1. #1
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    Standard Manjaro auf dem Raspberry Pi: Installationsanleitung und Test

    Manjaro Linux erfreut sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit: Die aus Deutschland stammende Distribution befindet sich auf Distrowatch unter den Top 5. Mittlerweile gibt es auch eine ARM-Version, die den Raspberry Pi unterstützt und einige Werkzeuge bereitstellt. Dieser Beitrag zeigt die Installation von Manjaro, geht aber auch auf die Unterschiede zu Debian/Raspberry Pi OS ein - vor allem hinsichtlich der Paketverwaltung, da ein anderer Paketmanager zum Einsatz kommt. Hier geht es zur Textversion mit allen Befehlen und weiteren Hintergrundinformationen.



  2. #2
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    Standard AW: Manjaro auf dem Raspberry Pi: Installationsanleitung und Test

    Ich bin vor einigen Jahren von Ubuntu Linux auf Arch Linux umgestiegen und kann die "Instabilität" von Arch Linux nicht nachvollziehen. Es gibt zwar zwischendurch mal manuelle Eingriffe, die man bei einem Paketupdate machen muss, aber das steht halt auf der Website von Arch Linux. Gelegentlich starte ich Arch Linux (x64) auf dem PC als Entwicklungssystem.

    Ansonsten kann man es auch über Jahre Arch Linux so betreiben und erhält immer fast das neuste an Software. Erfahrungsgemäß funktioniert das bei größeren Distributionen wie Ubuntu Linux und Debian Linux nicht. Da ist man irgendwann zu einer Neuinstallation gezwungen, weil die Upgrade-Skripte nicht vernünftig funktionieren und der Haupt-Support für die aktuelle Distrubutionsversion eingestellt wird.

    Ich würde aber Arch Linux jedoch Manjaro vorziehen. Die paar Befehle bei der Installation, die Manjaro weg automatisiert, kann man auch bei einem Arch Linux auch aus dem Wiki aus der Installationsanleitung herausziehen. Dabei setzt man sich mit dem System besser auseinander. "pacman" vs "paman": Ich nutze "yay", findet man im AUR. Der Syntax von pacman (und yay) ist ungewöhnlich, aber man gewöhnt sich schnell dran.

    Warum kein Ubuntu Linux und Co?
    Besonders die extrem vielen Patches sind bei Ubuntu Linux ein No-Go. Wenn man dann mal einen Bug hat, ist man verloren, denn da kommt man oft in die Maintaining-Hölle:
    Die Maintainer im Upstream sagen, dass es ein Bug durch die Ubuntu-Patches ist, und die Ubuntu-Maintainer sagen, dass es ein Bug Upstream ist. Man wird von Pontius nach Pilatus geschickt und wieder zurück. Beide Seiten fühlen sich nicht zuständig. Mit Arch Linux kriegt man Software so gut wie Upstream, da ist auch das melden von Bugs kein Problem.

    Bei mir zu Hause läuft 24/7 Arch Linux ARM (32bit) auf einem Raspi 3B und stellt pihole (DNS + DHCP) im gesamten Netzwerk bereit. Ich aktualisiere es meistens 1-2 mal im Monat damit die Software darauf nicht zu alt wird.

    Die Einbindung von pihole ins Netzwerk war durch den Plaste-Router nicht gerade einfach. Bei aktiviertem DHCP-Server auf dem Router wird ein in nicht abschaltbares Captive Portal im Netzwerk geschaltet, der DNS-Server gestartet, auch wenn man diesen explizit (!) am Router ausgeschaltet hat. Ich hatte da ein paar Stunden nach einer Lösung gesucht bis ich dann beim Router den DHCP-Server ausgeschaltet und beim pihole den DHCP-Server konfiguriert und eingeschaltet hatte.

    btw: der Betrieb von pihole über LAN-Kabel ist stabiler und schneller als über WLAN.

    Kommentar von Ashnu.

  3. #3
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    Standard AW: Manjaro auf dem Raspberry Pi: Installationsanleitung und Test

    Ich hätte da mal eine grundsätzliche Frage: Wo braucht man als privater Computernutzer ein Betriebssystem ohne vernünftigem User-Interface? Für mindestens 98% der Tätigkeiten, wo ich zur Unterstützung einen Computer einsetze, brauche ich eine direkte (meist grafische) Dialogfähigkeit mit dem gerade benutzten Programm.
    Was macht man also mit einem Computer als Privatmann, der ohne einem grafischen Oberfläche daher kommt?

    Kommentar von sagnet ohnename.

