StartseiteTechnikWarum Datensicherungen auch für Privatnutzer wichtig sind
Datencrash - Warum auch Privatpersonen regelmäßig Datensicherungen anlegen sollten (Bild: Christoph Aron / pixelio.de)
Datencrash - Warum auch Privatpersonen regelmäßig Datensicherungen anlegen sollten (Bild: Christoph Aron / pixelio.de)

Warum Datensicherungen auch für Privatnutzer wichtig sind

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Viele Privatnutzer legen bis heute kein Backup Ihrer Daten an. Als Begründung wird oft angegeben, das wäre eher etwas für große Firmen und man selbst bräuchte das gar nicht. Doch weit gefehlt: Die Zeiten in der es nur einen Computer gab auf dem 2 Word-Dokumente lagen die ohnehin schon etwas älter und daher bei einem Verlust verschmerzbar wären sind vorbei. Heutzutage gibt es immer mehr Daten mit steigender Tendenz.

Ein gutes Beispiel sind Bilder: Digitales fotografieren ist nicht zuletzt dank Smartphones zur Normalität geworden. Sicher haben diese Daten keinen finanziellen Wert wie etwa die Kundendaten einer Bank. Dafür jedoch einen hohen, wenn nicht sogar unbezahlbaren persönlichen. Es sind einmalige Erinnerungen, die sich möglicherweise nicht wiederholen lassen – Beispielsweise weil betroffene Personen weiter weggezogen sind oder Streit ausgebrochen ist. Aber auch ein Student, der Monatelang an seiner Doktorarbeit schreibt hat ein berechtigtes Interesse, seine Arbeit zu sichern.

Wie Daten verloren gehen können

Bevor man sich vor einer drohenden Gefahr schützt, muss man natürlich erst mal wissen worin diese überhaupt besteht. Es gibt verschiedene alltägliche Situationen, in denen Datenverlust drohen kann.

Hardwaredefekte: Speichermedien sind normale Verschleißteile und nicht für die Ewigkeit gebaut. Sie werden irgendwann genau so ausfallen wie eine Zündkerze im Auto. Die Daten von defekten Festplatten lassen sich meist nur durch Profis in speziellen Laboren noch retten, was schnell 4-Stellige Beträge und mehr kosten kann.

Menschliches Versagen: Menschen machen Fehler – Keine Überraschung also, dass sie trotz einwandfrei funktionierenden Computern manchmal selbst Probleme verursachen und Daten beispielsweise versehentlich löschen oder überschreiben. Im schlimmsten Fall wird der Fehler nicht mal gleich bemerkt, sondern erst Tage oder gar Wochen später.

Äußere Einflüsse: Manche Dinge sind nicht vorhersehbar, etwa ein Rohrbruch oder ein starkes Unwetter. Vielleicht wurde auch nur das Stromkabel des Laptops etwas ungünstig verlegt, und jemand stopert darüber. Oder die Jeans wird versehentlich zusammen mit Smartphone gewaschen. All das sind alltägliche Unglücke und Missgeschicke, die passieren können und Daten auf den betroffenen Geräten gefährden.

Diebstahl/Verlust: Insbesondere bei Mobilgeräten eine große Gefahr, dass sie irgendwo liegen gelassen werden oder man sogar beklaut wird.

Schadsoftware: Im Internet kursiert Schadsoftware, die bei einer Infektion persönliche Daten des Benutzers verschlüsselt. Angeblich erhält der Betroffene das Passwort zur Entschlüsselung, wenn er dafür zahlt. Wer sich beugt, sieht aber nicht selten Daten und Geld nie wieder.

Wohin mit den Sicherungen?

Grundsätzlich gilt: An je mehr physisch verschiedenen Orten Backups aufbewahrt werden, um so sicherer sind diese. Im privaten Bereich reicht es aber völlig aus, die Daten auf einem externen Laufwerk sowie zumindest besonders wichtige Daten zusätzlich in einer Cloud zu sichern. So sind diese auch dann nicht verloren, wenn der gesamte PC mitsamt möglicherweise angeschlossenen Laufwerken lahmgelegt ist, etwa durch einen Kurzschluss.

