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Lavagna: Aufgabenverwaltung mit kostenlosem OS-Tool

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Vor allem für Privatpersonen oder kleinere Projekte muss es keine vollwertige Projektmanagement-Software sein. Eine einfache Verwaltung von Aufgaben und reicht häufig aus, um aktuelle ToDos im Blick zu haben. Lavagna zeigt: Das muss weder kompliziert, noch proprietär und damit teuer sein!

Installation

Es stehen offizielle Images auf dem Docker-Hub zur Verfügung. Die Installation gestaltete sich damit sehr einfach. Sogar ein ARM-Image für den Raspberry Pi wird bereitgestellt. Für die private Nutzung eine preiswerte und zugleich datenschutztechnisch vertrauenswürdige Variante. Leider ist die RPI-Version derzeit nicht mehr ganz aktuell.

version: "2"

services:
  lavagna:
    image: digitalfondue/lavagna:stable
    container_name: lavagna
    mem_limit: 512M
    restart: always

    environment:
      - "HOST: 0.0.0.0"
      - "TZ=Europe/Berlin"
      - "DB_DIALECT=MYSQL"
      - "DB_URL=jdbc:mysql://mysql:3306/lavagna"
      - "DB_USER=root"
      - "DB_PASS=29ouiajiswewe3IHJN"
      - "SPRING_PROFILE=prod"

    ports:
      - 8080:8080

  mysql:
    image: mariadb
    mem_limit: 1G
    restart: always

    environment:
      - "MYSQL_ROOT_PASSWORD: 29ouiajiswewe3IHJN"

    labels:
      - "traefik.enable=false"

Mit docker-compose up -d kann eine Testinstanz einfach gestartet werden. Sie ist anschließend auf Port 8080 des Hosts erreichbar. Produktiv empfiehlt sich natürlich wie üblich ein Reverse Proxy wie Traefik sowie entsprechend fixe Tags für die Versionen.

Funktionsumfang

Android-Nutzer finden sich dank des Material Design Ansatzes schnell zurecht: Über den runden Plus-Kopf ist ein Projekt schnell erstellt. Nach dem Öffnen können über den Plus-Button neue Boards angelegt werden.

Ein Board untergliedert das Projekt, beispielsweise in verschiedene Teams.

Innerhalb eines Boards erlaubt es Lavagna, beliebige Spalten anzulegen. Dass hierfür die linke Navigation notwendig ist, zeigt eine kleine Sprechblase. Auch dieses Formular ist sehr übersichtlich: Neben dem Spaltenname muss nur ein Status angegeben werden. Anhand des Status werden die Spalten in verschiedene Farben unterteilt. Die Standard-Farben lassen sich in den Einstellungen bei Bedarf anpassen.

Das erste umfangreichere Formular erhalten wir beim Erstellen einer neuen Karte. Dennoch wirkt es nicht überladen. Neben Titel und Beschreibung kann auch ein Fälligkeitsdatum oder Meilenstein angegeben werden. Anhänge sind ebenso möglich wie das Zuweisen an eine oder mehrere Personen.

Die Board-Ansicht wirkt aufgeräumt und zeigt alle wichtigen Informatione an. Darunter beispielsweise das Fälligkeitsdatum oder die verantwortliche Person, sofern gesetzt. Praktischerweise können mehrere Karten markiert werden, um diese zu verschieben oder anzupassen. Durch das Archivieren können alte erledigte Karten ausgeblendet werden, ohne diese löschen zu müssen. Leider lassen sich Karten nicht explizit als erledigt markieren. Eine visuelle Darstellung (z.B. durch unterstreichen) wäre schön gewesen. Dafür können Unteraufgaben zu einer Karte hinzugefügt werden. Besitzen die Karten ein Fälligkeitsdatum, findet man diese im eingebauten Kalender. Bei einer großen Anzahl an Karten sieht man dort auf einen Blick, was aktuell und in nächster Zeit zutun ist. Praktischerweise können diese Daten als ics-Feed sogar in externen Kalendern (Outlook, Thunderbird, Apps usw) angezeigt werden.

Komplexe Karten lassen sich mit Unteraufgaben in Form von Checklisten aufteilen

Wer bereits andere Systeme im Einsatz hat und die Anwendung daher an einen Verzeichnisdienst anbinden möchte, wird sich über die LDAP-Schnittstelle freuen. Unsere ApacheDS Testinstallation konnte in wenigen Minuten eingerichtet werden und funktionierte sofort.

Alternativ steht OAuth zur Verfügung. Für ein paar größere Provider wie GitHub, GitLab oder Twitter ist das System bereits vorkonfiguriert. OAuth oder LDAP können auch parallel mit lokalen Nutzern verwendet werden. Praktisch: Im Profil des Nutzers wird das jeweilige Benutzerverzeichnis angezeigt.

Ressourcenverbrauch

Im Backend kommt Java zum Einsatz. Obwohl die Plattform nicht gerade für Ressourcensparsamkeit bekannt ist, zeigt sich Lavagna genügsam. Der seit mehreren Wochen laufende Docker-Container mit zwei Projekten und einigen Boards/Karten benötigt lediglich 300 MB Arbeitsspeicher. Dies Bezieht sich rein auf den Container des Anwendungsservers. Die verwendete Datenbank muss ebenfalls berücksichtigt werden. Selbst für einen kleinen x86 Server stellt dies kein Problem dar. Allerdings könnte es auf dem Raspberry Pi mit nur 512 MB RAM eng werden.

Fazit

Lavagna ist eine freie Webanwendung, die im Grunde ein erweitertes Kanban-Board bereitstellt. Zur persönlichen Organisation, in der Familie ist das mehr als ausreichend. Dank der praktischen Zusatzfunktionen wie beispielsweise den Kalender mit externem Feed eignet sich das Tool auch für kleinere Teams. Positiv ist zudem die Bereitstellung als Docker-Image. Dies ermöglicht eine einfache, zeitgemäße Bereitstellung. Innerhalb weniger Minuten kann die Software auf einem Linux-System installiert werden.

Über DMW007

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