  4. #4
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    Standard AW: Manjaro auf dem Raspberry Pi: Installationsanleitung und Test

    Bei Serverdiensten ist es umgekehrt, da braucht es für die meisten Anwendungsfälle keine grafische Benutzeroberfläche. Es gibt nur wenige Ausnahmefälle, für die eine GUI aus technischer Sicht notwendig ist wie z.B. ein Terminalserver. So was betreibt man als Privatperson eher weniger, klassische Serverdienste wie z.B. ein NAS, einen Blog oder ähnliches dagegen schon eher. Dafür ist eine Konsole völlig ausreichend. Je nachdem was man konkret macht gibt es sogar einige Anwendungsfälle, die man auf der Konsole wesentlich einfacher/effizienter umsetzen kann. Tatsächlich sind grafische Oberflächen historisch gesehen vergleichsweise neu. Früher hat man ausschließlich auf der Konsole gearbeitet, weil die damaligen Computer schlichtweg nicht leistungsstark genug waren. Was den Pi angeht gibt es ansonsten noch etliche Bastelleien, für die es keine bzw. keine Standard-GUI braucht.

    Es kommt natürlich stark auf den Einsatzzweck an. Ich mache vieles auf der Konsole, aber es gibt Tätigkeiten wo das unbequem (Surfen z.B.) bis unmöglich (Bildbearbeitung, Videoschnitt, usw) ist. Aber das ist auch kein Problem, weil GNU/Linux-Distributionen üblicherweise modular aufgebaut sind. Man kann auf diesem minimalen Konsolensystem aus dem Beitrag beispielsweise nachträglich eine Benutzeroberfläche installieren. Falls man also später merkt, dass man doch eine grafische Oberfläche braucht/möchte, muss man dafür nicht zwingend das gesamte Betriebssytem neu installieren.


  5. #5

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    Standard AW: Manjaro auf dem Raspberry Pi: Installationsanleitung und Test

    Hi,
    ich bin besagter User, der die obige Frage gestellt hat (etwas ungewöhnlich, ohne meine Zustimmung meinen Kommentar anderswo zu posten) - aber an @DWM007: Meine Frage wurde wohl nicht verstanden. Es geht jetzt nicht primär darum, ob man am Raspi ein System installiert, welches ohne GUI auskommt. So ein Computer wird wohl nicht oft als Desktop-Rechner eingesetzt, obwohl ich selbst eine der großen Ausnahmen bin. Und es geht auch nicht darum, dass man bestimmte Arbeiten auf der Console effektiver und effizienter erledigen kann - zumindest dann, wenn man die vielen Linux-Befehle kennt.

    Ich lese aber auch anderswo immer wieder, dass Leute auf einem Desktop-Rechner ein Linux ohne GUI installieren. Und genau hier würde es mich interessieren, was genau diese Leute auf ihren Geräten so tun. Denn mir mag nicht viel einfallen, wofür ich so ein Gerät daheim stehen haben will.

    Ein Anwendungsfall ist, wenn man viel programmiert. Programmieren ist aber im Wesentlichen ein Job, mit dem man Geld verdient, also nicht unbedingt das, was ich als "Privater Anwender" bezeichnen würde. Was vielleicht auch noch geht, ist Mailing. Wobei: Heute ist das auch nicht mehr so leicht, mit einem Mail-Client zu arbeiten, der keine GUI hat. Viele Mails haben heute jede Menge Bilder dabei oder laden diese vom Server des Absenders herunter. All das würde mir ja entgehen, wenn ich auf einer reinen Text-Console unterwegs bin.

    Darum nochmal die Frage: Was machen die sich im Netz immer wieder deklarierenden, privaten Anwender mit einem Betriebssystem auf einem potenten Desktop-Rechner ohne GUI?

    Zur Info: Ich habe etwa 35 Jahre meiner beruflichen Laufbahn auf Mainframes gerarbeitet und weiß sehr wohl, was auf einem Rechner möglich ist, welches nur eine reine Text-Console kennt. Aber wer hat denn einen Mainframe daheim stehen? Und wofür?

  6. #6
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    Standard AW: Manjaro auf dem Raspberry Pi: Installationsanleitung und Test

    Hi und Willkommen! Den Teil habe ich - im Bezug auf den Raspberry Pi - in dem Beitrag auch beantwortet: Server und sonstige Bastelleien, wo eine grafische Oberfläche eher Ballast wäre. Das sind dann meist keine Desktops, richtig. Dass jemand auf einer Arbeitsstation ein Betriebssystem komplett ohne grafische Oberfläche nutzt, habe ich bisher nur sehr selten gesehen und daher im vorherigen Beitrag nicht erwähnt. Es gibt Menschen, die Minimalismus möchten. Bei den einen heißt das, statt einer relativ schwergewichtigen Desktopumgebung wie Gnome nutzt man lieber i3 bzw. baut sich mit Arch seine eigene Distribution. Wem das nicht weit genug geht, der verzichtet dann wie du angesprochen hast komplett auf die grafische Oberfläche - sozusagen die "radikale" Variante des Minimalismus.

