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Mozilla Firefox: Desktop-Benachrichtigungen schließen sich nach 4 bzw. 12 Sekunden

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Als Update für unsere Overview habe ich kürzlich Desktop-Benachrichtigungen für den Autor eines Themas eingebaut. Dabei ist mir ein seltsames Verhalten bei Mozilla Firefox aufgefallen: Die Benachrichtigungen schließen sich automatisch nach 4 Sekunden. Ob ein Timeout gesetzt oder das Schließen der Benachrichtigungen mit requireInteraction erzwungen wurde, spielte dabei keine Rolle. Das fand ich sehr suboptimal – Reicht die Zeit ja kaum, um mehr als ein paar Wörter lesen zu können. Und wenn man gerade aufs Handy schaut oder gar nicht am PC ist, bekommt man von der Benachrichtigung überhaupt nichts mit.

Ein fast drei Jahre alter Bug

Ein Blick in die Firefox-Dokumentation zu den Desktop-Benachrichtigungen bestätigte: Das Attribute requireInteraction ist vorhanden, jedoch auf Geräte mit ausreichend großen Bildschirmen beschränkt – Was auch immer das konkret heißen soll. Mit einem Full-HD auflösenden 27 Zoll Monitor als Hauptbildschirm war ich sehr überzeugt davon, dass Platzmangel dieses Problem nicht erklären wird. Ein Timeout ist bei Mozilla zwar anscheinend nicht vorgesehen, aber immerhin sollte sich mit requireInteraction das manuelle Schließen erzwingen lassen.

Wie sich herausstellte, wurde die Anzeigedauer von Firefox auf konstant 4 Sekunden gesetzt. Bereits im Mai 2013, also vor bald drei Jahren, hat ein Entwickler dies als bug bzw. unerwartetes Verhalten im Bugtracker von Mozilla gemeldet. Daraus entwickelte sich eine rege Diskussion: Viele Nutzer und Entwicker wunderten sich ebenfalls über dieses Verhalten und forderten eine Möglichkeit, die Anzeigedauer vom Entwickler der jeweiligen Webanwendung bestimmen zu lassen. So hat es der Chrome-Konkurrent von Google bereits implementiert. Seitens Mozilla war man von diesem Vorschlag gar nicht begeistert. Stattdessen sah man permanent angezeigte Benachrichtigungen als nervig an, da der Nutzer jede einzeln schließen muss.

Lange Zeit hat sich dabei nichts bewegt, bis Firefox 44.0: In der erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Version wurde der konstante Anzeigewert von 4 auf 12 Sekunden angehoben. Eine Möglichkeit die Benachrichtigungen dauerhaft anzeigen zu lassen, existiert weiterhin nicht: Man möchte nach dieser Änderung zunächst die Reaktionen der Nutzer abwarten. Indirekt ist herauszulesen, dass man sich bei guten Erfahrungen eine komplette Deaktivierung dieses Limits offen hält.

Brauchbare Lösungen nicht in Sicht

Das als Workaround vorgeschlagene Firefox-Addon I Don’t Want to Miss a Notification funktioniert unter Firefox Version 44 nicht mehr – Auch nicht in Kombination mit No Native Notifications. Auch der Gedanke, die Benachrichtigung einfach bis zum ausblenden rekursiv aufzurufen, ist nicht wirklich praktikabel: Das OnClick-Event wird gefeuert, wenn der Nutzer auf die Benachrichtigung selbst klickt – nicht aber beim Klick auf den Schließen-Button. Die meisten Nutzer dürften aber auf das X rechts oben klicken und nicht auf die Meldung selbst. Zum erkennen ob der Nutzer selbst interagiert ist es damit ungeeignet.

Auf den ersten Blick sieht das OnClose-Event vielversprechender aus. Leider wird es immer gefeuert, wenn sich eine Benachrichtigung schließt. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies automatisch durch Ablauf des internen Timers geschieht, oder weil der Nutzer rechts oben auf den Schließen-Button geklickt hat. Mit anderen Worten: Wir haben keine Möglichkeit zu erkennen, ob der Nutzer die Benachrichtigung manuell schließt, um damit die Schleife zu beenden. Realisierbar wäre lediglich eine automatisierte Schleife, ohne Möglichkeit für den Nutzer, diese zu beenden – Das wäre dann allerdings in der Tat sehr nervig für den Benutzer…

Wechsel zu Google Chrome

Damit gibt es derzeit anscheinend leider keine Möglichkeit, dieses teilweise durchaus nervige Verhalten von Firefox zu ändern. Schade, dass Mozilla in dieser Hinsicht so verfährt. Zumal Desktop-Benachrichtigungen explizit pro Seite erlaubt werden müssen und über das Zahnrad in den Dialogboxen schnell wieder deaktiviert werden können. Selbst wenn der Nutzer sich von seiner eigenen Entscheidung genervt fühlen sollte, kann er dies ganz einfach wieder rückgängig machen.

In absehbarer Zeit werden Firefox-Nutzer daher nur sehr eingeschränkt in den Genuss von Desktop-Benachrichtigungen kommen. Die bis dahin einzig funktionierende Lösung besteht darin, Google Chrome statt Firefox zu nutzen. Dies ist zwar recht radikal, aber daran können wir leider nichts ändern – das Problem liegt weder an uns noch an anderen Webseiten oder Webanwendungen, sondern an Mozilla.

Über DMW007

2 Kommentare

  1. Interessante Geschichte. Kennt ihr noch ein paar bekannte Seiten die diese Benachrichtigungen nutzt?
    Im Moment scheinen noch nicht viele Seiten diese Push-Benachrichtigungen zu unterstützen. Wenn sich das erst einmal durchgesetzt hat, wird wohl hoffentlich auch der „BUG“ behoben.

    • Whatsapp web zum beispiel nutzt diese benachrichtigungen, oder Telegram on Web. Und auch facebook hab diese Art von Informationen für die nutzer letztens eingeführt! Es werden ziemlich schnell immer mehr seiten, die das nutzen. Vorallem ist es für Programmierer auch relativ einfach einzuführen 🙂
      Lg,
      Tobi

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