StartseiteRaspberry PiRaspberry Pi 4 Einstieg: Was braucht man für den Einstieg und warum? Einkaufsliste für Anfänger erklärt (Text + Video)

Raspberry Pi 4 Einstieg: Was braucht man für den Einstieg und warum? Einkaufsliste für Anfänger erklärt (Text + Video)

Gerade beim neuesten Raspberry Pi 4 hat sich doch einiges im Vergleich zum Vorgänger getan. Was benötige ich also für den Einstieg? Diese häufig gestellte Anfängerfrage möchten wir im Folgenden beantworten.

Einkaufsliste: Das brauchst du für den Einstieg in den Raspberry Pi 4

Welchen Raspberry Pi 4 soll ich nehmen?

Erst mal natürlich den Raspberry Pi 4 selbst. Diesen gibt es in drei verschiedenen Varianten, die sich durch den Arbeitsspeicher unterscheiden: 2 GB, 4 GB und seit einigen Monaten sogar in 8 GB. Anfangs gab es auch eine 1GB Variante – sie wurde inzwischen jedoch eingestellt. Wie viel Speicher es sein sollte, hängt von der Anwendungsart ab: Für kleine Elektronikbastelleien reicht die 2GB Variante völlig aus. 4 GB ist ein guter Mittelweg, wenn ihr mehrere Anwendungen installieren möchtet, die etwas mehr Speicher brauchen. 8 GB sind nur notwendig, wenn die Anwendungen besonders speicherhungrig sind – etwa Java-Programme die eine Elasticsearch benötigen.

Man sollte aber bedenken: Der Arbeitsspeicher ist aufgelötet. Entscheidet man sich für eine kleinere Version und braucht mehr Speicher, muss ein neuer Pi gekauft werden.

Wenn ihr euch unschlüssig seid, empfehle ich 4GB, also die Mitte. Damit seid ihr flexibel und habt noch etwas Reserve, was ja gerade beim basteln wichtig ist.

Stromversorgung

Zur Stromversorgung ein Netzteil mit 5V und mindestens 3A. Achtung: Seit dem Pi 4 wird USB Typ C genutzt. Ein vorhandenes Micro-USB Netzteil kann mit einem Adapter weiterverwendet werden, sofern es genügend Leistung besitzt – dies lässt sich auf dem Typenschild erkennen. Für einen Neukauf empfiehlt sich das offizielle Raspberry Pi Netzteil, welches ihr hier seht.

Speicherkarte für das Betriebssystem inkl. Lesegerät

Das Betriebssystem wird auf eine MicroSD-Karte installiert. Die Karte sollte mindestens 8GB groß sein – besser sind 16GB oder mehr, so habt ihr noch etwas Luft für die Zukunft. Bei den heutigen Preisen ist dies kein Problem, derzeit bekommt man 64 GB Karten schon für um die 10€. Ich empfehle nicht zu langsame Karten zu nehmen, am besten Klasse 6 und aufwärts.

Da das Betriebssystem einmalig auf die Speicherkarte geschrieben werden muss, braucht ihr einen entsprechenden Kartenleser für Micro-SD Karten. Sollte keiner vorhanden sein, prüft ob ein SD-Kartenleser vorhanden ist. Das sind die älteren, größeren Karten. Manche Micro-SD Karten enthalten einen Adapter von SD auf Micro-SD, in diesem Falle ist also kein Kartenleser nötig. Alternativ gibt es für kleines Geld externe USB-Kartenleser, die alle gängigen Formate unterstützen. Dieser hier kann sogar Micro-SD Karten direkt ohne Adapter auslesen.

Weitere Teile für den Anschluss an einen Bildschirm mit grafischer Oberfläche

Das ist die minimalste Ausstattung für den Anfang. Möchtet ihr den PI an einen Bildschirm anschließen, benötigt ihr einen Adapter oder ein entsprechendes Kabel – denn der Raspberry Pi 4 besitzt zwei Micro HDMI Anschlüsse. Sowohl Adapter als auch Adapterkabel funktionieren, der Adapter bietet sich an, wenn ihr bereits genug HDMI-Kabel habt und ggf. den Bildschirm wechseln möchtet, ohne das komplette Kabel ausstecken zu müssen.

