen Alternativen, darunter klassischen Men\u00fcs und weiteren. LibreOffice wirkt auf dem Pi nach ein paar Seiten etwas tr\u00e4ge, Calc gef\u00fchlt noch etwas mehr. Um gelegentlich an Kleinigkeiten zu arbeiten mag das ausreichen. Mehr macht mit dem schwachen Prozessor meiner Meinung nach wenig Spa\u00df. <\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-21h38m29s519.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"750\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-21h38m29s519.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9346\"\/><\/a><\/figure>\n<p>Wer sich mit Programmieren\/Skripten besch\u00e4ftigen m\u00f6chte, wird sich \u00fcber Entwicklungsumgebungen oder umfangreiche Texteditoren wie Visual Studio Code freuen. Schon alleine mit Code kommt man damit auf dem Raspberry Pi recht weit: PHP-Skripte sind etwa auch auf schw\u00e4cheren Ger\u00e4ten kein Problem. Gerade wenn ihr auf bzw. f\u00fcr den Pi etwas programmieren m\u00f6chtet, kann das sogar sinnvoll sein: Ihr k\u00f6nnt etwa ein Python-Skript direkt starten und habt vollen Zugriff auf die GPIO-Pins und andere Hardware. Bei komplexeren Frameworks muss man mit Wartezeiten beim Kompilieren\/Debuggen rechnen &#8211; \u00e4hnlich wie beim Surfen bremst hier der Prozessor.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-19h43m11s551.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-19h43m11s551.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9342\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Visual Studio Code bietet Erweiterungen f\u00fcr nahezu alle g\u00e4ngigen (plattformunabh\u00e4ngigen) Programmiersprachen, die grundlegende Hilfsfunktionen wie z.B. Auto-Vervollst\u00e4ndigung erm\u00f6glichen.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Konsole kann jederzeit genutzt werden<\/h3>\n<p>Wie unter jeder Linux-Distribution muss man daf\u00fcr nicht zwingend die grafische Oberfl\u00e4che verwenden. Man kann &#8211; sowohl lokal als auch per SSH &#8211; wahlweise mit <strong>Pamac<\/strong> oder <strong>Pacman<\/strong> zus\u00e4tzliche Pakete installieren bzw. verwalten. Pacman ist der Paketmanager von Arch Linux, sein Gegenst\u00fcck aus der Debian-Welt ist <strong>APT<\/strong>. Pamac wurde von Manjaro entwickelt, um Pacman zu vereinfachen. Es wird daher empfohlen, m\u00f6glichst Pamac zu verwenden &#8211; sowohl grafisch als auch auf der Konsole. Im ersten Teil findet ihr genauere Infos dazu.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-18h41m32s970.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1028\" height=\"879\" src=\"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/vlcsnap-2022-08-26-18h41m32s970.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9337\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beschleunigung durch SSD?<\/h3>\n<p>Wer die letzten Jahre mit Laptops und Desktop-PCs besch\u00e4ftigt hat, wei\u00df: Magnetische Festplatten sind dort die gr\u00f6\u00dften Bremsen &#8211; zumindest als Systemlaufwerk eingesetzt. Der Raspberry Pi setzt zwar nicht auf Festplatten. Doch Speicherkarten sind nicht gerade f\u00fcr ihre Geschwindigkeit bekannt.<\/p>\n<p>F\u00fcr den weiteren Verlauf bin ich von der Micro-SD Speicherkarte auf eine 128 GB gro\u00dfe SATA-SSD gewechselt. Sie wurde per USB-Adapter am USB 3.0 Port angeschlossen und ist schneller. Das Abbild konnte dadurch deutlich z\u00fcgiger \u00fcbertragen werden, als bei der Karte. Im laufenden Betrieb sollte man sich in dieser Hinsicht aber nicht zu viel davon versprechen: Es machte kaum einen sp\u00fcrbaren Unterschied, ob Manjaro auf der Speicherkarte oder SSD lief. In beiden F\u00e4llen kam es vor allem beim ersten Start von Programmen oder dem Aufrufen einer neuen Internetseite immer wieder zu einigen Sekunden Wartezeit. Der Flaschenhals ist hier eindeutig nicht die Speicherkarte, sondern der Prozessor. <\/p>\n<p>Es gibt andere Gr\u00fcnde, warum man lieber eine SSD statt Speicherkarte einsetzen m\u00f6chte. Einen derartigen Geschwindigkeitsvorteil wie beim Wechsel von Magnetfestplatten kann man hier zumindest mit Manjaro nicht erwarten.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Raspberry Pi mit Manjaro als Desktop-Ersatz?