StartseiteNewsAnschläge während des Länderspieles in Paris am 13.11.2015
In Paris kam es beim Länderspiel gegen Deutschland zu zahlreichen blutigen Übergriffen (Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de)
In Paris kam es beim Länderspiel gegen Deutschland zu zahlreichen blutigen Übergriffen (Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Anschläge während des Länderspieles in Paris am 13.11.2015

Empfehle diesen Artikel deinen Freunden:Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on LinkedIn
Linkedin

Am späten Freitagabend des gestrigen 13.11.2015 fand im Stadion Stade de France das Länderspiel gegen Deutschland statt. Dabei kam es zu mehreren Anschlägen: Die Zuschauer konnten Explosionen hören, die sich vor dem Stadion ereigneten. Aber auch andere Örtlichkeiten wie Restaurants wurden angegriffen – Nach derzeitigen Informationen kam es an mindestens sechs verschiedenen Orten zu Übergriffen.  Der französische Präsident François Hollande verhängte daraufhin den Ausnahmezustand in ganz Frankreich und bezeichnete die Vorfälle als „bisher nie dagewesene Terrorangriffe“.

Die Medien überschlagen sich derzeit mit Meldungen. Alleine Spiegel Online hat am heutigen Samstag bereits 15 Artikel veröffentlicht, obwohl die Anschläge erst etwa 15 Stunden zurück liegen. Im folgenden wollen wir die wichtigsten Informationen zu den Anschlägen in Frankreich zusammenfassen.

Was ist passiert?

  • Vor dem Stadion Stade de France kam es während der ersten Halbzeit zu insgesamt drei Explosionen. Eine davon soll laut Ermittlern durch einen Selbstmordattentäter ausgelöst worden sein, vermutlich mit einem Sprengstoffgürtel. Das Spiel wurde regulär fortgesetzt, um eine Massenpanik zu vermeiden. Später ließ sich ein Chaos nicht vermeiden, bis auf wenige Ausnahmen gelangten die Menschen später jedoch relativ ruhig nach außen. Es kam zu mindestens vier Todesopfern sowie zahlreichen Verletzten. Insgesamt befanden sich 70.000 Menschen im Stadion.
  • Die im Zentrum liegende Konzerthalle Bataclan wurde von mehreren um sich schießenden Terroristen gestürmt. Sie nahmen mehrere der 1500 Zuschauer als Geiseln. Drei der Angreifer töteten sich durch zünden eines Sprengstoffgürtels selbst. Durch das spätere Eingreifen der Polizei kam es zum Feuergefecht, bei dem einer der Angreifer ums Leben kam. Es gibt unterschiedliche Angaben zur Zahl der Todesopfer, derzeit wird von mindestens 70 ausgegangen. Laut Aussagen der Polizisten soll es sich bei den Tätern um jungen Männern mit Maschinengewehren gehandelt haben. In der Halle spielte die aus Kalifornien stammende Band Eagles Of Death Metal.
  • Nach Schüssen in einem Restaurant wurden mehrere Menschen getötet. In zwei Cafés die sich ebenfalls im Zentrum von Paris befinden wurden jeweils 14 und 18 Gäste getötet.
  • Auf dem Boulavard Voltaire soll ein Attentäter seinen Sprengstoffgürtel gezündet haben – Details über die Anzahl der Opfer sind bislang unbekannt.

Bislang ist bekannt, dass mindestens 120 Menschen bei den Anschlägen getötet wurden. Weitere 200 wurden verletzt, 80 davon schwer. Von den insgesamt acht Angreifern haben sich sieben in die Luft gesprengt, einer wurde von Sicherheitskräften erschossen. Weitere Details über die Terroristen sind bislang nicht bekannt. Ebenfalls nicht abschließend geklärt ist die Frage, ob es weitere Schützen gab, die möglicherweise entkommen konnten.

Aktuelle Konsequenzen

In Frankreich wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, die Menschen sollen in ihren Häusern bleiben. Zudem hat Hollande die Schließung der Grenzen veranlasst, um weitere Anschläge zu verhindern. Auch die Mobilisierung von 1500 zusätzlichen Soldaten soll diesem Zweck dienen. Die zeitweise gesperrte Métro-Bahn fährt zwar wieder. Öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Universitäten bleiben am heutigen Samstag jedoch geschlossen. Auch alle für das Wochenende geplanten Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Die Polizei sprach ein öffentliches Versammlungsverbot aus.

Reaktionen der Politik

Merkel ließ wie gewohnt verlauten, dass ihre Gedanken bei den Opfern, Ihren angehörigen sowie den Menschen in Paris sind. Zeitgleich kündigte sie aber auch an, einen „[gemeinsamen] Kampf gegen die führen, die ihnen so Umfassbares angetan haben“. „Wir stehen an der Seite Frankreichs!“ twitterte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Bundespräsident Joachim Gauck teilte seine Bestürzung über die Anschläge mit. Aber auch der türkische Staatsprüsident Recep Tayyip Erdogan sprach den Französischen Volk sein Beileid aus.

Der Amerikanische Präsident Barack Obama verurteilte die Anschläge als „abscheulichen Versuch, unschuldige Zivilisten zu töten“. Würde es nicht um Menschenleben gehen, müsste man bei dieser Aussage grinsen – Sind in den letzten 9 Jahren alleine 3600 Menschen durch Drohnenangriffe getötet wurden, unter denen sich alleine 950 Zivilisten befinden. Viele davon wurden von Obama persönlich genehmigt. Dem Friedensnobelpreisträger wird außerdem das Zitat „Ich bin gut darin, Leute zu töten“ zugeschrieben.

Daher überrascht es wenig, dass der US-Präsident „jede Unterstützung“ anbietet, die Frankreich benötigt. „Wir werden tun, was immer auch getan werden muss, um diese Terroristen zur Verantwortung zu ziehen“ sagt Obama. Wenn die Kriese in den nächsten Tagen bewältigt ist, will er mit dem französischen Präsidenten in Kontakt treten.

Der Französische Präsident kündigt unterdessen bereits Rache an:

Wir wollten hier sein, zwischen denen, die grauenvolle Dinge gesehen haben, um zu sagen, dass wir den Kampf führen werden, der erbarmungslos sein wird.

Die Terroristen wollen uns in Angst und Schrecken versetzen. Man kann Angst haben, man kann Schrecken verspüren“, sagte er. „Aber dem Entsetzen steht eine Nation gegenüber, die weiß, wie sie sich verteidigt. Die weiß, wie sie ihre Kräfte sammelt. Und die einmal mehr wissen wird, wie sie die Terroristen besiegen wird.

Darüber hinaus haben zahlreiche weitere Politiker aus verschiedenen Ländern ihr Beileid sowie teilweise auch ihre Unterstützung bekundigt.

Wer ist verantwortlich?

Der Islamische Staat (kurz IS) hat sich in einem Bekennerschreiben am Samstag Mittag zu den Anschlägen bekannt. Laut Aussagen des IS wurde das Stadion ausgewählt, weil sich der französische Präsident Hollande dort während des Spiels aufgehalten hatte. Die Konzerthalle wurde vom IS als „perverse Feier“ betitelt. Neben der Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed durch Frankreich wird der Angriff mit den Luftangriffen gegen den IS begründet, die Frankreich seit Ende September 2015 fliegt. Laut dem IS gab es 8 Angreifer, sodass alle von ihnen bei dem Anschlag ums Leben kamen.

Über DMW007

Schreibe einen Kommentar