Die Backup-Strategie

Welche Daten werden nach welchem Schema wie oft gesichert? Nun das hängt davon ab, wie relevant die Daten sind und wie häufig sich diese verändern. Grundsätzlich besser zu häufig als zu selten, da so im Schadensfall der Verlust minimiert wird. Denn die Zeitspanne zwischen dem letzten Backup und Ausfall ist verloren. 1-2x die Woche dürfte für Gelegenheitsnutzer meist ausreichend sein.

Gerade bei umfangreicheren Daten bieten sich inkrementelle Backups an, um den Backupvorgang kurz und die Datengröße möglichst niedrig zu halten. Dabei werden in regelmäßigen Abständen alle Daten gesichert, danach jedoch nur diejenigen, welche sich seit der letzten Sicherung geändert haben. In Kombination mit Cloudspeichern und nicht zu langsamen Internetverbindungen kann man hier die Zeitspanne zwischen den Backups verkürzen und beispielsweise täglich eine Datensicherung anlegen.

Backups in der Cloud

Angepriesen werden sie als sichere Wolken, doch die Realität sieht anders aus: Durch grobe Fahrlässigkeit der Anbieter erhalten unbefugte dritte Zugang zu privaten Daten. Und auch Geheimdienste schnüffeln und missbrauchen was das Zeug hält. Man sollte daher nicht nur amerikanische Firmen meiden sodass Deutsches Recht für die eigenen Daten gültig ist, sondern diese auch unbedingt vor dem hochladen verschlüsseln. Bewährte, starke Verschlüsselungsalgorithmen wie AES-256 stellen sicher, dass niemand unbefugtes Zugriff auf die eigenen Datensicherungen erhält. Entsprechende Programme wie Duplicati legen automatisch in festgelegten Zeitabständen Backups an und können sie verschlüsselt speichern sowie bei verschiedenen Cloud-Speicherdiensten hochladen.

Per se sind Cloud-Speicherdienste nämlich nicht schlecht, wenn man sie richtig einsetzt: Die Daten liegen in einem Rechenzentrum, wo sie in der Regel gut geschützt und redundant gespeichert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Backups hier abhanden kommen, ist sehr gering. Zumal bei kostenpflichtigen Angeboten teilweise auch noch Backups angelegt werden können – Also eine zusätzliche Sicherung von der Sicherung.

Nicht vergessen: Integrität regelmäßig prüfen

Einer der häufigsten Fehler besteht darin, dass Backups einmal eingerichtet und danach nie wieder angefasst werden. Dass das fatal ist zeigt sich meist leider erst wenn man sie braucht: Dann stellt sich heraus, dass die Sicherungen unvollständig sind oder im schlimmsten Falle seit längerem gar nicht oder nur teilweise durchgeführt werden. Ist man auf die Backups angewiesen hat man in der Situation ein großes Problem.

Aus diesem Grund sollte regelmäßig überprüft werden, ob das Backup korrekt abläuft und die gesicherten Dateien vollständig sind. Am besten funktioniert dies, wenn man versucht anhand der Sicherungen seine Daten wiederherzustellen. Wie häufig dies geschehen sollte hängt wiederum von Anzahl und Relevanz der Daten ab. Alle paar Monate sollte für Durchschnittsnutzer ausreichen, wobei häufiger natürlich besser ist.

Fazit

Jeder der Daten auf seinem PC, Laptop oder Smartphone gespeichert hat auf die er nicht ohne mit der Wimper zu zucken verzichten kann, sollte sich mit dem Thema Datensicherung beschäftigt haben. Dieser Artikel bietet einen ersten Einstieg in das Thema und erklärt, wie man es besser machen kann.

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Ein Kommentar

  1. Ich verwende auf meinem Mac eine geniale bereits mitgelieferte Anwendung. Time Machine nennt sich das . Richtig geniale Software. Erstellt einmalig ein komplettes Backup und danach stündlich. Ich kann also immer eine Stunde zurück gehen.

    Aber sichere Daten wie Fotos, etc. packe ich auf eine zweite Partition und auf eine weitere externe Platte. Wäre ziemlich schade, wenn sowas verloren geht.

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