Am besten schaut ihr zudem, welche Anschlüsse euer Bildschirm oder Fernseher besitzt und welche davon noch frei sind. HDMI besitzt heutzutage nahezu jedes Gerät. Aber wenn ihr den Raspberry Pi mit einem anderen Gerät wie z.B. einem PC an einem Bildschirm betreiben möchtet, ist eventuell nur ein Displayport oder anderer Anschluss frei und ihr braucht einen zusätzlichen Adapter.

Wenn euer Pi ein Server werden soll oder ihr diesen ausschließlich per SSH über einen anderen Computer steuert, ist dies nicht notwendig.

Wird jedoch ein Bildschirm angeschlossen, braucht ihr Tastatur und Maus. Grade dann wenn der Pi nicht dauerhaft damit verbunden ist sondern ihr eher experimentiert, ist eine Tastatur mit eingebautem Touchpad ggf. praktisch wie die Logitech K400 Plus. Grundsätzlich kann man aber jede USB-Tastatur und Maus verwenden – es ist also keine Neuanschaffung notwendig, wenn ihr bereits entsprechende Geräte besitzt.

Brauche ich ein Gehäuse?

Ein Gehäuse ist für den Anfang nicht zwingend notwendig, aber sinnvoll. Spätestens wenn euer Raspberry einen festen Einsatzzweck bekommt, sollte man sich darüber Gedanken machen.

Wie viel kostet der Einstieg in die Raspberry Pi 4 Welt?

Von den Kosten her könnt ihr für den Raspberry Pi inklusive Netzteil mit ungefähr rund 60€ bis 75€ rechnen, bei der größten Version mit 8GB Arbeitsspeicher etwa 95€. Falls ihr euch für ein Gehäuse entscheidet, kommen ca. 5-25€ dazu. Immer wieder gibt es auch verschiedene Sets, die alle drei Komponenten zusammen anbieten.

Zubehör für Elektronik

Alles weitere hängt davon ab, in welche Richtung es gehen soll. Möchtet ihr mit Elektronik wie z.B. LEDs, Sensoren & co. arbeiten, empfehlen sich ein paar weitere Bauteile als Grundlage:

Sogenannte „Breadboards“ eignen sich perfekt, um verschiedene Bauteile wie z.B. Sensoren aufbauen zu können – ohne direkt löten zu müssen, sodass man problemlos den Aufbau ändern kann. Praktisch ist auch, dass es unten „Stromschienen“ gibt. Dadurch reicht etwa ein einziges Massekabel zum Pi, um mehrere Bauteile anzuschließen.

Für den Anschluss des Breadboards bieten sich „Jumper-Kabel“ an:

Female auf Male, also Stecker auf Buchse. Die Buchse wird auf die GPIO-Pins vom Raspberry gesteckt, mit dem Stecker verbindet ihr diesen mit dem Board.

Um auf dem Board selbst Bauteile miteinander zu verbinden, braucht ihr „Male auf Male“. Diese Kabel haben an beiden Enden Stecker.

Ansonsten macht es Sinn, ein paar grundlegende Elektrikbauteile wie Widerstände, Leuchtdioden, Taster etc. zu haben. Gerade wenn ihr in dem Bereich noch nichts besitzt, würde ich ein Kit empfehlen. Das Elegoo Electronic Fun Kit enthält ein Bradboard, beide angesprochene Kabeltypen und eine Reihe von interessanten Bauteilen als Basis.

Weiteres Zubehör

Zusätzlich gibt es eine ganze Reihe an Komponenten die man über den Raspberry Pi betreiben kann: Von Sensoren, etwa zur Messung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Ultraschall und mehr über Bauteile wie LED-Matritzen, Servos bis hin zur kompletten Wetterstation oder Sprachsteuerung sind die Möglichkeiten vielfältig. Sofern ihr kein konkretes Projekt im Blick habt, ist es eine gute Idee, erst einmal die Grundlagen zu erlernen – und sich danach umzuschauen, was genau einen aus diesem Bereich interessiert.

Der Preis für Sensoren und anderes Zubehör variiert, manche kosten nur wenige Cent oder Euro. Komplexere sind etwas teurerer, doch man sieht einen großen Vorteil des Raspberry Pi: Er ist günstig. Für unter 100€ kann man mit einem gewissen Grundzubehör einsteigen. Und nach Bedarf erweitern, wenn man das möchte.

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