StartseiteRaspberry PiRaspberry Pi BetriebssystemeDietPi v8.1 vorgestellt: Neuerungen im Drive Manager, iptables/nftables, K3s, Raspotify und weitere Verbesserungen/Fehlerkorrekturen

DietPi v8.1 vorgestellt: Neuerungen im Drive Manager, iptables/nftables, K3s, Raspotify und weitere Verbesserungen/Fehlerkorrekturen

Auch im Februar gibt es eine neue Version 8.1 von DietPi. Die Vorgängerversion 8.0 hatte ich bereits in einem eigenen Beitrag vorgestellt.

Neu ist im Hardware-Bereich die Unterstützung für den Odroid N2. Im Vergleich mit dem Raspberry Pi ist er durch einen stärkeren Prozessor leistungsfähiger, beim Arbeitsspeicher aber auf 4 GB beschränkt. In dieser Edition kostet der N2 ungefähr 119€ (zzgl. Versand) und kann damit als Alternative zum Raspberry Pi betrachtet werden.

Doch Achtung: Der Odroid N2 (ohne Plus) ist abgekündigt und wird nicht mehr Verkauft. Es ist daher zu empfehlen, den Nachfolger Odroid N2+ zu kaufen, wenn man sich dafür interessiert. Dieser ist auch noch mal etwas leistungsfähiger als der Vorgänger.

Die Änderungen und Neuerungen von Version 8.1 im Überblick

Drive Manager

Verbesserungen gibt es im Drive Manager. Das ist eine kleine Konsolenanwendung, die viele Laufwerksoperationen wie z.B. Mounten, Formatieren, oder das Transferieren von Daten vereinfacht. Dies können wir uns auch noch mal genauer anschauen, falls euch das interessiert.

Hauptsächlich geht es diesmal um dauerhaft gemountete Btrfs Subvolumes in der /etc/fstab. Btrfs steht für B-tree File System. Es existiert seit 2007 mit dem Ziel, die bisher unter Linux gängigen Extended Filesystems (z.B. ext4) abzulösen. Stattdessen existieren jedoch bis heute beide Familien, da sowohl das B-tree file system als auch die Ext-Dateisysteme gewisse Vorteile bieten. Beispielsweise erstellt das B-tree File System Prüfsummen um korrupte Dateien zu erkennen. Ext4 muss hier passen, unterstützt dafür die Verschlüsselung ganzer Dateisysteme. Beide werden aktiv weiterentwickelt, sodass kein zwingender Wechsel nötig ist.

iptables und nftables

Die Firewall iptables gibt es in der alten Legacy-Version sowie den Nachfolger nftables. Das kann manchmal Konflikte verursachen, wie ich bereits an anderer Stelle bei der Installation von Kubernetes mit K3s auf dem Raspberry pi erwähnte. Vor allem bei der Verwendung älterer Kernel kann es zu Problemen kommen. Daher prüft DietPi, ob nftables vom Kernel unterstützt wird und verwendet andernfalls das ältere iptables.

Es macht Sinn, nftables zu verwenden wo dies möglich ist – denn iptables wurde bereits mit Debian Buster durch nftables abgelöst. In Zukunft wird iptables sicherlich komplett entfallen.

Portänderung bei Jellyfin

Der webbaiserte Mediastreaming-Server Jellyfin ist unter Port 8097 statt 8096 erreichbar. Es handelt sich um einen Fork von Emby. Da beide Port 8097 verwenden, soll die Änderung Konflikte verhindern. Dies gilt wie immer nur für neue Installationen. Bereits bestehende Installationen verbleiben auf dem bisherigen Port.

