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ADB (Android Debug Bridge) und Fastboot unter Windows ohne Installation nutzen

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ADB und Fastboot sind nicht nur unter Android-Entwicklern verbreitete Werkzeuge: Sie finden auch zur Installation von freien Custom-ROMs rege Verwendung. Fastboot ermöglicht es, benutzerdefinierte Images zu Flashen. Beispielsweise einen Bootloader, mit dem später eine Custom-ROM gestartet werden kann. Google hat die Werkzeuge in die Entwicklungsumgebung Android Studio integriert. Wer lediglich Custom-ROMs flashen und nicht selbst entwickeln möchte, installiert sich damit viel unnötige Software auf dem Computer. Zwar existieren im Internet viele Links zu den reinen Binarys. Allerdings handelt es sich dabei nicht nur oft um veraltete, sondern auch höchst fragwürdige Quellen. Dieser Artikel soll daher zeigen, wie man sich die minimalistische Version aller Binarys aus offiziellen Google-Quellen laden kann.

SDK Platform Tools

Mittlerweile hat Google die Problematik erkannt und bietet die sogenannten SDK Platform Tools zum Download an. Sie enthalten Binarys der wichtigsten Android-Werkzeuge, wie u.a. ADB und Fastboot. Das angebotene ZIP-Archiv ist lediglich etwa 4,5 MB groß, sodass keinerlei unnötige Abhängigkeiten auf dem System landen. Darüber hinaus handelt es sich um eine portable Version. Das Archiv kann somit an einen beliebigen Pfad entpackt werden. Anschließend öffnet man den Ordner und startet eine Shell (CMD oder PowerShell). Sofort können die Tools genutzt werden, ohne Reste auf dem Computer zu installieren. Damit eignet sich diese Lösung auch, falls beispielsweise der PC eines Freundes genutzt werden soll. Nach dem Flashen genügt es, den Ordner zu löschen.

Hinweis für PowerShell-Nutzer

Die PowerShell bietet sich als moderner Ersatz zur jahrzehnte alten CMD unter Windows an. Zu beachten ist, dass der Aufruf sich hier leicht unterscheidet: Ihr müsst einen Punkt sowie Backslash vor die ausführbare Datei setzen, wie im obigen Screenshot gezeigt.

Wie kann ich ein Image flashen bzw. eine Custom-ROM installieren?

Zunächst muss der Bootloader entsperrt werden, sodass ein geeigneter Bootloader installiert werden kann. Beides variiert je nach Hersteller und Modell. TWRP ist beispielsweise ein bekannter Bootloader, der viele aktuelle und auch ältere Smartphone-Modelle unterstützt. Wichtig ist, dass dieser mit dem zu flashenden Handy kompatibel ist. Im nächsten Schritt kann dann die Custom-ROM über den Bootloader installiert werden. Auch hier ist es vom Modell und Hersteller abhängig, wie viele ROMs zur Verfügung stehen, welche Android-Version diese einsetzen und ob es sich um offizielle/inoffizielle Builds handelt. LineageOS ist als Weiterentwicklung von Cyanogen eine der größten freien Android-Implementierungen auf dem Markt und unterstützt eine Vielzahl von Smartphones. Offiziell unterstützte Geräte kommen hier sogar in den Genuss von OTA-Updates: Das Smartphone kann mit wenigen Handgriffen aktualisiert werden, ohne zuvor das neuste Update per PC herunterzuladen und die Installation anzustoßen.

Generell sind die Möglichkeiten vielfältig und stark vom eingesetzten Gerät abhängig. Daher kann an dieser Stelle nur ein grober Einblick in den Ablauf gegeben werden. ADB und Fastboot sind oft die ersten Werkzeuge in diesem Prozess. Wobei es auch hier Ausnahmen gibt, wie etwa bei Xiaomi-Smartphones. Am wichtigsten ist es daher, die exakte Modellbezeichnung seines Smartphones zu kennen und nur kompatible Software einzusetzen. Vor allem Anfänger sollten ausführlich recherchieren und im Zweifel lieber einen anderen Weg versuchen, wenn sie sich nicht sicher sind, ob die gewünschte Software zur Hardware passt. Ist dies nicht der Fall, kann dies zu mehr oder weniger großen Problemen führen – bis hin zur Zerstörung des Gerätes!

Backups nicht vergessen

Da wie schon erwähnt auch mal etwas schief gehen kann, sollte man vor dem Experimentieren unbedingt Sicherungen anlegen. Sofern das Smartphone bislang produktiv eingesetzt wurde, steht ein Backup der persönlichen Daten wie z.B. Bilder und Videos an erster Stelle. Des Weiteren ist auch eine Sicherungskopie der Stock-ROM zu empfehlen. Über TWRP lässt sich beispielsweise ein komplettes Backup aller Partitionen anlegen. Dies kann man jederzeit wieder zurück spielen, falls es zu Problemen kommt – oder auch die getestete Custom-ROM schlichtweg nicht gefällt.

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