    Damit kann man schon einiges machen. Es gibt Textbrowser, Mails kann man wie du schon gesagt hast auch auf der Kommandozeile lesen. Die Bilder fehlen dann, klar. Aber für informelle Mails reicht das oft. Jemand der solchen Minimalismus lebt, ärgert sich über bildlastige Mails eher und wird wohl auch mal dazu geneigt sein sie zu löschen, wenn das Überhand nimmt. Fefe macht das beispielsweise so, der hat mal gepostet, dass man ihm gar keine Bilder zu schicken braucht, weil er seine Mails normal auf einem Terminal ließt. Die Denkweise "das würde mir entgehen" wird es daher aus Sicht solcher Menschen nicht geben. Das ist ein Stück weit wie wenn jemand aus dem System "aussteigt", also in eine Holzhütte ohne Wasser/Strom/Internet etc. zieht. Der wird auch nicht sagen "Aber dann kann ich ja nicht mehr Fernsehen schauen, im Internet surfen etc". Der will ja genau das, während jemand wie ich z.B. aus diesen Gründen zumindest dauerhaft wohl eher nicht aussteigen würden.

    Vim ist für alle Textdateien auch recht mächtig, der kann ja auch z.B. mehrere Dateien in Tabs öffnen. Auf Terminalebene geht das mit tmux auch, da hat man ja sonst schnell das Problem, dass man irgendwas parallel öffnen möchte, aber es nur ein Fenster gibt. Bei manchen Kernelentwicklern könnte ich mir so was vorstellen. Da macht ein leistungsstarker PC in der Kombination durchaus Sinn, weil das kompilieren CPU-Lastig ist. Für einfache Aufgaben wie Mails lesen oder surfen würde dagegen auch ein schwacher Rechner reichen, weil das effizienztechnisch natürlich schon besser ist, wenn die gesamte GUI wegfällt. Oder eben andere größere Projekte. Wobei wir mit diesem Nutzungsverhalten selbst innerhalb von ITlern mMn weit von einer größeren Gruppe entfernt sind - ähnlich wie bei denen, die sagen, Haus entrümpeln reicht nicht, es muss der Umzug in die Holzhütte sein. Die setzen dann eben auch nicht auf eine schlankere Desktopumgebung, sondern lassen sie ganz weg.

    Zitat Zitat von S.O. Beitrag anzeigen
    Ein Anwendungsfall ist, wenn man viel programmiert. Programmieren ist aber im Wesentlichen ein Job, mit dem man Geld verdient, also nicht unbedingt das, was ich als "Privater Anwender" bezeichnen würde.
    Sehe ich beides anders: Es gibt mehr quelloffene Software denn je. Ein Großteil davon wird von privaten Entwicklern in ihrer Freizeit ehrenamtlich gepflegt und das durchaus auch große Projekte wie z.B. GNU/Linux mit einem erheblichen Teil seines Ökosystems. Als Entwickler würde ich aber definitiv nicht an einer Workstation ohne grafische Oberfläche arbeiten wollen - unabhängig davon, ob ich an dem Projekt in meiner Freizeit arbeite oder dafür bezahlt werde. Es würde funktionieren, aber eben aus meiner Sicht heraus nicht so komfortabel und effizient. Ähnlich wie mit nur einem kleinen Bildschirm arbeiten. Da werden Menschen die ausschließlich auf der Konsole arbeiten, sicherlich komplett anderer Meinung sein. Ist ja auch in Ordnung und mit GNU/Linux kein wirkliches Problem: Gerade weil man es für so ziemlich alles anpassen kann, gibt es immer ein paar Leute, die das auch ausreizen. Sei es durch selbst kompilieren des Kernels (mit vllt noch speziellen Flags, die ein paar ms Bootzeit rauskitzeln), Portieren auf uralte Geräte (Nokia Handy zB hat mal einer gemacht), einer eigenen Distribution oder eben einem minimalen Desktop-Computer, der sich nur per Konsole bedienen lässt. Von dem her mache ich mir da nicht so viele Gedanken. Für mich ist eine schlankere Desktopumgebung (Xfce4) ideal, läuft auf jedem Gerät flott und ich kann jeweils das beste aus beiden Welten nutzen, Headless kommt nur auf Server und Pis

    Zitat Zitat von S.O. Beitrag anzeigen
    Aber wer hat denn einen Mainframe daheim stehen? Und wofür?
    Mir ist ein einziger Fall bekannt: In den USA hat ein 18 Jähriger einen gebraucht zum Spottpreis gekauft, weil er sich dafür interessierte. Das Ding wog eine Tonne und die hatten Mühe, den ins Haus der Eltern zu bekommen. Dort mussten Türen verbreitert, Starkstrom verlegt werden usw. Das dürften also noch mal ein paar weniger sein, die auf ihrer Arbeitsstation komplett auf grafische Oberflächen verzichten


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