1. #1
    Avatar von Fritz
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    Standard Verwirrende Rabatte im Supermarkt!

    Bequem bezahlen und Sonderangebote genießen: Supermarkt-Apps spionieren dich aus. u-labs.de
    Streit um Werbeprospekt – Penny gewinnt in zweiter Instanz. Richter entscheiden zugunsten des Discounters und heben das erstinstanzliche Urteil auf. Abgeschlossen ist der Fall damit jedoch nicht. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was darf Werbung, und was nicht? Stern.de
    Klage gegen PENNY Markt GmbH. Rabatt wird nur bei Verwendung der App gewährt. Allgemeine Verfahrensdaten. Verbraucherzentrale.de
    Alles wird teurer, jeder ist bestrebt zu sparen und liest die Angebotsprospekte der Supermärkte und Discounter. Wer die Werbeblätter durchliest, wird feststellen, dass die Angebote nicht immer für alle Kunden gelten. Viele Angebote gelten lediglich für eine Personengruppe mit der App auf dem Smartphone.
    Die Verbraucherzentrale klagte, dass lediglich Kunden mit der App die Angebote erhalten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt sind 12% der Menschen in Deutschland sogenannte "offliner". Nach Ansicht der Verbraucherzentrale werden die "offliner" diskriminiert und können die Angebote nicht annehmen.
    Das OLG Hamm wies die Klage mit der Begründung ab, dass Kunden die Angebote annehmen möchten die Möglichkeit haben die App zu installieren und ihre persönlichen Daten preisgeben können. Alternativ haben Kunden ohne Smartphone die Möglichkeit in einem anderen Laden einzukaufen.

    Installierst du die App um zu sparen oder kaufst du in einem Laden ein der Rabatte ohne App gibt?

  2. The Following User Says Thank You to Fritz For This Useful Post:

    Darkfield (18.05.2026)

  3. #2

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    Standard AW: Verwirrende Rabatte im Supermarkt!

    Einzeln betrachtet ist jede App harmlos: Payback, Lidl Plus, Penny, DM, Rewe etc.
    Aber in Summe entsteht ein Zustand, in dem man entweder überall seine Daten verteilt oder überall den vollen Preis zahlt. Diese kumulative Wirkung kommt im Einzelurteil nie vor, weil jedes Gericht nur den konkreten Fall sieht. Genau deshalb halte ich den Vorstoß der Verbraucherzentrale für berechtigt, selbst wenn er juristisch gescheitert ist, denn manchmal muss man verlieren, um eine Debatte zu öffnen.

    Zum ersten Mal in der Geschichte des Einzelhandels zahlen zwei Menschen, die nebeneinander an der Kasse stehen und exakt dasselbe Produkt kaufen, unterschiedliche Preise und das nicht wegen einer Verhandlung, eines Coupons, den der eine zufällig fand oder eines Stammkundenrabatts mit jahrelanger Bindung, sondern weil der eine bereit war, sein Verhalten (dauerhaft) tracken zu lassen und der andere nicht.
    Das klingt erstmal banal, ist es aber nicht. Denn damit wird Privatsphäre messbar in Euro. Penny sagt dir buchstäblich beispielsweise: "Deine Daten sind uns 30 Cent auf den Joghurt wert."

    Wir haben jahrzehntelang darüber diskutiert, ob persönliche Daten ein Grundrecht sind oder eine Ware. Diese Debatte ist mit den Supermarkt-Apps stillschweigend entschieden worden: sie sind eine Ware, mit Marktpreis und der Preis ist erstaunlich niedrig. Niedriger als die meisten denken, wenn man hochrechnet, was Penny und andere Ketten mit aggregierten Einkaufsprofilen tatsächlich verdient oder weitergibt.

    Wenn Privatsphäre einen Marktpreis hat, dann hat sie auch eine soziale Verteilung. Wer reich ist, kann sich Privatsphäre leisten, denn er zahlt am Ende die 30 Cent (hier als Beispiel, siehe oben) mehr ohne nachzudenken. Wer arm ist, muss seine Daten verkaufen, um über die Runden zu kommen. Datenschutz wird damit zu einem Luxusgut.

    Juristisch kann ich das Urteil des OLG Hamm jedoch nachvollziehen: Niemand wird gezwungen, bei Penny einzukaufen und die regulären Preise gelten weiterhin für alle. Es ist eher eine Rabattaktion mit Bedingung, vergleichbar mit klassischen Kundenkarten oder Coupons aus der Zeitung. Auch die musste man sich früher aktiv besorgen.

    Trotzdem finde ich den Trend problematisch und zwar aus zwei Gründen.
    Erstens ist die Bezeichnung "Rabatt" inzwischen nicht mehr zutreffend. Wenn ein großer Teil des Sortiments dauerhaft nur mit App zum vermeintlichen Aktionspreis erhältlich ist, dann ist das de facto kein Rabatt mehr, sondern ein Aufpreis für alle, die ihre Daten nicht hergeben. Das ist ein Unterschied: psychologisch und gefühlt auch ethisch. Lidl Plus, Penny, Rewe, Kaufland etc. ziehen mittlerweile mit und in Summe entsteht ein "faktischer Zwang".
    Zweitens trifft das nicht nur die genannten "12% Offliner". Es sind überproportional ältere Menschen, Menschen mit geringem Einkommen und auch Datenschutzbewusste. Gerade Erstere zwei Gruppen sind aber diejenigen, die auf Sparangebote am meisten angewiesen sind. Das ist zwar keine Diskriminierung im juristischen Sinn, aber sozial unschön.

    Der Datendeal ist intransparent: vermeintlich harmlose Daten wie Einkaufsmuster, Standort oder Zeitprofile sind erstaunlich aussagekräftig. Damit lassen sich erstaunlich präzise Profile bauen, wie zum Beispiel Lebenssituation, Gesundheit, finanzielle Lage. Der Ersparnis-Vorteil ist real, aber selten so groß wie er beworben wird. Preisvergleich zwischen Märkten und Eigenmarken bringt in der Regel meist mehr als jede App-Aktion.

  4. #3
    Avatar von Darkfield
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    Standard AW: Verwirrende Rabatte im Supermarkt!

    Tja, in einer Zeit wo das Smartphone und die KI (also die Katzen Intelligenz) wichtiger ist
    als die natürliche Intelligenz kann doch von keinem verlangt werden das er sein Hirn benutzt!

    Smartphonezombies!
    Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)
    Die zwei häufigsten Elemente im Universum sind Wasserstoff und Blödheit. (Yonathan Simcha Bamberger)
    Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren. (Albert Einstein)
    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. (Dante)
    Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, dass man recht haben und ein Idiot sein kann. (Martin Kessel)
    Doofheit ist keine Entschuldigung.

    Der Glaube ist die Wissenschaft, die mit Wissen Leiden schafft!

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