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Geschwindigkeiten auf der Daten-Autobahn (Bild: Maik Schwertle / pixelio.de)
Geschwindigkeiten auf der Daten-Autobahn (Bild: Maik Schwertle / pixelio.de)

IT-Geschwindigkeitsangaben verstehen

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Egal ob Datenrate der Festplatte oder des neuen DSL-Internetanschlusses: In der IT begegnen uns ständig Geschwindigkeitsangaben. Verschiedene sich ähnelnde Einheiten sorgen für Verwirrung. Gerade bei Downloadraten sind viele Nutzer ratlos und fragen sich, wieso der 16Mbit Anschluss in der Praxis vermeintlich viel langsamer ist als versprochen.

Bits und Bytes

Ein Bit ist die kleinste Einheit in der Informatik und kann als Binärzahl einen Wahrheitswert (0 oder 1 also Ja oder Nein) annehmen. Um komplexere Informationen wie Zahlen oder Buchstaben speichern zu können, sind mindestens 8 Bit notwendig. Daher wurde das Byte als Einheit eingeführt: Ein Byte entspricht 8 Bits. Diese Umrechnung ist ähnlich wie man 10 Zentimeter auch als 1 Dezimeter angeben kann – Allerdings beträgt der Umrechnungsfaktor von Bit zu Byte 8 und ist daher etwas schwieriger im Kopf zu berechnen.

Wie uns das Marketing täuscht

Da sich große Zahlen besser verkaufen, geben DSL-Anbieter & co. ihre Geschwindigkeitsangaben vorzugsweise in Bits an: Mit „mit bis zu 16.000 kBit/s surfen“ verspricht die Werbung. Viele Programme wie etwa Internetbrowser oder Downloadmanager geben die Bandbreite jedoch nicht in Bits sondern stattdessen in Bytes an. Die Angaben aus der Werbung sind somit 8 Mal geringer. Bei einem DSL 16.000 Anschluss haben wir umgerechnet daher eine maximale Geschwindigkeit von 16.000 kBit / 8 = 2000 kByte pro Sekunde – Ohne dass sich die Geschwindigkeit verändert hat, sie wird lediglich in einer anderen Einheit angegeben. 1dm ist schließlich auch nicht weniger als 10cm, nur weil die Zahl kleiner ist.

Zweites Problem: Die Abkürzungen

Damit einer abgekürzten Geschwindigkeitsangabe wie etwa 16Mb/s entnommen werden kann ob es sich um 16 Megabits oder gar MegaBytes handelt, wird das b im Falle von Bits klein geschrieben:

MB = MegaByte
Mb = MegaBit

Leider ist dieser Unterschied nicht allen geläufig, und so wird schnell 16 MB/s geschrieben obwohl eigentlich 16 Megabit pro Sekunde und somit 16 Mb/s gemeint sind. Es ist daher zu empfehlen, die Einheit möglichst auszuschreiben.

Ein möglicher dritter Stolperstein: Einheiten

In der IT gibt es wie in vielen anderen Bereichen auch mehrere Einheiten, damit große Werte nicht zwangsläufig eine große und somit unübersichtliche Zahl ergeben:

1024 KiloByte (KB) = 1 MegaByte (MB)
1024 MegaByte (MB) = 1 GigaByte (GB)
1024 GigaByte (GB) = 1 TerraByte (TB)

Und so weiter, größere Einheiten als Terrabyte werden im Alltag wohl die nächsten Jahre nicht benötigt werden. 16 Mb/s können wir also genau so gut als 16.000 Kb/s angeben – Der gleiche Wert nur in einer anderen Einheit, ähnlich wie man 10 Kilogramm auch als 10.000 Gramm angeben kann. Browser und andere Programme versuchen Downloadraten möglichst lesbar anzugeben. Also etwa 1,5MB/s anstatt 1.500 KB/s. In der Werbung macht eine größere Zahl natürlich mehr her als eine kleine, weshalb hier auch hohe Geschwindigkeitsangaben in KiloBytes angegeben werden – etwa 150.000 Kb/s anstatt 150 Mb/s.

Anzumerken ist noch, dass der oben genannte Umrechnungsfaktor je nach Präfix auch 1000 statt 1024 beantragen kann – Dies ist ein ähnliches Problem, welches wir noch in einem separaten Artikel erläutern werden.

Die Downloadrate ist trotz Umrechnung und korrekter Einheiten immer noch zu langsam!

Insbesondere zu Stoßzeiten kann das leider passieren, da die maximale Geschwindigkeit in der Praxis von vielen Faktoren abhängt:

  • Die Infrastruktur des DSL-Providers muss genau so wie die Gegenstelle in der Lage sein, die Geschwindigkeit liefern zu können – Durch Überlastungen oder Systemausfälle kann dies beispielsweise zeitweise nicht möglich sein
  • Programme die im Hintergrund Daten aus dem Internet laden wie etwa Virenprogramme können die Geschwindigkeit genau so senken wie andere Geräte die das Netz nutzen – etwa der Mitbewohner, welcher gerade einen FullHD-Film über das Internet ansieht
  • Fehlerhafte Einstellungen oder falsche Geräte können die maximale Downloadrate erheblich senken – Schlechte WLAN-Signalstärken oder zu viele WLAN-Netzwerke auf dem gleichen Kanal sind beispielsweise eine häufige Fehlerquelle

Unterschreitet die Geschwindigkeit häufig den versprochenen Wert, sollten Geschwindigkeitstests durchgeführt werden. Wichtig ist, dass während des Tests möglichst keine Internetnutzung stattfinden sollte, da die Ergebnisse ansonsten verfälscht werden. Auch ist ein Test nicht repräsentativ, es sollten mehrere zu verschiedenen Zeiten durchgeführt werden. Liegt im Schnitt eine erhebliche Abweichung der gebuchten Geschwindigkeit vor, kann man sich an den DSL-Anbieter wenden.

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Ein Kommentar

  1. Guter Beitrag. Hatte selber immer das Problem. Mal waren es Bits dann Bytes. Schon ganz gut erklärt

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