StartseiteNewsAmoklauf, Machete- und Axt-Angriff: Die Gewalttaten der letzten Tage in Deutschland

Amoklauf, Machete- und Axt-Angriff: Die Gewalttaten der letzten Tage in Deutschland

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Die letzten Tage in Deutschland waren geprägt von verschiedenen Gewalttaten. Nicht zuletzt weil sich die Ereignisse überschlagen haben, kursieren die verschiedensten Falschmeldungen – Beispielsweise, dass es sich um Anschläge einer Terrororganisation handle, obwohl dies gar nicht der Fall war. Im Folgenden möchten wir einen Überblick über die aktuellen Fakten geben.

Machete-Angriff in Reutlingen

Ein Mann tötete eine Frau am späten Sonntag Nachmittag (24.07.2016), nachdem er sich mit ihr gestritten hatte. Dies ereignete sich mitten in der Reutlinger Innenstadt, welche sich in der Nähe von Stuttgart befindet. Zahlreiche Passanten wurden Augenzeugen des Angriffes. Der Täter flüchtete und verletzte dabei fünf weitere Menschen. Er schlug auf ein zufällig im Weg stehendes Fahrzeug ein und verletzte dessen Fahrerin – der Beifahrer erlitt einen Schock.

Anschließend fügte er einem Mann in einer Gaststätte schwere Verletzungen im Gesicht zu, und Schlug auf einen Holztisch in einem weiteren Lokal ein. Zwei weitere Frauen wurden verletzt, bis er von einem Autofahrer beim Überqueren einer Straße angefahren wurde – Wie die Polizei bestätigte tat der Fahrer dies bewusst, um den Mann zu Stoppen. Dies setzte den Täter kurzzeitig außer Gefecht, sodass dieser bis zum Eintreffen der Polizei auf der Straße liegen blieb.

Bei dem Angreifer handelt es sich um einen 21-Jährigen Asylbewerber aus Syrien. Er ist bei der Polizei bereits wegen mehreren Fällen von Körperverletzung bekannt gewesen. Das Motiv für die aktuelle Tat ist bisher noch unklar. Bislang gehen die Ermittler von einer Beziehungstat aus. Es gibt allerdings keinerlei Hinweise auf eine terroristische Organisation oder Motivation hinter der Tat. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus.

Amoklauf in München

Am vergangenen Freitag Abend kam es um 17:50 Uhr vor einem McDonalds zu einer Schießerei in Moosach, München. Dabei wurden insgesamt 10 Menschen getötet, darunter sechs Jugendliche und vier Erwachsene. Insgesamt 27 Verletzte, 10 davon schwer, wurden ins Krankenhaus gebracht. Vier Personen wurden durch Schüsse des Schützen verletzt, die restlichen Verletzungen entstanden während der Flucht. Bei den Opfern handelt es sich um Ausländern verschiedenster Nationen, wobei dies im betroffenen Stadtgebiet als nicht ungewöhnlich gilt.

Der Schütze David S. War ein 18-Jähriger Deutsch-Iraner. Die Tatwaffe, eine 9mm Glock 17, hatte er sich auf dem Schwarzmarkt im Internet gekauft – entsprechende Nachrichtenprotokolle wurden sichergestellt. Laut den Ermittlern handelte es sich um eine reaktivierte Theaterwaffe mit Prüfsiegel aus der Slowakei. Laut BKA nimmt der illegale Rückbau von Dekorationswaffen aus dem Ausland in Europa zu. Das LKA gab bekannt, dass sich der Täter wegen Angststörungen und Depressionen seit längerem in ärztlicher Behandlung befand. Er nahm Medikamente wie Psychopharmaka. Der letzte Arztbesuch fand im Juni 2016 statt. Nach dem der Schütze am selben Tag gegen 20:30 von Polizisten angesprochen wurde, erschoss er sich selbst.

Mitschüler beschreiben ihn als „sehr einsam“, er habe keine Freunde. In der Schule wurde er oft gemobbt – hauptsächlich wegen seiner ungewöhnlichen Stimme und Gangart. Bereits 2012 gab es deswegen ein Verfahren gegen drei Jugendliche. Seine Freizeit verbrachte er viel mit Computerspielen – hauptsächlich spielte er den Ego-Shooter „Counter-Strike“. Laut Mitspielern sei er sehr „nationalistisch“ gewesen und habe gegen Türken sowie Juden geschimpft. Unter Namen wie „Amokläufer“ oder „Hass“ verehrte er Amokläufer wie beispielsweise Tim K. Im März 2009 erschoss der damals 17-Jährige Tim K. 15 Menschen an seiner ehemaligen Schule. Über Ihn schrieb der Schütze aus München: „Tim K. ist unvergessen“.