<\/h3>\n<p>Grundlegende T\u00e4tigkeiten wie Surfen funktionieren unter Manjaro. Selbst Videos werden fl\u00fcssig abgespielt, obwohl keine Hardwarebeschleunigung verf\u00fcgbar ist &#8211; dieses Handicap haben nahezu alle alternativen Betriebssysteme f\u00fcr den Pi. Der langsame Prozessor ist vor allem beim Starten von Programmen oder dem Navigieren auf bisher unge\u00f6ffnete Internetseiten sp\u00fcrbar: Hier muss man mit teils einigen Sekunden mehr Wartezeit rechnen.<\/p>\n<p>Obwohl Manjaro \u00fcber eine geringere Paketauswahl verf\u00fcgt, \u00fcberzeugt es durch neuere\/verbreitetere Software, die man unter dem Raspberry Pi OS teils nur auf Umwegen bekommt. Man sollte sich allerdings auch den Nachteilen einer Rolling Release Distribution im klaren sein: Nicht jedes System kann oder m\u00f6chte man w\u00f6chentlich auf die neueste Software aktualisieren. Gerade wenn diese l\u00e4ngere Zeit nicht laufen oder nicht mit dem Internet verbunden sind, kann das zu einer sehr langen und m\u00f6glicherweise fehleranf\u00e4lligen Liste von ausstehenden Aktualisierungen sorgen. Zur t\u00e4glichen Nutzung d\u00fcrfte das dagegen oft eher ein Vorteil sein: Statt regelm\u00e4\u00dfiger gro\u00dfer Upgrades mit ggf. notwendigen Neuinstallationen h\u00e4lt man das System st\u00e4ndig mit kleineren Aktualisierungen auf dem neuesten Stand.<\/p>\n<p>Wenn man damit eben so wenig ein Problem hat wie mit den immer wieder auftretenden <em>Gedenksekunden<\/em>, dann kann der Raspberry Pi 4 zusammen mit Manjaro ein m\u00f6glicher Desktop-Ersatz sein. Sinn macht das in meinen Augen vor allem dann, wenn das System wenig bzw. nur gelegentlich genutzt wird. Interessant kann der Pi auch als Entwickungsplattform sein &#8211; wobei das offizielle Raspberry Pi OS hier aufgrund der breiten Hardwareunterst\u00fctzung ggf. besser geeignet ist.<\/p>\n<p>Ist weniger Geduld vorhanden oder sollen komplexere Dinge erledigt werden, d\u00fcrfte ein Laptop oder Desktop-PC die bessere Wahl sein: Selbst \u00e4ltere Ger\u00e4te bieten mehr CPU-Leistung und sind damit in der Bedienung fl\u00fcssiger &#8211; ausgenommen jene Systeme, die selbst damals schon langsam waren wie etwa Intel Atom Prozessoren. Hier ist auch die Architektur kein Problem. Es sind n\u00e4mlich nicht alle Programme f\u00fcr ARM verf\u00fcgbar. Wer z.B. MS Teams nutzen m\u00f6chte\/muss, <a href=\"https:\/\/docs.microsoft.com\/en-us\/answers\/questions\/85807\/please-support-ms-teams-on-arm64-linux-raspberry-p.html\" title=\"schaut in die R\u00f6hre\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">schaut in die R\u00f6hre<\/a>. Da es sich um propriet\u00e4re Software handelt, kann au\u00dfer Microsoft auch niemand ohne weiteres eine Portierung durchf\u00fchren. F\u00fcr X86 sieht es dagegen besser aus, dort unterst\u00fctzt Microsoft neben Windows auch Linux.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag bietet eine \u00dcbersicht, welche Software f\u00fcr den Desktop euch die GNU\/Linux Distribution Manjaro bietet. In einem vorherigen Beitrag hatte ich euch gezeigt, wie man die minimale Konsolen-Variante auf dem Raspberry Pi 4 installiert. Au\u00dferdem wurden darin die Grundlagen von Arch Linux erl\u00e4utert, inklusive Unterschieden zum auf Debian basierten Raspberry Pi OS. Warum sollte &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":9348,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[671],"tags":[641,829],"class_list":["post-9340","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-raspberry-pi","tag-arch-linux","tag-manjaro"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9340","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9340"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9340\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9865,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9340\/revisions\/9865"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9348"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9340"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9340"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/u-labs.de\/portal\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9340"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}