Kontrollgruppe für K3s

Die Kontrollgruppe für den Arbeitsspeicher (Memory cgroup) wird in DietPi 8.1 automatisch gesetzt. Kubernetes bzw. die darunterliegende Container-Laufzeitumgebung (standardmäßig containerd) benötigt diese, um den Arbeitsspeicherverbrauch der Container überwachen zu können. Wie das händisch funktioniert, hatte ich kürzlich im Beitrag zur Installation von K3s auf dem Raspberry Pi OS gezeigt. Unter DietPi geschieht dies nun automatisch, wenn man K3s installiert. Dies ist übrigens unter DietPi-Software verfügbar:

In meinem ersten Test hat das noch nicht funktioniert. Scheinbar verhindert ein fehlerhafter regulärer Ausdruck den Start von K3s:

[INFO]  Failed to find memory cgroup, you may need to add "cgroup_memory=1 cgroup_enable=memory" to your linux cmdline (/boot/cmdline.txt on a Raspberry Pi)
[  OK  ] DietPi-Software | ./install.sh
[  OK  ] DietPi-Software | rm install.sh
[  OK  ] DietPi-Software | mkdir /etc/systemd/system/k3s.service.d
grep: Unmatched [, [^, [:, [., or [=
[  OK  ] DietPi-Software | sed -i /root=/s/[[:blank:]]*$/ cgroup_enable=memory/ /boot/cmdline.txt

 DietPi-Software
─────────────────────────────────────────────────────
 Step: Finalising install
...
[ SUB1 ] DietPi-Services > restart
[FAILED] DietPi-Services | restart : k3s
[  OK  ] DietPi-Services | restart : cron

Der Fehler ist bekannt und das DietPi-Team hat bereits einen Fix entwickelt. Allerdings ist dieser in das Änderungsprotokoll für 8.2 vorgemerkt, sodass er wohl erst in der kommenden Version eingespielt wird, die für März 2022 zu erwarten ist. Alternativ kann man die betroffene Zeile entsprechend dem verlinkten Commit aber auch selbst korrigieren.

Spotify-Client Raspotify nur noch auf 64 Bit Systemen verfügbar

Mit Raspotify kann man Musik auf dem Raspberry Pi über den Streaming-Dienst Spotify hören. Allerdings nur noch, wenn man ein 64 Bit System und eine entsprechende 64 Bit Installation des Raspberry Pi OS nutzt – und dazu das aktuelle Debian 11 Bullseye. Diese Einschränkung scheint jedoch von Raspotify entschieden worden zu sein. In dessen Dokumentation wird darauf hingewiesen, dass nur Bullseye und höher unterstützt wird – wer noch Debian Buster nutzt, kann daher bei Problemen nicht mit Unterstützung rechnen. DietPi reicht dies lediglich weiter.

Fehlerkorrekturen

Zusätzlich gibt es eine Reihe an Fehlerkorrekturen: In DietPi-Service wurde der Verweis auf einen falschen Pfad repariert. Bei DietPi-LetsEncrypt gab es unter Apache Probleme mit dem Certbot, der für die regelmäßige Verlängerung der HTTPS-Zertifikate zuständig ist.

Dies ist nur ein Auszug. Aufgrund der Vielzahl an Systemen die von DietPi unterstützt werden, betrifft dies nicht immer alle Plattformen. So wurde z.B. ein Fehler behoben, bei dem der Kiosk-Modus des Chromium-Browsers im Autostart fehlschlug. Dies trat auf dem Raspberry Pi nicht auf, dafür jedoch auf allen anderen Plattformen. Da die Fehlerkorrekturen somit durchaus speziell sein können und ggf. viele gar nicht betreffen, ist einen Blick in die Liste der gefixten Bugs von DietPi zu empfehlen. Da DietPi Open Source ist, kann man sich sämtliche Änderungen im Detail über den Merge-Request von 8.1 sogar im Detail auf GitHub anschauen, wenn man sich dafür interessiert.

So bekommst du DietPi v8.1

Wie schon bei den vorherigen Versionen wirst du beim nächsten SSH-Login über die Aktualisierung informiert – hier beispielhaft illustriert:

Zur Installation einfach sudo dietpi-update aufrufen.

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