Die Tat selbst hatte der Amokläufer aus München seit einem Jahr geplant: Im Zimmer des Amokschützen fanden Ermittler sein Manifest. Er hat sich mit dem Thema Amoklauf über mehrere Jahre hinweg befasst. Auf seiner Digitalkamera befanden sich sogar Fotos vom damaligen Tatort in Winnenden, die den Schluss nahelegen, dass er persönlich dort war. Aktuell ermittelt die Polizei gegen einen 16-Jährigen Freund des Amokläufers – Aufgrund widersprüchlicher Aussagen steht er im Verdacht, von der Tat gewusst zu haben.

Axt-Angriff im Zug nahe Würzburg

In der Nähe von Würzburg griff ein 17-Jähriger Jugendlicher am vergangenen Dienstag (19.07.2016) die Reisenden in einem Zug mit Axt und Messer an. Vier Menschen wurden dabei schwer, eine leicht Verletzt. Zusätzlich haben sich 14 weitere Personen im  Zug aufgehalten. Sie sind körperlich unverletzt, stehen jedoch wegen der Situation unter Schock. Bei den Schwerverletzten handelt es sich um eine Familie aus Hongkong. Anschließend flüchtete er aus dem Zug und Schlug auf eine Frau ein, die dabei ebenfalls schwer verletzt wurde. Laut Zeugen soll er „Allahu akbar“ gerufen haben, was so viel wie „Gott ist groß“ bedeutet.

Beamte die sich aufgrund eines anderen Einsatzes zufällig in der Nähe befanden, verfolgten den fliehenden Täter in Richtung Main. Als zwei Polizisten den 17-Jährigen aufspürten, bedrohte er sie mit der Axt aus einer Entfernung von etwa 1,5 bis 2 Metern. Die Beamten schossen und verletzten Ihn tödlich an der Stirn.

Der Angreifer war am 30. Juni 2015 ohne Begleitung über die Grenze gekommen und bat um Asyl. Dort habe er sich als Afghane vorgestellt. Ermittler halten dies jedoch für eine Falschangabe, um bessere Chancen auf eine Anerkennung als Flüchtling zu haben. Sie vermuten Pakistan als seine Heimat. Nach seiner Einreise kam er in Flüchtlingsheim und erhielt im März 2016 eine Aufenthaltsgenehmigung.

Anfang Juli 2016 kam er zu einer Pflegefamilie im Landkreis Würzburg. Am Wochenende des 15. oder 16. Juli 2016 soll er die Nachricht erhalten haben, dass ein enger Freund in Afghanistan getötet wurde. Die Pflegemutter beschrieb ihn als „zuvorkommend und nett“, kein Anzeichen für eine Radikalisierung. Er war nicht mal regelmäßig in der Moschee, außer zu wichtigen Feiertagen.  Dennoch wurde in seinem Zimmer eine selbst gemalte IS-Flagge gefunden. Und ein Brief, in dem er von „Rache an den Ungläubigen“ spricht. Bisher ist er damit aber nirgendwo aufgefallen – laut Polizei gab es keine Anzeichen für eine Radikalisierung, der Junge war ein „unbeschriebenes Blatt“.

Mittlerweile hat die Terrororganisation IS sich für den Anschlag verantwortlich bekannt. Ein mittlerweile öffentliches Video zeigt den Täter vor der Tat. Dort sagt er „Ich bin ein Soldat des Islamischen Staates und beginne eine heilige Operation in Deutschland“. Die IS-Nahe Agentur „Amak“ kommentiert den Anschlag mit den Worten „Er hat diese Operation als Antwort auf unsere Aufrufe ausgeführt, die Länder der Koalition anzugreifen, die den IS in Syrien und im Irak bekämpft.“ Es handle sich um die erste Tat in Deutschland, zu der sich der IS bekannt. Laut Ermittlern ist das Material authentisch.

Quellen

Über DMW007

Ein Kommentar

  1. Nicht zu vergessen der Anschlag in Ansbach.. 🙁

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